Richard Herzinger
Paradoxerweise nahm die Judenfeindschaft von links noch zu, seit sich vom Ende des 19. Jahrhunderts an der Zionismus daran machte, den aus linker Sicht historischen „Defekt“ der Juden – ihre definitorische Ungreifbarkeit – zu beseitigen, indem er ihre Formierung zur modernen Staatsnation in Angriff nahm. Längst hatte die Linke für das Judentum nämlich das Schicksal vorgesehen, sich am sozialistischen Sanktnimmerleinstag dankbar in der erlösten einen Menschheit aufzulösen. Oder, wie Karl Marx in seiner Abhandlung „Zur Judenfrage“ 1843 schrieb: „Die gesellschaftliche Emanzipation des Juden ist die Emanzipation der Gesellschaft vom Judentum.“ http://www.welt.de/debatte/kommentare/article13477661/Die-peinliche-Judenfrage-der-Linkspartei.html
Siehe auch:
Timo Stein
Wie der Antisemitismus in die Linke kam
http://www.cicero.de/berliner-republik/wie-der-antisemitismus-die-linke-kam/42297