Der weltweite Energieverbrauch wird in den kommenden Jahrzehnten nochmals deutlich steigen. Nach einer Studie des Weltenergierates (WEC/World Energy Council) wird die globale Nachfrage nach Energie bis 2050 um 70 bis 100 Prozent steigen, sich also praktisch verdoppeln. Deutschland aber sortiert Energieressourcen wacker nach Freund/Feindbild und steigt aus den wichtigsten Energieträgern aus. Dass es dabei zum energetischen Geisterfahrer geworden ist, macht den Bundeswirtschaftsminister Altmaier stolz:
„Wir sind das einzige Industrieland dieser Größe, das gleichzeitig aus der friedlichen Nutzung der Kernenergie und dann 15 Jahre später aus der Nutzung der Kohleverstromung aussteigt. Das sind die historischen Aufgaben und die Leistung, die wir zu vollbringen haben.“ Das ist eben so, einem Geisterfahrer kommen tausende Geisterfahrer entgegen.
Aus dem Ausland beobachtet man diese Entwicklung mit Kopfschütteln. Am 22.04. berichtete die FAZ über ein Interview mit William Magwood, dem Generaldirektor der Nuclear Energy Agency (NEA), in welchem die Energieversorgung der Zukunft beleuchtet wird. Der Titel des Artikels lautet; „Deutschland steuert in eine unglückliche Situation”.
Auf die Frage: „Wie steht es um die Sicherheit der modularen Mini-Reaktoren, von denen gerade viel die Rede ist?“ antwortet Magwood:
„Ich halte diese kleinen modularen Reaktoren für mögliche Gamechanger, weil sie Charakteristika aufweisen, die die großen kommerziellen Reaktoren nicht haben. Das macht sie noch sicherer. Nehmen Sie zum Beispiel die, die Nuscale in den Vereinigten Staaten entwickelt und die durch die amerikanischen Aufsichtsbehörden gerade geprüft wird. Die Besonderheit dieses Kraftwerks ist, dass es aus mehreren kleinen Reaktorkernen besteht und jeder dieser Kerne von enorm viel Wasser umschlossen. So kann es niemals zu einer Kernschmelze kommen. Auch Pläne für gasgekühlte und Flüssigsalzreaktoren werden vorangetrieben“.
Die nächste Frage lautet: „Was halten Sie von Dual Fluid Reaktoren, an denen auch deutsche Wissenschaftler forschen?“ Magwood:
„Sie kombinieren verschiedene technologische Verfahren, die schon funktionieren. Dual Fluid Reaktoren könnten sich als sehr effizient erweisen, da sie mit hoher Temperatur arbeiten. Zudem sind sie klein, kompakt und sicher. Aber einen solchen Reaktor hat noch niemand gebaut, womit Fragen zur Genehmigung und Wirtschaftlichkeit offen bleiben. Wenn jemand die Ressourcen aufbringen würde, könnte ein Demonstrationskraftwerk innerhalb einer Dekade stehen“.
Das Zeug zum Game Changer
Der Dual Fluid Reaktor wurde in Deutschland erfunden und muss, wie so viele andere deutsche Erfindungen, auswandern. Die Dual Fluid Energy Inc. ist jetzt ein kanadisches Unternehmen. Warum? Die kanadische Regierung schätzt und fördert die Kernkraft als Zukunftstechnologie. Die kanadische Bevölkerung sieht Kernkraft überwiegend als Chance. Das Land ist nukleartechnisch erfahren und kann auf eine ununterbrochene Expertise zurückreifen.
Achgut.com hat schon mehrfach über den Dual Fluid Reaktor berichtet, etwa hier und hier. Der neue Kernkraftwerkstyp hat wirklich das Zeug zum Game Changer. Es ist richtig, es hat ihn noch niemend gebaut. Aber das ist wohl mit allen Neuerungen so.
Beim kleinsten Modell des Dual Fluid Reaktors beträgt der Erntefaktor 800 (energy returned on investment / EROI). Er bezeichnet das Verhältnis von gewonnener Energie zur Gesamtheit an eingesetzter Energie für Bau, Brennstoff, Unterhalt, Sicherheit, Rückbau eines Kraftwerks etc. Zum Vergleich – bei den „Erneuerbaren“ beträgt der Erntefaktor 4. Liebe Leser, schauen Sie sich die deutschen Windspargellandschaften an. Wir stehen erst am Anfang der Energiewende. Zur höheren Versorgung mit Ökoenergie muss künftig noch ein Vielfaches dieser Monster hinzugebaut werden. Die Windkraft benötigt viele hundertmal so viel Fläche für die gleiche Erzeugung, wie der Dual Fluid Reaktor.
Der Reaktor kann jedes spaltbare Material nutzen. Als Schnellspaltreaktor verwertet er neben Atommüll auch Natur-Uran oder Thorium. Atommüll wird dadurch zum Wertstoff. Der verschrieene deutsche Atommüll reicht mit dem Dual Fluid Reaktor für eine Vollversorgung Deutschlands bei heutigem Verbrauch ganze 350 Jahre lang. Im Ergebnis wäre kein Endlager mehr nötig, da die Strahlung der Reststoffe des neuen Reaktors nach 300 Jahren auf dem Niveau von Natur-Uran ist. Insofern wird aus der erfolglosen deutschen Endlagersuche vielleicht eines Tages doch noch eine Erfolgsgeschichte.
Ich wage mal eine Prognose: In 10 Jahren werden diejenigen, die heute für die Zerstörung der Kernenergie gesorgt haben, die Kernkraft zur Rettung des Klimas propagieren. Sie werden völlig vergessen haben, dass sie, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen, einen ganzen Wirtschaftszweig unter Milliardenverlusten zerstört haben. Sie werden ihren Irrtum aber nicht zugeben, sondern darüber rabulieren, dass die neuen Reaktortypen ja ganz anders sind, viel besser, viel sicherer, ohne den ewigen Abfall und zum Wohle der ganzen Menschheit. Konnte ja keiner ahnen.
Ein paar Milliarden müssen bis zum Moment der grünen Einsicht allerdings noch vernichtet werden und ein paar Jahre Schamfrist müssen wohl auch noch vergehen.
Niemand auf der ganzen Welt ist den deutschen Vorreitern gefolgt
Wie ich darauf komme? Erstens: Politiker haben kein Problem, ihre Ansichten um 180° zu ändern, wenn es ihnen opportun und nützlich für die Macht erscheint. Am 27. Mai 1998 sagte Merkel als damalige Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit dem deutschen Bundestag: „Meine Damen und Herren, ich habe immer deutlich gemacht und werde dies auch weiter deutlich machen, dass ich die friedliche Nutzung der Kernenergie für verantwortbar halte – gerade und insbesondere in Deutschland.“ Ein gutes Jahrzehnt später, nach dem Tsunami mit dem folgenden Reaktorunglück in Fukushima und den bevorstehenden Wahlen in Baden Württemberg änderte sie bekanntlich ihre Meinung und legte per Telefonanruf ach Kernkraftwerke sofort still, um danach den endgültigen Ausstieg aus der Kernenergie zu zementieren.
Merkel nutzte für die Begründung ihrer Atom-Wende eine von ihr handverlesene Ethikkommission, in der allerhand Volk vertreten war, nur keine Fachleute. Jetzt will es keiner gewesen sein. Leider sind inzwischen fast alle Kernkraftwerke Deutschlands abgeschaltet und nach 2022 ist Schluss.
Zweitens: Es lässt sich immer weniger kaschieren, dass die Energiewende krachend gescheitert ist. Niemand auf der ganzen Welt ist den deutschen Vorreitern gefolgt, nicht einmal die Japaner. Deutschland als energetisches Beispiel, wie man es nicht machen soll. Die Kosten dieser Fehlentscheidung explodieren immer weiter, kein Ende in Sicht. Die Energieversorgung verkommt zum Glücksspiel, keiner der medial gehypten dummsinnigen Energiewenderettungsringe funktioniert. (hier) (hier) (hier) und der blödsinnigste (hier).
Jetzt fabulieren grüne Bundestagsabgeordnete, dass man ja Grundlast gar nicht braucht. „Die Zukunft der Energieversorgung wird angebotsorientiert sein“, sagt Frau Silvia Kotting-Uhl im hohen Hause des Bundestags – und der ganze Saal bricht nicht in ein homerisches Gelächter aus. Frau Kotting-Uhl ist ihres Zeichens Germanistin und Kunstgeschichtlerin, was sie zur Vorsitzenden des wichtigen Umweltausschusses qualifiziert. Für sie ist Grundlast etwas Gestriges und wird nicht gebraucht. So wie im Mittelalter die Windmüller nur mahlen konnten, wenn der Wind wehte, so soll wohl nach ihrer Vorstellung Energie „angebotsorientiert“ für die Industrie zur Verfügung gestellt werden. Und der Bundeswirtschaftsminister Altmaier bastelt schon mal an einem entsprechenden Gesetz für den kommenden Stromsozialismus.
Doch die Wähler werden wohl irgendwann einmal unfroh reagieren, wenn es bei Flaute oder Dunkelheit regelmäßig zur Stromrationierung oder gar zum Blackout kommt. Der Umfragewind dreht sich, je mehr die Bürger mit den realen Folgen der Energiewende leben müssen. Daher will die Regierung die enormen Kosten des Energiewende-Unfugs mit dem massiven Einsatz von Steuermitteln kaschieren – für die Stromkunden und Steuerzahler heißt das: rechte Tasche, linke Tasche. Steuerzahler sind nämlich in der Regel auch Stromkunden.
Die Sprengung der rotgrünen Kernenergiegegnerschaft wird aus dem Inneren der grünen Bewegung kommen. So wie die Grünen heute die Gefahren der Kernenergie aufbauschen, werden sie übermorgen die Vorteile der Kernreaktoren der Vierten Generation preisen. So vehement, wie sie heute gegen Kernenergie sind, so vehement werden sie morgen dafür sein. Was stört einen Politiker schon ihr Geschwätz von gestern? Zumal, wenn er wohlversorgt seine Pension genießt.
Beitragsbild: Paula Schramm Flickr CC BY-SA 2.0 via Wikimedia

Ich hoffe, dass dieser Blackout mal ganz schnell kommt. Bis jetzt interessiert es die meisten Deutschen nicht, dass rund um sie die Energieträger grünisiert werden sollen. Das beste Beispiel sind doch die Wähler von SA. SA hat großen Anteil an der Braunkohleverstromung und will alles abschalten. Und die blöden Wähler, wählen wieder die Partei im großen Stil, die ihnen die Arbeitslosigkeit und Armut bringt. Das muss man nicht verstehen. Eine konservative Wende wird es in SA nicht geben! Aber sollen sie doch in Armut dahin vegetieren. Die Wähler wollten es so, haben keinen Widerstand geleistet.
Beim Entrümpeln von Oma Wohnung habe ich ein Buch von 1979 gefunden: „Kampf ums Überleben – Vom Menschenrecht auf Energie“. Das erste Kapitel spricht von „den Gefahren durch zunehmende geistige Verwirrung und rückwärtsgewandte Utopien“! Drei Jahre später traten die Grünen auf den Plan. Muss ich mehr sagen?
Deutschland durchlebt nach dem Mittelalter, was als Finster galt, die Phase der Dichter und Denker, zum mitführenden Industrieland, nun zum Land der Dummen und Deppen. Was früher als Finster galt, ist morgen Dunkelheit ohne Strom, Wohlstand und Zukunft.
Das wird mittels Einsicht wohl kaum funktionieren. Die Grünen sind Ideologen, die hacken sich lieber den Arm ab, als ihrem Glauben abzuschwören. Da hilft nur eins: deren Gier. Besonders die in Positionen und Ämtern werden pausenlos von Lobbyisten umschmeichelt. Da liegt, insbesondere in Anbetracht des Verhaltens bei der aktuellen „Impf“-Kampagne mit gentechnischen (!) Substanzen, der Gedanke an Korruption sehr nah. Nur über Anreize wird auch eine Kernenergie-Wende laufen. Sobald die gängigen Oligarchen (Musk, Gates, Bezos & Co.) in diese Technologie einsteigen, dreht sich der Wind bei den Grünen. Es ist widerwärtig, aber leider Realität.
German Angst … es scheint mir ein irreparabler Gen-Defekt zu sein. Nach inzwischen über 40 Jahren Zwangsberieselung ist die Angst vor der Atomkraft ins deutsche Erbgut integriert, eine Vorwegnahme der Gen-Schere mit anderen Mitteln. Sachlich und fachlich ist alles richtig, was Herr Haferburg im Artikel schreibt. Auch die 180°-Wenden (gern auch mehrfach) kann man erwarten. Ob es allerdings früh genug so kommt, darf man in Frage stellen. Der Zug ist jetzt schon abgefahren, Deutschland wird sich aus eigener Kraft nicht aus dem Sumpf befreien können. Wer auch immer zu Hilfe eilen mag, wird Ansprüche stellen, die heute unvorstellbar sind. Womit sollte ein abgewirtschaftetes Land noch bezahlen? Die dann in Deutschland „Lebenden“ (oder diesen Landstrich „Bevölkernden“) werden ihr letztes Hemd dafür hergeben müssen, ihren Grundbesitz, ihre Häuser, ihre staatliche Souveränität. Ihre Identität haben sie jetzt schon verloren.
Die Germanen hatten stets Angst, das Ihnen der Mond auf den Kopf fällt.
Die Grünlinge halt vor Kernkraftwerken und Reaktoren. Ich selbst nicht,
habe aber panische Angst vor Reichsbürgern, weil mir pausenlos einsuggeriert
wird, hinter den nächsten Strauch könnte Einer auf mich lauern. ;o)) Hat sich
gelegt, weil beim Nachschauen war da nie Jemand. Diese Art von Angst ist
keinesfalls genetisch bedingt, sondern wird uns seit langer Zeit von den grünen
Berufs-Influenzern eingeflüstert. Das persönliche Solar-Modul auf der Jacke und der
individuelle Propeller auf der Mütze wird halt nicht die Lösung sein. Das
Dual-Fluid Systen wird kommen, nur so ist eine halbwegs saubere Umwelt machbar.
Sehr geehrter Herr Haferburg,
ich hoffe, dass ich diese Wende noch zu Lebzeiten erlebe. Ich habe allerdings meine Zweifel, das Wort „Atomkraft“ sch fast so schlimm wie „alte, weiße Männer“ ist.
MfG
Nico Schmidt