In den 90er Jahren war das demonstrative Gebet in der Öffentlichkeit noch eine Seltenheit. Heute ist das „Showbeten“ zur politischen Machtdemonstration in unseren Städten geworden. Eine persönliche Begegnung mit dem späteren türkischen Finanzminister Kemal Unakıtan zeigt: Was als religiöse Geste getarnt ist, war schon immer ein Test, wie weit man die Deutschen biegen kann.
Der politische Islam liebt die große Bühne, und sein liebstes Requisit ist der Gebetsteppich. Heute erleben wir das in unseren Fußgängerzonen als lautstarke Machtdemonstration, aber ich durfte die Beta-Version schon in den 90er Jahren in Bonn bewundern. Mein damaliger Proband: Kein Geringerer als Kemal Unakıtan, der spätere AKP-Finanzminister, damals noch Vorstand der Bank AlBaraka Türk.
Ich beriet damals ein Textilunternehmen in Bonn, an dem Unakıtan und seine Partner aus der Türkei beteiligt waren. Was ich schnell lernte: Nach jeder – wirklich jeder – unternehmerischen Entscheidung, die wir gemeinsam trafen, hieß es von seiner Seite: „Kommt, lasst uns beten.“ Nun bin ich jemand, der grundsätzlich keine Sprachen auswendig lernt, die er nicht versteht. Und da der Koran nun mal auf Arabisch verfasst ist, blieb ich draußen. Das sorgte für eine charmante Zweiklassengesellschaft im Betrieb: Während die deutschen Mitarbeiter, die ich ebenfalls betreute, brav weiterarbeiten mussten, gönnte sich die gläubige Fraktion eine spirituelle Auszeit. Beten als privilegierte Pause vom Arbeiten – ein frühes Erfolgsmodell der Extrawurst.
Die Kapitulation auf dem Standstreifen
Der Höhepunkt der Realsatire folgte am Tag seiner Abreise. Unakıtan fragte mich, ob ich ihn zum Flughafen Köln-Bonn fahren könnte. Zwanzig Minuten Fahrt. Ich hatte keine Zeit und fragte meine Assistentin Claudia, ob sie das übernehmen könne. Sie sagte zu – bis sie hörte, dass Unakıtan darauf bestand, dass sie während der Fahrt ein Kopftuch tragen sollte. Das lehnte sie dankenswerterweise ab. Es war reines Machtgeplänkel, ein Test, wie weit man die westliche Frau verbiegen kann, als ob er sonst nie einer Frau ohne Kopftuch begegnet wäre. Wir wurden uns schließlich handelseinig: Claudia fuhr – ohne Kopftuch, dafür mit einer Geschichte im Gepäck, die man nicht erfinden kann.
Man muss sich das Bild für die Götter vorstellen: Beide etwa 1,55 Meter groß. Claudia, klug und blond, konnte im 500er Mercedes gerade so über das Lenkrad linsen. Unakıtan saß hinten und war praktisch unsichtbar. Ich schlug hinter ihm die Tür zu und war mir sicher, dass er drin war.
Zehn Minuten später, auf halber Strecke, passierte es: Unakıtan ließ den Wagen stoppen. Mitten auf der Standspur der Autobahn. Er stieg aus, holte seinen Teppich aus dem Kofferraum und zelebrierte eine Runde Showbeten 1.0 zwischen Leitplanke und vorbeirasenden Lastern. Claudia erzählte mir später, sie sei so tief in die Ledersitze gerutscht, dass sie fast verschwand – aus purer Scham, dass jemand sie beim Vorbeifahren mit diesem bizarren Schauspiel auf der Standspur in Verbindung bringt.
Religion als Machtgeste
Das Absurde daran: Wer auf Reisen ist, muss im Islam gar nicht beten. Man kann es nachholen oder kürzen. Aber darum ging es nicht. Es war eine reine Machtgeste: „Schaut her, ich lebe meine Religion vor euren Augen aus, egal wie unpassend der Ort ist!“ Deutschland war damals noch mehrheitlich christlich (Achtung: Ironie), und man schaute diesem Treiben mit einer Mischung aus Naivität und falscher Toleranz zu.
2003 bis 2009 wurde Unakıtan Finanzminister unter der Erdogan-Partei AKP. Dass er zuvor wegen Betruges verurteilt worden war, störte niemanden; das Urteil wurde praktischerweise nie vollstreckt. In der Welt des politischen Islams sind Gesetze für die „Ungläubigen“ da, während die eigenen Leute den Staat legal ausnehmen dürfen – gedeckt von einer Justiz, die fest in AKP-Hand ist. Er hatte dem Staat mal eben ein paar hundert Millionen Dollar durch überhöhte Exportrechnungen abgeluchst. Ein Kavaliersdelikt, wenn man danach das Land mit der AKP-Führung legal plündern darf.
Deutsch durch und durch
Dieses Showbeten ist heute von der Autobahn in unsere Stadtzentren gewandert. Es ist der einfachste Weg, ganz Europa zu sagen: „Wir sind da, ihr seid die Ungläubigen, und gegen uns gibt es kein Ankommen.“ Und was macht unsere Politik? Sie lässt es laufen. Während die ersten Gastarbeiter noch darauf achteten, nicht unangenehm aufzufallen und stolz darauf waren, pünktlich bezahlt zu werden und nicht vom Arbeitsamt zu leben, erleben wir heute eine Migration, die fordert statt liefert.
Wir stoppen die Zuwanderung nicht, wir verwalten nur den Niedergang. Die Regierenden rühmen sich damit, dass die Zahlen „rückläufig“ seien – während immer noch über 100.000 pro Jahr kommen. Wir investieren Milliarden in die Sicherheit bei Veranstaltungen, um uns vor genau denen zu schützen, die wir gleichzeitig hofieren. Wir lassen unsere eigenen Feste ausfallen, feiern aber den Ramadan in einer Intensität, die man in manchen islamischen Ländern vergeblich sucht.
Wir müssen uns endlich klarwerden: Wir waren zuerst hier. Integration ist keine Bringschuld des Gastgebers, sondern eine Holschuld des Gastes. Wer später kommt, hat sich so einzufügen, dass er nicht auffällt. Und lassen Sie sich von meinem Namen nicht täuschen: Ich bin ein Deutscher durch und durch. Vielleicht sehe ich die Dinge gerade deshalb so scharf, weil ich beide Welten kenne. Ich brauche kein Showbeten auf der Autobahn, um zu wissen, wo ich hingehöre. Ich stehe zu diesem Land, zu seinen Werten und zu seiner Ordnung – und genau deshalb schmerzt es mich, zu sehen, wie wir uns vor denen verneigen, die unsere Gastfreundschaft als Schwäche missverstehen.
Möge Herr Unakıtan in Frieden ruhen. Er war ein lustiger Typ, trotz allem. Aber sein Erbe, dieses demonstrative „Wir gegen Euch“, ist heute bitterer Ernst. Wie wäre es mit einer Art Show-Regieren von unserer Seite, damit wir, das Volk, wenigstens für einen Moment zufrieden sind?

Richtig, das ist eine Machtdemonstration. Ein Volltreffer von Artikel, dem nichts hinzuzufügen ist. Außer, dass ich ihnen endlich mal eine Tasse Kaffee ausgeben muss, Herr Dener. :-)
Meinen ersten bewussten Kontakt mit einem türkischen Gastarbeiter hatte vor ungefähr 50 Jahren. Er war beim Ausparken mit seinem Auto gegen einen Lichtmast gefahren. Delle im Auto. Er zitterte buchstäblich vor Angst und stammelte immer wieder: „Polizei holen!“ Nicht wegen der Delle im Auto. Aber am Lichtmast war ein kleiner Kratzer, Farbe von seinem Auto. Die Deutschen, die um ihn herumstanden lachten und sagten ihm, er solle weiterfahren. Er stammelte etwas von Abschiebung und war nicht zu beruhigen. Ob dann die Polizei kam, weiß ich nicht mehr.
Die Linken predigen immer man dürfe nicht alle Muslime in einen Topf werfen.
Tut eh keiner, aber schön, differenzieren wir. Befragen wir das Pew Research Center, die weltweit Meinungsumfragen erstellt.
Dann wissen wir ganz genau wie viel % einer muslimischen Population welche religiösen, politischen, privaten Meinungen vertritt.
Wie viel % der Population eines islamischen Landes mit unserer europäischer Lebensweise kompatibel ist.
Wenn sich z.B. 50% einer Population für die Scharia und gegen die Demokratie aussprechen, dann wissen wir, dass beispielsweise, wenn wir 2 Millionen aus dieser Population bestellen, dann 1 Million Demokratiefeinde geliefert bekommen.
Bei 10 Millionen mit einer Faschistenquote von 50% sind es 5 Millionen Faschisten.
In dem Fall ist auch erwiesen, die antifaschistische Linke kollaboriert mit dem Faschismus. Sie winkt ganze faschistische Armeen ins Land.
Aber der Bundespräsident beruhigt: „Der Faschismus gehört zu Deutschland!“
Herrn T@terk@, auch den Schnupperkurs mit Hunden…
Solch ein Artikel aus Ihrer Feder, muß mich schon sehr wundern, Herr Dener. Ich halte Ihnen entgegen, es gibt weder einen politischen Islam, noch Islamismus, noch einen radikalen, noch einen gewaltbereiten, noch einen friedfertigen Islam. Es gibt nur den Islam. Und anders als unsere Bundesjunta sehe ich den Islam für uns, als Deutsche, als nicht kompatibel an. Das ist auch kein Islam-Haß, sondern Anti-Germanischer Rassismus der Bundesjunta. Wenn Rußland & China mit dem Islam paktieren, hat das wohl damit zu tun, daß beide Staaten davon ausgehen, keine Souveränitäts-Probleme mit dem Islam zu bekommen. Für uns, als Deutsche, gilt diese Perspektive nicht. Wir sind das Ziel der Islamischen Eroberung, die 622 nach 0. in Medina begann.
Islam oder politischer Islam?
Gibt es einen unpolitischen Sozialismus, einen unpolitischen Faschismus, eine humane Scharia, einen friedlichen Krieg?
Wenn es einen unpolitischen Islam neben dem politischen Islam gibt, lassen sie sich auseinander dividieren?
Können politischer & unpolitischer Islam überhaupt unabhängig voneinander existieren? Lassen sie sich voneinander trennen?
Können Muslime in politische & unpolitische sortiert werden?
Können die politischen einfach in ihre Heimatländer abgeschoben werden?
Würde das die unpolitischen nicht politisieren und radikalisieren?
Der Islam mag zwar keine durch und durch homogene Gruppe sein, aber lässt er sich in seine „guten“ und „schlechten“ Bestandteile trennen?
Gibt es „den Islam“ nicht immer nur im Doppelpack? „der Islam“ bestehend aus politischen & unpolitischen Muslimen.
Wenn man 100 Muslime bestellt, dann sind davon so und so viel % politisch und so und so viel % unpolitisch.
Auf so und so viel „nette“ Muslime kommen so uns so viel % Extremisten.
Die Prozentzahlen lassen sich eruieren. Sie werden laufend ermittelt: Pew Research Center (Pew)
Es lässt sich statistisch ermitteln, wie viel % einer muslimischen Population je nach Herkunft in Europa nicht integrierbar sind.
Es lässt sich z.B. leicht errechnen, wie viel % Terroristen auf eine Gruppe von 100000 Syrer, Palästinenser, Afghanen kommen.
Times they are changing. # Meinen ersten Kontakt mit Türken hatte ich Anfang der 1970er Jahre. Zu der Zeit arbeitete ich bei einem Ford-Händler. Häufiger verkauften wir 17 und 20 m an Türken. Ich begleitete den Verkäufer bei der Auslieferung. Damit er wieder ohne Auto zurück in die Firma kam. Dabei lernte ich mehrfach die türkische Gastfreundschaft kennen. Die Frau kochte den Kaffee, saß aber mit am Tisch und freute sich mit ihrem Mann über das neu erworbene Schmuckstück. Einmal lag ich gemeinsam mit einem Türken, das muß so 1975 gewesen sein, im Krankenhaus. Wir trafen uns regelmäßig im Raucherraum. Ja, den gab es damals noch in Krankenhäusern. Ich war der einzige, der sich mit ihm unterhielt. Und ihn mit „Herr“ und „Sie“ ansprach. Alle Anderen duzten ihn. Ich sprach auch in ganzen Sätzen mit ihm. Auch wenn er selbst nur „radebrechte“. Er erzählte mir, wie sehr er seine Familie vermisse und wie einsam das Leben in Deutschland für ihn sei. Ich wurde vor ihm „entlassen“. Als ich mich von ihm verabschiedete, gab er mir seine Adresse und Telefonnummer in der Türkei. Ich solle ihn besuchen. Vorher anrufen, er würde mich an der Grenze abholen und zu seinem Heim lotsen. Ich bin dem Angebot nie gefolgt. Aber diese Leute prägten meine Einstellung zu Türken. Mit ihrem dunklen Teint und ihren Schnauzbärten. Und trotzdem uns so ähnlich. # Irgendwann fielen „wir Deutschen“ ins Wachkoma und „die Türken“, also alle Moslems, wurden von Khomeini wachgeküßt. Times they are changing.