US-Gesandte und iranische Diplomaten hatten sich mehrfach in Maskat, Oman, und Genf, Schweiz, getroffen, um eine Vereinbarung über das Atomprogramm des Irans auszuhandeln. Einige iranische Beamte behaupteten sogar, es habe Fortschritte gegeben.
Das Weiße Haus war jedoch skeptisch. Das Drehbuch der Islamischen Republik bestand schon immer darin, auf Zeit zu spielen. Selbst wenn sie zustimmen, betrachtet die iranische Führung jede Übereinkunft als vorläufig – nicht mit dem Ziel einer endgültigen Lösung, sondern lediglich, um die Möglichkeit von Vergeltungsmaßnahmen hinauszuzögern, bis Trump das Weiße Haus verlassen hätte.
Es ist zweifelhaft, dass der Oberste Führer Ali Khamenei jemals aufrichtig zustimmen würde, das Atomprogramm zu beenden – aus einem einfachen Grund: Kein iranischer Funktionär war enger persönlich damit verbunden als Khamenei. Er war Präsident der Islamischen Republik, als Teheran das Programm vor dem Hintergrund des Iran-Irak-Krieges von 1980–88 wieder aufnahm und leitete ihm noch größere Ressourcen zu, nachdem er 1989 Oberster Führer geworden war.
Schätzungen zufolge hat der Iran aufgrund von Sanktionen sowie verlorener Investitionen und Entwicklungspotenziale infolge seiner nuklearen Bestrebungen bis zu eine Billion US-Dollar eingebüßt. Khamenei mag sich nicht darum kümmern, was gewöhnliche Iraner denken, aber er kümmert sich um seine Anhängerschaft. Er hatte sich so tief in das nukleare Projekt verstrickt, dass er es nicht aufgeben konnte, ohne erklären zu müssen, wofür so große Opfer gebracht worden waren.
Freifahrtschein für chinesische und russische Schiffe
Dennoch erklärt die Frustration der USA und Israels über die iranische Verzögerungstaktik möglicherweise nicht den Zeitpunkt des Konflikts. Im April und Oktober 2024 zerstörte Israel einen Großteil der iranischen Luftabwehr. Die Bemühungen der Islamischen Republik, ihre Flugabwehrkapazitäten wiederherzustellen, bestimmten den Zeitpunkt des 12-tägigen Krieges im Juni 2025.
Während Trump erklärte, militärisches Handeln sei notwendig gewesen, um einer unmittelbaren Bedrohung zu begegnen, stellt sich die Frage: Warum jetzt? Die Antwort liegt möglicherweise nicht in Washington oder Jerusalem, sondern vielmehr in Moskau und Peking. Sowohl Russland als auch China kümmerten sich wenig um die Bedrohung, die die Islamische Republik für den Nahen Osten darstellte.
Beide hatten de facto einen Freifahrtschein bei iranischen Angriffen auf ihre Schifffahrt erhalten. Europäische Beamte mit Kenntnissen der Schifffahrtsbranche sagten, dass Versicherungsunternehmen üblicherweise eine Prämie von 0,3 Prozent des Warenwerts berechneten. Chinesische und russische Schiffe zahlten weiterhin diesen Satz, während US-amerikanische, griechische und zyprische Schiffe mehr als das Dreifache zahlen mussten, da die Huthi sie auf Geheiß des Irans ins Visier nahmen.
Europäische Staats- und Regierungschefs bestehen darauf, dass es mehr Zeit für Diplomatie gegeben haben könnte. Tatsächlich mag es diese Zeit einmal gegeben haben. Doch der chinesische Präsident Xi Jinping stellte – absichtlich oder nicht – sicher, dass es sie nicht mehr geben würde.
Schloss Präsident Xi Jinping das Zeitfenster?
Während Russland mit Tschetschenien, Dagestan und Tatarstan ein eigenes potenzielles islamistisches Problem hat – Regionen mit einer Geburtenrate, die die der ethnischen Russen deutlich übersteigt –, betrachtet der Kreml dies als ausschließlich sunnitisches Problem. Durch die Unterstützung des Irans und der Hisbollah glaubt der Kreml, seine Gegner behindern zu können, ohne selbst Rückwirkungen zu erleiden. Deshalb lieferte Russland noch in diesem Monat Flugabwehrraketen nach Teheran.
China jedoch könnte zu weit gegangen sein, da Berichten zufolge Peking sogenannte Flugzeugträger-Killer-Raketen an den Iran lieferte. Diese Raketen würden dem Iran keine unmittelbare Einsatzfähigkeit verschaffen – es würde einige Zeit dauern, sie zu installieren und das Korps der Islamischen Revolutionsgarden im Umgang mit ihnen zu schulen. Dennoch würde ihre Lieferung eine tickende Uhr in Gang setzen und das diplomatische Zeitfenster erheblich verkleinern.
Viele von Trumps Kritikern in den Vereinigten Staaten betreiben Selbstgeißelung und geben zunächst Amerika die Schuld. Europäische Führungspersönlichkeiten bestehen darauf, es hätte mehr Zeit für Diplomatie gegeben. Tatsächlich mag es diese Zeit einmal gegeben haben. Doch der chinesische Präsident Xi Jinping stellte – absichtlich oder nicht – sicher, dass es sie nicht mehr geben würde.
Dieser Beitrag erschien zuerst im Middle East Forum.
Michael Rubin ist Direktor für politische Analysen beim Middle East Forum und Senior Fellow am American Enterprise Institute.
Schamlos bei Wikipedia geklaut:
„Nach Angaben von BP waren 2017 die fünf Länder mit den größten Ölreserven:
– Venezuela (47,0 Mrd. t)
– Saudi-Arabien (36,6 Mrd. t)
– Kanada (27,6 Mrd. t)
– Iran (21,8 Mrd. t)
– Irak (20,6 Mrd. t)“
Hinter Irak und Venezuela darf je ein Häkchen gesetzt werden. Hinter Iran nun auch. MBS lächelt gequält.
Und Kanada liegt geografisch just genau zwischen USA und Grönland, so’n Pech aber auch!
Man sollte (vor Allem den Medien ) nicht jeden Müll glauben ! Die AMI`s haben jetzt endlich einen Grund „ konstruiert “ um wieder ein Land zu überfallen und anzugreifen … endlich ! Früher war es Saddam Hussein, jetzt ist es halt Ali Chamenei ! Nur mit dem Unterschied, das der Iran nicht der Irak ist, den kann man nicht einfach überrennen, das wird viel schwieriger ! Man wird diesesmal amerikanische BodenTruppen brauchen, da die muslimischen Nachbarn da kaum mitmachen werden. Jedenfalls, die Waffenproduktion in China und NordKorea wird ab sofort auf Hochtouren laufen … könnte also länger dauern :o((
„Es existieren mehrfach dokumentierte Aussagen von Wesley Clark, ehemaligem NATO-Oberbefehlshaber, die von einem Plan sprechen, sieben Länder in fünf Jahren anzugreifen und deren Regierungen zu stürzen. Dieser Plan, wie Clark im Jahr 2007 berichtete, soll bereits 2001 im Pentagon verfasst worden sein und folgende Länder umfassen: Irak, Syrien, Libanon, Libyen, Somalia, Sudan und Iran.“
Weiss gar nicht warum alle so überrascht sind? Ist doch alles seit langem bekannt. Und die Gründe werden diesmal genauso war sein wie in der Vergangenheit.
Man sollte ohnehin skeptisch sein, was einem da so alles erzählt wird.
Proteste im Iran, zehntausende Tote, ein Regime, das die Mehrheit im Land brutal unterdrückt. Ist das so ? – und warum interessiert so etwas in anderen Fällen niemand ?
Bedrohung für die Region und speziell für Israel ? Vielleicht… wie stark denn? So hieß es etwa bei der Hisbollah, eine Phantasmilliarde Rakete, viele ganz modern, aus modernsten Bunkern mit nordkoreanischer Hilfe, zehntausende fanatische Kämpfer, ähnlich die Hamas, Elitetruppen in ausgeklügelten Tunneln und ein Hammer-Raketenarsenal. Ein paar einseitige Bitzkriege später der nächste extrem bedrohliche Feind: Iran, das Ur-Böse. Konnte zwar schon mehrfach nichts dagegen tun, heftig bombardiert zu werden, aber jetzt schließt sich ein Zeitfenster, aha. Früher der Irak: weiß ja hoffentlich noch jeder (Massenvernichtungswaffen, der gute alte Dauerbrenner)
Ich weiß nicht, wie es wirklich ist, aber alles glauben werde ich sicher nicht.
Zum Glück sind wir (aktuell) nicht im Fadenkreuz derer, die ohne Begrenzung Bedrohungen erfinden oder überzeichnen und „präventiv“ ungestraft jeden Krieg führen dürfen, den sie wollen.
„Daniel Oehler / 01.03.2026
Kann es sein, dass der Iran für China und Russland jetzt als Proxi dient? So wie die Ukraine für USA und NATO? Stellvertreterkriege, um sich ohne Atomwaffen-Einsatz zu bekämpfen?“ – Und die Amerikaner sind jetzt gezwunden, für ihre Freunde und die Weltwirtschaft, unter iranischem Beschuß die Straße von Hormuz freizuhalten, während Rußland und China den Iran aufrüsten. Aber, sie haben es sich so ausgesucht.
@B.Siegel – Schwebt Ihnen so etwas vor ?
„Die Antifa ist Deutschlands letzte Verteidigungslinie gegen den Rechtsruck. Wenn alte Leute meinen sich aufs hohe Ross setzen und provozieren zu müssen kann es halt mal passieren dass die junge Generation deutlich wird.“ Ein Kommentar bei Apollo news zu einem Artikel wo ueber 2 junge Männer berichtet wird die einen 70jährigen an einem AFD-Stand zusammen geschlagen haben. Wenn ich ausserdem den Nachwuchs bei den Parteien Linke/Gruene und SPD betrachte dann kann ich nur sagen; Gnade unsGott wenn diese Personen einmal an die Macht kommen sollten.
Was für ein Irrsinn! Ja, das Zeitfenster, wo Gegner der USA und Israels durch Einsatz westlicher Informationstechnoligie – Google Microsoft Apple Palantir Amazon Facebook Erricson Cisco you name them – komplett ausspioniert sind, kann nicht mehr lange andauern. Nordkorea hat das beispielsweise verstanden. Weiterhin wird niemand, den die USA/Israel zum Gegner erklären, noch US-Flotten in seiner Nähe dulden. Die Technologie, welche diese Ungeheuer aus der Ära der Stahlkolosse obsolet macht, gibt es schon.
Was folgt, ist zum einen das Ende des Internets. Auch bei Merzens Forderung nach Klarnamen geht es letztlich um ebendies. Man informiere sich hierzu in Nordkorea, wo diese Konzepte konsequent zu Ende gedacht wurden.
Zum zweiten ist die logische Politik der USA, die im Zeitalter autonomer Raketensysteme nicht vom Großmachtgehabe lassen können, die Drohung der nuklearen Vernichtung im Falle des ernsthaften Angriffs auf seine Flotten.
Drittens bleibt, sofern der Iran nun fällt, nur noch Russland als verlässlicher Öllieferant Chinas. Unsere westeuropäischen Führer können sich also auf chinesische Militärtechnologie an der Ostfront einstellen, sofern sie Russland ernsthaft in Bedrängnis bringen. Und zwar in besserer Qualität und größerer Stückzahl, als alles, was sie selbst produzieren könnten.
Viertens wird es im Falle eines Kriegsausbruchs keinerlei Hemmungen mehr geben, direkt die Hauptquartiere der jeweiligen Regierungen zu vernichten. In der Logik des kalten Krieges erhöht dies die Gefahr von Erstschlägen, insbesondere auch nuklearen, erheblich.
Aber alles Sonnenschein, Hauptsache es gibt wieder Jubelschlagzeilen.