Antje Sievers / 22.02.2017 / 10:00 / 2 / Seite ausdrucken

Ich habs euch gesagt: Pleite mit Verpflichtungserklärung

Von Antje Sievers. Im April letzten Jahres schrieb ich auf der Achse den Beitrag „Eine wunderbare Methode, Haus und Hof zu verpfänden". Darin warnte ich allzu leichtsinnige Menschen eindringlich davor, sogenannte „Bürgschaften“ für Flüchtlinge zu übernehmen, weil die Risiken vollkommen unkalkulierbar sind: „Juristen raten in der Regel eindringlich davon ab, eine Verpflichtungserklärung zu unterschreiben. Denn das eingegangene Risiko ist schlicht unkalkulierbar. Hat man einmal eine Verpflichtungserklärung unterschrieben, ist diese praktisch unwiderruflich.“ Leider haben eine ganze Menge Leute nicht auf mich gehört. Oder die Achse nicht gelesen. Und jetzt ist das Entsetzen entsprechend groß. DIE WELT berichtet: „Sie wollten nur etwas Gutes tun und unterzeichneten 'Patenschaften' für syrische Familien. Dann änderte sich die Rechtslage. Und jetzt fordern die Behörden zum Teil hohe fünfstellige Beträge ein.“



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Leserpost

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Rudi Knoth / 22.02.2017

Wie heisst es so schön:“Den Bürgen soll man würgen”.

Gernot Radtke / 22.02.2017

Man mag die Paten nicht mal bedauern. Bürgschaften sind eine heikle Sache. Wenn überhaupt, sollte man sie nur für Menschen übernehmen, die man sehr gut kennt. Selbst dort ist alle Vorsicht geboten. Sie auf ein bloß zufälliges und unwesentliches Merkmal, die Nationalität, hin zu übernehmen (‘ein Syrer muß es sein’), ist ziemlich dumm. Vielleicht ist die Moral aus der Geschicht’ aber doch eine gute: 1. Tugend ohne Verstand kann sehr teuer werden; 2. Dummheit ist kein Haftungsausschluß; 3. Haftung wird verursachungsgerecht zugewiesen; 4. Tugend beweist sich erst in Verzicht und Entsagung und ist dann auch ihr Geld wert; 5. Im tugendhaften Staat ist das Kollektiv für das Gute zuständig, nicht mehr das Individuum. – Bloß kein Gejammere jetzt!

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