Volker Seitz / 28.06.2018 / 17:00 / Foto: Tinoelf / 7 / Seite ausdrucken

Warnung vor dem falschen Paradies

Während westliche Kirchenvertreter kaum genug Einwanderung haben können, noch mehr Einwanderung verlangen und Andersdenkenden, auch in der Kirche, quasi ihr Christsein absprechen, kommt von den afrikanischen Kirchenvertretern eine völlig gegenteilige Botschaft. Afrikas Bischöfe sind gegen die Auswanderung ihrer Landsleute. Sie predigen gegen ein solches „Abenteuer“ und warnen vor einem „falschen Paradies“, das ihnen versprochen wird. Sie sehen in der Auswanderung die große Gefahr, dass die afrikanischen Staaten ihr wichtigstes Kapital verlieren: ihre Jugend.

Verschwiegen wird in Europa, was afrikanische Kirchenvertreter sagen, wie Kardinal Peter Turkson aus Ghana, Präfekt des von Franziskus 2016 errichteten Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen. Turkson war zuvor seit 2009 Vorsitzender des Päpstlichen Rats für Gerechtigkeit und Frieden. Er sagt: 

„Die Politiker der offenen Türen haben einen Geist geweckt, den sie nicht mehr loswerden“. Inzwischen müssten sich Politiker, wie in Italien und Österreich, mit Altlasten ihrer Vorgänger herumquälen.“ 

Bei einer Entwicklungshilfetagung im ligurischen Albenga trat Kardinal Turkson Versuchen entgegen, die christliche Botschaft politischen Richtungen dienstbar zu machen. Afrikas Bischöfe fordern vom Westen, wenn schon, Hilfe vor Ort, aber nicht Bevölkerungsverschiebungen. Peter Kodwo Appiah Kardinal Turkson warnt schon seit Jahren vor den negativen Folgen einer zu starken Einwanderung in Länder mit einer demographischen Abwärtsentwicklung: 

„Wo es mehr Gäste als Kinder gibt, kommt es immer zu starken Spannungen. Asyl kann dann gewährt werden, wenn die einheimische demographische Entwicklung gesichert ist. Wenn die Geburten zurückgehen, wird die einheimische Bevölkerung von Einwanderern in Sorge versetzt. Die Nationalismen entstehen gerade wegen der Sorge der einheimischen Bevölkerung eines Landes, durch die Einwanderung einer neuen Bevölkerung geschluckt zu werden.“ 

Volker Seitz war von 1965 bis 2008 in verschiedenen Funktionen für das deutsche Auswärtige Amt tätig, zuletzt als Botschafter in Kamerun, der Zentralafrikanischen Republik und Äquatorialguinea mit Sitz in Jaunde. Er gehört zum Initiativ-Kreis des Bonner Aufrufs zur Reform der Entwicklungshilfe und ist Autor des Buches „Afrika wird armregiert“. Das Buch ist beim Verlag vergriffen. Die aktualisierte und erweiterte Taschenbuchausgabe wird im September 2018 bei dtv erscheinen. Volker Seitz publiziert regelmäßig zum Thema Entwicklungszusammenarbeit mit Afrika und hält Vorträge.

Foto: Tinoelf via Wikimedia

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Leserpost (7)
Wiebke Lenz / 28.06.2018

Als deutsche ev. Christin danke ich Kardinal Turkson auf das Herzlichste. Er ist dichter am realen Leben als meine “Kirchenführer”, die das Kreuz verstecken. Nichts mit “ihr seid das Salz der Erde” oder “ihr seid das Licht der Welt”. Es wird hier nach meinem Dafürhalten nur am Konstruktionstisch gesessen und theoretisch ausgeklügelt, wie etwas auszusehen hätte. Nicht, wie dies erreicht werden kann und ob es realistisch ist. Und ob die Bibel tatsächlich reflektiert wird - so ganz sicher bin ich mir da nicht. Auch wenn ich es schon - zugegebener Maßen - zu oft schrieb, werde ich trotz allem nicht müde, es zu wiederholen: Der Herr hat dem Menschen neben Seele und Herz auch Ratio gegeben. Ich für mein Teil gedenke nicht, das Geschenk durch Nichtnutzung zu missachten.

J.P.Neumann / 28.06.2018

Die europäische evangelische Kirche hat längst ihr Geschäftsmodell geändert.  Sie macht jetzt in Klima, Umweltschutz, Flüchtlingsindustrie usw.  Gott ist nur Markenidentifikator, so wie das M von McDonalds, oder der Marlboro-Cowboy.  Glaube wird aus der Sicht der ev.Kirche generell überbewertet, wichtig ist die korrekte Haltung zu den Themen der Zeit. Also zur Mode.  Die kath. Kirche wird dem Geschäftsmodell folgen, weil auch sie, wie immer verspätet, ihren Markenkern erneuern muss. Das wird dann aller Voraussicht nach ein Hipster-Papst sein. In Turnschuhen von Adidas.

Ulla Smielowski / 28.06.2018

Auch freikirchliche Gemeinden sind von schwarzafrikanischen Einwanderern geradezu begeistert. So auch die freikirchliche Gemeinde am Döhrener Turm in Hannover, die gleich ein ganzes mehrstöckiges Haus mit vielen Wohnungen baute auf ihrem Grundstück, umgeben von viel Grünfläche. Es lag auch nicht an der Straße, sondern zurückgesetzt. Für Senioren mit wenig Einkommen hätten sie das niemals getan. Aufgefallen sind diese Leute nicht nur durch ihre Hautfarbe, sondern auch durch sehr aggressives Verhalten, z.B. in dem naheliegenden Lidl Markt. Sie drängelten sich vor, bekamen Anweisungen von einem dunkelhäutigen Mann, kannten keinerlei Rücksichten, waren laut und tauchten immer in Gruppen auf. In dieser Ortschaft würde keiner Migranten angreifen, weil sie einkaufen, da es gutbürgerliche Gegend mit vielen Familien ist. Was mich besonders verärgert ist, dass diese freikirchliche Gemeinde niemals an ärmere Deutsche dachte, die eine Wohnung benötigt. Es gibt ja auch Kaufleute, die nicht genügend in die Rentenkasse einzahlten.. Daraufhin hat sich meine Begeisterung für die Vorträge, auch musikalischer Art sehr schnell gelegt, die die Kirche dort anbot..

Andrea Hendrich / 28.06.2018

Danke für diesen Beitrag und diesen Link! Als Christin frage ich mich schon länger, warum man bei uns eigentlich nie die Bischöfe hört, die in Afrika und den muslimischen Ländern leben. Immer nur Marx und Konsorten. Jetzt verstehe ich besser… DANKE!

marianne lawitzki / 28.06.2018

Die sich in o.g. Worten offenbarende Klugheit sollte so manchem Europäer eine Lehre sein. Es ist zu hoffen, dass Afrikaner mit dieser Weisheit an Einfluss gewinnen. Wie kann man Sie unterstützen?

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