Kleiner Nachtrag zu der Geschichte von Alexander Wendt über das heldenhafte Verhalten der deutschen Bischöfe bei deren Reise nach Jerusalem.
Ebenso wie Alex habe auch ich dem Pressesprecher der Evangelischen Kirche in Deutschland, Carsten Splitt, geschrieben und ihn gebeten, mir zu verraten, wer es war, der die deutschen Bischöfe beim Besuch der Klagemauer gebeten hat, ihre Kreuze abzulegen. Der hatte den Antwortbrief schon parat. Hier ist er:
Sehr geehrter Herr Broder,
danke für Ihre Anfrage an die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD).
Die ökumenische Delegation hat bei ihrem Besuch des Felsendoms und der al-Aksa-Moschee darauf verzichtet, das Bischofskreuz zu zeigen. Gleiches hat sie auch beim Besuch der jüdischen Westmauer (bekannt als „Klagemauer“) getan. Es handelte sich dabei um eine in der besonderen Feiertagssituation angezeigte Zurückhaltung. Es sei an dieser Stelle noch darauf hingewiesen, dass keiner der beiden Vorsitzenden jemals geäußert hat, dass es eine Aufforderung von israelischen Sicherheitskräften an die beiden Vorsitzenden gegeben habe, ihre Glaubenssymbole nicht offen zu tragen oder abzulegen. Die Aufforderung, die Kreuze abzunehmen, erfolgte kurz vor dem Betreten des Felsendoms sowie am Ort der Begegnung mit unseren jüdischen Gastgebern durch dortige Vertreter der jeweiligen Religionsgemeinschaft. Der Besuch diente der Verständigung und nicht dazu, die Situation noch weiter zu belasten. Die ökumenische Delegation hat damit ein Signal ausgesandt: Nur mit Respekt, Klugheit und Umsicht ist der Frieden zu erringen. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir zu konkreten Personen keine Angaben machen.
Mit freundlichen Grüßen
Carsten Splitt
Und hier meine Antwort:
nein, herr splitt, dafür habe ich kein verständnis. sie sagen die unwahrheit, ich könnte auch sagen: sie lügen. sie können zu den "konkreten Personen" keine angaben machen, weil es die nicht gibt. sie sind ein produkt ihrer phantasie. sie wissen es, ich weiss es, und andere werden es auch bald erfahren.
weiter so, im geiste luthers!
b.
Siehe auch: Bedford-Strohm auf dem Tempelberg

Danke für Ihre klaren Worte Herr Broder. Einfach erbärmlich diese Heuchelei.
Falls das alles so stimmt, wobei ich keinen Zweifel hege, dass es stimmt, hat man wohl eine faustdicke Lüge aufgedeckt. Selbst Bischöfe scheuen anscheinend nicht davor zurück, die Intoleranz des Islam zu relativieren und bedienen sich schamloser Tricks um eigene Rückgratlosigkeit zu kaschieren. Das Ekelhafte daran: Sie geben vor, im Namen der Toleranz auf das Tragen ihrer Kreuze an der Westmauer verzichtet zu haben und unterstellen somit Intoleranz, die überhaupt nicht vorhanden ist. Schlimmer noch, sie lügen sich auf israelischer Seite Personen herbei, die zur Kreuzabnahme angehalten haben sollen. Es lohnt sich vielleicht auch eine Prüfung, ob hier nicht sogar Verleumdung oder üble Nachrede nach StGB verwirklicht wurde. Man sollte diese Typen ganz stumpf bei der Polizei anzeigen!
Diese EKD-Posse wirft wenige Wochen vor dem Jubiläumsjahr 500 Jahre Reformation ein ganz schlechtes Licht auf den deutschen Protestantismus. Mit dem Gewissensmut eines Martin Luther verbindet diese Herrschaften offenbar nur noch wenig.
Diese Haltung der beiden Vertreter unserer Kirchen haben mich bewogen endgültig aus der ev, Kirche auszutreten, ebenso ärgert mich ihre Demutshaltung der Muslime gegenüber, sie finden es sogar gut, dass überall Moscheen gebaut werden. Denken sile nlicht an unsere Kinder und Kindesinder, die dereinst in einem muslimischen Staat aufwachsen müssen? Diese Kinder werden uns einmal fragen, wie es die Kinder nach dem 2. Weltkrieg getan haben, "warum habt Ihr nicht dagegen getan?
Lieber Herr Broder, ich stimme sehr mit Ihnen überein, bis auf ein, wenn auch wichtiges Detail. Man kann bei Bedarf lange darüber räsonieren, in wessen Geist Herr Bedford-Strohm tätig ist, nur im Geiste Luthers eben ganz und gar nicht, weshalb sein Rücktritt längst überfällig ist. Auch aus diesem Grund habe ich in meinem Essay "Gehört Luther zu Deutschland", in Artikeln und Reden deutlich gemacht, dass die EKD einer Reformation an Haupt und Gliedern bedarf. Herzlich Klaus-Rüdiger Mai
"Ich stehe hier und kann auch anders!" Da haben die Bischöfe unseren Luther wohl falsch verstanden. Antisemitismus, ja; Standhaftigkeit, nein!
Schon länger gibt es ja die Verballhornung des Begriffs "Theologe" durch "Theolüge".