„Wenn Du Hitler gefolgt bist, um Deutschland zu dienen, so bist Du unser Mann.“ Welche Partei hat wohl in Thüringen einmal so um Stimmen geworben? „…was Hitler Dir versprochen hat und niemals hielt, das wird Dir die SED geben“. Da Geschichte in Thüringen ja plötzlich so wichtig ist, hier ein bezeichnendes Dokument.
Der SED-Kreisverband im thüringischen Sonneberg verschickte zur Thüringer Landtagswahl im Jahr 1946 den folgenden Brief an eine ganz spezielle Gruppe potentieller Wähler: Parteigenossen (Pg.) der NSDAP, denen im Jahr zuvor die Partei abhanden gekommen war:
„Nomineller Pg.,
die SED. ruft Dich
zur Mithilfe am Neuaufbau Deutschlands!
Sie ruft Dich dann, wenn Du nicht aus materiell-egoistischen Gründen, sondern aus Überzeugung und Idealismus einstmals zur NSDAP. gegangen bist, wenn Du dorthin gingst im Glauben, das Gute, den Sozialismus zu finden. Dann komme zu uns!
Denn was Hitler Dir versprochen hat und niemals hielt, das wird Dir die SED. geben:
Verstaatlichung der Banken, Brechung der Zinsknechtschaft, Zertrümmerung der Konzerne und Truste, Abschaffung des Bildungsprivilegs, Gleichberechtigung aller Schaffenden, Bodenreform, Schutz der friedlichen Entwicklung und des Friedens überhaupt,
die SED. hat es verwirklicht!
Denn die SED. ist die einzige Partei, die sich konsequent für ein einheitliches und großes Deutschland einsetzt, für ein Deutschland des Friedens und der Arbeit.
Willst Du an einem solchen mitbauen,
so wähle Liste 1!
SED.
KREISVERBAND SONNEBERG
Klaus Bunzel“
Quelle: https://www.jugendopposition.de/node/149301?guid=497
Sehr entlarvend. Und zeitlos: das könnte nicht nur von der SED, äääh, ich wollte sagen der LINKE, kommen, sondern genausogut auch von SPD und Grünen. Und wahrscheinlich auch von Teilen der Union, auch wenn die es noch nicht zugeben. Ich sag's doch, wir sind auf dem Weg zu einer neuen Einheitspartei …
National-Sozialisten waren und sind genauso Sozialisten wie ihre stalinistischen Brüder, die heute in "Linke" umbenannte SED. Wie dieses Dokument wieder zeigt, sind Ideologie und Ziele kaum zu unterscheiden. Dem steht ein zeitweises gegenseitiges Bekämpfen nicht entgegen, denn die sozialistischen Schulen sind sich untereinander oft sehr feindlich gesinnt. Die feinen Unterschiede der jeweiligen Richtung rechtfertigen Mord und Totschlag. Als Beispiel die langjährige Feindschaft von Sowjetunion und China und ihrer Vasallen. An der Uni konnte man die tiefe Verachtung der einzelnen linken Gruppen untereinander beobachten.
Herr Ramelow, politisches Kalkül, scharfsinniges Denken, kausales Benennen, die Altvorderen hatten nicht solche Ladehemmungen. Ran an den Freund, tschuldigung, Feind.
Sozialismus ist und bleibt Sozialismus. Egal, ob braun oder rot. Oder grün oder schwarz....
In diesem Lichte betrachtet wirkt alleine schon der Nazi-Vergleich des Herrn Ramelow, anlässlich seiner Wahlniederlage, wie eine einzige Farce.
"Nationalsozialisten unter freiheitlichen Bedingungen sind auch nicht mehr die Nationalsozialisten, die sie einmal waren." - Ach nein, sie hat "Kommunisten" gesagt.
Besonders der Passus "...wenn Du dorthin gingst im Glauben, das Gute, den Sozialismus zu finden" amüsiert. Sozialismus als einer der Kerne des Nationalsozialismus. Womöglich sogar einer der Gründe für die heutzutage weitläufige Abkürzung des Begriffs "Nazi", welcher nicht nur die Aussprache erleichtert, sondern - wie praktisch - den Bestandteil "Sozialismus" unterschlägt... Vielleicht trägt sogar eine Art "schlechten Gewissens" angesichts des Zusammenhangs zur latenten Aggressivität mancher heutiger Salonsozialisten bei, wer weiss? Und so schliesst sich der Kreis dann, bis hin zur "Antifa" als tatsächlich faschistoide Organisation. Geschichte wiederholt sich.