Wahr ist, dass die Babi-Religion im Iran auf Drängen des schiitischen Klerus im Keime erstickt worden ist und die Bahai seit der Entstehung ihrer Religion im Iran verfolgt werden. Wahr ist auch, dass eine Reihe von Juden, aber auch viele Zoroastrier und Muslime Bahai wurden.
In verschiedenen Schriften behauptet der immer einflussreicher werdende Hasspropagandist der „Islamischen Republik Iran“ Schahbazi, dass jüdische Zionisten vor etwa 150 Jahren zunächst beschlossen haben einen neuen Glauben zu erfinden. Sie seien aber nicht erfolgreich gewesen. Deswegen seien einige von ihnen zunächst zum Islam übergetreten, um dann als Muslime den Babi-Glauben anzunehmen. Als Juden seien sie gescheitert, deswegen wollten sie als Muslime die Babi und Bahai unterstützen. Die Logik des Ahmadinejad-Anhängers ist schlicht und einfach und falsch: Ein guter Muslim kann doch kein Babi oder Bahai werden, denkt er. Also müssen es Juden gewesen sein, die Babi und später Bahai wurden.
Es entspricht den Tatsachen, dass viele Juden zu Beginn der Entstehung der Bahai-Religion den neuen Glauben annahmen. Ebenso wahr ist, dass trotz der Verfolgung und Hasspropaganda des muslimischen Klerus viele Zoroastrier und Muslime Bahai wurden.
Ein historischer Fakt ist, dass die meisten Babi tatsächlich aus dem Islam übergetreten waren. Historischer Fakt ist auch, dass die mehr als zwanzigtausend Babi, die im 19. Jahrhundert auf Druck des Klerus und der staatlichen Obrigkeit getötet wurden, alle konvertierte Muslime waren. Aber genau das können die Ideologen des heutigen Terrors nicht zugeben und müssen daher antisemitische Geschichten erfinden. http://debatte.welt.de/kolumnen/73/iran+aktuell/116539/antibahaismus+im+iran