... dessen Lied sing ich noch lange nicht. Während ich noch immer auf die ersten Schecks der CIA warte, freue ich mich auf das wundervolle “Stimmen-Festival” in Lörrach. Neben mehr (Inidia.Arie) und weniger (Pink) hörenswerten Sangestalenten gibt es dort das Symposium
“‘Amerika - wohin?’
Die historisch beispiellose Informationsflut erzeugt eine Fassade, auf der Nachrichten zur Ware werden. Die Produktion von Nachrichten ist in der Mediengesellschaft ein Geschäft und folgt anderen Absichten als denen der Aufklärung.
Durch sogenannte ‘Embedded Journalists’, Bombenangriffe zur ‘Prime Time’, durch das amerikanische Militär gekaufte Artikel usw. stellt sich die Frage, wie wir noch etwas von der Wahrheit erfahren können. Die Politik der Bush-Regierung hat am Beispiel angeblicher Massenvernichtungswaffen im Irak und der angeblichen Verbindung zwischen Al Kaida und dem irakischen Regime von Sadam Hussein vorexerziert, wie durch die gezielte Manipulation von Informationen die Weltpolitik massiv beeinflusst werden kann. Dadurch wurde nicht nur das Vertrauen in die amerikanische Politik, sondern auch in die Berichterstattung der westlichen Medien weltweit massiv geschwächt.
Wenn Menschen mit wachem Blick von zeitgeschichtlichen Ereignissen vor Ort berichten, können sie diese Fassade durchschauen, sich frei machen von den Gesetzen der Nachrichtenökonomie und dem Zugriff von Politik und Militär. Ihre Stimmen können sichtbar machen, was den Opfern wirklich geschieht, auch dann, wenn die große Medien-Karawane längst schon andere Schauplätze vermarktet. Hierin sieht z.B. die südafrikanische Schriftstellerin Nadime Gordimer vielleicht etwas pathetisch die „heilige Aufgabe des Schriftstellers“. Im Umgang mit dem Gesehenen und dem Wort obliege es ihm in ästhetischer Freiheit, „die Unmittelbarkeit des Bildes, die Beschreibung der Abfolge des Ereignisses“ mit Hilfe der Sprache zu überwinden und dazu beizutragen, dem Ganzen Form und Sinn zu geben.
Vor diesem Hintergrund haben wir amerikanische und deutsche Autoren eingeladen, aus ihren Reportagen zu lesen, Reportagen über die Rolle der Vereinigten Staaten in der Welt, u.a. aus dem Irak und aus Afghanistan, aber auch von den sozialen und politischen Fronten im Inneren der USA, über 9/11, die Folgen des Hurrikan Katrina und die militarisierte amerikanisch-mexikanische Grenze.”
Klingt nicht direkt nach einer reinen Lobhudelei, auch die Fotoausstellung “Amerika – wohin?” wird wohl eher regierungskritisch ausfallen.
“Ein tropischer Wirbelsturm im August 2005 mit dem niedlichen Namen ‘Katrina’ gilt als eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Der Hurrikan verursachte Fluten, die New Orleans verwüsteten. Die Fotoausstellung zum STIMMEN-Länderschwerpunkt ‘Das andere Amerika’ präsentiert Bilder verschiedener Fotografen (der Nachrichtenagentur Reuters): aus dem überfluteten New Orleans und von der Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko. Naturkatastrophe und von Menschen verursachtes Leid zeigen die Verwundbarkeit und Unsicherheit im Innern der letzten verbliebenen Weltmacht.”
Alles super. Und wer bezahlt den Spaß? Ein Blick auf die Sponsoren zeigt das Logo der Botschaft der Vereinigten Staaten in Berlin. Im Print-Programm ist auch die in Bern noch vertreten.
