Volkswagen verabschiedet sich – zunächst in seinem größten Markt China – von seiner eigenen E-Auto-Plattform. Künftig hübscht der Konzern chinesische Basis-Konstruktionen mit dem VW-Zeichen auf. Und so wird es auch hierzulande kommen.
Chinesen, die sich kürzlich einen brandneuen Elektro-Volkswagen zugelegt haben, wundern sich sehr. Der seit Juli im Handel befindliche neue Volkswagen ID.Unyx wird nach nur wenigen Monaten mit Rabatten von 30 Prozent verramscht. Das Auto erweist sich als katastrophaler Verkaufsflop, vergleichbar dem Ford Edsel, dessen Unverkäuflichkeit 1957 bleibende Maßstäbe setzte und einen Krater mit einem Fassungsvermögen von zwei Milliarden Dollar hinterließ – auf heutige Kaufkraft umgerechnet. Der Grund für das aktuelle VW-Debakel: Das Auto kann weniger als die chinesische E-Auto-Konkurrenz, ist aber viel teurer und sieht obendrein aus wie Xi Jinping nach einer Woche Parteitag der Kommunistischen Partei Chinas. Es ist ein "Verkaufs-Desaster", heißt es in diesem Video von "Electric Viking". Wer einen Volkswagen ID.Unyx zum ursprünglich aufgerufenen Start-Preis gekauft hat, bekommt von VW eine entsprechende Entschädigung in bar ausgezahlt, damit der Ruf nicht vollends ruiniert wird.
Als Ursache für die Marken-Katastrophe wurde vom VW-Managment nun die sogenannte Volkswagen "MEB"-Plattform identifiziert, die einst hoch gelobt wurde und deren Entwicklung viele Milliarden gekostet hat. Eine solche Plattform ist – neben der integrierten Batterie – technischer Kern und Basis eines jeden E-Autos. Die MEB-Plattform sollte eigentlich Kernstück aller Volkswagen Elektroautos sein, ist aber zu teuer, zu schwer und inzwischen auch veraltet. Allein in China wurden für Fahrzeuge in der MEB-Reihe für Dutzende Milliarden drei neue Megafabriken gebaut, jetzt wird die MEB-Plattform für alle zukünftigen E-Volkswagen eingestellt, ein Werk in Nanjing steht bereits auf der Kippe.
Ursprünglich sollte der sogenannte MEB-Elektroauto-Baukasten erneuert werden ("MEB+"), doch nun kommt – zunächst in China – ein radikaler Schnitt: VW gibt seine eigene MEB-Plattform komplett auf. Stattdessen will man zwei unterschiedliche chinesische Plattformen einkaufen und umetikettieren, das heißt Volkswagen stellt in seinem bei Weitem wichtigsten Markt China (50 Prozent Anteil am Konzerngewinn) keine EV-(Electric Vehicle)-Basisfahrzeuge mehr her, weder für VW noch für Audi oder sonst eine Marke des Konzerns.
Wo VW oder Audi draufsteht, ist kaum VW oder Audi mehr drin
Stattdessen greift Volkswagen künftig auf die Plattform des chinesischen Herstellers Xpeng zurück. Die verwendet wie Tesla große Teile aus Metallguss, was Geld und Gewicht spart und die Unfallsicherheit erhöht (aber danach wird es richtig teuer, weil eine Reparatur mit normalen Werkstatt-Mitteln nicht möglich ist).
Elektrische Audi werden in China hingegen auf eine Fremd-Plattform des staatlichen chinesischen Herstellers "SAIC" umgestellt. SAIC ist mit Abstand das größte chinesische Automobilunternehmen und schon länger Partner von VW. Die SAIC-Basis ist die gleiche Konstruktion, die auch in dem bereits in Deutschland erhältlichen elektrischen MG arbeitet, MG gilt hierzulande noch als britische Marke, gehört aber längst zum Staatskonzern SAIC. Auch ein Audi mit chinesischer Staats-Technik ist ein aparter Gedanke, der SAIC-Audi tritt sicherheitshalber ohne die vier chrakteristischen Ringe als Markenzeichen an – gibt’s da so was wie ein schlechtes Gewissen?
Kurz gesagt: Wo Volkswagen oder Audi drauf steht, ist in China künftig kaum noch Volkwagen oder Audi mehr drin – zumindest bei elektrischen Fahrzeugen. Stellen Sie sich einfach einen VW-Golf vor, in dem Motor, Fahrgestell und Chassis aus China stammen – und im Übrigen auch bei Opel oder Fiat zu haben sind. Wer soll für solche austauschbare Ware künftig noch deutsche Apotheken-Preise bezahlen?
In den hierzulande (ebenfalls so gut wie unverkäuflichen) Modellen VW ID 3/4/5/6/7 wird bis auf Weiteres die alte Plattform verbaut. "Gut genug für die Idioten", wie einst der große Conducator Ceaucescu angesichts des ersten Dacia ausrief. Das wird sich die ohnehin überschaubare E-Kundschaft vermutlich nicht bieten lassen. Denn den E-willigen Kunden bleibt ein einfacher Ausweg. Sie kaufen gleich einen Xpeng – gleichsam das Original. Früher oder später wird Volkswagen deshalb weltweit chinesische E-Auto-Technik verkaufen (müssen).
Der Volkswagen-Konzern schwört indessen Stein und Bein, dass chinesische Plattformen weiterhin nur in China zum Einsatz kommen sollen. Will sagen: Der Rest der Welt – und damit auch die Deutschen – sollen teurere, schwerere und damit schlechtere E-Autos kaufen als die Chinesen, damit der VW-Betriebsrat und die IG-Metall beruhigt sind. Wer's glaubt, wird selig. Die deutschen E-Auto-Standorte (und nicht nur die E-Standorte) sind so gefährdet wie die Serengeti, bevor Grzimek sich ihrer annahm.
Volkswagen kann sein Versprechen, keine VW-Autos aus China zu importieren, aufgrund des hierzulande von Herzstillstand heimgesuchten E-Marktes derweil umstandslos aufrechterhalten – und obendrein seine in blindem Gottvertrauen aufgebauten riesigen E-Auto-Kapazitäten mit der MEB-Basis zügig schrotten, weil die ja ohnehin keiner haben will. Das liegt ganz einfach daran, dass der hiesige Autofahrer preiswerte Diesel mit 1.000 Kilometen Reichweite gewohnt ist, respektive war, also die doppelte Leistung eines E-Autos zum halben Preis.
Das wahrscheinliche amtliche Endergebnis dieser Politik: Gewerkschaft glücklich (hat ja alles mitgemacht), Belegschaft kriegt Scheck vom Arbeitsamt, Reibach macht China, Klima gerettet, wir sind nicht pleite, hören nur auf zu produzieren, alle sind glücklich und gehen zu Fuß.
Volkswagen wird bald weltweit chinesische E-Auto-Technik verkaufen
Was VW da macht, ist im Prinzip nichts Neues, man nennt das "Badget Engineering". Der Begriff findet bisher schon in der Automobil- und Elektroindustrie sowie im Lebensmittelbereich Anwendung. Ein Produkt wird von einem Erstausrüster entwickelt und hergestellt. Der saß in Sachen Auto früher in Deutschland und wird künftig, wie sich jetzt überdeutlich zeigt, in China die Beine im Lotussitz übereinander verschränken.
Eine selbstzerstörerische Politik der Zwangs-Autoelektrisierung und ein willfähriges und leider oft auch inkompetentes Managment exportieren den Kern der Wertschöpfung am einstmals deutschen Automobil in den fernen Osten. Zuhause bleiben die Brosamen, aber die Wurscht ist weg. Beim Badge-Engineering wird die Vermarktung des Produktes von einem oder mehreren anderen Unternehmen übernommen, deren „Ingenieurleistung“ sich darauf beschränkt, ihr Markenemblem (Badge) anzubringen.
Und damit es weder für die Hersteller, die Belegschaft oder die Kunden einen Ausweg aus dieser misslichen Lage gibt, verbietet Europa ab 2035 den Verbrenner-Motor – bei dem man dem Rest der Welt derzeit noch überlegen ist. Sollte die deutsche Autoindustrie endlich erfolgreich gemeuchelt worden sein, wird der Verbrenner wiederkehren – und dann ebenfalls aus China anreisen, wahlweise aus den USA oder der Türkei, die zwar nahe, aber außerhalb der EU liegt. VW baut dort bereits den neuen Bulli – nicht selbst, sondern in einem Werk von Ford.
Dirk Maxeiner ist einer der Herausgeber der Achse des Guten

„VW stellt Produktion selbst entwickelter E-Autos ein“. Es gibt sie doch, die gute Nachricht von VW! Oder ist es doch nur ein Reklametrick, das Angebot künstlich verknappen. Die letzten Exemplare dieser elektrischen Geräte sollten den freiwerdenden Fachkräften für ihren Ruhestand aufgehalst werden. Auf dem Parkplatz des Arbeitsamtes soll es Ladesäulen geben.
Ale sozialistischen Experimente enden im Desaster. Was liebe ich meinen A6 Baujahr 2004. Diese ganze Mischpoke gehört zum Teufel gejagt.
Ceaucescus Dacia wurde zum Morgan? Da stimmt wohl der Link nicht….
Danke für die Recherche Herr Maxeiner. In der Kürze Ihres Beitrages ist es schwierig einen globalen Markt und die Teilnehmer zu skizzieren, sicherlich. In einem Punkt stimmt Ihre Bewertung nicht ganz. Es war schon vor 20 Jahren so, daß in meiner Heimatstadt gewitzelt wurde, wie lustig es ist, daß Automobilhersteller weltweit einfach Ihre Logos auf die eigentlich gleichen Produkte eines Automobilzulieferers klatschen. Schon damals hatte jeder große Automobilzulieferer ein Sortiment von 50000 Produkten im Rennen. Dazu kamen dann noch die großen Segmenthersteller, wie der jüngst pleite gegangene Sitzhersteller Recaro, Reifenhersteller etc.. Das Dauerthema Eigenfertigung versus Fremdbezug mit allen Vor- und Nachteilen wird die Wirtschaftswissenschaft nie abschließend klären. China scheint sich für eine Eigenfertungsquote von 100% entschieden zu haben. Übergangsweise klebt man noch fremde Badges aufs Produkt. Die Automobilindustrie, egal welcher Antriebsart dürfte Schwierigkeiten haben gegenüber China konkurrenzfähig, zu bleiben. Fremdbezug von Teilen bedeutet bis auf die rudimentären Kenntnisse zur Weiterverarbeitung, auf alle Kernkompetenzen zu verzichten. Wo macht man die höchsten Renditen? Lirumlarum. Es tritt das ein, was der hellsichtige Gunnar Heinsohn in Kurzform in seinem Büchlein „Wettkampf um die Klugen“ präzise analysiert hat. Nicht nur in einer Industriestaaten, sondern insgesamt. Dauerhaft werden die mathematisch grundsätzlich höher Begabten aus Asien die technische Welt dominieren. Heißt im Umkehrschluß: Eine europäische Gesellschaft die Millionen doppelte Analphabeten humanitär eine neue Heimat bietet, wird noch schneller nicht mehr mithalten können.
Dann ist ja alles in Butter, wenn der deutsche VW Kunde die Entschädigungen für die chinesischen Käufer über einen satten Aufpreis für heisse Luft in deutschen Modellen bezahlen darf. Deutschland MUSS schliesslich in die Knie gezwungen werden, egal wie. Nur total Verblödete werden noch Fahrzeuge von VW/Audi/Skoda/Seat kaufen. So zumindest meine Hoffnung. Sagt einer, der einen etwas älteren Benz Diesel mit 1.300 KM Reichweite fährt.
Damit sind die Grünen (grüngrün, rotgrün, schwarzgrün, gelbgrün) wieder einen wichtigen Schritt weiter gekommen auf dem dem Weg der Zerstörung Deutschlands. „Wunderbar, wie die Idioten sich massenmedial manipulieren lassen“ wie sich einst auch der große Conducator Ceaucescu bei seinem Volk gedacht haben mag.
1982 berichtete mein Professor genau dieses Szenario in einer Vorlesung. Die Augen der paar Studenten ( der Rest demonstrierte üblicher- bezw. beruflicherweise gegen Kernkraft und für Frieden) wurden groß und man hörte den „Denkkasten “ routieren. Er sprach von drei übrigbleibenden Firmen weltweit. – Nun ich mache manchmal Witze darüber , indem ich anfrage, welches Firmengebäude in China oder Indien gerade frei hat, um „mein“Produkt „ per KI plus Roboter zu produzieren, denn es braucht nur noch die Eingabe der Vorgaben. Gestern war WMF drin, heute kommen die Motörchen vom VW. Oder ist die Halle noch besetzt??? Das große Geschäft läuft jetzt mit den Hallenvermietungen und den netten Stahlzweibeinern. War da nicht mal zur gleichen Zeit die Idee der Stahlbeinebesteuerung bei meinen Genossen, weil das Heer der kommenden Arbeitslosen nicht mehr zu füttern wäre? Ich finde, man sollte den Satz meines Bruders, der als Kapitän diese Entwicklung hautnah erlebte, hier spez. bei der Ballastware Schiesser Unterhose ( nach Gewicht 10 cent und im Geschäft 19,90 DM) , anwenden: “Was? 19,90? Dann warten sie auf den Chinesen, der ihnen das abkauft.„ – Beginnen wir wieder mit kleinen Manufakturen, mit leidenschaftlichen Tüftlern wie Borchwart…….