Es wird allmählich Zeit, einen Nachruf auf die SPD zu schreiben. Wenn es nicht bereits zu spät ist. Es könnte sein, dass die Beisetzung bereits stattgefunden hat, „im engsten Familienkreis“, wie es in Todesanzeigen oft heißt.
Bei der letzten Bundestagswahl kam die „Partei der kleinen Leute“ auf 20,5 Prozent der Stimmen, es war das schlechteste Wahlergebnis seit der Gründung der Bundesrepublik und das zweitschlechteste in der über 150jährigen Geschichte der Partei.
Heute dümpelt die Partei von Otto Wels („Wir sind wehrlos, aber nicht ehrlos!“), Ernst Reuter („Ihr Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!“), Willy Brandt („Mehr Demokratie wagen!“) in den Umfragen zwischen 17 und 19 Prozent, Tendenz fallend. Und nichts spricht dafür, dass eine Schubumkehr möglich wäre.
Der klägliche Zustand der SPD spiegelt sich nicht nur in den Wahlergebnissen wider, sondern auch im Innenleben der Partei. Daniel Friedrich Sturm hat in der WELT darauf hingewiesen, dass die SPD in den vergangenen 13 Monaten nicht weniger als fünf Parteitage abgehalten hat, „im Schnitt alle zwölf Wochen“ einen.
Ein verlorenes Fußballspiel wird neu angepfiffen
Und immer war von einem „Aufbruch“ die Rede, „einem Neuanfang“, als würde ein verlorenes Fußballspiel neu angepfiffen. Letzten Sonntag wurde die ehemalige Juso-Vorsitzende Andrea Nahles auf einem außerordentlichen Parteitag zur neuen Parteivorsitzenden gewählt. Nur 66% der Delegierten stimmten für sie, ein klares Misstrauensvotum. Nahles aber versprach, die SPD werde sich „in der Regierung erneuern“.
Ja, das wollen die Genossen wirklich: mitregieren und dabei neue Wege gehen. Seit Gerhard Schröder im September 1998 zum ersten Mal zum Kanzler gewählt wurde, hat die SPD sieben Jahre die Regierung geführt, mit den Grünen als Juniorpartner, und war acht Jahre an der Regierung beteiligt, als Juniorpartner der CDU.
Niemand kann behaupten, sie habe keine Chance gehabt, ihre Vorstellungen von einer „gerechten Politik“ umzusetzen. Wer aber ein eitles Großmaul wie Martin Schulz zuerst zum Parteivorsitzenden und dann zum Kanzlerkandidaten wählt, unterschätzt die Intelligenz der Wähler und wird abgestraft.
In den neuen Bundesländern kommt die SPD derzeit auf nur noch 13 Prozent. Daran wird auch die neue Vorsitzende nichts ändern. Vorwärts, Genossen, es geht bergab!
Zuerst erschienen in der Züricher Weltwoche
Beitragsbild: Tim Maxeiner

Schon der Wahlkampf der SPD war ein nicht enden wollender running gag. Zunächst der "Spitzenkandidat" Martin Schulz , der wirkte im Wahlkampf so deplatziert wie ein Sumo-Kämpfer im Bio-Laden. Dann das ewige Thema "soziale Gerechtigkeit" , als hätte die Flüchtlingskrise nie stattgefunden.Um es mal auf den Punkt zu bringen ; Erst hatte die SPD kein Glück und dann kam auch noch Unvermögen dazu !
Den hauptsächlichen Grund, warum die SPD immer mehr Wähler verliert, pfeifen die Spatzen vom Dach: Befürwortung von schrankenloser Migration im Sinne der Menschenrechte. Dass das nicht gesehen werden will und dadurch überhaupt keine Erwähnung findet, geht schon ins Pathologische und wird zu einem realitätsverleugnenden blinden Fleck. Recht geschieht der SPD!
Wer behauptet, dass seine Wähler keine Kultur mehr hätten (Özuguz) und anderen den Handschlag verweigert (Drexler), hat seinen Anstand und sein normales Empfinden längst schon verloren. Wer Nahles analysiert (vom Kreis- in den Hör- zum Plenarsaal), ihre Stimme und Stimmungen (in die Fresse) berücksichtigt, ihre ganze heisere Erscheinung, der sieht die SPD dorthin gehen, wo sie Kevin Kühnert als Heilsbringer erwartet: in der Hölle der Vernunft und des gesunden Menschenverstandes, in endlosen Klageliedern von Malu, Katarina und Manuela begleitet. Nicht zu vergessen Evi Breymeyer, meine aktuelle Lieblingsfrau in der Riege großer GeisterInnen der SPD. Das Beste aber ist die Diplomarbeit von Nahles: „Die Bedeutung von Katastrophen in Serien-Liebesromanen“. Man wünscht ihr, daraus ihre Habilitationsschrift „Die Bedeutung von Katastrophen in der Serien-Pleitierparteie Deutschlands (SPD)“ abzuleiten.