Dushan Wegner, Gastautor / 16.07.2018 / 13:15 / Foto: Onenna59 / 16 / Seite ausdrucken

Vorsicht „sittliche Reife“ und „Haltung“!

In seiner Rede vor der deutschen Presse anlässlich der Verkündung des Schriftleitergesetzes benutzte Joseph Goebbels am 4.10.1933 fünfmal den Kampfbegriff „sittlich“. Eine dieser Stellen:

"Nicht jeder hat das Recht zu schreiben! Das Recht zu schreiben muß durch sittliche und nationale Reife erworben werden. Dieses Erwerben des Rechts zu schreiben ist verbunden mit Verpflichtungen dem Staate gegenüber" (Goebbels, dpmu.de)

Zuvor, kurz nachdem die NSDAP an die Macht gelangt war, hatte Goebbels gesagt:

Der Beruf des Pressemannes ist von einer hohen staatspolitischen Verantwortung umgeben; und nur Menschen, die dieser Verantwortung würdig sind, die die sittliche Reife mitbringen, um sie zu tragen, haben das Recht, an der Presse mitzuwirken und mitzuschaffen (Die Weißen Blätter, S. 26)

In seiner Sportpalastrede vom 18.2.1933 – und zu weiteren Gelegenheiten – war ihm ein weiterer, parelleler Begriff wichtig, nämlich die "Haltung":

Überhaupt müssen alle, die im Dienste des Volkes tätig sind, dem Volke in der Arbeit sowohl wie in der äußeren und inneren Haltungstets ein leuchtendes Beispiel geben. (Goebbels 1000dokumente.de)

(Historische Anmerkung: In seiner Rede vom 4.10.1933 forderte er von den Journalisten, dass sie mit einer "aufrichtigen und charaktervollen Haltung" schreiben, die zwar dem Staat und seinen Zielen dient, aber sich nicht in "öden Lobeshymnen" verliert. Mit anderen Worten: Journalistische "Haltung" nach Goebbels ist Propaganda, die nicht offensichtlich nach Propaganda klingt. "Haltung" bedeutete, dass man den Zielen des Regimes diente und dennoch die "Nuancen" des Volkes einzeln bediente. Mir laufen kalte Schauer über den Rücken ob solcher Perfidität.)

Ich habe Probleme mit den linken Kampfbegriffen "Haltung" und "sittliche Reife", und, ja, dass Goebbels sie zentral führte, ist eines dieser Probleme.

Schaum vor’m Mund ist kein Hinweis auf Qualität des Arguments

Ich unterstelle niemandem, der Autobahnen baut, dass er darin und dadurch ein Nazi ist. Selbst wenn er – wie die Nazis – die Autobahnen auch deshalb baut, um damit die Arbeitslosigkeit zu bekämpfen (es gab noch weitere Absichten, wie etwa den Truppentransport), wenn also seine Absicht teilweise mit der Absicht der Nazis identisch ist, mache ich allein daraus keinen Skandal. Ich mache es ja auch keinem Vegetarier zum Vorwurf, dass Hitler ebenso ein Vegetarier war. Ebenso sage ich nicht, dass einer, der heute – wie Goebbels – von „Haltung“ und „sittlicher Reife“ spricht, ein Nazi ist. Nein, meine Kritik – besseres Wort: meine Warnung – ist präziser.

Nach mancher Meinung ist jeder von Linken formulierte Nazi-Vergleich immer gerechtfertigt (staatsnahe "Satire" besteht ja praktisch aus nichts anderem als immer neuer Titulierung aller Regierungskritiker als "Nazis"). Wenn aber Oppositionelle und Andersdenkende einen Vergleich anstellen, dann wird schnell vorgeworfen, man "verharmlose" die Verbrechen des Dritten Reichs. Es hat keine inhaltliche Qualität, es soll nur dazu dienen, Kritiker mundtot zu machen.

Mein Vergleich soll dagegen präzise sein, nicht emotional, aber auch nicht schüchtern. Wir wollen nicht sein wie jene, gegen die wir argumentieren. Schaum vor dem Mund ist mehr ein Hinweis auf Tollwut als auf die überzeugende Qualität des Arguments.

Die These: Im Dritten Reich wurden bestimmte Denkweisen gefördert, durch welche die schlimmen Verbrechen möglich wurden. Heute werden ähnliche Denkweisen unter ähnlichen Vokabeln gefördert, welche wieder zu schlimmen (teilweise ähnlichen, teilweise anderen) Folgen führen werden. Die Folgen sind heute ähnlich wie damals, selbst wenn diese anders und hoffentlich in deutlich kleinerer Dimension stattfinden.

Stolz darauf, „Haltung“ zu zeigen

Journalisten sind heute geradezu stolz darauf, "Haltung" zu zeigen. Die gefühlt wöchentlich mit staatlichen Orden und Journalismuspreisen ausgezeichnete Dunja Hayali wurde vom ZDF mit einer bundesweiten Plakat-Kampagne mit dem Slogan „Herz. Haltung. Hayali“ geehrt (siehe z.B. wuv.de, 18.7.2016). Man beachte, dass „Herz“ und „Haltung“ beide kein Akt des Nachdenkens oder gar der Verantwortung sind. Propagandisten appellieren ans „Herz“. Über rohe Emotion lässt sich der Mensch leicht steuern. Propagandisten appellieren an „Haltung“, und allzu oft meinen sie damit schlichten Gehorsam (siehe auch: „Mensch vs. Gehorsam“).

Es gab ja auch Zeiten, da schwang in „Haltung“ mit, dass man sich mutig gegen die Regierungs- und Parteilinie stellt. Wir erleben heute, nicht nur bei der Haltung, eine Umdeutung von Begriffen, die an Orwells 1984 erinnert. „Zivilcourage“ heißt heute, Kritik an der Kanzlerin zu unterbinden, gern auch mal mit anti-demokratischen Mitteln. Neuer „Feminismus“ unterstützt die patriarchal-religiöse Unterdrückung der Frau. Und „Haltung“ bedeutet heute eben die rückgratlose Unterwerfung unter die herrschende Einheitsmeinung – also, ja, tendenziell im „alten“ Geist.

Wenn Haltung bedeutet, Propagandisten zu folgen bis in den Tod, dann bin ich sehr gern ein Mensch ohne Haltung. – Gebücktsein ist auch eine Haltung, doch keine, die mir zusagt. Mit Haltung lässt sich auch ganz vorzüglich aufs eigene Schafott steigen. Hast du Haltung, oder denkst du schon selbst?

Abweichler und den Anderen ausschließen

Dem deutschen Innenminister Horst Seehofer wurde von einem bekannten deutschen Krawallblatt an den müden Kopf geworfen, ihm fehle die „sittliche Reife für sein Amt“ (spiegel.de, 13.7.2018).

„Sittliche Reife“ allein ist nicht in allen Fällen eine schlimme Sache, auch wenn Goebbels selbst das Wort verwendete. Das deutsche Abitur ist ja auch ein „Reifezeugnis“, und sollte diese Reife nicht auch eine sittliche Reife sein? Kinder und Jugendliche werden weniger – wenn überhaupt – bestraft nach dem Strafrecht, mit der Begründung, dass ihnen die "sittliche Reife" fehlt.

Doch betrachten wir Praxis und Begriffsalltag. „Sittliche Reife“ (genauer: der Vorwurf ihres Mangels) war einst ein moralisches Instrument der Stockkonservativen – und der Nazis selbst. Der Vorwurf mangelnder "sittlicher Reife" soll den Abweichler und den Anderen ausschließen. Da ist einer, der denkt und lebt nicht so, wie die Mächtigen es sich wünschen.

Es wird immer deutlicher, dass die „empörten Linken“ längst zu denen geworden sind, die sie einst zu bekämpfen vorgaben. Sie haben ihre eigene Orthodoxie. Sie ignorieren Fakten und Zusammenhänge, wenn diese ihrem Narrativ widersprechen. Sie sind bereit, die eigenen Nachbarn zu opfern, wenn es ihrer Ideologie dient.

Es ist nicht eine Tat (es war, wie gesagt, eine SPD-geführte Behörde, die den Täter abschob), sondern ein Nebensatz, für welchen dem Minister die „sittliche Reife“ abgesprochen wird.

Im Text „Schlepper, NGOs und Abschiebegegner betreiben emotionale Erpressung“ habe ich beschrieben, was vorausgegangen war. Die SPD-geführte Ausländerbehörde des rot-grünen Hamburg hatte ausgerechnet am 69. Geburtstag Seehofers 69 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben – was Seehofer zu einem halb-zynischen Kommentar am Rand der Vorstellung seines „Masterplans“ bewegte. Wenig später nahm sich einer der von der SPD abgeschobenen Menschen, ein mehrfach verurteilter, gewalttätiger Krimineller, in Kabul das Leben.

Linke instrumentalisierten diesen Tod und taten, als trage Seehofer die Schuld an ihm. Empörungsaktivismus nimmt Realität und tatsächliche Kausalität nur noch als Stichwortquelle. Weil eine SPD-geführte Ausländerbehörde im rot-grünen Hamburg einen Kriminellen abschob und der sich daraufhin das Leben nahm, protestierten Aktivisten mit einem Sarg vor einem CSU-Ministerium – es ergab keinen Sinn, und es sollte wohl auch keinen Sinn ergeben. Die Redaktion der Tagesschau verbreitete die Bilder (siehe @tagesschau, 13.7.2018). (Im April 2018 hatte übrigens der grüne Hamburger Justizsenator Till Steffen beschlossen, keine Presseinformationen mehr zu Suiziden in Gefängnissen herauszugeben; 2017 hatte man die höchste Zahl seit 2009, siehe welt.de, 25.4.2018 – ob da auch Aktivisten einen Sarg in die Kameras halten, oder geht es bloß um Parteipolitik und die Hoffnung, doch noch in die Merkelregierung zu kommen?)

Das Problem mit dem heutigen Begriff "sittlicher Reife" wird deutlich in einer Aussage der SPD-Politikerin Sawsan Chebli: "Selten zuvor war ich so stolz, ein Gutmensch zu sein. Bin lieber naiv als im Herzen tot." (@SawsanChebli, 13.7.2018) – Ein Gutmensch ist einer, der andere sterben lässt durch seine Naivität, während er sich selbst „im Herzen“ schummrig warm fühlt (siehe auch: „Die Schuld der Gutmenschen“).

Die sogenannte "sittliche Reife" war ganz wörtlich auch ein Begriff der Gleichschaltung. Der Begriff hat auch positive Deutungen, doch er ist zumindest gefährlich. Wenn "sittliche Reife" bedeutet, dass man sich „naiv“ stellt und den Rechtsstaat aushebelt (wie es von Seehofer verlangt wird), dann sehe ich es als meine Pflicht an, "sittlich unreif" zu sein.

"Haltung" bedeutete im Dritten Reich, blind dem Führer zu folgen, bis in den Tod – und dabei viele weitere Menschen zu töten. "Sittliche Reife" bedeutete, die Ideologie der Nazis anzunehmen.

Nein, ich sage nicht, dass „Haltung“ und „sittliche Reife“ heute zu denselben Folgen führen werden, ich sage nicht einmal, dass sie in allen Fällen falsch und böse sind – ich sage jedoch, und das hoffentlich unmissverständlich, dass Moralisierung und politisch korrekte Verblendung bereits jetzt zu anderen schrecklichen Folgen geführt haben, und noch viel mehr und schrecklicheren Folgen führen werden. Anderen. Die Zahl der Menschen, die durch den heutigen Wahnsinn sterben, ist viel, viel geringer, das stimmt, aber erklären Sie das den Eltern, wenn sie die Blumen auf den Gräbern ihrer Kinder gießen.

„Haltung“ bedeutet heute, eine Politik zu unterstützen, die der Industrie billige Arbeitsplätze beschert und den Wohlfahrtskonzernen guten Umsatz, die aber die Schulen, Städte und das Miteinander kaputt macht. „Sittliche Reife“ bedeutet heute, eine kluge Ethik der Verantwortung und des Zu-Ende-Denkens zu verunglimpfen und das spontane ethische Gefühl zum Leuchtfeuer aller Handlung zu erklären.

„Haltung“ und „sittliche Reife“ mögen zeitweise eine „gute“ Bedeutung gehabt haben, doch sie sind eben auch Vokabeln der Gleichschaltung. Sind wir uns sicher, dass die heutige Verwendung der Worte nicht jener ähnelt? Ich würde es nicht beschwören wollen. Es war schon immer verdächtig, wenn die staatsnahen Journalisten und Propagandisten dich loben, heute aber ist Lob das wohl lauteste der Alarmsignale.

Vergesst Haltung! Vergesst Gesinnung! Lacht, wenn sie eure sittliche Reife zu be- und verurteilen suchen. Forscht, was eure Relevanten Strukturen sind. Schützt die, die euch am Herzen liegen. Handelt niemals "naiv", sondern bedenkt stets, was die Folgen eurer Taten sind. Niemand als du selbst wird für deine Handlungen am Ende die Schuld und die Verantwortung tragen, und deshalb: Ordne deine Kreise!

Dieser Beitrag erschien zuerst auf dushanwegner.com.

Dushan Wegner (geb. 1974 in Tschechien, Mag. Philosophie 2008 in Köln) pendelt als Publizist zwischen Berlin, Bayern und den Kanaren. In seinem Buch „Relevante Strukturen“ erklärt Wegner, wie er ethische Vorhersagen trifft und warum Glück immer Ordnung braucht.

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Leserpost

netiquette:

Martin Wessner / 16.07.2018

Teil 2 Beispielsweise ist der Hass der Linken auf Donald Trump deshalb so groß, weil er sich bewusst und konsequent dem verlangten “Haltung zeigen” zu Gunsten Ihrer Ideologie verweigert. Stattdessen baut er eine Gegenhaltung auf, was seine Gegner erst recht in Rage bringt, weil sie so etwas als ein Affront ansehen. Sich einem Bekenntnis zu verweigern ist das eine, es aber zu wagen nicht nur am heiligen Glauben zu zweifeln, sondern auch noch dreist zu verkünden, dass man(“Liberals”) sich irrt und das genaue Gegenteil von dem was verkündet wird richtig ist, ist hingegen ein Sakrileg. Die moralische Erpressung funktioniert bei Trump nicht, was bemerkenswert ist. Statt sein Gesicht wahren zu wollen, damit er die Anerkennung des Mainstream nicht verliert, macht es ihm offenichtlich nichts aus, den brutalen Liebesentzug der etablierten Elite als Reaktion auf seine Trotzigkeit hinzunehmen. Sein Motto: “Ich bin ein böser Rechtspopulist und das ist gut so und im übrigen könnt’ ihr mich mal!” Das daraus resultierende Ohnmachtsgefühl der Medien, bei Trump überhaupt nichts mit dieser Art von moralischer Nötigung ausrichten zu können, führt dann zu den endlosen Mobbingorgien in den Headlines, wo man ohne Unterlaß versucht ihn vorzuführen, um den Leser\Zuschauer\Zuhörer klar zu machen, dass so jemand eine Unperson ist, der nicht Recht hat, weil er nicht Recht haben darf.

H. Störk / 16.07.2018

Krieg ist Frieden, Freiheit ist Sklaverei, Unwissenheit ist Stärke. Kennen wir.

W.Schneider / 16.07.2018

Mein lieber Herr Wegner, dieser Beitrag ist ein Ritt auf der Rasierklinge!

Dirk Jungnickel / 16.07.2018

Haltung, Sittlichkeit, Ethik,  Empathie etc.  sind Eigenschaften, die zum Menschsein gehören. Und gerade deshalb werden sie von Ideologen missbraucht. Und weil der Mensch bestrebt ist menschlich zu sein, gelingt es den Ideologen neben der Gläubigkeit auch Eingenschaften in ihrem Sinne zu instrumentalisieren. Mit gesundem Menschenverstand sollte man aber Begriffsvernebelungen erkennen. Und : Wann - um Himmels Willen ! - werden wir Deutsche endlich aufhören, uns an den unseligen Sozialismen   zu messen resp, an ihnen abzuarbeiten? Nicht mißverstehen: Die Semantik sollte natürlich immer wieder auf den Prüfstand gehoben werden.

Jens Frisch / 16.07.2018

„Nicht jeder hat das Recht zu schreiben!” Das hat das olle Hinkebein wohl abgeschrieben: “Wenn jeder Lesen lernen darf, verdirbt das auf Dauer nicht allein das Schreiben, sondern das Denken selbst” Nietzsche, “Also sprach Zarathustra”

HaJo Wolf / 16.07.2018

Ach, Herr Wegener, wieder einer Ihrer brillianten Beiträge, deretwegen ich Achgut und auch Sie schätze! Extrem erheiternd, dass Sie den Spiegel, dieses sich selbst als Maß aller Dinge verstehende peinliche Druckerzeugnis eines linksgrünradikalen Eigentümers, als “bekanntes deutsches Krawallblatt” bezeichnen - ich hab mich echt weggelacht! Und ich gestehe, dass ich in den 1970ern regelmässiger Spiegelleser war. Und SPD gewählt habe. Naja, Jugendsünden. @HRDecke: versuchen Sie sich wieder in Satire? Wissen Sie, wie man Leute wie Sie nennt? Sie sind ein Troll. Viele Achgut Leser fragen sich inzwischen allerdings sicher, ob Sie nur ein kleiner Egozentriker-Troll sind, dessen Kindheit extrem unglücklich und lieblos verlief, oder ob Sie vielleicht ein von Staats (Merkel) wegen auf eine der letzten Bastionen freier Meinungsäusserung angesetzter Staats-Trollianer sind. Wenn Sie wenigstens amüsant wären…

Andreas Rochow / 16.07.2018

Diesen essentielle und schöne Text sollen sich all jenen hinter die Ohren schreiben, die sich heute noch mit Geifer und Lügen über Kritiker des Kontrollverlustes hermachen. Keine ihrer Denunziatiosstrategien und keine ihrer vorgeblichen “Argumentationsketten” rechtfertigt den Furor, mit dem sie den Kontrollverlust und den Marsch in die linksgrüne multiethnische und multikulturelle Dystopie herbeijubeln. Sie glauben, sich im Besitz einer “sittlichen Reife” zu befinden, die sie ihren Kritikern absprechen. Der Dunja-Hajali-Kult demonstriert eine der perfidesten Strategien, nämlich die infantile Idealisierung: “Das Fremde ist besser.” Der Spiegel-Kolumnist Georg Diez beklagte just heute im Interview mit Stefan Koldehoff (dlf@mediasres), dass es hierzulande leider noch an “migrantischen” Journalisten mangelt. Unausgesprochen ließ er, dass er fieberhaft an der Lösung dieses Problems arbeitet. Der mächtige Verein “Neue deutsche Medienmacher” tut das seine und flutet die deutschen Redaktionen mit Aktivisten der kulturellen Bereicherung. Dieser Mechanismus treibt die Veränderung “von oben” voran und wird eines Tages die Koldehoffs und die Diez’ und all die anderen nützlichen Idioten in der Versenkung verscheinden lassen.

Belo Zibé / 16.07.2018

@H.R.Decke:Herzlichen Dank für Ihre ergänzenden und zutreffenden Ausführungen!  Es ist Ihnen aber sicher geläufig, dass Freiland-Haltung der Batterie-Haltung vorzuziehen ist

Michael Christian Küttler / 16.07.2018

Danke Herr Wegner! Ein ausgezeichneterBeitrag!

Martin Wessner / 16.07.2018

Teil 1 “Haltung zeigen” ist die Aufforderung in der Öffentlichkeit(!)  eine bestimmte Meinung zu vertreten, damit die Umherstehenden unbewusst die Botschaft aufnehmen und verinnerlichen, dass jene die Mehrheitsmeinung im Volk repräsentiert und sie zudem die gesellschaftlich etablierte, anerkannte und gebilligte Meinung darstellt, derer man sich als anständiger Mitbürger anschließen muss, um nicht als geächteter Paria zu enden. Prolemisch überspitzt gesagt ist aktuell das “NICHT-Haltung” zeigen, quasi das gleiche wie während der Nazi-Herrschaft das “NICHT Hitlergruß” zeigen. Wer sich der Konformität verweigert, der gehört damals wie heute anschließend nicht mehr zu den “anständigen Deutschen.” Der unheilvollen Drang zum Autoritären haben die Deutschen weder nach der preußischen Kaiser Wilhelm-Epoche, noch nach dem Ende des Dritten Reichs, noch nach den gesellschaftenlichen Umwälzungen der sogenannten “68ziger Revolution” abgelegt. Wenn man einen bekannten Werbespruch abwandelt, dann kann man zur 68ziger-Zeit nur desillusioniert sagen: “Aus rechtsautoritärix wurde linksautoritärix. Sonst änderte sich nix.” Das Problem der Linken der westlichen Welt ist, daß sie ihren Machtanspruch weder mit Kalaschnikows noch mit Wirtschaftspower(Geldmacht) durchsetzen kann, da sie beide Dinge schlicht nicht besitzt. Wenn man sich nicht mit physischen Mitteln durchsetzen kann oder mit der Vernunft -basierend auf Argumenten- ebenfalls nicht weiterkommt, so versucht man mit psychischen Mitteln, wie der moralischen Erpressung, bzw. der Nötigung zum “Haltung zeigen” seine (utopischen) Ziele zu erreichen. Siehe sehr exemplarisch das Wirken der Grünen, der Journalisten der linksliberalen Medien(bes. des ÖRR) und in gewisser Hinsicht auch der Kirchen.

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