René Zeyer, Gastautor / 14.04.2020 / 06:00 / Foto: Pixabay / 25 / Seite ausdrucken

Vorsicht, Ratingagenturen!

Alles Geschwafel von Solidarität, Gemeinsamkeit, Hilfe in Notzeiten, Schlimmeres verhüten: nutzt nix. Wer in ein Gläubigerverhältnis mit einem Schuldner tritt, über dessen Umgang mit Geld er keinerlei Kontrolle hat, ist mit dem Klammerbeutel gepudert.

Oder einfach: Wenn Deutschland noch mehr Schulden vergemeinschaftet als sowieso schon, wird’s noch bitterer für den deutschen Steuerzahler. Hilfe für die schwer vom eigenen Versagen und vom Corona-Virus geschlagenen Staaten Italien und Spanien? Ja, reicht denn eine runde Billion bei den Target-2-Salden noch nicht? Dafür steht nämlich Deutschland sowieso schon grade, während Italien und Spanien hier die größten Schuldner sind.

Oder man kann’s sogar noch einfacher halten: Der „Spiegel“-Chefredakteur Steffen Klusmann beschimpft Deutschland als „unsolidarisch, kleingeistig und feige“. Denn, so behauptet der Wirtschaftsjournalist: „Zu Coronabonds gibt es in der Krise keine Alternative.“ Daraus kann auch der finanztechnische Laie schließen: Zur erbitterten Gegenwehr gegen Coronabonds gibt es keine Alternative. Immerhin schützt den deutschen Steuerzahler der Satz von Kanzlerin Merkel, dass es zu ihren Lebzeiten keine Eurobonds geben werde. Da wünschen wir ihr ein langes Leben.

Bewertungen im Auftrag des Bewerteten

Im Zusammenhang mit solchen brandgefährlichen Denkspielen kommen immer die Rating-Agenturen ins Spiel. Da mag der Laie meinen, dass die mit großem Sachverstand, neutral und unbestechlich Auskunft über die Bonität, also die Zahlungsfähigkeit einer Firma oder sogar eines Staates geben.

Leider liegt er gewaltig falsch. Die großen Drei, Moody’s, Standard & Poor's und Fitch, beherrschen rund 90 Prozent des weltweiten Bewertungsmarkts. Sie erhielten 1975 von der US-Börsenaufsicht den Ritterschlag „national anerkannte statistische Rating-Agenturen“. Und seither hängt von ihren Bewertungen das Sein oder Nichtsein von Firmen, ja, von ganzen Staaten ab. Denn wer ein AAA bekommt, die Bestnote bei allen drei, gilt als bombensicher, stockseriös und erstklassige Adresse für Darlehen.

Nach ihren Ratings müssen Banken mit entsprechendem Eigenkapital Darlehen unterfüttern, ab einem gewissen Rating verlieren Schuldner oder Firmen den Investment Grade, also institutionelle Anleger wie beispielsweise Pensionskassen müssen diese Papiere sofort abstoßen. Was dann meistens zum Bankrott des Schuldners führt.

Also stellt sich der Laie dieses Trio Infernal sicherlich als eine Art TÜV vor, oder als Stiftung Warentest. Nicht profitorientiert, angesichts der Wichtigkeit der Beurteilung garantiert unbestechlich und verantwortungsbewusst. Selten so gelacht. Alle drei sind börsenkotierte Privatunternehmen, in erster Linie dem Profit ihrer Aktionäre und den Boni ihrer Chefetagen verpflichtet. Als wäre das nicht genug: Ihre Bewertungen verrichten sie im Auftrag des Bewerteten – und in dessen Sold. Aber natürlich streng unparteilich.

Weltfinanzen im Würgegriff

Wir wischen uns nochmal die Lachtränen aus den Augen. Und blicken kurz in die rabenschwarze Vergangenheit dieser Versager, die mit lediglich rund 15.000 Angestellten die Weltfinanzen im Würgegriff haben. 2001 ging der damalige Energieriese Enron unter, trotz offenkundiger Bilanzfälschungen. Bis vier Tage vor der Pleite bescheinigten ihm die Rating-Agenturen eine gute Bonität. Übrigens auch der Zockerbank Lehman Brothers, deren Untergang die Finanzkrise von 2008 auslöste. Selbst am Tag der Pleite hatte Lehman ein gutes Rating.

Aber nicht nur das. Die Brandbeschleuniger für die damalige Finanzkrise waren die sogenannten CDO, verpackte und umverpackte und gemixte Hypothekenpapiere. Kompliziert und meistens gefüllt mit Schrott. Kein Problem für die Rating-Agenturen, auch auf mehr als 300-seitige Prospekte eines solchen Vehikels im Minutentakt ein AAA draufzuhauen. Man wollte ja den zahlenden Herausgeber nicht sauer machen, und außerdem verstand sowieso außer ein paar Nerds kein Mensch, was dieses Gebastel eigentlich beinhaltete.

Als dann das Kartenhaus zusammenfiel, sagten die Rating-Agenturen das, was sie seither immer wieder sagen, wenn sie ganz, ganz kräftig daneben gehauen haben: Wir äußern ja nur unsere Meinung, dafür sind wir in keiner Form haftbar. Leider verbietet es mir die Haftbarkeit eines Journalisten bei der Rufschädigung seriöser Unternehmen, die Ausdrücke zu verwenden, die sich diese Drei redlich verdient haben.

Auch die EZB muss sich an Ratings halten

Wie immer im Kapitalismus braucht es eine ständige Ausweitung der Geschäftsfelder. Also kam das Trio Infernal auf die großartige Idee, auch Länder zu bewerten. Sogar als Gratis-Dienstleistung. Die Kohle verdienen sie natürlich dadurch, dass das Länder-Rating auch einen Einfluss auf die dort tätigen Firmen und Banken hat.

Logischerweise sind auch alle EU-Länder, alle Euro-Länder mit einem Rating versehen. Überraschungsfrei hat Deutschland dreimal die Bestnote AAA. Das kann sonst nur noch Dänemark, Holland und Schweden von sich behaupten. Wir wollen hier nicht immer auf den armen Griechen herumhacken und verschweigen daher staatsmännisch deren Rating. Es geht ja auch um Italien (BBB) und Spanien (A-). Ohne hier auf die komplizierten und auch unterschiedlichen Bedeutungen einzugehen: B3 steht am unteren Rand von „hochspekulativ“. Nur durch eine hauchdünne Linie von C entfernt, und dann dürfte kein verantwortungsvoller Anleger mehr Geld hineinstecken.

Spaniens A- wiederum liegt am unteren Rand des oberen Mittelfelds, also zusammenfassend „geht so“. Bevor wir zur monströsen Idee der Coronabonds zurückkehren, noch ein weiteres Kabinettstückchen aus der gruseligen Welt des Ratings. Denn auch die EZB muss sich bei ihrem wahnwitzigen Aufkauf von Schuldpapieren aller Orten in der Eurozone an gewisse Untergrenzen des Ratings halten. Liegt beispielsweise ein Land darunter, darf die EZB dessen Staatsschuldpapiere nicht länger aufkaufen.

Eine eigene europäische Ratingagentur

Das trug sich nun leider bei einer der vielen Euro-Krisen bei Portugal zu. Die Regel ist, dass mindestens eine der Rating-Agenturen noch Hoffnung sieht, also noch knapp einen Investment Grade vergibt. Aber leider, leider: Alle drei Großen senkten den Daumen über Portugal. Dem Bacalhau sei’s geklagt, da hätten die Portugiesen nicht mal mehr gesalzenen Stockfisch essen können, sondern wären ziemlich schlagartig pleite gewesen. Denn natürlich hätte die EZB auch ihre entsprechenden Schuldpapiere sofort auf den Markt werfen müssen. Im Prinzip.

Der Laie ahnt es schon, denn ihm ist wohl kein Staatsbankrott Portugals aus der jüngeren Zeit bekannt. Jetzt wird es ein Momentchen kompliziert, aber hallo, wir sprechen hier schließlich von der EU. Nach der großen Pleite der Ratings in der Finanzkrise von 2008 fand es die EU eine gute Idee, vielleicht eine eigene, europäische Ratingagentur ins Leben zu rufen, die den drei US-Firmen Paroli bieten könnte. Dreimal darf der Leser raten, was daraus geworden ist.

Aber wenigstens gibt es die ESMA. Oh, kennen Sie nicht? Das ist die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde. Genau, die überwacht, dass die großen Drei sich korrekt und tadellos benehmen. Sie sitzt in Paris, und wer hier „Sesselfurzer“ murmelt, hat ihre Funktion bestens verstanden. Nun benahmen sich aber diese drei gegenüber Portugal nicht wirklich nett. Was tun? Nun, in diesem kritischen Moment Europas zog die EZB eine vierte Rating-Agentur aus dem Hut. Die hatte tatsächlich auch darin gelegen, aber vorher hatte noch nie jemand etwas von der kanadischen DBRS gehört.

1974 in Toronto gegründet, hat sie seither einige Male den Besitzer gewechselt. Aber wie auch immer, auch sie darf von der EZB bei Länder-Ratings herangezogen werden. Richtig, nochmals den Intelligenztest bestanden, DBRS gab Portugal gerade noch eine Note oberhalb von Ramsch, Problem gelöst. Damit sich solche dummen Sachen nicht wiederholen, hat die EZB danach einfach ihre Politik etwas angepasst. Sie kauft weiterhin – Griechenland lässt grüßen – ungeniert und ohne Rücksicht auf Ratings Staatsschuldpapiere auf. Einfach mit Abschlag auf dem Nominalwert.

Soll Deutschland in Solidarhaftung mit Italien treten?

Damit sich der Laie das richtig vorstellen kann: Nehmen wir an, die Firma Zeyer-Kommunikation ist von allen Rating-Agenturen auf Ramsch heruntergestuft worden. Also Finger weg, die Firma war ja in ihrer Geschichte seit 1828 häufiger pleite als solvent. Und die Zukunftsaussichten sind nicht minder trübe. Nun nehmen wir an, aus irgendeinem Grund hält es die EZB für eine gute Idee, Zeyer ein Schuldpapier abzukaufen. Das lasse ich mir natürlich nicht zweimal sagen. Zunächst frage ich diskret an, welchen Abschlag auf den Nominalwert die EZB verwenden wird. Sagen wir 50 Prozent. Wunderbar, sage ich da, eigentlich wollte ich einen Bond über 1 Million ausgeben. Mach ich doch einfach 2 Millionen draus.

Das alles ist abenteuerlich, höchst problematisch und streut vielen Steuerzahlern Sand in die Augen. Denn die meinen, auf das Urteil von Rating-Agenturen könne man etwas geben. Aber was ist denn überhaupt die Idee hinter einem Euro- oder neuerdings Coronabond? Ganz einfach: das wäre eine Anleihe, für die alle Euro-Staaten haften, nach dem üblichen Verteilschlüssel.

Damit wäre der Coronabond, daher dieser Ausflug, eigentlich wieder eine moderne CDO. Also eine Wurst voll Gewolftes. Natürlich wiederholt sich die Geschichte nicht eins zu eins. Bei diesen Schuldpapieren wäre klar, wer dafür haftet. Und da darunter Länder mit AAA-Rating wären, hebt das natürlich das Rating von halben Pleitestaaten wie Italien oder Spanien an, womit diese weniger Zinsen für ihre Staatspapiere zahlen müssten.

Na, das sollte uns das europäische Haus doch wert sein; wir wollen doch auch nicht unsolidarisch, kleingeistig und feige sein. Sondern uns mutig ins Schwert stürzen. Obwohl „Germans to the front“ lange Zeit galt: Soll Deutschland wirklich in Solidarhaftung mit Italien treten? Ohne bei der italienischen Fiskal- und Finanzpolitik auch nur ein Wörtchen mitreden zu dürfen? Noch viel weniger bei der Verwendung dieser Kredite? Hat das nicht schon Griechenland in den Abgrund geführt, dass der notorische Pleitestaat neu Schuldpapiere in Euro ausgeben konnte?

Inzwischen wurde das Thema, Überraschung, mit einem „Kompromiss“ erledigt. Es gibt 500 Milliarden Euro extra, aber keine vergemeinschafteten Coronabonds. Obwohl die, logo, alternativlos wären. Daher sind die Südstaaten mit ihrem neuerlichen Anlauf, den deutschen Steuerzahler noch mehr in die Pflicht zu nehmen, gescheitert. Teilweise. Vorläufig.

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Leserpost

netiquette:

Heribert Glumener / 14.04.2020

2008 bekam Lehman Brothers von Standard & Poors ein A+. Wunderschönes Rating. Einige Tage später war Lehman pleite. Und dies war nicht die einzige schräge Nummer von Ratingfritzen. Deshalb: “Glaube wenig. Hinterfrage alles. Denke selbst”. Mein Rating für Deutschland: BB (und long-term-Rating: D) (ohne Haftung, MfG, HG).

Philip Amthor / 14.04.2020

Herrn Zeyer, aber auch allen anderen interessierten Mitlesern sei ein kurzes Paper empfohlen, das m.A.n. das beste, konziseste und klarste Urteil zu Eurobonds auf ganzen drei Seiten ausrollt, das mir bis dato begegnet ist. Zu finden auf Klaus Kastner Observing Greece (DuckDuckGo kennt und findet es) Der Titel lautet genau: Eurobonds and other creative ideas. Herrn Klusmann habe ich es übrigens auch gerade geschickt . . . Ab und zu muss man sich ja mal etwas Luft machen.

Gotthelm Fugge / 14.04.2020

2 von 2 So steht es im Gründungsdokument Maastrichter-Vertrag Art. 104 b . . . Vergleiche:  Median-Vermögen pro Person 2019 in US-Dollar: Italien – 91.889 / DE – 35.313 Es kann nicht sein, dass Italiener mit 60 Jahren im Durchschnitt eine deutlich höhere Rente (Und sie erhalten zusätzlich als Alterswürdigung noch ein 13. Rentengehalt, das sogenannte Rentnerweihnachtsgeld) als DE-Bürger beziehen, zumeist im Wohneigentum leben und Deutschland das Ganze auch noch im großen Umfange mit finanziert. UK kann sich die Hände reiben, alles richtig gemacht. Auf denn DE, den Gürtel weiter enger schnallen, bis der Krug am Brunnen bricht! Und dann gibt es auch die noch – Die Target2 Forderungen: DE hat statt Geldzahlungen, die für DE-Exporte innerhalb der EU über die EZB abgewickelt werden, von eben dieser EZB für ihre Exportleistungen in diese EU-Länder nur Gutschriften in Form von Target2-Belegen erhalten. Die Forderungen der Exportlieferungen der inländischen DE-Banken der Exporteure wurden aus Mitteln der Bundesbank (Steuergeld) gezahlt. Das so eingesparte Geld konnten die Schuldner-Länder für eigene inländische Ziele verwenden (z.B. Absenkung des Renteneintrittsalters, Rentenerhöhungen, etc.) Ergo: Wir finanzieren und verschenken unsere Exporte einfach so. Folgende Forderungen seitens der DE-Bundesbank an die EZB und die nationalen Importbanken besonders der Südländer bestehen bis dato (Stand 2019): - Italien:  447,6 Milliarden EUR - Spanien:  407,0 Milliarden EUR - Portugal:  83,3 Milliarden EUR - Griechenland: 24,2 Milliarden EUR Vergleiche dazu: Der DE Staatshaushalt/a (2020) beträgt:  362 Milliarden EUR. Die genannten Schuldner-Länder schulden somit DE einen Betrag von einem 2,66-fachen DE-Staatsbudget, Geld, was dem Steuerzahler durch die Regierenden zugunsten eines immer weiter zu stützenden EURO-Konstruktes vorenthalten wurde. Was könnte man alles mit dieser Summe an Investitionen für Infrastruktur, Gesundheitswesen, Polizei, IT-Ausbau etc. gestalten?

Gotthelm Fugge / 14.04.2020

1 von 2 Steinmeier, ein in den Hintertüren des Altparteienkartells ausgekungelter DE-Bundespräsident tönte in der ihm eigenen Art salbungsvoll per 20200411: „30 Jahre nach der deutschen Einheit, 75 Jahre nach dem Ende des Krieges sind wir Deutsche zur Solidarität in Europa nicht nur aufgerufen – wir sind dazu VERPFLICHTET.“ Zu wem ist dieser Bundespräsident eigentlich verpflichtet – Zu Italien oder DE? Wieso will er uns mit massiver medialer Gewalt und Unterstützung aller linken Gutmenschen & Haltungsmoralisten den Bruch des Maastricht-Vertrages unbedingt schmackhaft machen? Zur Erinnerung: ““Bei der Euroeinführung versprach die CDU, dass DE NIEMALS für die Schulden der anderen EU-Länder aufkommen muss.““ Zitat: ““Die Nichtbeistands-Klausel (auch No-Bailout-Klausel) bezeichnet eine fundamentale Klausel der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU), die in Art. 125 AEU-Vertrag festgelegt ist und die Haftung der Europäischen Union sowie aller Mitgliedstaaten für Verbindlichkeiten einzelner Mitgliedstaaten ausschließt. Als Teil des Vertrags von Maastricht wurde die Nichtbeistands-Klausel als Art. 104b in den Vertrag zur Gründung der Europäischen Gemeinschaft (EG-Vertrag) aufgenommen.““ So steht es im Gründungsdokument Maastrichter-Vertrag Art. 104 b - oder war alles Betrug?

P. F. Hilker / 14.04.2020

Tja, so kann man Rating-Agenturen aus sozialistischer Sicht beurteilen, muss man aber nicht. Habe mir auch die Lachtränen wegen Ihres Aufsatzes aus den Augen gewischt. Es ist bestimmt bei uns im Westen nicht alles in Ordnung. Aber im Osten war noch weniger ok.

Bernhard Maxara / 14.04.2020

Gratuliere zu dem Freud’schen Druckfehler “börsenkotiert”!

Steffen Huebner / 14.04.2020

Vermutlich ist es inzwischen egal, ob nun noch Corona- oder Carina Bonds. Die Messen sind gesungen, das Finale der Währung, die “genauso hart wie die D- Mark” sein sollte, steht bevor. Die Banken können keine Gewinne mehr generieren, viele Eurostaaten bankrott und am Tropf, hemmungslose Giralgeldschöpfung auf Knopfdruck und als ob das nicht reicht, schafft Deutschland, als größte Volkswirtschaft im Euro, gerade seine letzten realwirtschaftlichen Leistungsträger ab - ganz regierungsamtlich. Ökonomen wie Markus Krall, Meyer oder Otte rechnen beginnend Ende 2020 mit beginender Depression, im Verlauf 2021 übergehend in Hyberinflation. Den Euroraum wird man rechtstaatlich (!) nicht mehr aufrecht erhalten können - kommt dann eine Diktatur?

Volker Altenähr / 14.04.2020

Herr Klusmann ist ” Wirtschaftsjournalist” ? In welcher Wirtschaft hat denn seine Studienzeit verbracht ?

Thomas Brox / 14.04.2020

Betrachten Sie die mehrjährigen Wechselkurse Euro zu Dollar, Schweizer Franken, Yen (googeln: kurs euro dollar, dann onvista.de aufrufen). Die anderen Notenbanken drucken auch Falschgeld, aber der Euro ist am miesesten. Der Euro ist ein Instrument der staatlichen Umverteilung, faktisch eine spezielle Vermögenssteuer. Es läuft über 2 Mechanismen: Erstens über Inflation; die EZB “druckt” Falschgeld (von 2011 bis Ende 2020 mindestens 3500 Milliarden Euro, es kann mehr werden) und kauft damit marode Staatsanleihen auf (Staatsfinanzierung durch die EZB). Zweitens werden über Target-2 Kredite die Exporte innerhalb der Euro-Zone finanziert (Schuldenstand der Südstaaten gegenüber Deutschland: 1000 Milliarden). Enteignet werden private Unternehmen, die Geldvermögen verwalten oder besitzen (Rentenfonds, Betriebsrenten, Versicherungen, Bausparer, Privatbanken, ...) und natürlich Bürger mit Geldvermögen, die zum Beispiel vorgesorgt haben. Das abgezockte Vermögen landet in den Staatshaushalten, um aufgeblähte Staatsapparate, Sozialindustrien und nutzlose bis schädliche bürokratische Projekte zu finanzieren (etwa Green Deal). Besonders profitieren hiervon die reformunwilligen Südstaaten der Euro-Zone; seit Euro Einführung sind die Beamtenapparate einiger Südstaaten explosionsartig gewachsen. Faktisch ist die Euro-Zone bereits eine diktatorisch durch die Hintertür installierte Haftungsunion. Inflation ist die eleganteste Form des Raubs, der Widerstand der Opfer ist minimiert. Der Euro zieht langfristig alle Länder der Euro-Zone auf das Niveau des unfähigsten Landes herunter, das ist €-Sozialismus.

Rainer Hanisch / 14.04.2020

“Immerhin schützt den deutschen Steuerzahler der Satz von Kanzlerin Merkel, dass es zu ihren Lebzeiten keine Eurobonds geben werde. Da wünschen wir ihr ein langes Leben.” Sie sind wohl noch nicht so lange auf der Welt? Sonst müssten Sie wissen, dass eine Frau Merkelmal groß herausposaunt hatte: “Mit mir gibt es keine Erhöhung der Mehrwertsteuer!” Nach der damaligen Wahl (und Abwahl der Schröder-SPD) betrug die MWSt plötzlich statt bisher 15% satte 19%, ein Prozent mhr, als die SPD androhte! Nein, ein langes Leben darf man der Merkel auf gar keinen Fall wünschen! Wer weiß, was die noch so alles verzapft!

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