
Es gibt noch einen anderen Grund für das Scheitern des Westens in Afghanistan. 2013 führte das renommierte Research Instiut PEW in dem Land eine Befragung durch. Ergebnis: 99% der Befragten befürworteten die Einführung der Scharia. Und das war ja das Versprechen der Taliban, dies zu tun. Jetzt merken sie allerdings, dass sich keine paradiesischen Verhältnisse eingestellt haben. Deshalb der Drang nach Germoney.
Kann es nicht sein, dass die Amis und die Briten schlicht und einfach dumm sind. Dazu kommt noch eine enorme Arroganz hinzu. Totale Anfänger. Ohne Krieg kann man sehr viel mehr erreichen. Für alle Beteiligten.
Naive Malerei in Schrift? Ähnlichkeiten / Parallelen Quelle Oberst Nicolai, Chef des deutschen Nachrichtendienstes vor und während des 1. Weltkrieges. Lange vor dem 1. WK war Frankreich klar, sie brauchen die 2. Front durch Russland im Osten. Russland wurde mit riesigen Krediten logistischer und organisatorischer Unterstützung aufgerüstet. Der französische Nachrichtendienst arbeitete in großer Zahl und sehr eng mit dem russischen Nachrichtendienst in Russland zusammen. Natürlich alles nicht so offiziell, denn den Demokratien Frankreich, Großbritannien und USA war schwer zu erklären, warum das “Zarenregime” unterstützt wird (und ob das die Werte der drei genannten verteidigt). Hat funktioniert. Nach zwei Jahren Krieg Ende 1916 war das Zarenregime am Ende und neigte dazu den Krieg zu beenden. Das wollten die Entente Mächte auf keinen Fall. Der französische Nachrichtendienst in Russland wurde in allen Bereichen sehr aktiv und förderte, finanzierte eine “bürgerliche” Revolution (einen Putsch). Die Menschen in Russland wurden Opfer der Propaganda, da in ihnen die Hoffnung geweckt wurde, der Krieg wird mit der “bürgerliche” Revolution beendet. Die rangeputschte und den Demokatien im Westen als “bürgerlich-demokratisch” dargestellte Regierung hatte aber Verpflichtungen gegen Frankreich zu erfüllen. Es kam zur “Kerenski Offensive” Sommer 1917. In der Propaganda wurde die Sehnsucht der Menschen in Russland nach Frieden verschwiegen. Die Deutschen waren nicht doof und haben sich den Putschisten Lenin in der Schweiz gekauft und mit wichtigen Informationen und Geld für seinen Putsch versorgt (November 1917). Ein Putsch der funktioniert hat und im Frieden von Brest-Litowsk gipfelte. Lenin war auch ein schlauer und hat Deutschland mit seinen kommunistischen Ideen geflutet. Na mal sehen wie es in der Ukraine weitergeht und was noch so aus dem Hintergrund geleakt wird und wie viele Menschen noch für Interessen, wessen Interessen?, verbluten müssen.
@Paul Sperling : “Afghanistan war eine verpasste Chance, die nie wieder kommt.” Obwohl ich den Fakten, die Sie nennen, zustimmen muss, bezweifle ich, dass Afghanistan jemals eine Chance war. Der Krieg durch USA und NATO war niemals als Chance für dieses Land gedacht, sondern als “Krieg gegen den Terror”, vom Busch-Cowboy ausgerufen, OHNE irgendeine demokratische Abstimmung mit den Vasallen, die die auch hätten ablehnen können. Es ging um die Revanche für den 11. September 2001. Selbst der gesuchte Osama Bin Laden, wegen dem das angeblich alles angezettelt worden ist, wurde dann nicht in Afghanistan gefunden, sondern in Pakistan, wenn man den Erzählungen noch irgend einen Glauben schenken will. Da war nie eine Chance, für niemanden, weil es nur eine sinnlose Ersatzhandlung im Framing einer Verschwörungstheorie der Geheimdienste war. Es hatte nie einen Sinn, und deshalb konnten auch die wechselnden angeblichen Kriegsziele niemals erreicht werden. Es war ein toter Gaul, vom ersten Tag an. Und jeder Narr, der das gesundbeten wollte, kann nur belächelt werden. Am Hindukusch. Wer sich da als militärischer Freiwilliger gemeldet hat, weil es Geld gab dafür, hätte wissen müssen, dass er keine Freiheit verteidigt. Und wenn heute Mütter von Gefallenen einen Ersatz fordern, kann ich denen nur sagen, sie hätten Ihre Söhne lieber rechtzeitig besser beraten sollen.
Vergleichen kann man alles, aber hier gibt es doch riesige Unterschiede. Das westliche System wird eben nicht am Hindukusch verteidigt, und der internationale Terrorismus braucht Afghanistan nicht als Basis, er kann von überallhin operieren, gern auch von Deutschland aus, der deutschen Flüchtlingspolitik sei Dank. Diese archaische Gesellschaft will nicht modernisiert werden, und sie gefährdet nicht den Westen. Das dürfte allen Beteiligten seit langem klar gewesen sein, und es ging seit Jahren nur noch darum, möglichst gesichtswahrend aus der Sache herauszukommen, bis die Amerikaner vorgemacht haben, wie man entschlossen die Reissleine zieht. Mit Kapitulation hat das nichts zu tun, sondern mit Kosten-Nutzen-Rechnung und den logischen Konsequenzen daraus. Die Ukraine liegt aber nicht am Hindukusch, sondern sie ist quasi die Haustür unseres Europas, an die ein äußerst unangenehmer Eindringling, für den Hausrecht, Eigentum und Tischsitten Fremdwörter sind, trampelt und aggressiv Einlass verlangt. Auch wenn uns unser Haus derzeit ziemlich dysfunktional erscheint, mit diesem Eindringling würde es nur noch schlimmer. Wer den schon mal bei sich zu Hause hatte, weiss, wovon ich rede. Wem das für sich selbst schon egal ist, der sollte wenigstens an seine Kinder und Enkel denken.
@Paul Sperling / 12.04.2023 - “Als die UdSSR 1989 aus Afghanistan abzog, hinterließ sie mit dem Nadschibullah-Regime eine funktionierende, säkuläre Regierung, die sich um Bildung und Gleichberechtigung bemühte und sogar eine relativ fähige Armee hatte. (...)”—- Ist Ihnen schon mal der Gedanke durch den Kopf gewandert, dass die Mohammedaner absolut keine Lust auf eine “säkulare Regierung” haben, egal, wer sie ihnen in welcher Form oder aus welchen Gründen auch immer empfiehlt oder aufzwingt?
“Afghanistan hat in den letzten Monaten wichtige Schritte in seiner demokratischen Entwicklung vollzogen” Wunderbare Nachrichten. Dann bestehen ja keine Fluchtgründe mehr und wir können alle afghanischen Asylanten wieder nach Hause schicken.
Letztendlich geht es den Strategen bei beiden Konflikten um die unipolare Weltordnung, um die absolute Vormachtstellung der Supermacht USA. Russland ist hier - abgesehen von den Nuklearwaffen - kein ernstzunehmender Konkurrent. Weder verfügt Russland (anders als die Sowjetunion) über eine ausreichend große Bevölkerung, noch über entsprechend leistungsfähige Industrie und schon gleich gar nicht über offene Zugänge zu den Weltmeeren. Ein EU-Russland Bündnis hätte zwar das Potential gehabt, den USA machtpolitisch ebenbürtig zu werden, war aber schon immer äußerst unwahrscheinlich und ist es seit dem Beitritt der ehemaligen Ostblockstaaten zu NATO und EU noch mehr. Es geht machtpolitisch darum - und da ist Putin im Weg - politische Kontrolle über die landwirtschaftlichen und rohstofflichen Ressourcen Russlands zu gewinnen, nicht um deren selbst willen, sondern um die von China abschneiden zu können. Denn Russland und China haben erkannt, dass der eine jeweils das hat, was der andere braucht und zusammen (sei es nur als enger Wirtschaftsverbund) sind sie die Herausforderung für die USA und deren Machtanspruch im Pazifik. Nicht (nur) gegen Russland sind die US-Stützpunkte in den Turkstaaten gerichtet und nicht gegen Russland war die Besatzung des rohstoffreichen Afghanistans gerichtet (die Rohstoffvorkommen waren großteils schon den Sowjets bekannt und wurden von diesen exploriert). Russland war ja dabei teils sogar Verbündeter der USA und hat den Nachschub nach Afgnaistan über sein Territorium ermöglicht. Afghanistan ist wichtiger Teil der chinesischenBelt and Road Initiative (und diese wiederum Bestandstandteil einer Umgehung der angelsächsichen Kontrolle über die Ozeane). Die Belt and Road Initiative, auch wenn sie offiziell erst seit 2013 existiert, kann man auch als Fortschreibung des Karakorum Highway Projektes sehen. Bei beiden Konflikten ging und geht es also darum China abhängig von, durch Westsanktionen vulnerablen, Rohstoff- und Lebensmittelmärkten zu halten.
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