
Journalisten sollten sich um echte Skandale kümmern. Mich interessiert es nicht wirklich wer an welcher Schule oder Uni welchen Abschluss gemacht hat. Solche “Skandale “aufzufecken trifft oft den falschen. Ja er hat gelogen. Nein das sollte er nicht tun. Wenn man so strenge Maßstäbe anlegt, dann wird sofort unsere gesamte Wirtschaft lahm gelegt. Hauptsache das Ego der “heldenhaften” Journalisten wird noch mehr aufgeblasen. Sorry liebe selbst ernannte vierte Gewalt. Niemand hat euch gewählt und Ihr nehmt Euch oft zu viel raus. Wer sich an die echten Verbrecher wagt, der hat sich Respekt verdient.
Nach jahrzehntelangem Dasein in beruflichen Schlangengruben und viel Einsatz für die dadurch Gequälten, frage ich mich zum einen, soll man treten? Cui bono? Der gute Journalismus ist natürlich schon lange auf dem absteigenden Ast. Auf das Ende des Lebens schauend scheint mir die Aussortierung der falschen Leute aus dem eigenen Umfeld, die kritische Analyse von Handlungen, die einem nahe kommen, und die vielfältige Hinzuziehung von Informationen für die eigene Meinungsbildung eine gute Grundlage den Mangel an gutem Journalismus zu kompensieren.
Ganz ehrlich, was für ein armseliges Leben muss man führen um Monate oder gar Jahre mit dem Nachweis zu verschwenden das irgendein Gernegroß seine Doktorarbeit hat schreiben lassen oder ob der Titel auf seiner Visitenkarte bei Konsul Weyer gekauft wurde? Investigativer Journalismus? Wadenbeisserei bestenfalls. Endlich mal den “Mächtigen” an die Karre pissen. Das ist Sandkastenniveau. Ich mach dir deine Sandburg kaputt weile meine nicht so schön ist. Nachweisen das das selbe Schweinchen X-tausend Tonnen Giftmüll im Ozean verklappt, oder mittels Söldnern ein Favela für eine neue Plantage plattmacht, das ist investigativer Journalismus. Waffen- und Drogenschieber identifizieren, irrlichternde Geheimdienste bloßstellen, Diktatorenkonten aufdecken, das ist investigativer Journalismus. Aber da besteht ja auch die Gefahr das es Nachts um drei dann an der Türe klingelt oder beim Umdrehen des Zündschlüssels mehr als nur der Motor startet. Und ach .. die ebenso politisch korrekt weichgespülten Kollegen, hinter den bröckelnden Fassaden des aussterbenden “Qualitätsjournalismus” wollen das dünne Artikelchen nicht drucken? Mimimi. Setzen sechs!
Der Investigativjournalist hat meiner Meinung nach ein bißchen was von einem Strafverteidiger - es geht im wesentlichen um die persönliche Karriere und den finanziellen Aufstieg; der eine sucht nach Karrieristen, deren Weg nach oben nicht ganz koscher ablief (das ist Standard und daher leicht zu finden) und sie zu Fall zu bringen (wäre mir als Broterwerb zu anrüchig), der andere versucht, Straftätern die gerechte Strafe zu ersparen. Keiner macht es für Gottes Lohn. Seien Sie froh, auf zumindest dieser Ebene gescheitert zu sein und sich - vorerst - die Unschuld erhalten zu haben.
Lieber Herr Gökalp haben Sie schon mal wertschöpfende Arbeit geleistet, wie Herr Rorsted? Auch wenn er seinen Ausbildungsstatus vielleicht etwas aufgehübscht hat, so waren doch seriöse grosse Unternehmen bereit im hohe Verantwortung zu übertragen. Vermutlich sind Ihre Vorwürfe nicht mal strafbar. Nur dann wären sie für die Öffentlichkeit interessant. Vielleicht bearbeiten Sie mal das Feld Politik und Medien, da könnten Sie Ihre Investigative Berufung voll ausleben. Aber leider ohne Brot.
Sehr geehrter Herr Gökalp. Qui bono? So heißt das Prinzip der heutigen hiesigen - aber nicht nur hier- Qualitätsjournos. Nicht der Wahrheit verplichtet als 4te Macht -“Sturmgeschütz der Demokratie”- als Kontrolleur und Korrekteur politischer, in enger Kooperation mit wirtschaftlichen Entscheider, sondern der obrigkeitsgenehmen “Haltung”, man könnte auch sagen ein sehr profitabler Politmedialer Komplex, bei dem sie sich nur laben dürfen, wenn sie mitschwimmen,wie ein toter Fisch. Oder eben nicht. Ein schönes Beispiel ist eine Wissenschaftlerin, die wohl als Protegé unrechtsstaatlicher Politkader studieren und ins Ausland hat reisen dürfen, was schon sehr ungewöhnlich in einem Unrechtstaat gewesen sein soll, der Bürger auch gerne hinterrücks an alternativlosen Todes-Mauern hat erschießen lassen. Deren Promotionsarbeit ist im übrigen mW von renomierten Wissenschaftlern der Cambridge-Universität, als bovine Ausscheidung bewertet worden. Teile dieser Promotion -Vorwort und Danksagung?- sollen entfernt worden sein? Auch sehr ungewöhnlich, mM, sicherlich in dieser Kaste aber kein Einzelfall. Desweiteren war diese -nach Einschätzung renomierter Rechtswissenschaftler, und Verfassungs-Richter- gesetzesbrechende Wissenschaftlerin wohl auch in der selben Lehranstalt -eine Klasse höher?- wie eine als Landes-Verfassungsrichterin -auch von Klatschhasen der (*DU- gewählte, stalinharte SEDlerin. Sie sehen, Josephs gelehrige Schüler mit Haltung und Stürmerqualitäten sind wieder voll da, bzw waren nie weg?
Natürlich ist es peinlich, wenn man eine Leitungsperson beim Schönen ihrer Biografie ertappt. Es stellt sich die Frage, wie sie grundsätzlich mit Wahrheit umgeht. Andererseits: Es gibt im Wirtschaftsleben immer mehr Akademiker und in jedem Betrieb gibt’s immer mehr “Qualitätsmanagement” - aber die Resultate werden immer dürftiger. Wenn nun ein Nicht-Akademiker ein internationales Unternehmen mit Erfolg führt und den Einstieg in den Betrieb durch das Frisieren seiner Biografie schafft - wen interessiert’s? Rorsted macht scheinbar alles richtig - ihn zu opfern wegen einer Lappalie ist unverhältnismässig. Der Autor scheint mir sehr Zertifikate-gläubig zu sein und seine Idee, Wirtschaftsführer zu Fall zu bringen, die nicht die richtigen Papiere haben, befremdet mich. Wie wäre es, ein Buch zu folgendem Thema zu veröffentlichen: Was haben Wirtschaftsführer mit den besten Abschlüssen der renommiertesten Universitäten der Welt konkret erreicht? Gibt es eine Korrelation zwischen akademischer Ausbildung und wirtschaftlichem Erfolg? Meine Prognose: Nein. Unternehmer - nicht Manager - sind nicht erfolgreich, weil sie reich werden wollen, sondern weil sie eine Vision haben. Dieser seltene Menschenschlag versucht verbissen und gegen alle Widerstände eine Idee umzusetzen - und der Reichtum ist nur ein Nebeneffekt. Der typische Unternehmer setzt sich nach der ersten erreichten Million (oder Milliarde) nicht zur Ruhe, sondern arbeitet weiter bis drei Tage vor dem Tod. Nicolas Hayek, Retter der Schweizer Uhrenbranche, hat mal bei einem Interview - als er schon über 70 war - auf die Frage nach der Überlastung in diesem Alter geantwortet, dass er nicht 70 Stunden die Woche arbeite, sondern 70 Stunden Spass habe. Das ist ein Unternehmer - und so denken wohl alle echten Unternehmer. Unternehmer ist kein Beruf - es ist eine Berufung. Rorsted scheint ein Unternehmer zu sein. Das zählt.
Lieber Herr Gökalp, ich kann Ihren Frust gut verstehen. Da startet man ins Leben mit einer großen Portion Berufsethos und Idealismus - und dann der Absturz in die Realität, die eben nicht den Vorstellungen eines von Idealen beseelten jungen Menschen entspricht. Eine bekannte Schriftstellerin hat mal dem Sinne nach gesagt: Alt werden (oder auch nur erwachsen werden), das ist eine Folge von ständigen Desillusionierungen. Wie wahr. Sich davon nicht brechen, nicht unterkriegen zu lassen und dem Leben geradlinig die Stirn zu bieten - ohne die Lebensfreude zu verlieren - das ist die Kunst. Ich wünsche Ihnen in allen Lebensbereichen großen Erfolg!
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