Dirk Maxeiner / 11.10.2016 / 06:08 / 6 / Seite ausdrucken

Von der Energiewende zur Patenthalse: Jetzt sind es schon 520 Milliarden

„Die Sonne schickt uns keine Rechung“, gab Franz Alt eine Zeitlang zum Besten. Erinnern sie sich an den Spruch? Schön war auch Jürgen Trittins Frohmutsphrase, die Energiewende koste den Bundesbürger „im Monat nicht mehr als eine Eiskugel“. Inzwischen haben sich die Öko-Betschwestern respektive Brüder in die Büsche geschlagen. Ist auch besser so: Die Gesamtkosten der Energiewende allein im Strombereich belaufen sich einer Meldung von gestern zu Folge auf über 520 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025. Eine vierköpfige Familie bezahlt bis dahin 25 000 Euro. Das ist das Ergebnis eines Gutachtens des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomik (DICE) im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM).

Ich selbst erinnere mich noch an eine Talkshow 2012 bei Beckmann, in der Merkels Wundertröte Peter Altmaier, damals Bundes-Umweltminister, mir gegenüber saß und einen ungeheuren Stuss von sich gab. Heute pfeift Altmaier in einem anderen Wald, aber zum Glück gibts ja Youtube und man kann das nochmal anschauen. Auch  Claudia Kemfert und Sven Plöger entleiben sich diskursiv, vier Jahre danach sieht man halt klarer. 

Und was kriegen die Bundesbürger für die 520 Milliarden, die man Ihnen aus der Tasche zieht?  Eine störanfällige, volatile Energie-Infrastruktur, die uns abhängiger von Energieimporten und russischem Gas macht und in Sachen klimaschutz nichts, aber auch rein gar nichts bringt. Wie sagte der olle Richard Wagner: „Deutsch sein heißt, eine Sache um ihrer selbst Willen tun.“

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Werner Geiselhart / 12.10.2016

@Thomas Wagner Sehr geehrter Herr Wagner, ganz im Stile von Claudia Kemfert geben Sie der bösen Braunkohle Schuld an der ganzen Misere. Deshalb mal ein bisschen Historie: bis 1999 hatten wir einen stabilen, teilweise sogar sinkenden Strompreis von 14ct/KWh. Die Kraftwerke lieferten stabilen, günstigen Strom. Da die Kraftwerke da gebaut wurden, wo der Strom benötigt wurde, genügte meist das bestehende Netz, deutschlandweite Netze waren nicht notwendig. Redispatching konnte weit im Voraus geplant werden, die Kosten waren minimal. Das alles änderte sich, als man in Deutschland glaubte, die Welt retten zu müssen. Ohne die notwendigen Begleitmaßnahmen wurde der Ausbau von volatiler Wind- und Sonnenenergie mit Wahnsinnsabnahmepreisen, die für 20 Jahre zugesichert wurden, gepushed. Begleitmaßnahmen wären z.B. die zeitgleiche! Bereitstellung von Speichern und Leitungen gewesen, wofür die Windrad- und PV-Besitzer hätten sorgen müssen. Stattdessen wurde das Land völlig planlos mit volatilen Stromerzeugern überzogen, deren Besitzer kassierten horrende Abnahmepreise, die bis zum zehnfachen höher waren als die Gestehungskosten der konventionellen Kraftwerke. Und jetzt kommts: Die Kohlekraftwerke wurden nicht aus Jux und Tollerei weiterbetrieben, sondern sie sind überlebensnotwendig. Sie müssen u.a. wochenlange Flauten der volatilen Energien absichern und haben ständig im Standby zu laufen, um auf solche Ereignisse vorbereitet zu sein. Und wenn dann plötzlich Wind aufkommt, dürfen Windräder ihren Strom mit Vorrang ins Netz einspeisen. Wie Sie eventuell wissen (oder auch nicht) können insbesondere Braunkohlekraftwerke gar nicht so schnell reagieren und müssen den Überschußstrom irgendwie loswerden. Deswegen die Mär, die Braunkohle würde das Netz überlasten. Das Ganze wird sich demnächst noch verschärfen, wenn die restlichen KKWs vom Netz müssen. Den Rest können Sie sich ja denken (oder auch nicht). Redispatching-Maßnahmen haben 2015 über eine Mrd. Euro gekostet.

Sonja Brand / 12.10.2016

Wann haben eigentlich Menschen ohne gesunden Menschenverstand sämtliche Regierungsposten übernehmen können? Das Patriarchat der Spinner und Eigendarsteller gängelt eine ganze Nation und das auch noch “als vom Volk gewählte Vertreter”. Könnte mich kaputtlachen, wenns nicht so traurig wäre. Gruß an alle Normalos

Christian Schulz / 11.10.2016

Wunderbar, eine tolle Satire. Wenn ich jetzt nich Verbrennungmotoren verbiete und durch Elektromobilität ersetze, dann müssen wir die Stromproduktion zwar verdoppeln. Das schaffen wir. Natürlich müssen wir bei den Heizungen auch noch weg von fossilen Brennstoffen, das machen wir alles mit Bio. Das schaffen wir.

Thomas Wagner / 11.10.2016

Dass dieses Gutachten dazu beiträgt, dass Leute, die schon immer wussten, dass die Energiewende zu nichts taugt, klarer sehen, verwundert mich nicht ! Wer alle Kosten, die seit der Einführung des EEG, in der Stromversorgung, im Kraftwerks- und Netzbereich usw. den erneuerbaren Energien zuschlägt, sieht selbstverständlich - ein klares Bild ! Es ist mir natürlich auch klar, dass Bau und Erhalt von Stromnetzen erst seit der Einführung von Sonnen und Windstrom Kosten verursacht ! Es ist auch selbstverständlich, dass wenn über 30 % des Stromes Regenerativ erzeugt wird, deshalb Braunkohlekraftwerke weiter mit voller Leistung Strom erzeugen müssen, den eigentlich niemand braucht !  Abgeregelt werden, bevor die Netze aus allen Nähten platzen ? Klar -  die Regenerativen ! Die Kosten dafür verursacht - richtig ! - die Energiewende ! Der überflüssige Braunkohlestrom wird dann eben ins benachbarte Ausland verramscht ! Aber dafür braucht es natürlich auch entsprechende Stromleitungen ! Selbstverständlich sind dies wieder Kosten der Energiewende ! Und wenn der überflüssige Braunkohlestrom die Netzte verstopft, dann sinkt natürlich auch der Börsenstrompreis ! Auch prima ! Denn die Differenz des Börsenstrompreises zur EEG Vergütung wird ja durch die EEG Umlage bezahlt !  Schon wieder Kosten der Energiewende ! Über die ständig sinkenden Börsenstrompreise freuen sich natürlich die, die an der Strombörse einkaufen, klar - nicht Lieschen Müller ! Lieschen Müller bezahlt ja die EEG Umlage ! Lieschen Müller zahlt auch die EEG Umlage für viele die an der Strombörse billigen Strom kaufen, denn Stromgrößtverbraucher sind selbstverständlich von der EEG Umlage befreit !? Tja und genau die, die klagen dann über die - wegen der Energiewende - steigenden Strompreise !??? Ich habe aber die Hoffnung, dass wenn sich die Schwaden der Braunkohlekraftwerke einmal verzogen haben, auch die Energiewendekritiker wieder frei durchatmen und verstehen können, dass die Welt sich ändert ! Das gangbare Wege der Welt von Gestern, zerstörerische Irrwege für die Welt von Morgen sein können !

Hans Spaniol / 11.10.2016

Ich bewundere den Peter Altmaier sehr. Er ist der Politiker, der das Sprechen absolut beherrscht. Er kann sowohl beim Ausatmen als auch beim Einatmen sprechen.

Philipp Richardt / 11.10.2016

Trittin hatte nie gesagt, wieviel Eiskugeln in Zukunft kosten würden, der Schelm.

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