Cora Stephan / 24.01.2011 / 17:57 / 0 / Seite ausdrucken

Von der Duldungsstarre der Untertanen

Schon gemerkt? Wir werden hierzulande gar nicht regiert. Wir sind nicht abhängig von all den Schäubles und Brüderles, den Westerwelles und zu Guttenbergs. Hat also gar keinen Sinn, sich aufzuregen: Wir unterliegen höheren Mächten. Protest ist zwecklos. Denn ändern kann man gar nichts.
Das und nichts anderes meint die Kanzlerin, wenn sie etwas „alternativlos“ nennt. Schließlich kennt sich eine Naturwissenschaftlerin wie Angela Merkel aus mit den Naturgesetzen. Die sind zwangsläufig. Da gibt’s nichts zu diskutieren. Da ist politisch nichts mehr zu machen. Das ist übergesetzlicher Notstand. Widerstand und Widerspruch erübrigen sich. Das Nichtregieren fordert vom Bürger nur eins: sich still und ergeben abzufinden.
Ja, Alternativlosigkeit ist der Traum jedes Politikers. Und fast sind wir ja schon so weit mit der Duldungsstarre der Untertanen. Was sich in Klimadingen angedeutet hat – angesichts der drohenden Apokalypse verbieten sich Zweifel, weshalb so ein Klimaleugner mindestens so schlimm ist wie ein Holocaustleugner – lässt sich auf andere Felder der Politik mühelos übertragen.

Stuttgart 21 etwa ist alternativlos. Der sogenannte „Rettungsschirm“ über der Europäischen Union natürlich auch. Egal, ob dafür das eine oder andere Gesetz gebrochen oder gebogen wird: was muss, das muss.
Nur, um den Anschein zu wahren, zieren sich unsere EU-Rettungspolitiker Schäuble und Merkel noch ein wenig, aber das Volumen der EFSF – der „Europäischen Finanzstabilisierungsfaszilität“ – von jetzt 750 Milliarden Euro wird sicher noch anwachsen und ein Ende der Hilfe ist nicht in Sicht, sie ist ja jetzt schon unbefristet.
Klar, dass der deutsche Steuerbürger sich angesichts der Unausweichlichkeit solchen Geschehens bescheiden muss. Finanzminister Schäuble rechnet mit dem Realismus der Untertanen, die ja wüssten, ich zitiere: „dass allein schon wegen der Alterung der Bevölkerung große Herausforderungen auf den Staat zukommen.“ Das kommt davon, wenn all die Mallorca-Rentner nicht früh genug ins Gras beißen, denkt da der Noch-Steuerzahler betroffen und schminkt sich den fröhlichen Rentnerlenz schon mal vorausschauend ab.
Jetzt mal im Ernst…

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