Henryk M. Broder / 11.01.2015 / 22:15 / 10 / Seite ausdrucken

Vom Islam lernen heißt siegen lernen

So ähnlich verhält es sich auch mit dem Islam. Al-Qaida, Boko Haram, der Islamische Staat und die Taliban haben mit dem Islam nichts zu tun. Das Regime der Ajatollahs hat mit dem Islam nichts zu tun. Die blutigen Kämpfe zwischen Schiiten und Sunniten haben mit dem Islam nichts zu tun. Wenn in Saudi-Arabien Gotteslästerer ausgepeitscht und Ehebrecherinnen gesteinigt werden, hat das mit dem Islam nichts zu tun. Die Attentäter von “9/11” hatten mit dem Islam nichts zu tun. Auch das, was in London, Madrid, Mumbai, Bali, Boston, Sydney, Brüssel und Toulouse geschah, hatte mit dem Islam nichts zu tun. Denn Islam meint “Frieden”, und Dschihad, so hören wir es immer wieder, bedeutet nicht “Heiliger Krieg”, sondern “innere Anstrengung”, wozu auch immer. In jeder Religion gibt es Fanatiker, aber in keiner anderen wird dermaßen hartnäckig darauf bestanden, dass sie nichts mit der Religion zu tun haben, auf die sie sich berufen. http://www.welt.de/debatte/henryk-m-broder/article136253922/Vom-Islam-lernen-heisst-siegen-lernen.html

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Klaus-Peter Kubiak / 14.01.2015

Bei einer der negativen Beichterstattungen des ZDF ist mir aufgefallen, dass ein Schwarzer bei Pegida mitmarschierte und ein Plakat gegen den Islam in die Luft hielt. Diese Leute wissen ja ganz genau, was der Islam gerade auch in Afrika anrichtet. Dummerweise hatten die Verantwortlichen beim Sender es versäumt, ihn wegzuretouchieren. Ziemliche Schlamperei, nicht wahr? Mich würde es wirklich interessieren, wie man das mit dem Begriff “Ausländerfeindlichkeit” vereinbaren kann.

Gertraude Wenz / 13.01.2015

Danke für die auf den Punkt zutreffenden Kommentare Herrn Broders, der mir immer wieder aus der Seele spricht. Danke für all die anderen klugen Beiträge auf dieser Seite, die mich hoffen lassen, dass der Verstand sich aus unserer Bevölkerung noch nicht ganz verabschiedet hat. Das dumpfbackige ( anders kann man es wirklich nicht nennen-tut mir leid-) Geschwafel unserer Politiker nach den Terroranschlägen in Paris, dass permanent zwischen Islam und Islamismus unterschied und augenscheinlich in keinster Weise eine Vorstellung davon hatte, was der Islam als kriegerische Religion beinhaltet, war für mich kaum auszuhalten. Kritik am Islam scheint tabu zu sein. Ich habe noch nie so deutlich gesehen, wie unsere angeblich unabhängigen Politiker und Journalisten Sachverhalte umgangen, ausgespart oder verschleiert haben. Ich bin entsetzt und habe mein Vertrauen in unseren Rechtsstaat wieder ein bisschen mehr verloren.. Warum reden Politiker nicht Klartext? Es kann doch nicht sein, dass sie wirklich keine Ahnung von der Menschenrechtsfeindlichkeit und Demokratiefeindlichkeit einer Religion haben, die sie bei uns integrieren wollen. Ich kann doch nicht Fürsprecher von etwas sein, was ich gar nicht kenne! Mich beschleicht der Verdacht, dass sie es aus Gründen der Diplomatie oder der wirtschaftlichen Verflochtenheit mit islamischen Ländern nicht wagen, Kritik am Islam selbst zu üben. Das könnte ja verheerende politische und wirtschaftliche Auswirkungen haben. So ducken sie sich kleinlaut und geben ein Beispiel für Erpressbarkeit und Unlauterkeit.

andreas skrziepietz / 13.01.2015

Islam bedeutet “Unterwerfung”, nicht “Frieden”. Salam bedeutet “Frieden”

Angelika Tischewitsch / 12.01.2015

Lieber Herr Broder, gern möchte ich Ihnen mitteilen, was ich vor ein paar Tagen gelernt habe. Anfang Januar 2015 habe ich einen ca. 13-minütigen Kommentar eines jungen Israeli auf youtube gesehen, der einen nachhaltigen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Dieser junge Mann hatte die Festtage und den Jahresbeginn hier in Deutschland verbracht und muss in dieser Zeit Informationen über PEGIDA erhalten haben. Jedenfalls empfand ich seine Ansprache als eine einzige leidenschaftliche und flammende Fürsprache für PEGIDA. Der junge Mann schien sehr aufgewühlt zu sein, seine kurze Rede war sehr emotional. Sie hat mich aber gefreut, ja, das hat sie. Doch das nur am Rande. Etwas Anderes war höchst bemerkenswert und hat mir buchstäblich die Tränen in die Augen getrieben und mich tief berührt zurück gelassen. Dieser junge Israeli erzählte kurz, dass auch er Angehörige im Holocaust verloren hat. Er sprach davon, dass er den Tätern und diesem Hitler nie verzeihen würde. Dennoch verurteilt er heute nicht die Deutschen, sondern führte auf, dass diese Fehler gemacht hätten und seit Ende des 2. Weltkrieges dafür büßen würden. Er hat Verwandte hier in Deutschland und möchte diese weiterhin besuchen, ohne sich fürchten zu müssen. Ja, das wünsche auch ich mir für ihn. (Der Kommentar/die Ansprache ist nicht mehr aufrufbar.) Das Bemerkenswerte ist diese Einstellung. Es ist etwas Furchtbares geschehen, das Millionen von unschuldigen Menschen, vornehmlich Juden, das Leben gekostet hat. Und die Hinterbliebenen der damals Umgebrachten leben keinen Hass, sie arbeiten auf und sie klären ihre Nachkommen auf. Ich wiederhole mich: ich bin auf’s Höchste beeindruckt. Die Israelis sind ein denkendes und aufgeklärtes Volk. Sie hassen nicht. Sie werden gehasst. Immer noch. Und die Ursachen für diesen Hass sind stets die Gleichen: Sie lassen sich finden in der Umgebung, in der Kinder aufwachsen und in dem Gedankengut, dem Kinder unterworfen sind. Und noch etwas. Ich finde es mehr als nur befremdlich, nichts über die Hingerichteten im jüdischen Supermarkt zu hören und zu lesen. Oder habe ich was übersehen? Wer waren diese Menschen, die so wenig Beachtung bekommen und die offensichtlich in der öffentlichen Trauer nur am Rande bemerkt werden? Ich bin zutiefst erschrocken und schockiert über die Anschläge in Frankreich und voller Mitgefühl für die Angehörigen. Aber ich bin auch nicht Charlie, soviel Courage habe ich nicht. Mir waren schon als kleines Mädchen immer die am nächsten, die niemanden hatten. Deshalb sage ich: „Je suis supermarché“ Lieber Herr Broder, ich wünsche Ihnen einen friedvollen Tag.

Stephan-Michael Patzke / 12.01.2015

Der Vergleich hinkt, leider - auch wenn der Artikel, wie immer bei Ihnen, Herr Broder, gut geschrieben ist. Der Sozialismus ist vom Kapitalismus in seiner offenen, brutalen Phase selbst verursacht worden, und wurde erst dann und dort überflüssig, als der Kapitalismus die vom Sozialismus gemachten Versprechungen selbst zu erfüllen begann.  sein eigenes versagen war dann nur noch die “Sahne obendrauf”. Mit dem Islam verhält es sich anders. Eigentlich muss man das Schicksal des Islam eher mit dem des Christentums und dem der jüdischen Religion vergleichen. Das Christentum war in der Geschichte gegenüber Andersdenkenden - Juden, Muslimen und nicht religiösen Menschen - ebenso aggressiv wie der Islam, wenn es über staatliche Macht verfügte oder diese beanspruchte. Erst in dem Maße, in dem ihm diese staatliche Macht durch Aufklärung, Freiheit der Meinungen und wirtschaftliche Entwicklung abhanden kam, konnte es wieder zu einer positiven Kraft werden. Auch der jüdischen Religion ging es nicht anders, nur dass Phase der staatlichen Machtlosigkeit und der damit verbundenen positiven Entwicklung in ihr schon viel länger andauert als dies im Christentum der Fall ist. Religionen können nur dann positiv wirken, wenn ihnen jegliche weltliche Macht - und in der Folge dann auch noch jeglicher weltliche Machtanspruch - verloren gegangen ist. Diese Entwicklung hat der Islam noch vor sich.

Gudrun Wiezorek / 12.01.2015

Ich kann nur zustimmen. Demnach stimmt die Haltung nicht: “das hat nichts mit dem Islam zu tun”. Wäre das aus unserer Ecke gekommen, würde man fragen, “Wie ist das möglich, wer oder was trägt hier die Verantwortung?” Und nicht: “das hat nichts mit dem Christentum zu tun”. Das ist zu billig und ändert nichts. Terrorismus darf kein Dauerzustand werden. So müsste der Islam auch über seine Verfassung reflektieren und dringend Textkritik, Philosophie, Religionskritik anwenden, den Glauben auf eine zivilisierte Basis stellen, ihn relativieren, seinen Herrschaftsanspruch eingrenzen. Wollen Muslime das? Was könnten Muslime gewinnen, wenn sie ihren Glauben zähmen? Würde sich da nicht ein riesiges Tor auftun, so wie momentan ein riesiger Gottglaube alles verstellt? Wenn der Islam immer noch mit der Forderung auftritt, die eigentliche Verwirklichung wäre die totale islamische Beherrschung aller Lebensbereiche, dann erwarten wir etwas fundamental Anderes, nämlich die perfekte Anpassung des Islam in die Nische einer Weltanschauung, kompatibel mit der modernen Gesellschaft westlicher Prägung. Man kann dann glauben, oder auch nicht - ohne um sein Leben und seinen sozialen Rückhalt fürchten zu müssen. Aber wie glaubwürdig wären dann letztendlich die Suren des Koran, die von einem allmächtigen Gott sprechen? Wäre mit der Eingrezung des Islam seine Glaubwürdigkeit womöglich dahin, bzw. wie müsste man sich sprachlich verbiegen um einen glaubwürdigen Gott am Leben zu erhalten, unsere christlichen Kirchen stehen vor der gleichen “Herausforderung”. Jedenfalls beinhaltet der Islam, dass den rechten Glauben haben auch den rechten Glauben bringen nach sich zieht, mit handfester geographischer Verbreitung und nicht als Bitte, sondern als Forderung und Kampf, inklusive Unterdrückung und Benachteiligung der Unwilligen bzw. Ungläubigen, wenn nicht gar Schlimmeres. Es ist die Überheblichkeit des Rechthabers in voller Entfaltung mit dem Anspruch totaler Unterwerfung. Religion als Notausschalter für ein allzu unruhiges Gehirn. Aus dieser Ecke stammt die Geschichte vom Sündenfall, das Erkenntnis einen zur Strafe aus dem Paradies in die Realität katapultiert, die man dann aber hoffentlich Dank der Erkenntnis und im Schweiße seines Angesichts bewältigen kann. Gott sei Dank!

Richard Maurer / 11.01.2015

Sehr geehrter Herr Broder, das Erste an was ich mich beim Lesen Ihrer Polemik erinnerte, war eine Episode vor ca. 28 Jahren als so ein Betriebsparteikader meine mit Nachdruck vorgebrachte ablehnende Antwort auf sein agitatives Werben der “Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft” beizutreten mit den Worten in meiner Kaderakte kommentierte: “Herr M. macht von seiner destruktiven und staatsfeindlichen Haltung weiterhin Gebrauch und verbreitet seine antisozialistische Einstellung im Kollektiv!”... Mir läuft der kalte Schauer den Rücken hinunter, wenn ich dieser Tage viele der -vor allem seitens der Politik- geäußerten Reaktionen auf diese Barbarei in Paris wahrnehme und die vor 25 Jahren zu Tode gerittene “Koalition der Vernunft” mäandert wieder durch meine Erinnerungen… Es ist sehr interessant, wie in unserer Gesellschaft mit von der political correctnes abweichenden Meinungen in Bezug auf den Islam umgegangen wird.

Dr. Wilhelm Dierkopf / 11.01.2015

Lieber Herr Broder, das ist wieder einmal genau auf den Punkt gebracht ! Wir haben in Deutschland das Grundgesetz, sind im Sinne des Humanismus aufgeklärt und leben nach den 10 Geboten. Wir sind liberal orientiert und lieben den freien Geist. Lasst uns dafür aufstehen, beisammen sein und abwehren, was nicht sein darf : Terror , Unterdrückung der freien Meinungsäußerung, Destabilisieren unserer Demokratie ! Hierzu müssen wir Demokraten klar sagen, was geht und was nicht geht : Jede “Grenz-Überschreitung” gehört sanktioniert in der Legislative, in der Exekutive und muss in unserer Moralethik klar gesagt werden . Dafür nochmals ein Danke !

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