Die aktuelle Lage im Iran ist fragil. Das Regime wirkt nach außen aggressiv, nach innen brüchig. Die Revolutionsgarden sichern sich Macht, Geld und Einfluss, aber keine Zukunft. Eine Landoffensive gegen den Iran wird es nicht geben. Wenn sich dort etwas ändert, dann durch inneren Druck oder durch einen Elitenwechsel. Von selbst wird das Mullah-System nicht gehen. Vor diesem Hintergrund lohnt sich der Blick auf Israel, denn wer verstehen will, wie Teheran agiert und warum sich die Fronten im Nahen Osten so verschieben, muss verstehen, wie Israel wahrgenommen wird – und wie sich diese Wahrnehmung drehen ließ.
Es war eines der aufschlussreichsten und persönlichsten Interviews der letzten Zeit zum Gaza-Krieg, und doch blieb es erstaunlich unbeachtet. Vielleicht, weil es sich nicht in die gewohnten Social-Media-Schablonen pressen ließ. Vielleicht auch, weil es kein Interview war, das moralische Eindeutigkeiten bediente. Am 13. Februar erschien in der ZEIT ein Gespräch zwischen meinem Freund Arye Sharuz Shalicar und Evelyn Finger sowie Markus Flohr. Mich hat es besonders angesprochen, weil Arye einer ist, den ich „Bruda“ nenne und mit dem ich im ständigen Austausch stehe – in guten Zeiten wie in schlechten. Er nennt mich aus Gewohnheit seiner Weddinger Jahre „Abi“. Wir kennen uns nicht aus Talkshows, sondern aus Gesprächen.
Wenn er in Deutschland ist und sich familiär in Nürnberg aufhält, setze ich mich in den Zug und fahre hin, um mit ihm den besten Döner Deutschlands zu essen. Der Döner schmeckt gut, aber zum besten wird er, weil er dabei ist. Es ist wie mit Sangria in Spanien: Zuhause schmeckt sie nie so wie dort, weil nicht das Getränk den Unterschied macht, sondern die Menschen und die Atmosphäre. Wenn wir auseinandergehen, sage ich ihm jedes Mal halb im Scherz, halb im Ernst, dass wir uns beim nächsten Mal in Teheran treffen, wenn er israelischer Botschafter im Iran geworden ist, um dort Chelo Kebap zu essen. Man darf träumen, auch wenn klar ist, dass das nicht morgen geschieht.
Es heißt wieder, Israel eskaliere, Israel greife an
Im Interview wird ein Punkt besonders deutlich: Israel hat aus humanitären Erwägungen möglicherweise einen strategischen Fehler gemacht. Arye beschreibt die ersten Tage nach dem 7. Oktober als Horrorfilm, als absoluten Kontrollverlust. Leichenteile in Bäumen, zerstückelte Körper, Raketenbeschuss, Terroristen noch auf israelischem Boden. Und er sagt etwas, das in Deutschland kaum wirklich angekommen ist: Israel zeigte die schlimmsten Bilder nicht – nicht weil es sie nicht gab, sondern weil man die Würde der Opfer und ihrer Familien schützen wollte. Auf die Frage, ob das ein folgenreicher Fehler gewesen sei, antwortet er sinngemäß, welche Familie hätte gewollt, dass abgeschnittene Körperteile oder verbrannte Kinder weltweit verbreitet werden. Es ging um Anstand, nicht um Zensur.
Israel war am 7. Oktober Opfer eines brutalen Angriffs, doch in einer medialen Welt, in der moralische Urteile zunehmend über Bilder und nicht über Zusammenhänge entstehen, verschob sich das Narrativ. Man wollte nicht instrumentalisieren, nicht propagandistisch handeln, nicht schockieren. Währenddessen verstand die Hamas sehr genau, wie Bilder funktionieren. So entstand Schritt für Schritt die Täter-Opfer-Umkehr. Aus dem Überfallenen wurde in der öffentlichen Wahrnehmung der Aggressor, aus einer Terrororganisation der vermeintliche Repräsentant leidender Zivilisten.
An dieser Stelle wird es strategisch und hier kommt der Iran ins Spiel. Denn dieses Muster endet nicht in Gaza. Wenn Israel, mit oder ohne die USA, gegen iranische Infrastruktur vorgeht oder die Netzwerke der Revolutionsgarden unter Druck setzt, wird sich dieselbe Mechanik wiederholen. Es braucht nicht viel: ein paar Aufnahmen von Rauch, Trümmern, verletzten Zivilisten, und der Kontext rückt in den Hintergrund. Dann heißt es wieder, Israel eskaliere, Israel greife an, Israel destabilisiere die Region. Dass Teheran seit Jahrzehnten Milizen finanziert, Terrorarmeen aufrüstet und offen zur Vernichtung Israels aufruft, wird zur Fußnote. Das Mullah-Regime, das Oppositionelle hinrichten lässt und Frauen systematisch unterdrückt, kann in einem solchen Szenario plötzlich als Angegriffener erscheinen, während Israel – im Gepäck die USA – zum Aggressor erklärt wird. Ein nicht unerheblicher Teil westlicher, mehrheitlich linker Redaktionen würde diese Deutung nicht nur aufnehmen, sondern moralisch verstärken, weil sie in das vertraute Schema passt.
Konflikte werden längst nicht mehr nur mit Waffen geführt
Das ist keine Verschwörungsthese, sondern eine Beobachtung der vergangenen Jahre. Wahrnehmung schlägt Realität, Bild schlägt Kontext, Emotion schlägt Analyse. Israel hat aus Rücksicht auf die eigenen Toten auf maximale Bildwirkung verzichtet, während seine Gegner seit Jahren mit maximaler Bildwirkung operieren. Der Fehler lag nicht im Militärischen, sondern in der Annahme, dass Fakten allein genügen würden. Sie genügen nicht. Israel verlor nicht zuerst auf dem Schlachtfeld, sondern im globalen Deutungsraum, und wer den Deutungsraum verliert, verliert langfristig politischen Handlungsspielraum.
Vielleicht hat mich das Interview deshalb so berührt, weil es nicht ideologisch argumentiert, sondern selbstkritisch ist. Arye sagt offen, dass das System versagt habe, dass man die Hamas unterschätzt habe, dass Verantwortliche hätten zurücktreten müssen. Das ist keine Propaganda, sondern eine Form von Ehrlichkeit, die man in Konflikten selten hört. Und während wir nach dem Döner über Frieden reden, läuft draußen eine andere Realität: Konflikte werden längst nicht mehr nur mit Waffen geführt, sondern mit Kameras, Schlagzeilen und digitalen Empörungswellen. Der nächste Krieg wird wieder nicht nur militärisch entschieden, sondern in dem Moment, in dem das erste Bild viral geht und sich das moralische Urteil festsetzt. Wer dann noch glaubt, es gehe in erster Linie um Ursache und Wirkung, unterschätzt die Macht des Narrativs – und genau darin liegt die eigentliche strategische Schwäche des Westens.

„ZEIT: Glauben Sie, dass Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern möglich ist?
Shalicar: Ja. Die Klassenlehrerin meines Sohnes ist arabische Israelin, die Kindergärtnerin meiner Tochter tug Kopftuch. Ich bin selber multikulti, habe viele muslimische Freunde in der Armee.“
und weiter: „es ist richtig, dass die israelische Armee jetzt die erste arabische Sprecherin bekommen hat, die Muslimin ist. Ich kenne Ella Waweya gut, sie ist eine Freundin.“
Wenn sogar ein ehemaliger Sprecher der israelischen Armee darauf hinweist, dass nicht der Islam grundsätzlich böse ist, kann man nur zustimmen, dass es folglich manche religiöse Fundamentalisten sind, die in ihrem religiösen Wahn ihre Bösartigkeit ausleben.
Diese Erkenntnis aus dem Interview dürften so manche religiöse Fundamentalisten (nicht nur des Islam) nicht so gerne heraus gelesen haben.
@Roland Müller: Woher wissen Sie denn, daß diese Meldung stimmt? Woher wissen Sie, daß die Toten (falls es sie gibt) tatsächlich Schülerinnen waren? Woher wissen Sie, daß es 171 Tote gab? Haben Sie nachgezählt? Mit derart – gedankloser oder gar bewußter – Verbreitung von Propaganda-Meldungen von Radio Chomeini oder Hamas TV fängt es doch an! Schon der Reichslügenbold Goebbels wußte, daß es, wenn man bei den Rahmen-Meldungen (Bombardierung, Schule, Tote) ausnahmsweise nicht geschwindelt hat, immer noch die Möglichkeit gibt, bei der Anzahl der Opfer die Komma-Stelle „unauffällig“ zu versetzen. … . Mit dieser Masche verbreitet man seit Jahren Horror-Zahlen aus dem aus Gaza-Streifen – und durch diverse ARD-Zaubermäulchen (Sophie von der Tann) und die menschenfreundliche UNRWA werden aus Hamas-Terroristen unschuldige Journos und „Zivilisten“. – . In JEDEM Krieg gibt es unschuldige Opfer! Übrigens GERADE auch in Gegenden, aus denen ARD, ZDF und Sender Palistan seltsamerweise nie berichten (Haiti, Jemen, Somalia, Tigray, Sudan, Südsudan, Kongo, Nigeria, im chinesisch besetzten Tibet und ja – auch in Russland)! Warum stellen Sie hier Behauptungen als Tatsachen dar, von denen Journalisten mit Gewissen zugeben müssen, daß diese Behauptungen „nicht unabhängig überprüfbar sind“? Hat der Außenminister des Regimes dreist und unverschämt gelogen oder nicht, als er eine Fernsehansprache des – zu diesem Zeitpunkt bereits toten – Mullah-Häuptlings ankündigte? Sie glauben – was Sie glauben WOLLEN!
Richtig gut. Danke.
Die aktuelle Lage in Deutschland ist fragil. Das Regime wirkt nach außen aggressiv, nach innen brüchig. Die Revolutionsgarden sichern sich Macht, Geld und Einfluss, aber keine Zukunft.
Unsere Revolutionsgarden aus SPD, Linkspartei, Grüne, DGB führen jetzt wieder Kampagnen gegen die Einheimischen zur Einschüchterung und Machtsicherung wegen der Landtagswahlen. Flankiert werden die harmlosen Nazi-Kampagnen, z.b. NZS BXN, Nazis jagen, Nazis töten mit Förderprogrammen für das sunnitische Leben und Versprechen von guter Arbeite, fairen Löhnen (3 Wochen Busfahrer ohne Deutschkenntnisse, und ständig wird gestreikt für Hilfsarbeit mit Chefarztgehalt; da stecken dann die DGB-Frauen hinter).
Das Wir entscheidet, „Weil es um dich geht“. Kotz, sorry, dieses sozialdemokratistische Antanzen hat mir schon immer den Magen umgedreht.
Die Linkspartei setzt wahrscheinlich wie bei der letzten Wahl auf Musik und den den Hit: Schlag die Nazi-Sau!
Wie ich gestern schon gezeigt haben, grasen SPD, BSW, Linkspartei in absteigender Folge bei den Arabern, Afghanen, Türken, Bosniern, etc.pp. Daher kommt der vermeintliche „Linksruck“. Die Deutschen wählen eher bürgerlich.
Die erhalten ihre Macht seit Jahrzehnten mit einer permanenten Revolution, Hausbesetzungen (Regenbogenflaggen hissen) und Geld-Verprechen auf unsere Kosten.
Das Flaggen hissen haben die übrigensd von den Nazis. Die haben ganz genauso mit Plakaten, Kampagnen und Flaggen den öffentlichen Raum besetzt.
Das Problem-Hopping dient bloß zur Ablenkung von einer wirklich hässlichen Welt.
Autor Dener hat wieder einmal recht. Eine vermeintliche Stärke des Westens, nämlich die unglaubliche Informationsinfrastruktur, wird zu seiner Schwäche. Was früher teuer war, nämlich bunte Bilder, ist inzwischen kolossal billig. Bilder kommunizieren nun nicht logisch-kausal wie Sprache, sondern assoziativ-plakativ. Sie regen nicht den Verstand an, sie hetzen die Emotionen auf.
Des Westens Gegner haben keine Skrupel sich der propagandistischen Wirkung solcher Bilder zu bedienen. Die westliche Bevölkerung fällt voll darauf rein.
Und der vermutlich beste Geheimdienst der Welt hat sich an der vermutlich bestbewachten Grenze der Welt am helllichten Tag überrumpeln lassen…lihap mal anders
Wer hat die 171 Schülerinnen im Iran umgebracht? Ich bin mir ganz sicher, dass es die Guten waren.