Die Sprache ist ein Abbild der Realität, und wenn der soziale Fortschritt einmal eine Atempause einlegt, bleibt immer noch die Ächtung politisch unkorrekter Bezeichnungen, die sie falsch oder diskriminierend darstellen. So hat die Nationale Armutskonferenz jüngst 23 „soziale Unwörter“ aufgespürt, darunter sogar das moderne Attribut „alleinerziehend“. Grund: Der Begriff sage „nichts über mangelnde soziale Einbettung oder gar Erziehungsqualität“. Wir verstehen: Ein solches Wort kann man nicht einfach so allein stehen lassen. Man müsste gleich einen ganzen Aufsatz schreiben. Auch von „Arbeitslosen“ soll fortan nicht mehr die Rede sein. Stattdessen muss es „Erwerbslose“ heißen, weil es „viele Arbeitsformen gibt, die kein Einkommen sichern“. http://www.cicero.de/berliner-republik/tugend-politische-korrektheit-vom-furor-des-fortschritts/54433