Lange wurden Ressentiments gegen Juden hinter Antizionismus verborgen, so gut es ging. Man hatte „nichts gegen Juden“, sondern „nur gegen Israel“. Seit dem 7. Oktober wird diese Maske mehr und mehr fallengelassen. Immer offener darf gezeigt werden, dass Juden nicht willkommen sind. Jüdische Musiker in Frankreich können nicht mehr auftreten. In Großbritannien werden jüdische Komiker von einem Festival ausgeladen. Ein Kino in Frankfurt will nicht mehr bei den Jüdischen Filmtagen mitmachen, weil es doch möglich sein müsse, „neutral zu sein“. Es werden Anschläge auf Synagogen und einen jüdischen Rettungsdienst in London verübt. Und manche Künstler haben keine Hemmungen, wieder Karikaturen im „Stürmer“-Stil zu zeichnen, in denen Juden als Vampire oder Menschenfresser dargestellt werden.
In der Pariser Metro-Station Buttes-Chaumont – gelegen im 19. Arrondissement – waren am 3. Mai auf großformatigen Wandbildern Darstellungen von Monstern zu sehen, die an der Stelle der Nase Davidsterne hatten. Der Vorfall erregte großes Medieninteresse, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Wie der öffentlich-rechtliche Sender BFM berichtet, handelte es sich um eine nicht genehmigte Ausstellung eines Street-Art-Künstlers, der sich „GoGrazy99“ nennt. Mit Kleister hatte er die bezahlten Werbeplakate an den Wänden mit seinen eigenen Bildern überklebt, wie er in einem Video zeigt, das er selbst veröffentlicht hat.
Die Pariser Verkehrsbetriebe (RATP) teilten mit, die Plakate seien umgehend entfernt worden, und bekräftigten, dass sie das unerlaubte Anbringen von Plakaten in ihrem gesamten Netz verurteilten. „Nach jeder Meldung werden Teams mobilisiert, um die Plakate so schnell wie möglich zu entfernen. Die RATP beabsichtigt, Strafanzeige zu erstatten.“
Das im Zuge des 7. Oktober 2023 gegründete Kollektiv gegen Antisemitismus Nous vivrons („Wir werden leben“) teilte das Video und kommentierte es mit den Worten: „Jeden Tag etwas Neues. Wir hatten bereits ‚Zionisten raus aus unseren Universitäten‘, ‚Zionisten raus aus unseren Kämpfen‘ (neben so vielen anderen Parolen). Jetzt haben wir: ‚Zionisten raus aus unserer Metro‘.“
„GoGrazy99“ bestreitet eine antisemitische Absicht und erklärte gegenüber der Tageszeitung Le Parisien, bei dem, was die meisten Betrachter für einen Davidstern halten, handele es sich um Zeichen, die er aus indischem oder japanischem Kontext übernommen habe. Manchmal male er eben Sterne mit fünf, manchmal mit sechs Zacken: „Die fünf Zacken stehen für Dämonen und okkulte Magie. Manchmal stelle ich es auch mit einem sechszackigen Stern dar, was eher auf antike Symbole verweist – hinduistische oder japanische. Zu keinem Zeitpunkt hat die Figur irgendeine Verbindung zum Judentum oder zu Hass auf irgendeine Religion oder ein Volk“, versicherte der Künstler.
Völlig naiv kann er jedoch nicht sein, denn BFM berichtet, dass ihm schon in der Vergangenheit Antisemitismus vorgeworfen wurde, nachdem er im März in der Metro das Bild eines Monsters mit Davidstern plakatiert hatte.
Antisemitismus an der Zapfsäule
In der malerischen ostfranzösischen Universitätsstadt Besançon hat ein Unbekannter unterdessen ein antisemitisches Bild an die Zapfsäulen mindestens einer Tankstelle geklebt. Es zeigt eine dämonisch grinsende, sich die Hände reibende männliche Figur, bucklig, mit riesiger Hakennase und schwarzem Vollbart, vor einer Israel-Flagge. Dazu heißt es in großen Lettern – offenbar mit Bezug auf den Benzinpreis: „Ist das teuer? Danke, Israel.“
Ein Autofahrer fotografierte den Sticker, postete das Bild in den sozialen Medien und kommentierte: „Heute Morgen hielt ich an der Avia-Tankstelle in der Rue de Vesoul an, um zu tanken. Man stelle sich meine Überraschung vor, als ich einen Aufkleber mit widerlichen Untertönen bemerkte, der direkt auf den Zapfsäulen angebracht war. Ich habe diesen Horror fotografiert, um in meinem Umfeld und meinen Netzwerken breitflächiger davor zu warnen – damit wir alle wachsam bleiben und diese abscheuliche Propaganda entfernen können.“
Kongresskandidatin warnt vor „Fake-Juden“
Wie ernst die Lage weltweit ist, zeigt sich daran, dass selbst die linke New-York-Times-Kolumnistin und „Israelkritikerin“ Michelle Goldberg diese Woche warnte, dass bei den Wahlen zum US-Kongress im November eine Antisemitin auf dem Ticket der Demokraten ins Repräsentantenhaus einziehen könnte. Sie meint natürlich nicht Ilhan Omar oder jemand anderen aus dem „Squad“ – die sind ihre Verbündeten. Die Rede ist von der Sexualtherapeutin und Wohnraumaktivistin Maureen Galindo, die bei den Vorwahlen der Demokraten im März in ihrem Wahlbezirk in San Antonio, Texas, überraschend Erste wurde und am 26. Mai in die Stichwahl geht.
Goldberg weist auf ein Facebook-Video hin, in dem Maureen Galindo fantasierte, Evangelikale und Juden würden zusammenarbeiten, um „so schnell wie möglich“ die „Entrückung“ herbeizuführen. Mit „Entrückung“ ist die auf eine Stelle beim Apostel Paulus gründende Idee gemeint, dass gläubige Christen plötzlich von der Erde genommen und zu Gott gebracht würden, bevor oder während einer Zeit großer Katastrophen und göttlicher Gerichte. Popularisiert wurde diese Vorstellung durch die Verfilmung des christlichen Endzeit-Thrillers „Left Behind“.
Galindo sagt: „All die Juden, denen Hollywood gehört, nutzen Bücher und Filme, um Realitäten zu erschaffen.“ In einem aktuellen Post schreibt Galindo: „Milliardenschwere Zionisten steuern die Netzwerke des Menschen-, Drogen- und Waffenhandels. San Antonio und Südtexas sind ein riesiger Hotspot für den illegalen Handel.“
Immer wieder behauptet Galindo, heutige Juden seien in Wahrheit gar keine Nachfahren der Juden der Bibel. Als Antwort auf zwei Fragen, die Goldberg ihr per E-Mail sandte, habe sie, so Goldberg, auf Offenbarung 3,9 verwiesen: „Siehe, ich werde einige schicken aus der Versammlung des Satans, die sagen, sie seien Juden, und sind’s nicht, sondern lügen.“ Wenn sie den Einzug in den Kongress schaffe, habe Galindo gegenüber Goldberg erklärt, werde sie ein „Gesetz einbringen“, das festschreibe, „dass jegliche Unterstützung des Zionismus antisemitisch ist, da es buchstäblich die Zionisten sind, die die Semiten des Nahen Ostens töten.“
Auch der Journalist John Levine bekam Post von Galindo, wie er auf X mitteilt. Sie habe ihm geschrieben: „Ich halte Zionisten-Milliardäre und ihre Marionettenjournalisten für Fake-Juden, die Antisemitismus schüren, um den echten Juden zu schaden und sich an ihnen zu bereichern. Wir müssen den Zionismus beenden, um die Juden und Semiten zu schützen.“
Die Verleumdung, dass viele heutige Juden „keine echten Juden“ seien, stammt von Louis Farrakhan, dem Führer der schwarzen nationalistischen Sekte Nation of Islam. Farrakhan hat nie versucht, sich als Antizionist zu verkleiden, sondern hat Hitler gelobt und offen gegen Juden agitiert: „Die mächtigen Juden sind meine Feinde“. Das hat seiner Popularität nicht geschadet, sondern ließ ihn höchstens altmodisch wirken – als jemand, der den neuen Diskurs nicht mitbekommen hat und darum „Juden“ sagt statt „Zionisten“ und „Israel“. Heute scheint es, dass der antisemitische Diskurs in Teilen zu dieser elementaren Form zurückkehrt.
Der Beitrag erschien zuerst bei MENA-Watch.

PS: Wirksame Maßnahmen zur Unterbindung ausländischer terroristischer Propaganda sind dabei durchaus nicht unmöglich, man müßte es nur wollen. Das beginnt mit dem Rauswurf ausländischer und eingebürgerter Propagandisten. Begleitet von einem funktionierenden Grenzregime, damit dieser Abschaum nicht wieder reinkommt. Gegen das verbleibende inländische Kontingent wird von der Liquidierung der Anreizstrukturen im Akademiker-, Kultur- und NGO-Milieu bis hin zu counterinsurgency-Methoden konsequent vorgegangen. Mit ein paar exemplarisch harten Schlägen ließe sich das Sympathisantenmilieu hier sicher zügig auf einen isolierten harten Kern reduzieren. Dieser Rest wird mit denselben Methoden unten gehalten, wie man es in der West-BRD mit Neonazis lange recht erfolgreich praktiziert hat. Was dann noch an Propaganda aus dem Ausland kommt wird nach definierten Vorgaben per KI an den Netzknoten gefiltert.
Das Gros dieser Widerlichkeiten läuft letztlich auf materielle Unterstützung ausländischer terroristischer Organisationen hinaus. Von ausländischen terroristischen Organisationen, primär islamisch-imperialistischen, sowie von der in diesem Kontext häufig übersehenen China-Lobby im Westen, kommen auch die zentralen, erstaunlich passgenau auf altbekannte wie neuere westliche Pathologien zugeschnittenen Narrativvorgaben. Ein antisemitischer mind virus aus dem Labor, ähnlich wie der von Treitschke und seinen braunen Nachfolgern, die Erzählmuster sind austauschbar. Antisemitische Paranoia wird dabei regelmäßig in eine übergreifende antiwestliche Erzählung gleichsam eingebaut und die Zerstörung der westlichen Zivilisation, durchaus auch im Sinne einer physischen Vernichtung westlicher Bevölkerungen, ist hier das eigentliche endgame der Verantwortlichen. Solange man sich im Westen darin gefällt, dergleichen als durch Meinungs- und Versammlungsfreiheit gedeckt zu sehen, wird es nur schlimmer werden, zumal an strukturellen Anreizen und nützlichen Idioten im Westen aktuell ja kein Mangel herrscht.
Ich muss mal etwas feststellen, wenn deutsche Deutsche umbringen, weil sie in 6ter Generation mal einen Juden in der Familie hatten und es dabei/danach Tod den Juden heißt, stimmt was ganz gewaltig nicht. Und der Clou, trotz dieses ganzen Leids und den archaischen Moslems, haben die Israelis Isreael neu geschaffen. Das muss den linken Deutschen aber so richtig weh tun, naja tut es ja. Merz und der Papst haben Israel im Raketenhagel alleine stehen lassen, ist das feige oder antisemitisch? Weiter gute Jagd.
Etwas sauer stieß mir dieser Tage ein Bericht des DLF über ein Ereignis in Jerusalem auf. Es klang wie die Aufzüge der Briten in Belfast. Die Juden seien triumpfierend durch Ostjerusalem gezogen.
Im Auto schalte ich gelegentlich diesen Sche..sender ein. Die deutsche Berichterstattung auch über Russland ist nur noch Propaganda. Die Ehrlichen muss man mit der Lupe suchen.
Vielleicht liegt es auch daran: Soros „Open Society“ und andere jüdische „Hilfsorganisationen“, fördern und finanzieren die Islamisierung Europas massiv. „Europa wird nicht mehr die monolithische Gesellschaft des letzten Jahrhunderts sein. Juden werden im Mittelpunkt von dem stehen. Es ist einen große Transformation, die Europa zu bewältigen hat. Den Juden wird es übel genommen, das sie dabei eine führende Rolle übernehmen.“ Barbara Lerner Spectre; „Wer einen palästinensischen Staat verhindern will, muss die Hamas unterstützen und Geld an sie überweisen. Das ist unsere Strategie.“ Netanyahu; „Hamas und Hisbollah sind Teil der weltweiten Linken. Das ist wichtig, das zu verstehen.“ Judith Butler. Dazu noch die Genozidaufrufe von Theodore Kaufmann, „Deutschland muss verschwinden“ (1941) und Noel Ignatiev (Kommunist, Harvard was sonst), der gleich die ganze weiße Rasse ins Visier nahm. (Jede Menge Textquellen, Videos u. a. H. Danisch) Kann man schon mal in den falschen Hals kriegen.
Israel heißt der Staat und die Staatsbürger sind die Israelis.
Wer Israel anspricht, lebt gefährlich. Da sind besondere Animositäten im Spiel. Kritik wird allzugerne mit Antisemit quittiert. Das ist ein Reflex; so einen wie Steinmeier, der nur das Opfer und den Holocaust kennt, schürt den, den möchte ich nicht als Freund haben. Das ist einfach zu aufgesetzt. So wird man nicht erwachsen.
Der Eindruck prägt alle Debatten.
Was ist mit Norman G. Finkelstein? Es gibt auch Kritik in den eigenen Reihen? Diese Überempflindlichkeit macht skeptisch, zumal sich jeder jeden Schuh anzuziehen scheint?
Wenn Merz kritisiert wird, fühle ich mich ja auch nicht angegriffen?
Es gibt auch in Israel kritische Stimmen. Die werden mit dem Vorwurf begraben. Alles dreht sich nur um die Regierung, aber Israel besteht nicht nur aus Netanyahu.
Zunächst war der Ausdruck „Jude“ scheinbar nur von Nichtjuden gebraucht worden, häufig auch im pejorativen Sinn.
Wie bei den Germanen, das Wort ist von den Römern pejorativ für die Stämme jenseits des Rheins gebraucht worden.
Die Juden selber nannten sich Israeliten, um ihre Zugehörigkeit zum auserwählten Volk zu betonen.
Ursprünglich versteht die Bibel unter Juden die Bewohner des Südreiches „Juda“. Das war von König David gegründet worden – und ging unter!
Die Apokalypse ist eine Prophezeiung und kein Geschichtsbuch. Ob die Briefe ursprünglich zur Offenbarung gehören, oder sie einfach vorangestellt worden sind, ist eine andere Frage. Man muß da auch die Zeitumstände berücksichtigen. Zudem lag Sardes in Asia, das ist die heutige Türkei. Damals war Asia von Griechen besiedelt.
Man kann die 7 Städte der Reihe nach aufrufen und wird feststellen, daß man von griechischen Ruinen empfangen wird.
Die Zigeuner, heute Roma und Sinti, behaupteten im Mittelalter, sie seien Ägypter. Sollten sich die Agypter darüber beschweren? Vielleicht gab es ja Leute, die um der einflußreichen Stellung wegen, behaupteten, sie seien Juden?
S. BUCH, – Welche „Kriegshandlungen“ gegen welches Volk haben die israelischen Politiker
begangen ? Mir ist keines bekannt, oder habe ich da etwas verpasst ?