Wolfgang Röhl / 10.10.2014 / 00:39 / 3 / Seite ausdrucken

Visionen fetzen nicht

„Frösche petzen nicht“ ist eine wirre Krimikomödie von 2010 aus dem Nachlass der gewesenen NDR-Fernsehfilmchefin Doris J. Heinze, die 2012 wegen Bestechlichkeit, Betrug und Untreue zu einer Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Gestern lief der Streifen im NDR. Es geht darin unter anderem um ein visionäres Wüstenstromprojekt („Wir verändern die Welt, und zwar grundlegend“), welches „große Energiekonzerne“ verhindern wollen. Nun kann man im fiktionalen Bereich jedweden Schwachsinn produzieren. Bloß sollte man den Mist nicht ausgerechnet ausstrahlen, wenn am Vortag die Wirtschaftsmedien meldeten, dass „Desertec“, die realschwachsinnige Vorlage für den Plot, an der sich auch megaschwachsinnige deutsche Energie- und Industriekonzerne beteiligt hatten, just in den allerletzten Zügen liegt. Aber kann man von einer Anstalt wie dem NDR anderes erwarten?
http://www.rp-online.de/wirtschaft/wuestenstrom-initiative-desertec-ist-gescheitert-aid-1.4583418
Siehe auch:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/in_den_sand_gesetzt_der_fall_desertec/

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Leserpost

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Ronald M. Hahn / 10.10.2014

Ich hab das Ding zufällig auch gesehen und immer dann, wenn Eddie Clever zu einer seiner völlig unreflektierten und propagandistischen Lobeshymnen auf den Grün-Schwachsinn ansetzte, gedacht: Das kann nur ‘ne Satire sein!

Hans-Lothar Fischer / 10.10.2014

Desertec war wirklich eine Schnapsidee. Jeder Mensch, der in der Schule im Fach Erdkunde einigermaßen aufgepasst hat, muss wissen, dass die Erde sich im Laufe eines Tages um 360 Grad dreht. Man orientiert sich auf dem Globus mit Längen- und Breitenkreisen. Nun liegt Nordafrika auf annähernd den gleichen Längenkreisen wie wir in Europa. Solaranlagen in Nordafrika bringen also zeitgleich mit denen in Europa die größten Erträge und ebenso zeitgleich wird es Nacht. Diese angeblich vorteilhaften Standorte für Solaranlagen in Nordafrika konkurrieren also mit denen in Europa. Sie stiften keinen Nutzen für Energieverbraucher, wenn man politische Risiken und die langen Transportwege mit in die Überlegungen einbezieht. Es ist unerklärlich, wie blöd die politischen Energiemanager sind und wie leichtgläubig Millionensummen versenkt werden konnten.

Matthias Fixmer / 10.10.2014

Tja wir Deutschen sind zwar behämmert, das wir uns den ganzen Ökostrom Mist gefallen lassen. Allerdings so behämmert, dass wir unsere Energieversorgung bürgerkriegszerütteten Pleitestaaten auf dem Weg in die Theokratie anvertrauen, sind wird dann doch nicht.

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