Manfred Haferburg / 21.06.2016 / 06:00 / Foto: Alfred T. Palmer / 5 / Seite ausdrucken

Visafreies Forschen in deutschen Wohnanlagen

Ich muss zugeben, dass mein Vorstellungsvermögen offenbar äußerst beschränkt ist. Dies beweist mir unsere Bundeskanzlerin beinahe täglich. Mit implizieten Befehl ans Volk („Wir schaffen das“) hat sie die Armen der Welt ins deutsche Sozialsystem eingeladen und sie kommen. Immer, wenn ich denke: „Jetzt müsste sie eigentlich zur Besinnung kommen, eigentlich müsste sie jetzt endlich irgendwie Schiss vor der empörten Reaktion der Bevölkerung bekommen“, setzt Frau Dr. Merkel noch einen obendrauf. Für mich unfassbar. Das tut sonst nur jemand, der völlig von der Realität entkoppelt ist und in einer Scheinwelt lebt. Oder ein Soziopath, weil der das Gefühl „Angst“ nicht kennt und daher die Folgen seines Handelns nicht abwägen kann. Beides will ich der deutschen Bundeskanzlerin nicht unterstellen.

Aber wie ist die neueste Volte unsere Regierungschefin sonst zu erklären? „Signal an Osteuropa: Merkel macht Georgien Hoffnung auf Visafreiheit“. Wie jetzt? Georgien? Ein land mit 3,5 Millionen Einwohnern, in dem 26 verschiedene Sprachen gesprochen werden? Die Leute dort heißen meist Irgendetwasmitwili. Stalin war Georgier und hieß eigentlich Iosseb Bessarionis dse Dschughaschwili. Der neue Ministerpräsident heißt Giorgi Kwirikaschwili. Kwirikaschwili ist seit 30. Dezember 2015 als Nachfolger von Irakli Gharibaschwili Premierminister von Georgien. Der neue Premier betonte bei seinem Antrittsbesuch am 14. Juni in Berlin: "Erstaunlich viele Georgier kommen jährlich nach Deutschland, um mit Unterstützung von deutschen Stiftungen in Deutschland zu studieren und zu forschen“. Toll, fein gesagt, viele Georgier kommen zum Forschen und Studieren nach Deutschland. Nur zu verständlich, dass die Kanzlerin schnellstmöglich Visafreiheit für Georgien einführen will?

Eine Forschungs-Community der neuen Art

Aber - war da nicht noch etwas außer studieren und forschen? Ach ja, die Kriminalpolizei sagt, dass die Georgische Mafia in großem Stil Einbrecher als Asylbewerber nach Deutschland schickt. Um die Häuser der Deutschen zu erforschen und Schubladen zu studieren. "Deutschland ist ein Paradies: Nach dem weiteren Anstieg der Wohnungseinbruchsdiebstähle in Deutschland hat der Bund der Kriminalbeamten (BDK) die georgische Mafia für große Teile der 167.000 Einbrüche in Deutschland im Jahr 2015 verantwortlich gemacht. Der BDK-Vorsitzende André Schulz (45) sagte der 'Bild'-Zeitung: 'Die Täter sind Teil der Organisierten Kriminalität. Dahinter steckt in vielen Fällen die georgische Mafia, die in Georgien gezielt Verbrecher anspricht und sie nach Deutschland schickt. Hier beantragen sie – ohne Aussicht auf Erfolg – Asyl und brechen in den acht bis zwölf Monaten, in denen sie im Asylverfahren stecken, regelmäßig ein'.“

Dieser Teil der georgischen Forschungs-Community bekommt für seine Besuchskultur kostenlos Unterkunft gestellt und Sozialhilfe als Taschengeld. Der jährliche Schaden der Einbrüche liegt bei einer halben Milliarde Euro. Aber den Schaden haben ja nur die Bürger.  Die mit ihren Bodyguards in bewachten Festungen sitzenden Politniks merken davon nichts. Die Kanzlerin selbst gehört zu den bestbewachten Personen der Welt. Wenn hingegen die normalen Bürger bei einem Einbruch die Polizei rufen, kann es schon mal ein Stündchen dauern, bis der Streifenwagen eintrifft. Außerdem ist die Polizei so langsam, dass die Georgier längst mit ihrem Hausbesuch fertig und auf dem Heimweg sind. Ist ja auch verständlich, der Kommissar muss mit einem Finger die komplizierten Irgendwasmitwili-Namen in den PC von 1990 zu hacken und auf Floppy-Disks zu speichern. Das dauert.

Mangelnde Abschreckung als Einladung

Durch die mangelnde Abschreckung wird die Brutalität der Einbrecherbanden immer grösser, fast 70.000 Einbrüche fanden 2015 tagsüber statt, oft werden die Bewohner gefesselt und malträtiert, es gab auch schon Tote. Die Aufklärungsquote bei Einbruch liegt in Deutschland bei 15,2%. Von den aufgeklärten Fällen hingegen wird wiederum nur ein Teil mit Freiheitsstrafen geahndet. Das Risiko für die Einbrecher ist praktisch gleich null. Deutsche Richter bestrafen eben keine Studierenden und Forschenden.

Nun sitze ich ratlos da und frage mich: „Was will die mächtigste Frau der Welt mit der visafreien Einladung der Georgier nach Deutschland erreichen? Liest sie keine Zeitung? Hat sie keine Berater, die auch mal eine Kriminalstatistik lesen? Will sie in Georgien ihr freundliches Gesicht zeigen? Oder will sie den Deutschen eine Harke zeigen? Betrachtet sie die Erträge aus den Einbrüchen als Beitrag Deutschlands zur georgischen Entwicklungshilfe? Fragen über Fragen. Aber vielleicht erklärt Kanzlerin Merkel sich ja nur solidarisch mit ihren „ehemaligen Kollegen“. Zumindest könnte man auf die Idee kommen, wenn man einer Meldung von RTL aus dem Jahre 2013 glauben mag: Kanzlerin Merkel gesteht Wohnungseinbruch. Aber wer glaubt schon RTL?

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Stefan Lüling / 21.06.2016

Diese Meldung klang schier unglaublich - ausgerechnet Georgien! Frau Merkel hat den Deutschen direkt ins Gesicht - und keiner schreit auf. Unglaublich!

Andreas Rochow / 21.06.2016

Sehr geehrter Herr Haferburg. Sie stellen hier die sensationell günstigste,  alternativlose gesetzgebende Ein-Frauen-Instanz im Bundeskanzlerinamt ziemlich kritisch infrage! Sie scheinen dazu (wie auch ich) das Mittel des “Generalverdachts” einzusetzen. Das schrumpfende Volk der Georgier hat sich nach seiner postsowjetischen zweiten Unabhängigkeit durch Auswanderung von über einer Million Menschen auf 3,6 Millionen reduziert. Die Mafia hat erkannt, dass mit der Ausfuhr von grusinischem Tee allein kein Blumentopf zu gewinnen ist. Da heißt es, freundliches Gesicht zeigen und Visa verteilen, damit die Kanzlerin dieses unser Land noch akzeptieren kann. Kann es sein, dass Frau Merkel einen Laufzettel abarbeitet, mit dem sie bei der UN und beim Nobelpreis-Komitee nachweist, dass wahre Menschlichkeit nur ohne Demokratie zu bewerkstelligen ist?

Thomas Weidner / 21.06.2016

Herr Haferburg - Sie stellen die Frage nach dem “warum”? Diese Frage kann doch nur rhetorisch gemeint sein! Es geht darum, Georgien so weit zu bringen, dass es NATO-Mitglied wird… Zu Frau Merkel: Wir sollten uns daran erimnnern, dass die USA zunächst einen Großteil der Stasiakten sicherte - und sichtete. Möglicherweise wird Frau Merkel mit diesen Daten aus den USA gelenkt. So wie Willi Brand mir CIA-Dollars gelenkt wurde…

Hermann Feist / 21.06.2016

Das ist alles gut fürs BIP. Da die Staatsverschuldung nicht in realer Zahl, sondern prozentual zum BIP ausgedrückt wird, wird sie natürlich kleiner. Das ist gut für Herrn Schäubles schwarze Null, die eigentlich nur in seinem Zauberzylinder existiert. In der freien Wildbahn ist das arme Ding leider nicht lebensfähig. Und wenn die prekarisierten Deutschen diese Jobs nicht machen wollen, muss man eben Facharbeiter aus dem Ausland einladen. Es gibt einen Markt und der will bedient werden.

Axel Balster / 21.06.2016

Seit drei oder vier Jahren werden die Umsätze der organisierten Kriminalität bei der Berechnung des Bruttosozialproduktes mit einbezogen. Dadurch erhöht sich dieses um einige Prozent. Effekt hierdurch, der Verschuldungsgrad sinkt. Merkel arbeitet also nur im Sinne Deutschlands!

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