Vor dem Thüringer Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik hat der neue Drogenbeauftragte der Bundesregierung und prominente Virologe Hendrik Streeck ein bemerkenswertes Statement abgegeben, berichtet WELT-online ():
Streeck führte aus, dass es viele Gründe für Wut bei einigen Menschen gebe – etwa auf diejenigen, die das Virus ignorierten oder durchrauschen ließen. Oder auf Menschen, die Ungeimpfte ausgrenzten. Streeck sieht auch Schulschließungen kritisch, die zu einem Anstieg der psychischen Belastungen bei Kindern und Jugendlichen geführt hätten. „Das ist echte Wut, das sind echte Schmerzen, das ist echter Groll“, sagte er. Zugleich betonte er, dass es in einer Krise keine perfekten Entscheidungen gebe. „Kann so eine Krise, wie wir sie erlebt haben, überhaupt ohne Unrecht stattfinden?“
Man muss schon Talent für die Verwischung von Verantwortlichkeiten haben, um solche nachgeraden kruden Formulierungen wählen zu können. Diejenigen, die das Virus „durchrauschen“ ließen? War es nicht Streeck selbst, der in seiner Heinsberg-Studie auf die bereits hohe bis sehr hohe Durchseuchung schon am Anfang der ersten Welle stieß – und gerade deshalb von anderen Offiziellen heftig angegangen wurde, weil dieser Befund die Lockdowns hätte so sinnlos erscheinen lassen wie sie es waren? Und wer ließ denn das Virus „durchrauschen“? Etwa jene, die an der frischen Luft demonstrierten und von der Polizei verfolgt und teils verprügelt wurden? Die Pflegekräfte, die wegen Personalmangel teils gebeten wurden, auch als selbst Infizierte weiter arbeiten zu gehen? Oder der einsame Lesende auf einer Parkbank im Münchner Englischen Garten, der wegen des Lockdowns von dort vertrieben wurde? Waren es die Kinder, die nicht Geburtstag feiern und nicht zur Schule gehen durften? Die Leute, die auf dem Heimweg vom Supermarkt von der Polizei angehalten wurden und erklären mussten, warum sie sich nicht zuhause befinden? War es nicht Markus Söder, der noch an einem Sonntag problemlos eine Kommunalwahl abhalten ließ, um sofort am Montag den Lockdown und die Kontaktverbote auszusprechen?
Nicht auch Streeck selbst?
Wessen angebliche Fahrlässigkeit und wessen „Wut“ hatte also wer auszuhalten? Und war es nicht gerade Streeck selbst, dessen wissenschaftliche Kompetenz in Zweifel gezogen wurde? Wessen Einschätzung also hat sich als richtig erwiesen? Noch einmal: Wessen „Wut“ kam gegen angebliche Ignoranten und Impfkritiker zum Tragen? War es die Einzelner? Oder war es das organisierte Wüten eines aller checks and balances entkoppelten Staatsapparats nebst seiner linientreuen Massenmedien? Was kann man, was will er, Streeck, seinen Kollegen und einem Staat „verzeihen“, der wahrscheinlich sogar vorsätzlich, mindestens aber aus sinnlosem Aktionismus und der Simulation einer nicht existierenden – und in weiten Teilen gar nicht nötigen – Handlungsfähigkeit derartig gravierende, schädliche Fehlentscheidungen traf. Einem Staat verzeihen, der eine ganze Gesellschaft gängelte und spaltete? Staaten sind nicht dazu da, dass ihnen verziehen würde; Staaten sind dazu da, nüchtern und sachlich analysiert zu werden, ansonsten soll man ihnen so emotionslos begegnen, wie sie es ihren Bürgern gegenüber tun. Verantwortlich ist nicht „der Staat“, es ist daher auch erst recht nicht „die Krise“. Verantwortlich sind Einzelne, Menschen. Sie. Ich. Streeck. Wie kann jemand, der so offensichtlich von der Politik selbst instrumentalisiert und zurückgepfiffen wurde, davon auch nur rhetorisch fragend sprechen, es gebe keine Krise ohne Unrecht? Auf alle diese eben nicht rhetorisch gemeinten Fragen sind Antworten nicht nur möglich; ich erwarte sie von den Verantwortlichen, und zu denen zählte, ob gewollt oder nicht, auch Streeck. Ansonsten ist der weitere Vertrauensverlust vorprogrammiert, leider nicht nur jener in die politischen Verantwortungsträger, sondern auch in die Rationalität und Abwägung nicht „der Wissenschaft“, sondern der Wissenschaftler. Und davon sollte Streeck nicht selbst betroffen sein, nach dem, was er erlebt hat? Auch auf diese Frage ist eine Antwort möglich.
Nur eine Verwischung der Verantwortung
Seine eigene rhetorische Frage nach einer Krise ohne Unrecht ist dagegen deplatziert. Hier ist bei Weitem nicht nur Streeck Unrecht widerfahren, aber auch ihm; vor allem aber ist das Parlament ausgehebelt, ein jahrelanges, verfassungswidriges Corona-Gremium und -Regime installiert worden. Es geht also nicht um die abgeschmackte rhetorische Platitüde, nach der nun einmal dort Späne fallen, wo gehobelt wird, sondern darum, ob der Hobel selbst berechtigt und verfassungskonform war, ob eine Krise die Aushebelung der Verfassung, der Bürgerrechte und des Rechtsstaats rechtfertigt, die sogar in Teilen der Rechtsprechung bis heute ihre unkorrigierten Nachwirkungen zeitigt, kontinuierlich zum Schaden der Betroffenen. Alles andere ist nur als eine Verwischung der Verantwortung und damit als eine sehr erhebliche Verharmlosung zu begreifen. Ich begreife sie daher gar nicht.
Streeck war für mich in der Corona-Zeit eine immerhin mäßigende Stimme; er hat es wenigstens für kurze Zeit und auf guter wissenschaftlicher Grundlage versucht, bevor er weitestgehend mundtot gemacht wurde. Insofern mag er verzeihen, was er will, und sich jetzt in der Position des Versöhnenden sogar am richtigen Platz fühlen. Das sei ihm unbenommen, die gute Absicht auch. Mit seinen seltsamen Formulierungen lässt Streeck allerdings nicht erkennen, dass er eine klare Analyse eindeutig und unbezweifelbar dieser Versöhnung voraussetzt. Wer um Verzeihung bittet oder verzeiht, sollte wenigstens konkret erklären, wofür.
Ein „Sorry-es-war-Krise“ genügt nicht, auch kein Vorwurf vom „durchrauschen lassen“. Für einen Wissenschaftler grenzt das schon fast an ein selbst ausgestelltes Armutszeugnis. Streeck hätte ein anderes Zeichen setzen können als beispielsweise Jens Spahn – von Karl Lauterbach oder Christian Drosten ganz zu schweigen. Es gibt nicht nur Ämter in und für Regierungen. Es gibt auch das klare, unabhängige Denken, Reden und Handeln des Wissenschaftlers, die offene wissenschaftliche Diskussion. Oder mindestens das Schweigen, das wenigstens nichts mit Worten verwischt und vernebelt. Streeck aber hat begonnen zu sprechen. Zu sprechen über eine Entwicklung, deren Teil auch er nolens volens war. Er ist Zeitzeuge, Betroffener. Es wäre sehr bedauerlich, würde Hendrik Streeck seine eigenen Chancen des Redens darüber verpassen.

@Lars Tragl,guten Abend. Nein, das war der nette Mann, den man in Argentinien aufgespürt hatte, während seines Prozesses in Jerusalem
08.02.2021:
„Der Ehemann des Bonner Virologen Hendrik Streeck, Paul Zubeil, hat am Montag eine Stelle im Bundesgesundheitsministerium am Dienstort Bonn angetreten. Er ist dort Unterabteilungsleiter für europäische und internationale Angelegenheiten.“
Hendrik Streeck ist ein deutscher Virologe und Politiker (CDU). Der Mediziner ist seit Oktober 2019 Direktor des Institutes für Virologie am Universitätsklinikum Bonn und war Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung. Seit März 2025 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages und seit Mai 2025 Drogenbeauftragter der Bundesregierung.
Erwartet wirklich jemand, dass da jemand die Hand beißt, die ihn und seinen Gatten so gut füttert?
Na ja, der 2.Weltkrieg war eine Krise ohne gleiche. Damit ist – laut Streek – jedes Unrecht während dieser Krise zumindest verständlich, vielleicht sogar gerechtfertigt. Habe ich richtig verstanden?
Ich hatte es vermutlich schon Ende 2019 nach Besuch eines stark von Asiaten frequentierten Museums. Es war kein Spaziergang, nein. Ich konnte nicht nach Hause fahren und musste die FeWo verlaengern. Richtig gut war im Nachhinein, dass davon noch nicht die Rede war. So heilte es langsam aus mit Aspirin und Bettruhe. Wie meine Masern, als ich sechs Jahre alt war.
20 Jahre mehr auf dem Buckel, waere ich evtl daran gestorben. Man pflegte zu vergessen, dass alte Menschen nur zu gern an Pneumonie sterben. Auch Tumorpatienten sind bekannt dafuer. Aber man beschloss, ein Mordsgewese um den Tod von sehr alten Menschen zu machen. Will aber jetzt junge Menschen an eine sicher todbringende Front schicken. Wie ist das nur zu verstehen?
Das verstehe wer will.
Ein Blick nach Schweden genügt, um festzustellen, dass vieles sehr wohl anders und besser hätte laufen können, wenn man denn gewollt hätte, denn die Schweden hatten ja die gleiche Informationsgrundlage. Ich muss immer sehr tief durchatmen, wenn auch gemäßigte Impfbefürworter die damals Verantwortlichen damit entschuldigen, es sei eben eine Krisensituation gewesen, da seien die Politiker eben überfordert gewesen, alles sei neu gewesen etc. Wenn man die Protokolle des Robert-Koch-Instituts (‚RKI-Protokolle’) gelesen hat, weiß man, wie die Sache gelaufen ist.
Tja, daran sieht man, dass Regierung ganz klar etwas im Gehirn verschiebt. Lang, lang ist es her, da hatten wir mal einen aufrechten Politiker namens Helmut Schmidt. Heute wirken alle nur noch wie Seilschaften. Vielleicht verdienen sie zu viel. Solche Gestalten hatten wir jedenfalls noch nie. „Zugleich betonte er, dass es in einer Krise keine perfekten Entscheidungen gebe.“ Das Problem ist, dass es eine ganz kurze Krise war, Anfang 2020, als wirklich niemand wusste, was los war. Dann folgte die Ausdehnung des Krisenmodus, an dem die Regierenden irgendwie Gefallen gefunden hatten, derweil das Virus munter mutierte und immer harmloser wurde. Harmlos war es immer, was die meisten Kinder und Jugendlichen betraf. Es wirkte wie eine Kinderkrankheit, wie Masern, die erwachsene Indianer in Amerika ins Grab schafften, Kinder wurden nur immun.
Entsetzlich war, dass man sich ausgerechnet zu dritt treffen konnte, wieso nicht zu viert? Es wirkte alles wie Schikane. Mancher musste schliessen, weil niemand auf die naheliegende Idee kam, dass man Kunden hintereinander abwickeln kann, wenn man will.
Besprochen wurde nie der Tod durch Beatmung, dass nur nebenbei.
Es ist traurig, wie einst mutige Geister das Hemd wechseln, sobald sie im besten D aller Zeiten (Merkel) Verantwortung tragen. Es leitet zu Politikverdrossenheit und Privatisieren.
@ Thomin Weller – „getötet bzw. schwerste med. injizierte Schäden ertragen müssen.“ – Und gerade heute wieder im Bezahlfernsehen sog. Gesundheitstipps mit dem dringenden Hinweis, sich in der jetzigen „Erkältungswelle“ auf jeden Fall noch „Impfen“ zu lassen, erwähnt die neuartigen „mRNA-Impfstoffe“, „Corona-Folgen“ der bisherigen Spritzerei natürlich als Warnhinweis „Fragen Sie ihren Arzt oder Apotheker“ n i c h t erwähnt.