News-Redaktion / 02.12.2019 / 16:45 / Foto: Garry Knight / 0 / Seite ausdrucken

Video aufgetaucht: Corbyn stellt das Existenzrecht Israels in Frage

Der Chef der britischen Labour-Partei, Jeremy Corbyn, steht unter Beschuss. Ihm wird vorgeworfen, nicht energisch genug gegen antisemitische Tendenzen in seiner Partei vorzugehen, oder sogar selbst antisemitische Einstellungen zu vertreten. Vor einer Woche bezeichnete der britische Oberrabbiner, Ephraim Mirvis, Corbyn daher als „ungeeignet“ für das Amt des Premierministers – eine in Großbritannien noch nie dagewesene Einmischung in einen laufenden Wahlkampf durch ein geistliches Oberhaupt. Es folgte ein in den britischen Medien viel-diskutiertes Fernsehinterview, in dem der Politiker sich mehrfach weigerte, sich für seinen bisherigen Umgang mit dem Thema Antisemitismus zu entschuldigen (Achgut.com berichtete).

Nun bringt ein weiteres Fernsehinterview Corbyn in noch größere Bedrängnis. Britische Social-Media-Nutzer haben ein Video aus dem Jahr 2011 ausgegraben, in dem Corbyn, damals noch einfacher Abgeordneter, mit dem staatlichen iranischen Auslandsfernsehsender „Press TV“ spricht und das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen scheint. Wortwörtlich hat der heutige Labour-Chef laut der Zeitung „Daily Mail“ gesagt: „Ich glaube, es gibt eine Tendenz [bei der öffentlich-rechtlichen BBC], dass Israel eine Demokratie im Nahen Osten ist und ein Existenzrecht hat, dass Israel Sicherheitsinteressen hat.“

Corbyn habe dem damaligen BBC-Chefintendanten Mark Thompson in dem Interview vorgeworfen, in Bezug auf Israel „eine Agenda“ zu verfolgen. Corbyn habe zudem behauptet, dass Israel Druck auf das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Großbritannien ausübt: „Es scheint sehr viel Druck auf die BBC zu geben, von Seiten der israelischen Regierung und der israelischen Botschaft. Sie sind sehr selbstbewusst gegenüber allen Journalisten, sie stellen bei der Berichterstattung jedes Detail in Frage.“ Nach Angaben der „Daily Mail“ hat Corbyn in seiner Zeit als relativ unbekannter Abgeordneter mehrfach Interviews mit „Press TV“ geführt.

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