Verüben Trans-Frauen „kulturelle Aneignung“ der Weiblichkeit?

Am vergangenen Sonntag haben sehr mutige Frauen, hauptsächlich Mütter, vor Kliniken für Geschlechtsdysphorie in Los Angeles, Salt Lake City und New York City demonstriert. Ich habe nichts in den Medien über ihre Aktion gesehen. Sie etwa? Ihr Fokus lag auf dem Schaden, der Kindern zugefügt wird, indem man ihnen Diagnosen gibt, die zu Drogen, Pubertätsblockern und chirurgischer Verstümmelung führen.

Am 17. März beriet der Senat der Vereinigten Staaten über das Gleichstellungsgesetz. Radikale Feministinnen glauben, dass die Privilegierung der Geschlechtsidentität gegenüber dem biologischen Geschlecht sehr schädlich für Mädchen und Frauen sein wird.

Hier ist das Seltsame daran: Wir sind alle davor gewarnt worden, uns die soziale, sexuelle, ethnische und rassische Identität eines anderen Menschen kulturell anzueignen. Wenn jemand ein farbiger Mensch ist (afrikanisch, lateinamerikanisch, asiatisch oder indigen), hat keine weiße Person das Recht, seine Geschichten zu erzählen, nicht einmal in einem Roman. Weder hatte Harriet Beecher Stowe ein Recht, über Onkel Tom zu schreiben, noch hatte Mark Twain das Recht, Jim und Huck auf einem Floß darzustellen.

Wenn jemand schwul ist, kann nur er homosexuelle Rollen auf der Leinwand oder im Theater spielen und nur ein homosexueller Kritiker kann ein Stück mit homosexuellen Charakteren darin rezensieren. Kein heterosexueller Schriftsteller kann den Werken von Oscar Wilde, Walt Whitman oder Marcel Proust gerecht werden. Nun, Moment mal.

Das überlagerte, wackelige Boot des Feminismus

Heißt das, dass homosexuelle Kritiker die Werke von heterosexuellen Autoren nicht rezensieren können? Und dass Männer keine weiblichen Charaktere darstellen können? Und dass weibliche Autoren nur über andere Frauen schreiben können – und das auch nur, wenn sie über jemanden schreiben, der ihnen sehr ähnlich ist, der so aussieht wie sie, so denkt wie sie, die gleichen sexuellen Vorlieben hat und so weiter?

Jetzt bedenken Sie dies. Gleichzeitig wird uns bei dieser Sache nämlich auch gesagt, dass es eine Ausnahme gibt. Männer können sich wie Frauen kleiden, Hormone nehmen und sich einer Operation unterziehen, um Frauen zu werden, und das ist politisch sogar überkorrekt. Sogar Trans-Frauen mit intakten männlichen Genitalien, die sich aber als Frauen identifizieren, können sich eine Kaserne, eine Gefängniszelle, ein Schutzhaus mit biologischen Frauen teilen und an einem Sportwettbewerb gegen solche teilnehmen, die als Frauen geboren und aufgezogen wurden.

Ich habe keinen Zweifel daran, dass Trans-Frauen von heterosexuellen Männern verfolgt werden, die sie auch zur sexuellen Befriedigung benutzen. Ich denke, dass solche Trans-Frauen ihre eigenen Befreiungsbewegungen ins Leben rufen müssen, statt in das wackelige kleine Boot des Feminismus zu steigen, das derzeit so belagert wird. Und auf die Gefahr hin, belästigt, beschämt und diffamiert zu werden, muss ich es wagen, darauf hinzuweisen, dass die Biologie tatsächlich real ist, genauso wie DNA und Anatomie.

Folgen Sie immer dem Geld

Ich verstehe nicht, warum Cross-Dressing nicht mehr gut genug ist, warum zutiefst unglückliche Menschen, sogar Kinder, sich selbst chirurgisch verstümmeln und krebserregende Hormone einnehmen müssen, um – scheinbar – in ein anderes Geschlecht verwandelt zu werden.

Dies liegt im Interesse von Big Pharma, von psychiatrischen Kliniken, die sich auf Geschlechtsdysphorie spezialisiert haben, und Chirurgen. Folgen Sie immer dem Geld.

Warten Sie nur auf all die Geschichten – sie haben begonnen, aufzutauchen – von Trans-Männern, die ihre früheren Entscheidungen bereuen.

Was die zunehmende Zahl junger Mädchen betrifft, die Männer werden wollen – das wird einen weiteren Artikel erfordern, vielleicht auch einen ganzen Roman.

Foto: Phyllis Chesler

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Ulrich Pletzer / 20.03.2021

Auch ich bekenne mich nicht zu einer binären Geschlechts Identität - habe ich nie getan - richtige Männer machen sowas nicht!

Sabine Schönfeld / 20.03.2021

Dass der Feminismus die postmoderne Gendertheorie adaptiert hat und sich all der subjektiv benachteiligten oft sehr kleinen Minderheiten angenommen hat, hat der Sache der Frauen so sehr geschadet, wie kaum etwas seit den 50ern des letzten Jahrhunderts. Nicht einmal GNTM ist so verheerend. Erstens wird jetzt der Feminismus in der Gesellschaft als leicht gaga wahrgenommen und durchaus berechtigte Forderungen im Sinne der Frauen gehen so unter. Zweitens ist die Leugnung biologischer Fakten für Frauen besonders beunruhigend, da sie sehr auf eine frauenspezifische Medizin angewiesen sind. Und drittens ist er im Genderbrei enthaltene Kulturrelativismus deshalb problematisch, weil darin ein Kritikverbot am Islam enthalten ist. Und dieser ist explizit frauenfeindlich und weist der Frau eine untergeordnete Rolle zu. Die Gendertheorie ist so mithin der größte Feind für die Gleichberechtigung und Freiheit der Frauen im 21. Jh.. Es ist für mich grausig, all die gedankenlosen Mitläuferinnen zum eigenen Schaden zu sehen!

Marce Seiler / 20.03.2021

Mir wird das immer egaler. (Ich habe auch diesen Artikel nicht gelesen.) Kämpft doch, wofür ihr wollt! Immer kräftig druff! Prügelt euch, besteht auf eurer “Identität” (was auch immer das sei), besteht darauf, dass JEDER sie anerkennt und schlagt ihm (m/w/d) in die Fresse, wenn er (m/w/d) es nicht tut! Baut so viele Toiletten wie ihr wollt! Nur so wird es gesellschaftlichen Frieden geben – und das glaubt ihr wirklich?

Wilfried Cremer / 20.03.2021

Im letzten Kapitel der Bibel (NT) ist zu dem Thema alles gesagt.

Fred Burig / 20.03.2021

@Kurt Müller : Oh ja, ich kann sie sehr gut verstehen! Wenn Abartigkeit zum Standard wird, ist für mich auch Schluss mit Verständnis. Meinetwegen sollen alle ihr Ding machen - aber sich nicht penetrant in den Vordergrund drängen. Die biblische Geschichte geht nach meiner Auffassung mit Adam und Eva von Mann und Frau aus, weil nur dieser Kombination auf natürliche Weise die Besiedlung der Erde gelingen kann. Alles andere ist vielleicht Zugabe und der “Großzügigkeit” des Schöpfers geschuldet. Er konnte ja nicht ahnen, dass seine Nachsicht so missbraucht wird. Wie dem auch sei. Zur Zeit ist wohl alles auf Streit gebürstet. Das kann aber auch ein deutliches Zeichen von zunehmender Dekadenz sein! Wir wären nicht die erste Hochkultur, welche daran zugrunde geht! MfG

Emmanuel Precht / 20.03.2021

In jedem Fall, die Rettung ist näher als gedacht. Abends im Weißen Haus, Jo der etwas debile Presedent elected guckt wieder in den Koffer, dessen Deckel er wie jeden Abend geöffnet hat und fragt sich wie jeden Abend; “Was zur Hölle ist das blo? für ein großer roter Knopf. Ich weiß, dass der wichtig ist. Ach, heute probiere ich es einfach mal aus”. Und drückt drauf. Nachdem sich die Wolken um die Welt wieder verzogen haben ist auch der Gender-Quatsch verschwunden. Jo Biden, most importend presedent - ever. Wohlan…

Gerhard Döring / 20.03.2021

Ich träumte ich durfte Gott fragen wieviel Geschlechter es denn wirklich gibt und was mit den Deutschen nicht stimmt. Hier seine Antwort: Zwei habe ich erschaffen,Adam und Eva. Die anders fühlenden und anders gearteten sind gleichwertig, sie würden nie einen Anspruch auf ein eigenes Geschlecht erheben,es gibt einen solchen in der Evolution nicht. Z.B. ist ein kastrierter Kater immer noch männlich. Aber um konkret zu antworten muss ich verzweifelt eingestehen das es der Teufel schaffte von den Deutschen Besitz zu ergreifen. Diese Gutmenschen,welcher ich mich nicht erinnere je geschaffen zu haben,(höchstens nach erhöhtem Weingenuss am Montag) verkünden unzählig viele Geschlechter und das erzürnet mich weil diese sich dem Teufel andienen. Als Gegenleistung will dieser das Höllenfeuer auf “erneuerbare Energie” umstellen. Sei es drum, dann wird der Teufel von mir, als Schöpfer von Himmel und Erde, abhängig, so das ich den langen Kampf gegen ihn endlich gewinnen werde. Keine Sonne, keinen Wind gibt es dann von mir für’s ökologische Höllenfeuer.Zu guter letzt rechne ich dann mit den Deutschen ab. Schauet ihr den Kirchenfürsten einmal genau unter die Kutten,so werdet ihr bei den Meisten ein Schwänzchen über dem Hintern erkennen.Erschauert darüber nicht meine Schäfchen,das sind die Offiziere des Teufels welche dieser schickte um euch mit Lügen zu verwirren.Und am Schlimmsten steht es um eine vom Teufel besessenen Pfarrerstochter,aber das wisset ihr wohl selbst so langsam. Glaubet denen allen kein Wort und seied gewiss das der jüngste Tag nahet.

Klaus Klinner / 20.03.2021

Ich bin absolut dafür, dass jeder nach seiner Fasson selig werden soll, solange er nicht verlangt, dass ich dafür aufkomme. Zum Beispiel “Transgender” nur so viel: Beruflich habe ich häufiger Kontakt mit Menschen, die sich auf dem Weg oder schon am Ziel ihrer Sehnsucht wähnen. Es ist in der Tat ein langer und schwerer Weg. Allerdings, gefühlt habe ich den Eindruck, dass es absolut der kleinere Teil ist, dem es danach besser geht. Vielleicht begegnet mir aber auch eine negative Auslese?

K. Schmidt / 20.03.2021

Jeder, der sich seine Pizza selber backt (und das Rezept dabei leicht ändert), vergeht sich doch eigentlich an den Italienern und ihrer Kultur.

Rudolf Dietze / 20.03.2021

Für manche Führungspersönlichkeit in den Chefetagen und Aufsichtsräten ist das doch die Alternative.

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