Präsident Donald Trump setzt bei der Vermittlung in Streitigkeiten mit Iran immer wieder auf Pakistan. Doch ist Pakistan ein ehrlicher Vermittler im Nahen Osten? Oder dient die pakistanische Vermittlung eher den Interessen Chinas als denen der Vereinigten Staaten? Nach Angaben des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) liefert China mehr als 80 Prozent der militärischen Ausrüstung Pakistans, was die strukturelle Abhängigkeit Pakistans von Peking unterstreicht. Beide Länder unterhalten zudem umfangreiche Beziehungen in den Bereichen Verteidigung, Nachrichtendienste, Sicherheit und Technologie.
Diese Dynamik zeigte sich während des amerikanisch-iranischen Waffenstillstands im April 2026, als China hinter den Kulissen eine Rolle spielte, Pakistan jedoch als sichtbaren diplomatischen Gesprächspartner auftreten ließ. Dieses Muster setzt sich fort. Peking hat Pakistans Vermittlungsbemühungen durch hochrangige Treffen in Peking und Shanghai unterstützt und Initiativen gefördert wie etwa den gemeinsamen Fünf-Punkte-Rahmenplan für regionalen Frieden. Vor Kurzem forderte Außenminister Wang Yi Pakistan außerdem dazu auf, seine diplomatischen Vermittlungsbemühungen zu intensivieren. China hat Pakistan als wichtigsten Vermittler positioniert und gestaltet zugleich im Hintergrund die umfassendere diplomatische Agenda. Dies erklärt auch, warum Peking Pakistans Annäherung an Trump oder Trumps Lob für Feldmarschall Asim Munir offenbar kaum beunruhigt: Pakistans Diplomatie dient letztlich chinesischen strategischen Interessen.
Mehrere Berichte verstärken diese Bedenken. China wird Berichten zufolge in den kommenden Wochen über Pakistan 300 bis 400 schultergestützte Flugabwehrsysteme vom Typ QW-12 und FN-16 (MANPADS) an Iran liefern. Das Geschäft soll einen Wert von 60 bis 70 Millionen Dollar haben. Ein solcher Schritt würde Irans Luftverteidigungsfähigkeiten stärken und Pakistans behauptete Neutralität infrage stellen. Munir soll außerdem mit Ahmad Vahidi, dem Chef der Islamischen Revolutionsgarden, eine geschäftliche Vereinbarung über den Transport iranischen Öls durch Pakistan im Rahmen eines gemeinsamen Transportunternehmens getroffen haben. Andere Berichte legen nahe, dass diese Vereinbarung dazu beitrug, iranische Angriffe auf Saudi-Arabien zu verhindern. Munir soll Vahidi erklärt haben, Pakistan werde das Geschäft beenden, falls Iran Saudi-Arabien angreife. Dies legt nahe, dass Pakistans Vermittlungsbemühungen nicht unparteiisch waren und Washington die tatsächliche Position Irans nicht zutreffend vermittelten.
Chinas Lieferant für Iran und Saudi Arabien
Während des Krieges deuteten zahlreiche Berichte darauf hin, dass Pakistan über einen Grenzübergang in Belutschistan als Transitland für Treibstoff und andere Lieferungen nach Iran fungierte. Berichten zufolge lieferte China außerdem wichtige Waffen sowie elektronische Gegenmaßnahmen und nutzte dabei den Karakorum Highway und den Hafen von Gwadar im Rahmen des China-Pakistan Economic Corridor, um amerikanische Seeblockaden zu umgehen.
Um Peking entgegenzukommen, ordnete Pakistan einen digitalen Wechsel an und wies sein ziviles und militärisches Personal an, die gesamte offizielle Kommunikation auf die chinesische Plattform WeChat zu verlagern. Gleichzeitig wurde die Nutzung von WhatsApp auf offiziellen Geräten verboten. Zur Begründung hieß es, die westliche App sei Ziel feindlicher geheimdienstlicher Überwachung.
Pakistan half jedoch nicht nur Iran. Um seinen Verteidigungsverpflichtungen im Rahmen des strategischen gegenseitigen Verteidigungspakts mit Saudi-Arabien nachzukommen, lieferte Pakistan chinesische JF-17-Thunder-Kampfflugzeuge, HQ-9-Luftverteidigungssysteme und weiteres chinesisches Militärgerät nach Riad. Damit fungierte Pakistan faktisch als Chinas Lieferant in der Region und förderte chinesische Verteidigungssysteme. Zugleich festigte Pakistan damit seine Rolle als strategischer Partner Chinas und als regionales Bindeglied. Peking konnte seinen langfristigen strategischen Einfluss ausbauen, indem die arabischen Golfstaaten tiefer in chinesische Lieferketten für Verteidigungsgüter, Wartungsnetzwerke und technische Systeme eingebunden wurden. Auf diese Weise werde der Boden für dauerhafte Abhängigkeiten der Region von China bereitet.
Die Zweifel an Pakistans Neutralität werden inzwischen auch in den Vereinigten Staaten zunehmend sichtbar. In jüngsten Äußerungen zur regionalen Diplomatie erwähnte Trump Pakistan bei der Erörterung der laufenden Vermittlungsbemühungen nicht. Stattdessen hob er Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar als wichtige Partner hervor. Demgegenüber begrüßte der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, die Vermittlungsbemühungen Islamabads, während Parlamentspräsident Mohammad-Bagher Ghalibaf erklärte, dass die Verhandlungen über Pakistan fortgesetzt würden. Wie der amerikanische Verteidigungsexperte und Vorsitzende des Institute for the Study of War, Jack Keane, kürzlich erklärte, sei Pakistan ein „kompromittierter“ Vermittler, weil es historisch eher Teheran als Washington bevorzuge.
Die Frage für Trump lautet daher: Wie viele Beweise braucht Washington noch, bevor es zu dem Schluss kommt, dass Pakistan kein Verbündeter ist – geschweige denn ein bedeutender Nicht-NATO-Verbündeter –, nachdem Pakistan die Taliban unterstützt, Al-Qaida-Führer Osama bin Laden einen sicheren Zufluchtsort geboten und nun während des Iran-Konflikts China unterstützt hat?
Imran Khurshid, Ph.D., ist Associate Research Fellow am International Centre for Peace Studies in Neu-Delhi, Indien. Dieser Beitrag erschien zuerst im Middle East Forum, dort finden Sie auch das englische Original
Wenn die Golfstaaten mal alle pakistanischen Working Poor, auf einen Schlag nach Hause schicken – und die Gelegenheit dazu, wäre gerade bestens, dann schaut der Pakistani auch nicht mehr so lustig aus dem Nachthemd, wie auch schon. Und glaubt der Autor ernsthaft, dass die US-Administration Pakistan no seine Connections, nicht selbst einschätzen kann.
Um so gespannter darf man auf die Ausrichtung der „Mekka-NATO“ sein, zu deren Vertragsinhalt und der Formulierung der möglichen Beistandsverpflichtungen offenbar noch nichts veröffentlicht wurde.
Gibt es überhaupt noch 2 gemeinsame Meinungen? Warum sollten Staaten davon verschont bleiben? Ausserdem wäre es ein Wunder, wenn China den Iran einfach untergehen ließe, weil es weiß, daß es dann der nächste auf der Liste ist.
Überall sind geheime Netzwerke aktiv. Die ziehen Strippen und die politischen Marionetten dichten das in Tatkraft um. Wir leben in einer Nebel-Welt, die nur vom Image zusammengehalten wird, nicht von Physik.
Nachdem die Nervenheilanstalten geöffnet worden sind, hat die Verschrobenheit in den Besatzungszonen der EU ein neues Zuhause gefunden.
Im übrigen brodelt das in Brüssel. Da sind Sozialdemokraten und Christdemokraten weit davon entfernt, sich grün zu sein. Der Zusammenhalt ist verschwörerisch und nur mit Verrenkungen möglich. Solidarität auch mit den Subversiven. Der Laden fliegt uns sowieso demnächst um die Ohren.
Würde ich in Neu-Dehli (das ist der Bruchteil von Dehli, der Regierung, Parlament und Oberste Gerichte beherbergt) für „Peace Studies“ bezahlt, würde ich wohl auch gegen die Verbindung des Erzfeindes Pakistan zum Feind China anstänkern. Sei es auf Grund einer Überlegenheit von chinastämmigen Waffen gegenüber den französischen oder dass die pakistanischen Soldaten besser ausgebildet sind, das Debakel beim letzten Schlagabtausch war groß.
Dass Pakistan eigene Interessen verfolgt, ist nichts Neues. USA und Pakistan versuchen sich seit Jahrzehnten gegenseitig auszuspielen und für eigenen Interessen einzuspannen. Solange Indien sicherer Freund der Sowjets war, verliefen die Linien einigermaßen klar und gemeinsam wurde Afghanistan destabilisiert. Der Versuch aber Indien in westliche Allianzen zu bringen und Ondiens lavieren, fördert automatisch Pakistans Verbindung zu China. Zudem sind die chinesischen Waffen billiger. Der Angriffskrieg auf den Iran hat diesem viele Sympathien in der muslimischen Welt verschafft. Im Westen wird der Iran als Unrechtsregime dargestellt, im Vergleich zu Pakistan und den Arabern ist er jedoch ein Rechtsstaat. Deshalb wird die westliche Hetze als Gefahr wahrgenommen.
Und wer kann es den Pakistani verdenken, wenn sie angelsächsische Militärmacht in ihrer Nähe mit großer Skepsis betrachten. Auch stehen den pakistanischen Sunniten (über 90%) die iranischen Schiiten, trotz aller Differenzen, viel näher als westliche Ideologie.
Die Frage für Trump lautet vor allem: Was soll ich dagegen (noch) machen und was soll ich jetzt tun? Ich beantworte sie mal präventiv und ohne jegliche Parteinahme nur mit Blick auf die Kräfteverhältnisse: Trump wird sich wenig ehrenvoll zurückziehen müssen. Je länger er damit wartet, desto unehrenhafter wird die Situation für ihn. Er war wirklich schlecht beraten (wenn überhaupt), gegen den Iran Krieg zu führen. Ganz abgesehen davon, dass er damit gegen sein eigenes Wahlversprechen verstoßen hat, Kriege zu beenden und keine neuen Kriege anzuzetteln. Es klingt ein bisschen hart, zumal für einen ursprünglichen Trum-Anhänger wie mich, aber außenpolitisch ist Trump in seiner zweiten Amtszeit zum absoluten Loser geworden. Seine Diplomatie beschränkt sich auf Großmäuligkeit, Erpressung und Krieg.