News-Redaktion / 04.05.2021 / 11:00 / Foto: Pixabay / 16 / Seite ausdrucken

„Verfassungsgemäßer Klimaschutz nur mit Kernenergie”

Das-Klima-Urteil des Bundes-Verfassungsgerichtes lässt Grüne und Ökoindustrie allenthalben jubeln. Doch da gibt es einen Aspekt, der ihnen nicht so gut gefallen dürfte. Denn die Einlassungen des Verfassungsgerichtes lassen sich durchaus auch als Argument für die Kernenergie auffassen. Sagt Rainer Klute, der Vorsitzenden des Vereins Nuklearia.

Die Verfassungsrichter monierten, die Reduzierung der CO₂-Emissionen falle in der Zeit bis 2030 viel zu gering aus. Deutschland will bis 2050 CO₂-neutral sein. Wenn aber bis 2030 zu wenig CO₂ eingespart werde, so Rainer Klute, müssten die Menschen in der Zeit danach umso größere Anstrengungen unternehmen. Dazu müssten sie unverhältnismäßig starke Einschränkungen ihrer Freiheitsrechte hinnehmen. Der Gesetzgeber muss nach dem Spruch des Verfassungsgerichts nun Regelungen schaffen, mit denen die Lasten der Klimapolitik gerechter über die Zeit verteilt werden.

„Vorschriften, die jetzt CO2-Emissionen zulassen, begründen eine unumkehrbar angelegte rechtliche Gefährdung künftiger Freiheit“, so die Richter. Für den Nuklearia-Vorsitzenden Rainer Klute ist der Atomausstieg eine solche Vorschrift. „Die Stilllegung der sechs verbliebenen Kernkraftwerke wird zusätzliche Emissionen von gewaltigen 50 bis 75 Millionen Tonnen CO₂ pro Jahr verursachen“, so der 60-jährige Informatiker. Statt der CO₂-armen Kernkraftwerke solle man lieber CO₂-intensive Kohlekraftwerke stilllegen. „Das würde wirklich etwas bringen. Denn jedes weitere Gramm CO₂ ist zu viel, erst recht Millionen Tonnen jedes Jahr“, meint Klute.

Nach Ansicht des Vereins ist die Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland bis Ende 2022 nicht mit der vom Gericht geforderten Verpflichtung vereinbar, die Treibhausgasemissionen möglichst schnell zu mindern, um drastische Einschränkungen grundgesetzlich gesicherter Freiheitsrechte für nachfolgende Generationen zu vermeiden.

Nach den Erkenntnissen des Weltklimarates (IPCC) kann das vom Gericht zitierte 1,5-°C-Ziel realistischerweise nicht ohne Kernenergie erreicht werden. Der IPCC hält eine Verdopplung bis Versechsfachung der Kernenergie bis 2050 für notwendig.

Deutschland habe den Atomausstieg 2002 unter der Annahme beschlossen, es könne die Klimaziele auch ohne die Kernenergie einhalten, erläutert Nuklearia-Vorstandsmitglied Christoph Barthe. Der Beschluss des Bundesverfassungsgerichts mache aber deutlich, dass diese Annahme nicht gerechtfertigt war. „Ohne die Kernenergie erfolgt der Rückgang der CO₂-Emissionen viel zu langsam. Das bürdet künftigen Generationen unverhältnismäßig hohe Lasten auf“, so Barthe. Der Nuklearia e.V. setzt sich für ein kombiniertes Stromsystem ein, in dem Kernenergie und Erneuerbare gemeinsam CO₂-freien Strom liefern.

Der Vorstand der Nuklearia ruft Bundesregierung und Bundestag auf, den Atomausstieg schnellstens zurückzunehmen. Kernkraftwerke trügen aktiv zum Klimaschutz bei. Daher müsse der Staat dafür sorgen, dass die sechs verbliebenen Anlagen über das Jahr 2022 hinaus betrieben würden. Falls nötig, solle die Bundesrepublik die Kernkraftwerke den jetzigen Betreibern für einen symbolischen Preis abkaufen und in eigener Regie weiterführen.

Laufzeitverlängerungen von Kernkraftwerken gelten international als die kostengünstigste Möglichkeit, klimaneutral saubere Energie zu erzeugen. Der Nuklearia e.V. will dafür auch in diesem Jahr wieder zu Demonstrationen aufrufen und an den Standorten der Kernkraftwerke auf die Straße gehen.

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Elias Schwarz / 04.05.2021

Atomenergie für Klimaschutz. Was kommt danach? Überschallpassagierflugzeuge für Gender? Mondlandung gegen Rassismus? Atomenergie ist pragmatisch. Sie ist wissenschaft. Sie treibt Fortschritt und vielen Gebieten. Und Klimaschutz ist nur eine neue Religion, die schon vor 500 Jahren häte aus unserem Leben für immer verbannt werden müssen.

Reinhold R. Schmidt / 04.05.2021

Natürlich ist Kernenergie die einzig zukunftsfähige Energieform. Anders ist der immense Energiebedarf der sich entwickelnden Menschheit nicht realisierbar. Auch Menschen in Afrika, Asien, Südamerika usw. haben mit Recht Anspruch auf ein Leben ohne Hunger und Armut. Ohne Energie geht das aber nicht. Die “Erneuerbaren” können dabei nur ein teures Zubrot sein. Trotz aller Propaganda: Nachts scheint eben keine Sonne und oft weht auch kein Wind. Bioenergie steht in Konkurrenz zur Lebensmittelproduktion und Wasserkraft ist in DEU überhaupt nicht mehr und in andern Bereichen der Welt nur noch mit erheblichen ökologischen Nachteilen ausbaubar. Wer jetzt mit solch blöden Argumenten wie “Atommüll”, Endlager oder Abwärme kommt, sollte sich bitte einmal mit den Fakten vertraut machen. In DEU hat der hochreaktive Atommüll derzeit ein Volumen eines größeren Einfamilienhauses mit Garage, und lagert zum Teil seit Jahrzehnten problemlos bei den Kernkraftwerken oder in Zwischenlagern. Wir könnten die Menge aber auch von Heute auf Morgen deutlich reduzieren, wenn wir diesen “Atommüll” an Staaten mit schnellen Brütern, wie Russland und China gewinnbringend verkaufen würden. Das haben wir uns aber gesetzlich selbst untersagt, um das Problem als Dauerbrenner im Land zu halten. Den kleinen Rest in einem Endlager unterbringen zu wollen ist Dummheit, es muss nur irgendwo (z.B. in Sibirien) vor Dieben sicher gelagert werden. Was wissen wir den, was folgende Generationen mit diesen wertvollen Rohstoffen anfangen können? Und die Abwärme könnte man natürlich genauso wie bei den gehypten, ökologisch korrekten Blockheizkraftwerken für Fernwärmeprojekte nutzen. Wohingegen die Abfälle der “Erneuerbaren” PV und Wind wohl in der weltgrößten Untertage-Giftmüll-Deponie im stillgelegten Schacht Herfa-Neurode in Osthessen landen werden. Kleine Anmerkung: Radioaktivität klingt im Laufe der Zeit ab, Gift bleibt für alle Ewigkeiten Gift.

Ernst Lepanto / 04.05.2021

das angebliche Physik Studium der Unerträglichen Zonen Wachtel halte ich genauso sprichwörtlich an den Haaren herbei gezogen wie es angeblich auch keine Stasi Akte von IM Erika geben soll . Aber im Ehemaligem Wunderland der Dichter und Denker ist selbst das inzwischen nichts mehr besonderes . Die Pisa Studien und die schlechten Plätze beim Jährlich erhobenen Weltweiten Universität ranking geben absolute Gewissheit das es schon länger mit dem Wissensstand der Deutschen und auch Österreicher rapide bergab geht . Von den einstigen Spitzenplätzen in das hintere Mittelfeld das sind inzwischen die geernteten Früchte der Altbekannten 68 iger Demagogen und weiteren Islam faschistoiden Grün Kommunisten . Abschließend kann ich nur empfehlen wenn man sich noch weiterbilden will dem Thema:  ...Dual-Fluid-Reaktor Technik….Große Aufmerksamkeit zu schenken ....es hat auch Garantiert nicht weh getan -Versprochen !

Frances Johnson / 04.05.2021

Nicht nur Pharma, auch food: “Earlier this year they became the largest owner of farmland in the United States, according to Land Report. The Land Report researchers concluded that Gates, now the fourth richest man in the world, and his wife, Melinda, own 242,000 acres of farmland. They own roughly 52,000 more acreage than the Offutt family, which sits at No. 2 on Land Report’s list of families who own the most farmland in the U.S. In total, Bill and Melinda Gates have acquired land in more than a dozen states. However, his largest land holdings are in Louisiana (69,071 acres), Arkansas (47,927 acres), Nebraska (20,588 acres), Arizona (25,750 acres) and Washington state (16,097).” Fox.

M.-A. Schneider / 04.05.2021

In einer nur von Ideologie und ebenso faktenbefreiten wie realitätsfernen und naiven Politikervorstellung beherrschten Welt Deutschlands ist leider für die m. E. einzige Möglichkeit der Wiederbelebung der Kernenergie und des Baues der neusten Generation von Kernkraftwerken zur Reduzierung des CO² -Ausstoßes kein Platz. Das mag sich vielleicht ändern, wenn wir erst die bitteren Konsequenzen dieser völlig misslungenen Energiepolitik weiter auszuhalten haben, von dramatischer Anhebung der zu zahlenden Abgaben, über starke Einschränkungen von Freiheit und Lebensstandard bis hin zu lebensbedrohlichen Blackouts mit katastrophalen Folgen. Allerdings dürfte es dann immer schwieriger werden, das was in unserem Land versäumt wurde, in angemessener Zeit wieder aufzuholen, das dafür dringend notwendige Personal ist bis dahin ausgewandert und in der Politik wird sich sowieso keines finden.

Frances Johnson / 04.05.2021

Breaking News: Melinda French Gates, Petitioner, files for divorce. Unheilbar zerüttet, gibt sie an. Bill kann ja dann Corona heiraten.

F. Hoffmann / 04.05.2021

Nun, Nuklearia kann ja gegen die Abschaltung der AKW´s klagen. Ich fürchte nur, dass ein von grüner Ideologie getriebenes Verfassungsgericht erklären wird, welche furchtbaren Folgen der Atomkraft die Kinderchen in Zukunft erdulden müssen. Beim zukünftigen Klima hat man ja auch aus möglichen (oder eben nicht stattfindenden) Szenarien eine künftige sozusagen faktische Realität zugrunde gelegt. Ist für jeden, der bis 3 zählen kann irre, für Verfassungsrichter anscheinend nicht. Ist wie bei den islamischen Menschenrechten: Klar gibt´s die, aber unter dem Vorbehalt, dass sie mit der Scharia übereinstimmen. Wir haben jetzt Grundrechte unter dem Vorbehalt des „Klimaschutzes“, was immer das sein soll.

T. Rager / 04.05.2021

Sowohl aus ökonomischen als auch ökologischen Gründen wäre es sinnvoll, Kernkraftwerke so lange wie möglich zu betreiben. Aber bitte nicht ins Gezeter von der Klimakatastrophe einstimmen, um sie zu rechtfertigen! Und in staatliche Hand gehören Kernkraftwerke auch nicht. Dann hätten wir über kurz oder lang wirklich ein Sicherheitsproblem. Auch für eine Übernahme zu einem symbolischen Preis gibt es keinen Grund, denn die Anlagen sind doch offenbar etwas wert.

Johann-Georg Schmal / 04.05.2021

Herrlich! Und irgendwie süffisant. Das sage ich schon lange auch bzw. gerade allen, die es nicht hören und daher nicht mehr mit mir reden wollen. Vor allem, weil ich die Infos von hier habe. In meinem Kaff stand zudem der erste kommerzielle Versuchsreaktor D-lands; also der kleinste und schon lange wieder völlig geräuschlos weg. Das Atom ist immer noch im Ortswappen; die Leute sehen es und verstehen es nicht mehr. DFR rules!

Andy Malinski / 04.05.2021

Das erste Wort der Überschrift ist doch neuerdings keine Bedingung mehr für irgendwelches Regierungshandeln, wenn man sich dabei auf das zweite Wort beziehen kann ...

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