Wenn es um Voodoo-Wissenschaft in Deutschland geht, ist man inzwischen geneigt fast alles zu glauben. Man soll es aber auch nicht übertreiben. Gestern nacht machte mich ein Leser darauf aufmerksam, meine Meldung ““Wünschelruten jetzt Wissenschaft” sei möglicherweise eine Ente. Er folgerte dies aus einem Kommentar unter dem angegebenen Link. “Die Meldung ist zum Glück eine Ente! Im Studienangebot der HS Weihenstephan-Triesdorf findet sich weder ein Herr Brönnle noch die Stichworte Geomnantie oder Feng Shui! Geomantie ist keine anerkannte Wissenschaft sondern esotherischer Blödsinn mit völkischen Wurzeln!”. Weil ich es so spät am Abend nicht überprüfen konnte, habe ich den Eintrag daher erst einmal vorsorglich vom Netz genommen. Ich war ja fast beruhigt, auch die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf schien nicht völlig auf den Hund gekommen. Heute Morgen musste ich mich freilich eines schlechteren belehren lassen. Ein Anruf in der Pressestelle der Hochschule ergab: Die irre Meldung stimmt tatsächlich. Es ist so schlimm, wie ich es - auch ohne telefonische Überprüfung - geglaubt hatte. So was nennt man wohl ein Wechselbad des Irrsinns.
Und hier ist die jetzt solide gegengecheckte Meldung nochmal:
Ab dem Wintersemester 2011 hat die Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (Freising) für den Fachbereich “Landschaftsarchitektur” das Wahlfach “Landschaftsästhetik & Geomantie und Feng Shui in der Landschaftsarchitektur” eingerichtet. Dipl. Ing. Stefan Brönnle erhielt den Lehrauftrag für Geomantie & Feng Shui. Gemeinsam mit Prof. Dr. F.Luz , der den Bereich “Landschaftsästhetik” abdecken wird, startet Stefan Brönnle ab dem 4.Oktober seine Vorlesung. Inhalte sind u.a.: Radiästhesie, Ätherwissenschaften, Geomantie & Feng Shui in der Stadtplanung, Geomantische Landschaftsinterpretation, Geomantie und Feng Shui in der Gartengestaltung u.a. http://www.geomantie-zentrum.de/40948.html?entry_id=ae253e20afde9f06cd05c36fb36532c8#blogstart
“Als Werkzeuge seien hier Wünschelrute und Pendel angeführt. Gesucht wird hauptsächlich nach Wasseradern und Erdstrahlen, aber auch Fragen aus anderen Disziplinen wie Biologie, Geologie, Geschichtskunde, Hydrologie, Medizin, Physik und Psychologie werden einbezogen. Zur Esoterik, Grenz- und Parawissenschaften besteht ebenso eine Verbindung, somit bildet die Geomantie einen Spagat zwischen greif- bzw. messbarer und subtiler Wissenschaft.”
http://www.hswt.de/fgw/infodienst/2003/september/blickpunkt-2.html
Und jetzt noch zwei Nachträge:
Dieser Herr konnte bereits eine geomantische Diplomarbeit an der Hochschule abliefern: http://www.alpha3.info/index.php?seite=aktuell&artikel=14
Und ganz wichtig: Die Hochschule Weihenstephan-Troesdorf ist nicht zu Verwechseln mit dem hochangesehenen Wissenschaftszentrum Weihenstephan (TU-München Ableger mit weltweit bekannter Forschung in Sachen Biotechnologie, Gentechnik, Brauwesen usw.)