Roger Letsch / 02.12.2021 / 12:00 / Foto: Gary Dee / 69 / Seite ausdrucken

USA: Ein Mann sieht hinter die Finsternis

Was die Amerika-Berichterstattung deutscher Medien angeht, wundert den Leser eigentlich gar nichts mehr. Ein besonders hübsches Beispiel lieferte dieser Tage ein Beitrag in "Die Welt".

Vorhersagen sind schwierig, besonders, wenn sie die Zukunft betreffen. Gerade die der Vereinigten Staaten. Und ich kann ein Lied davon singen! Für 2016 sagte ich den Sieg von Hillary Clinton voraus und für 2020 den von Trump. Ich lag also im entscheidenden Moment mehrfach gewaltig daneben, auch weil ich – nicht zuletzt wegen der Entfernung – einige politische Mechanismen unterschätzt oder überhaupt nicht auf dem Schirm hatte. Dies ist das Los jedes fernen Lauschers der Echos einer fernen Öffentlichkeit, und aus dieser Unzulänglichkeit ergibt sich traditionell das Tätigkeitsprofil des Auslandskorrespondenten, der durch Nähe zum Gegenstand den Eindruck zu erwecken versucht, kompetenter zu sein. „Der muss es wissen, der ist mittendrin“ ist jedoch für vor Ort erlebte amerikanische Politik manchmal ein ebensolcher Trugschluss, wie aus einem Interview mit Karl Lauterbach auf die Gesundheit der Deutschen schließen zu wollen. Während dem Interviewer in Deutschland der Karl vielleicht ein wenig zu sympathisch ist, sitzt der andere in Amerika womöglich zu nahe am Lagerfeuer eines ganz bestimmten Politikerstammes, nuckelt an derselben kreisenden Friedenspfeife und hält dieselben Rauchwölkchen für Dämonen wie all die anderen „native politicians“, von denen er umgeben ist.

Natürlich weiß ich nicht, wohin genau es Hannes Stein in den USA verschlagen hat, würde aber meine US-Flagge darauf verwetten, dass es nicht weit weg von New York City oder Washington DC sein kann. Sein neuestes Meinungsstück in der WELT lässt jedenfalls keinen Zweifel an seiner gefühlten Stammeszugehörigkeit. Tiefblau müsste sein Amerika idealerweise sein. Nur der Einparteienstaat könne die Katastrophe dort noch abwenden. Da es so offenbar nicht ist, bricht er den Stab über dieses 250 Jahre alte Experiment menschlichen Zusammenlebens, schließlich kommt er aus einem Land, das es besser weiß als die Amerikaner und immer schon besser gemacht hat. Aus Deutschland.

„Die amerikanische Demokratie ist unrettbar verloren. Sie könnte nur dann überleben, wenn die Demokratische Partei von jetzt an bis ca. 2040 alle Wahlen gewinnen würde, und das wird ihr nicht gelingen. […] Schon jetzt zerbricht die Koalition aus Progressiven und Gemäßigten, die Biden vor einem Jahr zusammengeführt hat.“

Körperlich anwesend

Was für ein Lacrimosa! Ich bin da weit weniger pessimistisch, im Gegensatz zu meiner Einschätzung die Zukunft der EU betreffend. Und zumindest die Logik gibt mir in Sachen USA recht. Mit einer einzigen herrschenden Partei (egal welcher) und deren Elite kann man China, die UdSSR und Kuba, aber kaum die USA führen. Auch frage ich mich, was genau die „Koalition aus Progressiven und Gemäßigten“ sein soll, die nun zerbreche. So, wie ich das im Wahlkampf erlebt hatte, gab es damals schon nur ein einziges Thema, welches die verschiedenen Strömungen innerhalb der Demokraten zusammengehalten hat: Trump! Nicht Trump zu sein, war Bidens Angebot, der kleinste gemeinsame Nenner, gewissermaßen. Im März 2020 hieß es noch in einem appellativen Artikel in „The Atlantic“, alles was wir (die Demokraten) von Biden brauchen, sei dessen „körperliche Anwesenheit“ – die und nur die hat man bekommen. Mehr war bedauerlicherweise einfach nicht da.

„Kamala Harris hat es nicht geschafft, sich auf rechte Art in Szene zu setzen, alle anderen Mitglieder seiner Regierung sind mit kompetenter Regierungsarbeit beschäftigt.“

In Szene gesetzt hat sich die Vizepräsidentin reichlich! Gleichzeitig versuchte sie, alle schwierigen Aufgaben zu ignorieren, die ihr Biden zuschob, um sich nicht selbst daran die Finger zu verbrennen. Giggelnd und lachend polterte Nummer Zwei sich von Peinlichkeit zu PR-Katastrophe und steht mit Umfragewerten von um die 28% sogar schlechter da als der bisherige Rekordhalter Dick Cheney – und der hatte dafür noch seinem Freund bei einem Jagdunfall ins Gesicht schießen müssen! Und bitte, lieber Herr Stein: „kompetente Regierungsarbeit“? Wollen Sie etwa Jen Psaki als Regierungsschönsprecherin ablösen?

Bidens Energieministerin Granholm bekommt vor laufender Kamera einen überheblichen Lachanfall, als sie gefragt wird, was die Regierung gegen die rasant steigenden Energiepreise tun wolle. Verteidigungsminister Austin trägt Mitverantwortung für den katastrophalen Truppenabzug aus Afghanistan, und auch Außenminister Blinken stottert sich bei Erklärungen dieses Desasters um Kopf und Kragen. Verkehrsminister Buttigieg arbeitet gleich gar nicht und macht erst mal zwei Monate bezahlte Elternzeit für die adoptierten Zwillinge. Ehrlicherweise macht ihn mir das sogar sympathisch, doch trifft auf ihn so kaum die Floskel von der „kompetenten Regierungsarbeit“ zu, wie sie Stein postuliert. Versorgungsengpässe, murrende LKW-Fahrer, Lehrer, die am liebsten bis Ultimo die Schulen geschlossen hätten, satte Inflation, explodierende Benzinpreise, Impfzwang und eine außer Kontrolle befindliche illegale Einwanderung. Sieht so kompetente Regierungsarbeit aus? Ich habe da so meine Zweifel.

„All jene, die meine Behauptung, die amerikanische Demokratie sei verloren, für übertrieben halten, mögen sich die aktuellen Nachrichten vor Augen halten: Joe Barrasso, ein republikanischer Senator aus Wyoming, versäumte neulich bei vier verschiedenen Gelegenheiten, sich von dem Ausruf „Hängt Mike Pence!” zu distanzieren, der am 6. Januar 2021 beim Sturm auf das Kapitol laut wurde.“

Spiel über Bande

Womit wir mitten im Kulturkampf stecken, der in den USA derzeit tobt. Es wurde also ein „Ruf laut“ und Barrasso „versäumte vier Gelegenheiten“, sich davon zu distanzieren. Das war natürlich über Bande gespielt, Herr Stein, Sie schlauer Fuchs! Denn „versäumt“ hatte der Senator, sich von Trump zu distanzieren, der wiederum keinen Kniefall vor dem Untersuchungskomitee machen will, welches die Vorfälle des 6. Januar zum Thema hat. Die Gründe dafür liegen auf der Hand und haben wenig mit Mike Pence und viel mit dem Versuch zu tun, Trump ein herbeiphantasiertes Komplott unterzuschieben, an das auch Stein offensichtlich bolzenfest glaubt.

„Immer mehr Dokumente kommen ans Tageslicht, die belegen, dass im Januar 2021 in der Tat ein Staatsstreich geplant war – ein Versuch, Donald Trump gegen den Willen der demokratischen Mehrheit im Amt zu halten. Aber das interessiert schon niemanden mehr.“

Ach ja, die Dokumente! Erinnert sich noch jemand an den Umschlag, den Adam Schiff in die Kameras hielt und der „die unumstößlichen Beweise“ enthalte, dass Trump mit den Russen… aber sicher erinnern Sie sich an das drei Jahre anhaltende Geraune und Gekeife der Medien, all das sei unumstößlich bewiesen und Trump wohl schon fast auf dem Weg ins Moskauer Exil oder ein Bundesgefängnis! Und weil die Lüge schon einmal um die Welt ist, bevor sich die Wahrheit auch nur die Schuhe zugebunden hat, dauerte es eben bis nach der Präsidentschaft Trumps (der entlastende Miller-Report wurde kaum mit der Pinzette angefasst), bis offenbar wurde, dass die ganze Russland-Verschwörung eine Kampagne aus dem Umfeld des Clinton-Wahlkampfteams war. Das angeblich belastende „Steele-Dossier“ eines englischen Ex-Agenten beruhte offenbar auf den (bezahlten) Erfindungen von Igor Danchenko, den das FBI mittlerweile verhaftet hat. Upsi!

Wenn das, was da am 6. Januar 2021 auf dem Kapitol stattfand, ein Staatsstreich gewesen sein soll, bei dem eine Horde unorgansierter und unbewaffneter Deppen halb eingelassen wurde und halb die Wachen überrumpelnd in der Rotunde standen oder Selfies in Nancy Pelosis Büro machten, dann war es jedenfalls der dümmste Staatsstreich der an dummen Staatsstreichen nicht gerade armen Geschichte. Ohne Militär, ohne Polizei, ohne Miliz, ohne Plan, aber immerhin mit einem geschminkten Wikinger, der es sicher beinahe rausgerissen hätte. Wir dürfen also auf die „Dokumente“ gespannt sein, mit denen Hannes Stein hier mit Worten wedelt. Vermutlich werden sie so dünn ausfallen wie die „Beweise“ von Adam Schiff.

Die Taktik der Biden-Fraktion im Umgang mit dem „6. Januar“ ist allerdings sehr geschickt, wenn auch nicht ganz sauber. Man macht nämlich großzügig und weitschweifig vom Recht des Kongresses Gebrauch, zu Anhörungen vorzuladen. Zu solchen öffentlichen Anhörungen geht man nur dann allein und ohne Rechtsbeistand, wenn man den Verstand verloren hat, und deshalb kommt es die Herbeizitierten (die Liste ist lang und diffus wie die Anklagen Heinrich VIII. gegen seine Ehefrauen) teuer zu stehen, auch nur im vierten Grad mit Trump in Verbindung gebracht zu werden. Man hofft so, dessen Unterstützerbasis aufzureiben, indem man sie mit kostspieligen Prozessen und Vorladungen überzieht und bei Weigerung mit Beugehaft bedroht. Stein liegt hier also komplett falsch: Die Dems interessiert im Moment vielmehr kaum etwas anderes!

„Deshalb werden die Republikaner die Zwischenwahlen 2022 gewinnen. Und sie werden den Boden bereiten, damit zwei Jahre später Donald Trump an die Macht zurückkommt. Dies wird bürgerkriegsähnliche Wirren zur Folge haben, die es Trump erlauben werden, seine Macht noch weiter zu festigen.“

Was Sie hier sehen, liebe Leser, ist der Albtraum der demokratischen Parteielite, wie sie ihn zitternd ihrem Psychiater schildern würde. Spätestens hier wissen wir auch, für wen das Hannesherz schlägt. Eine Kabale sei im Gange, Trump greife wieder nach der Macht und bürgerkriegsähnliche Wirren würden dereinst dessen Macht festigen. Mit den Zwischenwahlen kann Stein durchaus recht haben, aber wohl kaum wegen Trump! Die Wahlen in New Jersey und Virginia haben gezeigt, dass es keinen Trump braucht, um die Dems zu schlagen. Im Gegenteil! Abstand war angesagt. Nähe zu Trump ist lediglich das, was die Demokraten an die Wand malen, wenn ihnen inhaltlich nichts mehr einfällt. So auch bei den entgleisenden und rassistischen Beschimpfungen gegen den schwarzen Republikaner und Kandidaten für das Amt des Gouverneurs Larry Elder, den man in Kalifornien unbedingt verhindern wollte und als Trumps „Sidekick“ bezeichnet hat. Die Wahl in Virginia hat gezeigt, dass diese Masche nicht mehr so gut funktioniert und es die Demokraten selbst sind, die sich inhaltlich zerlegen, mit ihrer Agenda die Wählerschaft spalten und mit „Critical Race Theory“-Unsinn die Axt an die unter großen Mühen gewachsenen Wurzeln der Gesellschaft legen. Motto: Teile und herrsche!

Es waren die Frauen und insbesondere die Mütter von Schulkindern, die, entsetzt über das Curriculum in den staatlichen Schulen, die Dems in Virginia vom Platz gefegt haben. Diese Wählergruppe ist entscheidend im ganzen Land und dass Trump diese 2024 überzeugen kann, halte ich für eher unwahrscheinlich. Er ist eben Trump, und den hätten die Dems für den nächsten Wahlkampf vielleicht gern als einigendes Element und Popanz zurück. Angst haben die Dems (außer Hannes Stein) weniger vor Trump als vor allem vor Pragmatikern wie dem Gouverneur von Florida, Ron DeSantis: kaum weniger polemisch, schlagfertig, erfolgreich in seinem Bundesstaat und mit besserer Kinderstube als Potus45. Ein DeSantis als Kandidat, unterstützt von Trump – das wäre der Albtraum für die Demokraten!

Pressen, pressen, pressen…

„Trumps einziges Angebot ist Hass: Hass auf die Andersgläubigen, Hass auf die Einwanderer, Hass auf die Dunkelhäutigen, wenn sie sich weigern, sich der überkommenen Hierarchie der Rassen zu fügen; Hass auf die Linken, Hass auf die Konservativen, die den Rechtsstaat verteidigen. Dieser Hass hat große Gewalt. Ein Drittel der amerikanischen Gesellschaft ist Trump mittlerweile hörig – vor allem Weiße in den ländlichen Gebieten, aber nicht nur sie. Auch Männer hispano-amerikanischer Herkunft ohne höhere Schulbildung sind für diese Botschaft zunehmend empfänglich. Trumps Hass reicht wahrscheinlich aus, um 2024 gegen den Willen der Mehrheit die Macht zu erobern.“

So klingt es, wenn einem lupenreinen Demokraten die Galle überläuft und ein Journalist noch die letzten Tropfen Saft aus einem Narrativ presst, das fünf Jahre lang so wunderbar ergiebig war. Solche Injurien schreiben sich fast von selbst, und weil alle so schrieben und voneinander abschrieben und sich gegenseitig Pulitzer-Preise für ihre Lügen überreichten, schrieb man einfach immer so weiter. Trump ist nun schon seit zehn Monaten nicht mehr Präsident, medial kaltgestellt und immer noch der Höllenfürst und Gottseibeiuns, der Gefolgschaft fordert und Hass verbreitet? Er sollte schon im April im Gefängnis sitzen, im Mai die Steuerfahndung am Hals haben und im Juni bankrott sein – nichts ist passiert. Er sitzt in Florida, kaum 40 Kilometer vom neuen, 24 Millionen Dollar teuren Alterswohnsitz von Nancy Pelosi entfernt, dieser Vorkämpferin der Gleichheit, spielt Golf und sammelt Spendengelder. Er phantasiert nicht von Rassenhierarchien wie Hannes Stein, verachtet aber mit Sicherheit die Hälfte der Republikaner und ebensoviele Demokraten, weil er einfach alle Politiker zum Kotzen findet – was schon mal ein guter Anfang ist und mit Sicherheit die Hälfte seiner stabilen Sympathiewerte ausmacht. Aber Hispano-Amerikaner wünschen sich Trump nicht zurück, weil sie dumm und ungebildet sind, wie Stein unterstellt, sondern weil sie aus Ländern kommen, in denen jene Experimente krachend und blutig gescheitert sind, welche die Demokraten gern für die USA umsetzen wollen. Man ist von da geflohen, man stammt aus Kuba oder Venezuela, man hat vielleicht noch Verwandte da, man will das nicht nochmal erleben.

„Hier setzt Joe Biden Plan an – das Vermächtnis, das ihn überleben wird. Dieses Vermächtnis ist der Infrastrukturplan. Die amerikanische Infrastruktur ist marode; sie instand zu setzen, wird Jahre dauern; der Infrastrukturplan wird also auf Jahre hinaus Arbeitsplätze schaffen. Wenn es auch noch gelingt, Joe Bidens „Build Back Better”-Plan zu verwirklichen, der Dinge wie kostenlose Kitas für alle, ein massives Arbeitsbeschaffungsprogramm im Klimaschutz, vielleicht sogar bezahlte Elternzeit beinhaltet, werden die Vereinigten Staaten anfangen, einem modernen europäischen Sozialstaat zu gleichen.“

Dass Hannes Stein Bidens „Build Back Better“ ganz wunderbar findet, überrascht nun wirklich niemanden mehr. Besinnungsloses Geldausgeben und Schuldenmachen der Zentralregierung ist nur leider nichts, aus dem sich Demokratie oder Republiken bauen lassen. Infrastrukturprojekte wie Straßen oder Brücken sind eine feine Sache, und wer wollte bestreiten, dass die USA diese bitter nötig haben nach all den ressourcenfressenden Jahren als unsere praktische Weltpolizei. Doch wie viel von den Phantastilliarden kommt wohl im Zement an und wieviel wird versickern in Bürokratie, Politik und deren abhängigen NGOs oder wird abgezweigt und zweckentfremdet? Kaum eine der im Plan aus Wolkenkuckucksheim enthaltenen Berechnungen hält der Realität stand, so auch die ehrgeizigen Pläne für landesweite E-Auto-Ladestationen. Die Umsetzung von Bidens „Build Back Better“ könnte sehr rasch von der Realität überrollt werden, nicht zuletzt in Gestalt einer galoppierenden Inflation, die auch Ergebnis seiner gescheiterten Politik ist.

„Wären die Trumpisten klug, würden sie Bidens Vermächtnis einfach kooptieren. Sie würden frech behaupten, das Infrastrukturprogramm sei von Trump erdacht und ins Werk gesetzt worden.“ 

Der kluge Herr Stein denkt an überübermorgen! Trumpisten sind selbstverständlich allesamt dumm und machen alles kaputt, was der weitsichtige Uncle Joe aufgebaut hat! Ich weiß im Unterschied zu Hannes Stein natürlich nicht, was 2024 passieren wird, vermutlich wird das Geld aus dem Biden-Programmen dann aber längst versickert sein. Doch warum zerstören, was gut funktioniert? Das ist doch nicht das Credo von Konservativen, sondern der Demokraten, nicht wahr? Ein Blick an die Südgrenze der USA gefällig, Herr Stein? Wer hat’s gebaut? Hat’s funktioniert? Wer hat’s kaputt gemacht? Aber so frech wie Biden, der für sich und seine Regierung in Anspruch nimmt, das Land mit Impfstoff versorgt zu haben, werden die Reps vielleicht gar nicht sein. Doch reden wir besser nicht von dem Zeug, ich bekomme davon sofort schlechte Laune, und dabei lache ich gerade so herzhaft über den WELT-Artikel von Hannes Stein, wie schon lange über kaum noch etwas.

„Das kommende Trump-Regime wird also alles versuchen, um Bidens Vermächtnis zu zerstören. Und dabei wird sie eine interessante Entdeckung machen – Bidens Infrastrukturprogramm wird sehr populär sein. Trumps Regime wird einen Widerstand hervorrufen, der viele Bevölkerungsklassen und Ethnien vereint.“

Welches Vermächtnis?

Jetzt kommen wir nämlich zum besten Teil, dem Vermächtnis der Ära Biden, welches offenbar aus einem gigantischen Bestechungsversuch im Tausch gegen einige von der Verfassung garantierten Rechte besteht. So ein „Kampf der Klassen und Ethnien“ wäre dem Herrn Stein vielleicht ganz recht, die Vorbereitung darauf kann man Tag für Tag live auf CNN, MSNBC und CBS verfolgen. Noch heute, Wochen nach dem vollständigen Freispruch von Kyle Rittenhouse wird dessen Fall von Selbstverteidigung, bei dem ein weißer Jugendlicher zwei weiße Serienkriminelle erschoss, zum Rassenkonflikt und Waffenproblem hochgefiedelt, und der Präsident selbst spielt die erste Geige. Wie lange wird es wohl dauern, bis auch der letzte Amerikaner merkt, dass hier eine Instrumentalisierung der übelsten Sorte stattfindet und sie aufeinandergehetzt werden? Und wie lange, bis der letzte Bauarbeiter in Ohio erkennt, dass der Dollar aus Bidens Infrastrukturprogramm keinen Nickel mehr wert ist, wenn er durch all die Politikerhände an ihn durchgereicht ist?

„Am Ende war das politische System absurd und undemokratisch geworden. Auf der einen Seite standen multikulturelle Städte, auf der anderen Seite weitgehend unbevölkerte Landstriche. Aber die Städte – in denen der Reichtum des Landes produziert wurde – waren weitgehend entmachtet, und die Landbevölkerung konnte den Städtern ihren Willen aufzwingen.“

Es tut mir ja sehr leid, Herr Stein, aber Sie haben offensichtlich wirklich nicht verstanden, wie das amerikanische Wahlsystem funktioniert. Außerdem schätzten Sie die Abhängigkeiten falsch ein. Es sind nämlich die „unbevölkerten Landstriche“, die die „multikulturellen Städte“ ernähren, wobei letztere immer dysfunktionaler werden, je länger die Demokraten dort schon de facto allein regieren. Detroit, Chicago, Baltimore, Philadelphia, Seattle, Portland…hohe Steuern, hohe Kriminalität, abwandernde Industrie, Abhängigkeit von staatlichen Subsidien, Gefängnisse mit Drehtür und im Fall von San Francisco eine Gesetzgebung, die Ladendiebstähle unter 1.000 Dollar so ahndet, als handele es sich um das Naschen einer Handvoll Kirschen vom Baum des Nachbarn – also gar nicht! Das „Multikulturelle“ verschwimmt zum Grau des Verfalls und wer kann, macht, dass er da wegkommt. Kalifornien verzeichnet erstmals in seiner Geschichte einen Netto-Rückgang der Bevölkerung, die Menschen stimmen mit Umzugswagen ab und ziehen in Scharen in Richtung „Red States“.

Sind es also wirklich die „Trumpisten“, die das bewirken? Ist es deren Kult, selbst dort, wo sie statistisch nicht mal eine politische Rolle spielen wie in Kalifornien oder New York, oder ist es doch ein anderer? Die Vereinigten Staaten sind zudem keine Demokratie, Herr Stein, sondern eine Republik mit demokratischem Wahlsystem. Auch wenn Sie Ihre Verachtung gegen die „unbevölkerten Landstriche“ kaum verbergen können, besteht die Wirklichkeit nicht nur aus Ihrer hellblauen Nordostküstenblase. Dass Mehrheiten und Minderheiten sich in den USA nicht gegenseitig ihren Willen aufzwingen können, dafür sorgen eigentlich die föderale Struktur und die Verfassung, in der genau diese Abwehrrechte gegenüber einer übergriffigen Zentralgewalt fixiert sind.

Wir sollten uns also fragen, wer eigentlich an den Zusatzartikeln der Verfassung und damit am Fundament der Vereinigten Staaten nagt. Also ich komme da zu einem zumindest für Herrn Stein überraschenden Ergebnis.

Gehen wir mal einige Bissspuren durch. Zusatz 1, Meinungs- und Pressefreiheit: unter Beschuss durch Big Tech, Sperrungen, Zensur und eine gut funktionierende mediale Denunziationsmaschine. Fast komplett in den Händen der Dems. Zusatz 2, Recht auf Besitz und Tragen von Waffen. Unter Beschuss in verzerrt dargestellten und von Lügen bis über das Urteil hinaus angegriffenen Ereignissen wie dem Rittenhouse-Prozess. Zusatz 4, Schutz der Privatsphäre, unter Beschuss wie im Fall „Project Veritas“, dessen Gründer James O’Keefe das FBI mal eben nachts die Tür eintritt, Rechercheunterlagen und Anwaltsschriftverkehr beschlagnahmt und dann an die New York Times durchsticht, gegen die O’Keefe prozessiert. Zusatz 6, Recht auf einen fairen Prozess, den man auch Kyle Rittenhouse kaum zugestehen wollte, indem man ihn von Plattformen verbannte, auf denen er um Spenden warb, um seine Anwälte bezahlen zu können und Spender ihren Job verloren, wenn ihre Spende öffentlich wurde. Zusatz 10, Machtbegrenzung der Bundesregierung, die in den Bundesstaaten nicht einfach schalten und walten darf, wie es ihr gerade passt. Bundesweite Masken- und Impfmandate versucht die Regierung Biden dennoch durchzusetzen. So geht es weiter und weiter. Ich frage mich also, wer genau gegen die Gründungsstatuten der Vereinigten Staaten verstößt, Herr Stein. Kleiner Tipp: Es sind nicht die Republikaner, die im Zweifelsfall auf ihren Händen sitzen und leider gar nichts tun. Es ist aber auch nicht Trump. Sie kommen also sicher selber drauf.

Multi was?

„Die dritte amerikanische Republik wird eine multirassische Demokratie sein. Kein Paradies auf Erden: Auch in dieser multirassischen Demokratie wird es Arme und Reiche geben, Umweltverschmutzung, Konflikte und Kompromisse.“ 

Eine multirassische Demokratie? Was genau soll das denn sein, Herr Stein? Sie sind doch wohl kein Rassist, oder? Sind Sie etwa wie so viele verzweifelte Demokraten auch diesem pseudoakademischen Blödsinn der „critical race theory“ auf den Leim gegangen? Wollten wir diesen Rassenunsinn nicht längst hinter uns lassen? War Biden nicht als der große Versöhner der Gegensätze angetreten? Warum ziehen Sie diese trennenden Linien, Herr Stein? Mir graut ein wenig vor dem, was da an praktischer Umsetzung dieser „multirassischen“ Idee noch in Ihnen schlummern mag.

„Der Oberste Gerichtshof wird Wahlkreissschiebung verbieten – zugunsten des Prinzips: „one person, one vote”. Die amerikanische Gerontokratie wird aufhören: Richter, Senatoren, Kongressabgeordnete werden mit 65 in den Ruhestand geschickt. Der Präsident wird weniger Macht haben; und er wird nicht mehr von Wahlleuten gewählt werden, die den Willen der demokratischen Mehrheit missachten können.“

Sie sind nicht der Erste, der das amerikanische Wahlsystem gern zugunsten des deutschen abschaffen würde, Herr Stein. Leute ihres politischen Einschlags können es schon kaum ertragen, den US-Präsidenten nicht selbst wählen zu dürfen – wobei ich selbstverständlich über Ihre staatsbürgerschaftlichen Verhältnisse nur Mutmaßungen anstellen kann. Aber ein Blick auf die diagnostizierte „Gerontokratie“ lohnt sich. Da wäre ein Joe Biden (möge Allah seine körperliche Form bis 2024 erhalten und uns vor Kamala beschützen), der kaum noch Herr seines Stoffwechsels ist. Oder Nancy Pelosi und Maxine Waters, bei denen es kaum besser ausschaut. In den Reihen der Reps gibt es ähnliche Fossile, hier trifft der Vorwurf also alle. Aber mit 65 in den Ruhestand? Warum? In dem Alter war an einen Kanzler Adenauer oder Präsident Reagan noch nicht mal zu denken, während ein Justin Trudeau oder eine Jacinda Ardern schon in ihren 40ern und 30ern den größten Schaden in ihren Ländern anrichteten, und wer würde unsere künftige jugendliche Außenministerin Baerbock nicht sofort gegen den gelben Pullunder von Hans-Dietrich Genscher eintauschen? Olaf Scholz hingegen müsste nach der Hälfte der Legislaturperiode nach Hamburg zurückgeschickt werden. Ich finde, das hat Hamburg nach G20, Wirecard und CumEx nicht verdient! Alter ist in der Politik kein Argument, Weitsicht, kognitive Fähigkeiten und mentale Fitness hingegen schon. Und was die Wahlmänner in den USA betrifft: sie dürfen, aber tun es nicht. Was genau war nochmal Ihr Argument, Herr Stein? Sind Sie noch da?

„Diese dritte amerikanische Republik wird kommen. Aber leider erst nach der Finsternis.“

Ach ja, da kommt das Schlusswort. Und meine Güte, war es Zeit dafür! Man kann das ja alles so glauben und behaupten und sogar in der WELT schreiben, aber dann sollte man so ehrlich sein, dieses erträumte „Reich nach der Finsternis“ nicht Republik zu nennen, sondern als den zentralstaatlichen Despotismus bezeichnen, der es wäre. Einer Art Diktatur des nach Rassen getrennten und klein gehaltenen Proletariats, dessen Wille von einer privilegierten, wissensanmaßenden Parteielite nach Gutdünken festgelegt würde. Hatte ich schon mal, nur ohne Rassen- dafür mit Klassengedöns. War nicht so doll. Die Amerikaner werden hoffentlich – anders als Hannes Stein – angeekelt vor dieser Finsternis zurückschrecken.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf Roger Letschs Blog Unbesorgt.

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Leserpost

netiquette:

N. Borger / 02.12.2021

Treffender Beitrag. Die Schmierereien der etablierten Medien sind nicht mehr zu ertragen, besonders wenn es um Trump geht. Ich schätze aber Trumps Chancen 2024 besser als der Autor hier ein. Zur Mobilisierung der Wähler eignet er sich besser als Floridas Gouverneur.

Paul Siemons / 02.12.2021

Schade - Roger Letsch lese ich immer gerne. Aber ich lese die Welt nicht und folglich nichts von Hannes Stein, und daher habe ich mir den Artikel heute geschenkt. Falls in China mal ein Stein umkippt, bin ich gerne wieder dabei.

Holger Lundstrom / 02.12.2021

Die europäische Berichterstattung über amerikanische Politik war noch nie sauber. Spätestens seit Trump die US-Agenturen als “Fake News” bezeichnet (bzw entlarvt) hat, gab es hierzulande keinen einzigen neutralen Bericht mehr. Ich selber bin redlich gut informiert, und musste schon über den einen oder anderen Artikel in den heimischen Medien lachen… das konnten die doch nicht ernst meinen? So absolut an der Realität vorbei? Aber doch, ganz genau so. Und mit Kommentaren darunter von angeblich “informierten” Lesern, die klar bestreiten dass MSNBC oder CNN links sind. Die seien nicht links, sondern unabhängig. Fox News sei absoluter Schrott und Fake News. Biden sei eine Art hochkompetenten Retter. Und das, obwohl er nichts tut (und wenn doch, dann nur Blödsinn). Es ist unfassbar, welche Traumwelt hierzulande entsteht, da die unsrigen nur von den dortigen linken Medien einfach abschreiben. Der Journalismus ist schon eine ganze Weile lang in der Toilette. Da müssen wir uns keine Illusionen machen. Ich habe auch Bolsonaro lange für einen monströsen Irren gehalten, bis ich zufällig eine seiner Reden anhörte. Danke für gar nichts, Staatsmedien.

Josef Cissek / 02.12.2021

Die Welt hat auch einen Polenhasser als Korrespondent in Warschau, Nomen omen Fritz ist sein Name. Seine Ergüsse kann man nur mit taz Ausscheidungen vergleichen.

Swami Angora / 02.12.2021

Hatte den Artikel auch gelesen und war nur baff, dass yi ein kompletter Unfug in “Welt” erscheint. Danke für die sehr gute Replik!

Dieter Kief / 02.12.2021

Theodor Joyeux, der Unterschied zwischen Martina Meister und Hannes Stein ist der zwischen gut und vernagelt.

Dirk Göske / 02.12.2021

Der Hannes in seinem, nach eigenen Bekunden ” selbstgewählten Vaterland” lebt natürlich in NYC. Dort spricht und schreibt er, wen überrascht es in, seiner ” selbstgewählten Muttersprache ” wahrscheinlich nach “heutiger bester Demokratenkultur” mit gespaltender Zunge und Feder. Vielleicht hört es sich einfach besser an wenn er auf Englisch fabuliert, allerdings nur wenn der Zuhörer diese Sprache nicht richtig beherrscht, so wie ich. Er besitzt natürlich die amerikanische Staatsbürgerschaft und ich könnte darauf wetten auch noch die Deutsche, quasi als Rettungsanker, falls alles schief geht. Vieles hat man dem offenbar Hannes in die Wiege gelegt, die Beredsamkeit, die Kunst und Gunst des Fabulierens und die große Gabe des öffentlich-weinerlichen Auftretens um seiner Sorge Ausdruck zu geben das seine eigene zusammen phantasierte Einhornwelt nicht der Realität entspricht. Für Intellekt und journalistische Sorgfalt fand sich nicht mehr ausreichend Platz, in der Wiege. Einer der besten Artikel die ich gelsen habe. Vielen Dank.

Sabine Schönfelder / 02.12.2021

Bei Hannes Stein bekommt die kleine Redewendung „zum Stein Erweichen“ eine durchaus positive Bedeutung. Nur nicht zu lange warten.

Albert Sommer / 02.12.2021

Danke für diesen Artikel. Schon zu Trumps Zeiten habe ich mir immer gewünscht der Schinderhannes wäre Morgens in eine Drogenkontrolle geraten. Der Typ ist doch sowas von Banane…..

Lisa Werle / 02.12.2021

Als ich die Überschrift las, wusste ich sofort: es kann sich nur um Hannes Stein handeln. Versierte WELT-Leser klicken sein ideologisches Gemüse noch nicht einmal mehr an. Einen einseitig indoktrinierteren Menschen gibt es kaum. Unerträglich sein Gestammel. Da hilft nur ignorieren. Warum die WELT diesem gestörten Typen immer noch eine Bühne bietet - bleibt ein Geheimnis. Ich habe schon mehrfach protestiert.

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