„Der Mörder von Norwegen las islamophobe Blogs, nun reagieren die Multikulti-Feinde auf seine Taten und finden seltsame Erklärungen dafür: “Videospiele”, “Multikulturalismus”, “islamische Rassisten” - schuld ist, was in das rechte Weltbild passt“, wird auf spiegel.de gemeint. So so. Warum bemerkt man nicht schon in dieser Einleitung, dass die Sichtweise des Verfassers die gleiche ist, die er zu finden meint, nur aus anderem Blickwinkel? Warum bemerkt er es nicht selbst?
Weil es immer und üblicherweise so ist. Wir haben uns daran gewöhnt, es uns bieten zu lassen, dass Verallgemeinerungen von grundsätzlicher und umfassender Wahrheit nur zur Anwendung kommen, wenn sie in den Kram passen. Terror ist immer der Krieg der Schwachen? Nicht immer. Gewalt entsteht aus Frust und Ausgrenzung und sonstigen sozialen Ursachen? Nicht, wenn die Ausgrenzung von uns begangen wird und die sozialen Ursachen wir sind oder was wir tolerieren möchten. Jemand ist so verzweifelt, dass er keinen anderen Ausweg sieht, als einen Holzklotz von der Autobahnbrücke zu schmeißen? Doch, solche Dummen gibt es, und sie finden nichts dabei, das zu sagen. Aber die hundertfache Verzweiflung wollen auch sie natürlich hier nicht annehmen.
Hat ihn vielleicht der belohnte Terror, das Verständnis für Gewalt, verleitet, in Verbindung mit dem Kampf gegen rechts, die Widerstandskultur gegen Staat und Gesellschaft?
Fehlt ein Unrechtsbewusstsein wegen lächerlicher Strafrechtspraxis?
Seine Motive sind gar nicht von Belang. Aber wenn man sie erkennen will, muss man auch diese Fragen behandeln.