Johannes Eisleben / 03.04.2020 / 06:00 / Foto: Gricha / 128 / Seite ausdrucken

Unterm Schuldenschirm wartet der Sozialismus

Vieles deutet darauf hin, dass die Corona-Krise nicht unbedingt aus medizinischer Sicht extrem beängstigend ist, sondern vor allem, weil sie die größte Wirtschaftskrise seit 1945/46 auslösen wird. Denn seitdem haben wir keinen kombinierten Angebots- und Nachfrageschock mehr gehabt. Das ist eine Situation, in der das Angebot an Waren und die Nachfrage danach im Vergleich zu normalen Zeiten beide gleichzeitig stark absinken. Der kurzfristige Effekt ist das Verschwinden der Umsätze der Unternehmen bei gleichbleibenden Kosten. In den USA, wo der Arbeitsmarkt weniger reguliert ist als hier, haben die Unternehmen bereits reagiert und Massenentlassungen durchgeführt, die Arbeitslosenzahlen schießen dort nach oben. Trotz dieser Maßnahmen werden auch dort viele Unternehmen pleite gehen, da Kosteneinsparung Umsatz nicht ersetzen kann.

In Deutschland, wo es sehr viel Geld kostet, Mitarbeiter zu entlassen, gehen Unternehmen noch viel leichter pleite als in den USA. Anstatt einen Teil der Mitarbeiter zu entlassen, um zu überleben, werden Unternehmer dazu gezwungen, zu warten bis sie pleite und alle Arbeitsplätze weg sind. Unsere Arbeitsmarktregulation ist ein Schönwettergesetz, das nicht krisentauglich ist.

Die Entlassungen und die Unternehmenspleiten führen dann zu einem weiteren Rückgang von Angebot und Nachfrage – die Krise wird zur Depression. Die Situation ist besonders schwerwiegend, weil zahlreiche Unternehmen sowieso verschuldet und ertragsschwach sind – man nennt sie Zombieunternehmen. Zusätzlich haben gutgehende Firmen leider ihre Lager- und Geldhaltung, die ihnen in der Krise ein Polster verschaffen würde, so stark reduziert, dass sie nun ebenfalls verletzlich sind – anstatt Barmittel oder liquide Anlagen zu halten, haben sie eigene Aktien rückgekauft, um den Kurs zu steigern und ihren Managern Boni einzubringen. Nun fallen die Aktien, aber die Barmittel zur Krisenabsicherung fehlen.

In so einer Situation fallen bei den Banken massenhaft Kredite aus: Arbeitslose Eigenheimabzahler können ihre Raten nicht mehr aufbringen, Unternehmen, die massiven Umsatzrückgang verzeichnen, auch nicht, und solche, die pleitegehen, erst recht nicht. Doch unsere Banken sind schlecht kapitalisiert und durch die Niedrigzinspolitik der letzten Jahrzehnte in ihrem wichtigsten Geschäftsmodell, der Verleihung von Geld gegen Gebühren zur Vermittlung zwischen Sparern und Schuldner, hart getroffen worden: Ihre wichtigste Gewinnquelle ist fast versiegt. Fallen den Banken zu viele Kredite aus, gehen sie selbst pleite, denn jeder Ausfall vernichtet Eigenkapital. Wenn dies zu niedrig wird (unter 8% der Aktiva) muss die Bank Insolvenz anmelden und verschwinden oder verstaatlicht werden. Wenn viele Banken pleite gehen, gibt es keinen Zahlungsverkehr und keine Bargeldversorgung mehr – die Realwirtschaft kommt dann zum Erliegen.

Wie die Banken gerettet werden können

Die Krise trifft, wie wir gesehen haben, auf schwache Banken, und deswegen glauben Markus Krall und andere, dass viele Banken pleite gehen und damit unser Finanzsystem untergehen könnte. Wenn der Staat keine weiteren Instrumente erfände, würde dies auch geschehen.

Doch das wird, wie Thorsten Polleit sehr überzeugend dargestellt hat, nicht passieren. Denn wenn den Banken die Kredite ausfallen und sie pleitezugehen drohen, wird der Staat mit drei drastischen, eigentlich verbotenen Methoden die Banken “retten”, damit das Finanzsystem nicht zusammenbricht: Erstens kann die Zentralbank den Banken die faulen Kredite einfach abkaufen und sie auf ihre Bücher nehmen. Die Banken erhalten dafür dann Zentralbankguthaben als Aktiva. Damit werden die Bankeigentümer von der Haftung für den Kreditausfall, der in ihrem Geschäftsmodell eigentlich fest vorgesehen ist (kein Gewinn ohne Risiko), entlastet. Stattdessen wird das (bereits manifeste oder materialisierte) Risiko den Sparern und Steuerzahlen, die für die EZB-Bilanz haften, aufgebürdet, die dies jedoch vorerst nicht merken. Zweitens kann der Staat sich von der EZB Anleihen abkaufen lassen und mit dem so geschöpften Geld Banken rekapitalisieren, er wird dann de facto Miteigentümer der Banken. Auch bei diesem Vorgehen wird Haftungsrisiko vom Privatsektor auf den Steuerzahler umverteilt. Drittens kann der Staat, was in Südeuropa schon seit 2009 dauerhaft geschieht, direkt oder indirekt Anleihen von der Zentralbank kaufen und dieses Geld Unternehmen oder Bürgern ausschütten. Während bei den ersten beiden Verfahren nicht notwendigerweise Inflation entsteht, ist das dritte unmittelbar inflationär, weil es die Geldmenge erhöht, ohne dass die Realgütermenge zunimmt.

Durch eine Kombination der drei Verfahren, ergänzt um Bargeldabschaffung und Goldhalteverbot, kann der Staat das Fiktivwährungssystem beliebig lange aufrechterhalten – anders als Krall dies vorhersagt. Mit anderen Worten: Egal wie sich die Realgüterproduktion entwickelt, der Staat kann den Crash des Finanzsystems einfach aufschieben. Doch die drei Verfahren sind verboten, weil sie in die Eigentumsordnung eingreifen. Eine staatliche Übernahme des Kredithaftungsrisikos enteignet die Staatsbürger zugunsten der Eigentümer der Banken und der Schuldner. Die Banken haben den Kredit vergeben, doch der Bürger, der darauf keinen Einfluss hatte, haftet nun, wenn jener nicht bedient wird!

Die monetäre Staatsfinanzierung über die Notenbank – die dritte der oben geschilderten Methoden – wird, wie wir an der EZB-Bilanz ablesen können, bereits seit mehr als zehn Jahren intensiv und widerrechtlich praktiziert. Diese Geldproduktion hat eine Inflation ausgelöst, und zwar bei den Immobilien- und den Aktienpreisen. Diese Inflation hat folgende Wirkungen: 1. Sie begünstigt die ohnehin wohlhabenden Eigentümer von Sachwerten (Immobilien und Aktien) zulasten der anderen, da die Preise für diese Sachwerte schneller steigen als die Preise für Konsumgüter. Dieser Effekt ist wesentlich für die Dichotomisierung der globalen Eigentumsverhältnisse zum heutigen “Feudalkapitalismus”. 2. Sie verteilt Geld von Sparern zu Schuldnern. Besonders Kleinsparer und Rentenfondseinzahler verlieren massiv – allein letztes Jahr mehrere hundert Milliarden. 3. Sie begünstig die Fehlallokation von Ressourcen, da sie Kreditrisiken mindert. Unternehmen verschulden sich schneller, da sie die Schulden weniger fürchten müssen. Dadurch werden realwirtschaftliche knappe Ressourcen (Rohstoffe und Arbeit) mit höherer Wahrscheinlichkeit in unwirtschaftliche Projekte investiert. Die Wirtschaft produziert dadurch insgesamt weniger effizient.

Was das politisch bedeutet: Sozialismus

Zu den drei Maßnahmen werden im Ernstfall noch folgende hinzukommen oder sind schon erlassen worden: Goldverbot, Abschaffung des Bargeldes, Kapitalverkehrskontrollen, Kauf von Anleihen großer Unternehmen durch die Zentralbank (haben wir bereits, verteilt Eigentum von den Bürgern zu den Großaktionären der Konzerne), Lockerung des Eigentumsrechts (haben wir schon: “Gesetzes zur Abmilderung der Folgen von COVID-19”), Ausgabe von Geld direkt an die Bürger (Helikoptergeld), Einschränkung der Reisefreiheit und schließlich Teilenteignung der Hausbesitzer zur Refinanzierung des Staates.

All diese Maßnahmen erfordern zahlreiche staatliche Gebote und Verbote, die Eigentum umverteilen und Freiheitsrechte entziehen. Damit werden die beiden Säulen der bürgerlich-liberalen Ordnung geschleift. Alle bürgerlichen Revolutionen seit 1688 hatten als wesentlichen Inhalt, dass der Staat Eigentum der Bürger nicht nutzen darf, wenn die Bürger dem nicht in einer repräsentativen Kammer, dem Parlament, zugestimmt haben: “No taxation without representation!” Gleiches gilt für die Einschränkung der Vertragsfreiheit und anderer Freiheitsrechte.

Die Maßnahmen, mit denen der Staat das Kippen des Schuldenturms verhindern wird, führen daher in einen neuen Staatssozialismus: Kleinunternehmer und Sparer werden enteignet, Großkonzerne und Banken durch staatliche Eingriffe erhalten. Dann gäbe es kaum noch Kleinunternehmen und keine eigenverantwortlichen Finanzinstitute mehr, sondern nur noch Großbanken und -unternehmen, die eine staatliche Bestandsgarantie haben und deren Eigentümer das gesamte Privateigentum auf sich vereinigen. 99,5 Prozent der Bevölkerung wären dann Angestellte oder Transferleistungsempfänger.

Wie können wir uns wehren?

Aber wenn der Staat den Zusammenbruch des Finanzsystems verhindert, wie kippt dann der Schuldenturm? Wie soll das Wirtschaftssystem wieder zur Genesung kommen, wenn der Staat das nicht zulässt? Denn Wohlstand besteht nicht aus Papiergeld, das – wie wir oben gesehen haben – der Staat in unserem Fiktivwährungssystem in beliebiger Menge produzieren kann, sondern aus der breiten Verfügbarkeit und Gütern und Dienstleistungen für viele Menschen. Diese Güter stellt die Realwirtschaft her und die Eigentumsverhältnisse, die Arbeitskräfte und die geltenden Verträge legen fest, wie der Wohlstand verteilt wird. Wenn der Staat immer mehr in die Wirtschaft eingreift, wird diese immer unproduktiver, die Wertschöpfung wird erstickt.

Nur die freie Marktwirtschaft, die dem Wesen des Menschen, seinem Bedürfnis nach Eigentum, Tausch und Wettbewerb entspricht, kann Wohlstand für alle produzieren. Doch die oben beschriebenen Maßnahmen zur Rettung der Finanzwirtschaft zerstören die Fundamente der freien Marktwirtschaft: Eigentum, Finanzstabilität, Rechtsstaatlichkeit, Vertragsfreiheit und Zins. Stattdessen entsteht eine wettbewerbsarme, oligopolartige, vom Staat garantierte Oligarchenwirtschaft. Diese Wirtschaftsform kann keinen Wohlstand erzeugen, sondern wird von der Substanz leben wie andere Formen des Sozialismus auch.

Eine Abkehr von diesem Irrweg ist nur möglich, wenn die Bürger sich wehren: Nur wir Bürger können den Schuldenturm kippen, wenn der Staat nicht zulässt, dass es von selbst geschieht. Dazu haben wir wirtschaftliche und politische Möglichkeiten. Die wirtschaftlichen Möglichkeiten bestehen darin, die teils widerrechtlichen Staatsmaßnahmen durch Verweigerung zu sabotieren: Bürger können kollektiv Staatsanleihen oder Lebensversicherungen verkaufen; in so einem Fall kommt der Staat mit dem Gelddrucken nicht hinterher oder das Versicherungs- und Finanzsystem bricht zusammen, weil es die Rückkäufe der Versicherungen nicht bezahlen kann. Bürger können sich auch weigern, staatliche Zahlungsmittel zu nutzen. Auch dann ist das staatliche Finanzsystem am Ende. Doch zu solchen Mitteln greifen Bürger nur, wenn sie verzweifelt sind und den Glauben an den Staat verloren haben: Sie werden das erst tun, wenn sie den Staat als Feind sehen.

Der zweite Weg ist politisch, ihn sind die Bürger 1688, 1776, 1789 und 1871 in England, den Englischen Kolonien, aus denen die USA wurden, und Frankreich gegangen. Wenn die Träger der bürgerlichen Gesellschaft, die freien Berufsgruppen wie Anwälte, Notare, Ärzte, Apotheker, kleine und mittelgroße Unternehmer, Journalisten, Lehrer und Professoren, aber auch die Ingenieure, Facharbeiter und Handwerksmeister begreifen, dass man ihnen ihr Eigentum, ihre Alterssicherung und ihre Freiheitsrechte nimmt, können sie sich mit politischen Mittel wehren – durch Proteste, Demonstrationen und bei den Wahlen. Doch auch bis dahin ist es noch ein langer Weg: Derzeit sind unsere Eliten, wie ein Blick in die FAZ oder die NZZ zeigt, mit dem System noch zufrieden. Wenn aber die Depression kommt und der Staat zu den oben geschilderten Mitteln greift, ohne dass dies den Wohlstand zurückbringt, ihn vielmehr weiter mindert, kann das die Stimmung auch schnell kippen. Welche Kraft das Kollektivbewusstsein hat, sieht man ja dieser Tage im negativen Sinne.

Es wird in jedem Fall spannend, wie wir mit der größten Wirtschaftskrise seit 1945/46 umgehen werden. Der Weg in den Sozialismus scheint verlockend – aber die Ergebnisse sind bitter. Je schneller wir Bürger uns gegen den neuen Sozialismus wehren, desto besser fangen wir die Krise ab.

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Gabriele Klein / 03.04.2020

@ Herr Jacob: Danke für Ihre Antwort “Natürlich ist der Osten sauer, wenn er sieht, wie die westlich Konsum Verblendeten uns durch ihre Unachtsamkeit ein da capo sozialistischer Plandiktatur bescheren,” Hier fehlt mir eine Begründung dahingehend inwieweit Konsum “Verblendung” an sich eine da capo sozialistische Plandiktatur beschert. Aber abgesehen davon sehe ich in Ihrem Kommentar keine Antwort auf mein Anliegen.  Ich darf mein Problem kurz umreißen: Wir hatten ein durch die Mauer gespaltenes Deutschland. Die einen wurden von den Westalliierten “erzogen” und die anderen von der UDSSR. Daraus ergaben sich unterschiedliche Freundschaften mit handfesten Konsequenzen für jeden einzelnen von uns. Der Osten, als Filiale der UDSSR so darf ich vermuten pflegte den Austausch im erzieherischen Bereich mit den östlichen Partnern und wir taten genau das gleiche, als Filiale der Alliierten mit England und den USA teils auch Frankreich. So, und nun kamen wir zusammen, die Mauer fiel,  und ab da beobachte ich ein Ansteigen des Antiamerikanismus mit linkem Gepräge, eine Dreistigkeit die sich der “Wessi” auf Grund dessen was er erhielt, NIEMALS vor Mauerfall so erlaubt hätte.  Mir scheint daher, der einstige Hass d. DDR auf amerikanische Kapitalisten , und deren Ahnen die Engländer, ursächlich für jene Symbiose aus Häme und Hass wie ich sie aus der Vorkriegspresse kenne. Und nun frage ich mich wie ist dies möglich? Und, ich nehme nicht hin, dass im Gefolge des Mauerfalls, den ich als das Werk Ronald Reagan betrachte,  meine Beziehungen, die ich und viele andere Wessis mit England, den USA von Jugend an pflegten, nun von einer Regierung zertrümmert wird,  die die DDR Politik des kalten Krieges fortsetzt . Einer Regierung, die Kriegshetze gegen USA und England betreibt, nachdem sie staatliche Medien im Widerspruch zur Verfassung wie sie die West Alliierten hinterließen gleichgeschaltet hatte und damit quasi die Glaubens und Meinungsfreiheit aufhob.

Herbert Otten / 03.04.2020

@ Alexander Mazurek: “Sozialismus oder doch Plutokratie? So oder so, die Umwandlung des Bürgers zum Leibeigenen der Herrschaften findet statt, Brave New World.” Volle Zustimmung, darauf läuft es hinaus.  Und die EZB kann es für uns alle richten: Immer wieder mit frischem Geld und durch Aufkaufen wertloser Papiere, die angeblich systemrelevante Banken und Unternehmen drucken. Die EZB kann als autonome Gelddruckmaschine ohnehin nie pleitegehen. Wo also ist das Problem? Das merken, die Menschen erst, wenn das Geld als Klopapier wertvoller ist als im Supermarkt. Haben sie nach 1945 auch erst gemerkt, als die Adi-H-Druckmaschine ausgesorgt hatte. Also: Dann alles auf null und Neustart, in welcher Welt und mit welchen Mächten auf immer.

Gabriele Klein / 03.04.2020

@Lindemann “Ich habe leider den Eindruck, dass viele die Achse nur noch nutzen, um sich auszukotzen, anstatt eine konstruktive Diskussion zu führen.” @Siemons “Mit Entsetzen. Längst ist kein nennenswerter Unterschied mehr in der Kommentarqualität gegenüber Facebook, Twitter, Youtube” Frage: Sehe ich jetzt richtig: Hier befinden sich 2 “Frustkommentare,”  in denen sich Herr Lindemann und Herr Siemons “auskotzen”?  Wie kommen Sie eigentlich dazu selber das zu tun was Sie anderen Foristen vorwerfen? Pfui. aber auch…..... Und, gestatten Sie mir, dass ich Foren ganz allgemein in Schutz nehme.  Ich habe da schon so manchen guten, teils auch “frustbedingten” Kommentar entdeckt der leider dann gelöscht wurde . Daher bin ich für die Wall of Shame von H. Steinhoefel für die “Frustsammlung” unendlich dankbar. Er hat meinen tiefen Respekt. Gleiches gilt für Fridays for Hubraum und viele weitere “Frustseiten” mit denen man wenigstens “likes” sammeln kann (geht doch viel schneller als die ollen Petitionen bei der Regierung, die kein Schwein interessiert…....Schön, dass, wengleich mit sehr viel Verzögerung so mancher “Frust” auf Achgut am Ende, dann doch von hochbezahlten Journos auf der Suche nach “Stoff” aufgegriffen wurde , ...... Dann, zahlreiche Kommentare hier auf Achgut sind sehr interessant und deutlich erkennbar von hochkarätigen Autoren vom Fache , Ich bin dankbar für die Zeit die sie sich nahmen. Was mich nicht so interessiert überfliege ich, und denke: “jedem sein Frust”  (lernte das mal während meiner Ausbildung .) Ansonsten, gilt für mich “Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul….....

E. Albert / 03.04.2020

Der Einsatz von Art. 20 (4) wäre wohl spätestens JETZT gegeben. Aber eine Mehrheit in diesem Land schnackelt einfach nicht, welches Stück hier gerade gegeben wird, genießt den Frühjahrsurlaub, beschäftigt sich lieber mit dem Garten oder steht brav am Supermarkt Schlange (- in Panik verfallend, wenn sich ein anderer Käufer der eigenen Person nähert -), um vielleicht doch noch ein Paket Toilettenpapier zu ergattern. (Wahlweise Taschentücher oder Servietten…- gibt es eigentlich schon eine Statistik bzgl. der Erhöhung von verstopften Toiletten deshalb?!) - Währenddessen schwadroniert Gordon Brown (- sekundiert von anderen Bilderbergern…unsere GröKaz gehört ja ebenfalls dazu -) über den Einsatz einer ‘Weltregierung’, denn nur diese könne uns jetzt noch retten…. - Wieso fällt mir da jetzt spontan Max Liebermann ein?!

Wolfgang Leich / 03.04.2020

Die EZB kauft ohnehin die Anleihen von Ländern und großen Firmen auf, eingetragen werden dann einfach monatlich zur Zeit etwa 2 Milliarden Neuschulden bei der EZB - ohne Tilgung und ohne Zinsen. Kann man ja einfach mal so verbuchen. An ein Rückzahlung ist gar nicht zu denken, warum auch ? Wovon soll denn ein Land wie Italien jemals seine Schulden bezahlen? Da kann die Bundesrepublik beliebig viel “Geld auf Klopapier” drucken, wie es ein Moderator der Börse im Ersten letztens ausdrückte. Ein Bekannter von mir, der jahrzehntelang im Investmentbanking tätig war, meinte letztens - irgendwann, wenn die sich alle einig sind, werden die Schulden aller auf Null zurückgesetzt und wieder von vorne angefangen. Die Gefahr bei diesem endlosen Gelddrucken ist natürlich eine Inflation gefolgt von Arbeitslosigkeit. Ich stelle mir dabei allerdings die Frage, welchen Wert Geld in diesem Umfeld überhaupt noch hat ? Der derzeitige Stillstand der Wirtschaft wird ohnehin eine große Pleitewelle zur Folge haben, da wird es weniger Pizzerien, Tankstellen usw. am Ende haben. Unser aller Wohlstand wird wohl reduziert - aber wollten wir nicht ohnehin die Umwelt retten auf Kosten eines Teils unseres Wohlstandes?

Gabriele Klein / 03.04.2020

@ Frau Grimm : Danke für Ihre Kommentare die ich gerne las. Apropos Wenden:  das ging nicht nur früher bei Klamotten sonder auch heute noch mit der Geldbörse, wenn nichts mehr drin ist…..

Michael Hinz / 03.04.2020

@CZECH ALEX “Seit 2015 jedoch wird ganz offen und dreist der Sozialismus propagiert. Die Kommunisten spüren die Zeit ist gekommen.” Das mag sein, aber der Sozialismus kommt -der reinen Lehre nach - gerade nicht, weil er lautstark propagiert oder voluntaristisch gefordert wird. Er kommt notwendigerweise aus dem Inneren des Kapitalismus, aber nicht willkürlich, sondern aus dessen Widersprüchen, Verwerfungen und Friktionen resultierend. Das Endstadium des Kapitalismus, die Entwicklung des Kreditsystems und der Aktiengesellschaften, der Trusts und Kartelle zeigen in Richtung Monopol und damit auch auf den Sozialismus. Das entfesselte Kreditwesen, Immobilienkredite, Finzanzprodukte von Mathematikern entwickelt, EZB-Gelddruck, Anleihen aller Art, aktuell Helikoptergeld etc. haben seit je die Produktivkräfte beschleunigt und den Weltmarkt ermöglicht samt zugespitzer Globalsierung. Der Anteil der Kleinproduzenten wurde immer mehr zurückgedrängt. Wir erleben gerade den vielleicht finalen Angriff auf diese trotz beschwichtigender Subventionen. Wir erleben auch, wie Menschen den vor Politik und den Medien erzeugten Schein für Sein nehmen. Und wie rasend schnell und ohne eine Minute nachzudenken sich Bürger unter den Schutz des plötzlich autokratischen Ordnungsstaates flüchten. Desselben Staates, der sich bis jetzt nicht vergleichbar um seine Bürger kümmerte (außer sie zu besteuern und zu kujonieren), geschweige denn zu schützen. Erst wenn das Kartenhaus einstürzt, erscheint die Kerngestalt des Kapitalismus. Die Frage ist, ob wir diesen Punkt erreicht haben. Folgt die Diktatur unausweichlich auf die Demokratie (Platon) wie der Sozialismus auf den Kaptalismus (Marx)?

Stefan Lanz / 03.04.2020

@H. Wolf: Typisch Deutsch… Pflegen Sie weiter Ihre depressive Grundstimmung und baden Sie weiter in Selbstmitleid. Mit so einer negativen Grundeinstellung wird bestimmt alles besser… Ich bin froh, dass ich keine Menschen um mich herum habe, weder in der Arbeit, noch Privat, die so ticken wie Sie. Da kann man sich ja gleich die Kugel geben…

B.Jacob / 03.04.2020

Also so ist es nicht Frau Klein, dass der Osten immer nur auf den Westen schimpft, nein der Westen wurde als Konsumparadies hinter der Mauer bewundert. Viele die kein ökonomisches Grundwissen haben, konnten sich auf die unterschiedliche Entwicklung kaum einen Reim machen und das vor allem der Westen durch die Eingriffe der globalen Finanzwirtschaft durch die Devisennot des Ostens profitiert hat und nun steht die Ökonomie auf dem Prüfstand. Ein Dienstleistungsland wo kein Wohlstand geschaffen wird, kann auch in Hinsicht auf ökonomische Gesetze nicht überleben und ist nur durch künstliche finanzwirtschaftliche Eingriffe am Leben gehalten wurden. Auch der Westen hatte bevor die unfähige Politgarde seit Schröder an die Macht kam, noch eine relativ gesunde produzierende Marktwirtschaft. Unsere Politiker haben in ihrer Gier unser Land und Volk verraten, die einst gut gedachte EU zum Selbstbedienungsladen politischer Kleptokraten umgebaut und da liegt der Hase im Pfeffer. Nur wenn die Ökonomen mit Gewissen aus Ost und West wachsam sind und Lösungsalternativen aus diesem Dilemma suchen, um für unser Land die soziale Marktwirtschaft zu erhalten, dann besteht Hoffnung. Durch die unterschiedliche ökonomische Sichtweise, war relativ schnell erkennbar, das sich die westliche Wirtschaft mit der Finanzwirtschaft restlos verhoben hat und immer weiter sich von der Realwirtschaft entfernt hat, wo Wohlstand geschaffen wird.  Natürlich ist der Osten sauer, wenn er sieht, wie die westlich Konsum Verblendeten uns durch ihre Unachtsamkeit ein da capo sozialistischer Plandiktatur bescheren, aber geht auch versöhnlich auf den Westen zu, weil er weiß, das wir dies zum Leidwesen der Menschen verhindern müssen und jede vernünftige Idee gebraucht wird. Zusammen sind wir stark ohne die unfähigen ideologischen Spaltpilze aus der Politik.

sybille eden / 03.04.2020

Werter Herr Eisleben, glauben sie im Ernst der deutsche “Bürger” würde sich gegen den Sozialismus wehren ? Sehen sie sich doch mal die letzten Wahlergebnisse an, und rechnen sie den linken Block von SPD, Linken und Grünen, sowie diversen Splittergruppen zusammen. Dann werden sie feststellen das die Linksideologen doch jetzt schon die Mehrheit in diesemVolke haben. Und dem deutschen Durchschnittsmichel ist es doch nur Recht wenn die bösen kapitalistischen Banken enteignet werden, und Aktienbesitzer sind eh des Teufels und werden verachtet. Nein, niemand wird sich gegen einen neuen Sozialismus in diesem Lande wehren !

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