Ich werde nicht zulassen, dass meine Frau diskriminiert wird. Für eine Entscheidung, die sie viel bewusster und informierter als ich getroffen hat. Mit allen Konsequenzen.
Ich bin doppelt geimpft und sehe dem Booster Richtung Januar/Februar entgegen. Mein Schatz ist aus diversen Gründen (die absolut und definitiv nichts mit „Querdenken“ zu tun haben) nicht geimpft.
Wer also das Gefühl hat, dass sie deswegen irgendwo unerwünscht ist oder Angst vor ihr hat, der muss auch auf mich verzichten. Was sicher kein großer Verlust für beide Seiten ist.
Wer das Gefühl hat, dass er auch vor mir Angst haben muss, weil ich ja täglich mit einer Ungeimpften näher als zwei Meter Abstand pflege, auch hier können wir sicher gut aufeinander verzichten.
Wer mir oder uns deswegen die Freundschaft kündigt – ja, schade. War dann wohl nicht so viel wert, die Freundschaft.
Entweder Ihr nehmt beide von uns – oder keinen
Ich war, bin und werde immer ein Freund der Eigenverantwortung sein. Egal, ob geimpft oder ungeimpft – jeder hat für sich hier die gleiche Risikoabwägung getroffen und ist lediglich zu unterschiedlichen Ergebnissen gekommen. Und ich habe einen Menschen an meiner Seite – von dem ich nicht wünsche, dass er eine Zählnummer in irgendeiner Statistik wird.
Der Schatz testet sich zweimal in der Woche, um sicherzugehen, niemanden zu gefährden. Ich teste mich nicht – ich bin ja geimpft. Ich könnte es übertragen, wenn ich es hätte – dann kriegt es der Schatz zuerst ab. Allerdings halte ich trotz Impfungen meine Abstände so gut als möglich ein. Das ist ansonsten ihr Risiko, das sie trägt. Sollte ich erkennbare Symptome haben, trennen wir den Wohnbereich, so gut es geht. Ich käme aber niemals – niemals – auf die Idee, den Menschen meines Lebens dafür verantwortlich zu machen.
Wir haben letzthin eine Ausnahme der Regel „zu zweit oder gar nicht“ gemacht, weil wir die Veranstaltung schon bezahlt hatten. Wird aber nicht wieder vorkommen. Entweder Ihr nehmt beide von uns – oder keinen.
Ihr habt das gute Recht, von uns räumlichen und/oder menschlichen Abstand zu halten, wenn wir Euch nicht „geheuer“ sind – umgekehrt wollen wir das genauso halten. Wir wollen niemanden ängstigen oder bedrohen – ebensowenig, wie wir uns für jeweils unterschiedliche und individuelle Entscheidungen rechtfertigen, ächten, beschimpfen oder bedrohen lassen wollen. Wenn Ihr nicht mit Menschen leben könnt, die eine andere Entscheidung als Ihr getroffen haben – hier ist die Tür.
Lasst Euch Türen und Fenster zumauern
Ich gebe zu, dass der Schatz mich manchmal tyrannisiert: Also eine Tyrannei der Ungeimpften. Das hat aber nicht mit ihrem Impfstatus, sondern mit meiner Faulheit und Fehlbarkeit zu tun. Ein völlig anderes Ding.
Wer Angst vor gesunden Ungeimpften hat, für den gibt es eine gute Möglichkeit: Bestellt Euch einen geimpften Maurer und lasst Euch Türen und Fenster zumauern. Lasst einen Spalt für Amazon und Lieferando frei, dann flutscht das!
Wer glaubt, ein Virus sei durch „Durchimpfung“ oder eine Impfpflicht zu besiegen, der muss auch bereit sein, die Außengrenzen hermetisch nach innen und außen abzuschotten, damit nicht irgendein ungeimpfter Knilch ins Land marschiert und alle Anstrengungen zunichte macht. Wollt Ihr das wirklich? Mir isses egal – ich wüsste sowieso nicht, wohin ich mit dem Schatz noch unbeschwert reisen könnte.
Ich werde nicht zulassen, dass meine Frau diskriminiert wird. Für eine Entscheidung, die sie viel bewusster und informierter als ich getroffen hat. Mit allen Konsequenzen.
Die eigentliche Aufgabe an uns alle als Gesellschaft lautet nicht, wie wir ein „Virus besiegen können“, sondern wie wir mit ihm leben können. Und dass zu den 9999 Lebensrisiken jetzt eines hinzugekommen ist. Und genau diese Frage zu beantworten – das ist der eigentliche Job der Politik. Um den sie sich seit zwei Jahren drückt.

Die Impfentscheidung findet auf zwei getrennten Ebenen statt: Zuerst prüfen staatliche, wissenschaftlich arbeitende Institutionen die Produktsicherheit, Wirksamkeit und damit die „Marktreife“. Hier scheint momentan unsauber gearbeitet zu werden, denn Kohortenstudien sind noch immer nicht erkennbar, und Nebenwirkungen werden aller Evidenz zuwider kleingeredet. Erst auf der Basis einer wissenschaftlich fundierten Risiko-Nutzen-Analyse macht eine persöiche Impfentscheidung Sinn, die nämlich darauf vertrauen darf, dass Risiken und Nebenwirkungen gut erforscht und beherrschbar erscheinen. Die Impfentscheidung muss im Falle von Covid-19, einer schnell mutierende Zoonose mit weltweiter Verbreitung, für die naturgemäß noch kein ausreichend erprobter Impfstoff verfügbar ist, aus zahlreichen guten Gründen, die auch im Artikel genannt sind, freiwillig sein. Herr Schneider hat Recht: nicht das Virus zu töten, sondern mit ihm leben zu lernen, lautet die Aufgabe! Lasst es uns doch versuchen! In kleinen Schritten?
„Der Schatz testet sich zweimal in der Woche, um sicherzugehen, niemanden zu gefährden.“ Ernsthaft? Ich vermute, sie tut das, weil sie dazu gezwungen wird. Im Übrigen, mit der „Impfung“ läuft es doch genauso, man lässt sich „impfen“, um seine Ruhe zu haben, die Wenigsten tun es aus gesundheitlichen Gründen. Und, es geht hier wirklich nicht um Gesundheit, das sollte dem Blindesten mittlerweile auffallen.
Wir, best ager oder silver surfer, beide geimpft/noch nicht geboostert, halten es genauso. Da meine Mutter (über 80 und fit) sich trotz viel Zuredens nicht impfen lassen möchte, bleiben wir einfach alle zuhause in unseren jeweiligen Wohnungen. Konsum ist völlig überbewertet. Kommunikation ist alles. Vorbei die Zeiten, als man die best agers umworben hat, damit sie ihr Erspartes ausgeben für Kreuzfahrten, Restaurant und Theaterbesuche. In die City würden wir, wenn überhaupt, nur noch mit dem eigenen Auto fahren. Aber das ist ja auch nicht mehr gewollt und wird an allen Ecken verhindert und vermiest. Es lebt sich in unseren Zeiten sehr gut in den eigenen vier Wänden. Spaziergänge kosten (noch) nichts und Abstände können wunderbar eingehalten werden. Ob das die Gesellschaft ist, die man sich ausgemalt hat…
@Emmanuel Precht Einen Absatz weiter steht: „Arzneimittel mit mRNA, die Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten sind, werden hingegen ge-
mäß Anhang I, Teil IV, Abschnitt 2.1 der Richtlinie 2001/83/EG nicht als Gentherapeutika und damit nicht als ATMP eingestuft.“ Ohne Worte.
Wie schön, dass Sie in Ihrer Ehe anscheinend leben wie zwei Tänzer: Gemeinsam und doch jeder fest auf seinen eigenen Füßen. Wie schön, dass Sie so loyal sind. Lichtblicke in der Weihnachtszeit.
Wie schön wäre es, wenn mehr Menschen diese Einstellung hätten.
Prinzipiell, Herr Schneider, hier bin ich komplett bei Ihnen, quasi als Betroffener, nur andersrum, wobei meine Frau keine weitere Impfung machen lassen wird, soweit es ihre berufliche Situation nicht erzwingt. Für mich ist eine Corona-Impfung aus vielen Gründen nie eine Option gewesen. Aber leider, wie immer, ist auch in diesem Beitrag aus Ihrer Feder ein erhebliches Haar in Ihrer Suppe zu finden: „Ich teste mich nicht – ich bin ja geimpft.“ Sind Sie wirklich so komplett ahnungslos?
„ Sollte ich erkennbare Symptome haben, trennen wir den Wohnbereich, so gut es geht.“
Genau! Meine Frau hat gestern genießt. Hab´ sie direkt im Keller eingesperrt. Mit
Proviant für die nächsten 14 Tage. Danach sehen wir mal weiter. Selber schuld.