Antje Sievers / 04.07.2018 / 13:29 / Foto: Bildarchiv Pieterman / 23 / Seite ausdrucken

Und schon wieder irren die Samariter

In einem WELT-Beitrag war Ende Juni zu lesen, dass Migranten laut Weltbank bis zu 18 Milliarden Euro jährlich in Ihre Herkunftsländer überweisen. Für mich ist die hohe Summe nachvollziehbar und wenig überraschend. Jahrelang habe ich miterlebt, wie Frauen aus der Multikulti-Tanzszene von ihren Männern nach allen Regeln der Kunst geschröpft wurden – Sozialleistungen, sein geringes Einkommen, ihr Erspartes, alles verschwand peu à peu via Western Union nach Algerien, Ägypten, Tunesien, Nigeria, dem Senegal.

Manche dieser Frauen, durften sich und ihre deutschen Kinder, für die der Mann sich natürlich nicht zuständig fühlte, gerade noch vom Kindergeld ernähren, da er selbst seinen kompletten Verdienst oder Leistungsbezug in die Heimat schickte. Nichts Neues. Was mir beim oben genannten Artikel dennoch den Atem stocken lässt, ist die Haltung der deutschen Regierung.

Denn die bezeichnet das freundlich als „Geldtransfer“ geschönte Ausbluten tatsächlich als „entwicklungsfördernd“. Das Geld komme dort an, wo es gebraucht werde, ermögliche es, Lebensmittel und Kleidung zu kaufen und im Krankheitsfall Arzt und Medikamente zu bezahlen. Familien könnten es sich durch diese Art finanzieller Unterstützung leisten, ihre Kinder auf Schulen zu schicken, Geschäfte aufzubauen etc. Wer es nicht glauben will, lese bitte selbst.

Mein Vater war Handwerker, ein einfacher, gleichwohl gebildeter Mann. Eine goldene Regel, die er seinen drei Kinder mit auf den Lebensweg gab, lautete: Vor Gebrauch des Mundwerks Gehirn einschalten. Das hat die Bundesregierung leider versäumt. 

Wie weiland im Stall des Augias

Nachfolgende Generationen werden diese Groteske dermaleinst kopfschüttelnd zur Kenntnis nehmen und bemerken: Ja, haben die denn gar nicht mitgekriegt, was sie da sagen? Nein, das haben sie nicht. Denn die monumental behämmerte Antwort unserer Regierung ist so falsch, dass noch nicht einmal das absolute Gegenteil richtig wäre, um einmal mehr den erhabenen Meister Karl Kraus zu zitieren.

Wie weiland im Stall des Augias weiß man bei soviel Mist gar nicht, wo die Forke zuerst anzusetzen ist. Am besten, am Anfang: Mit der hirnlosen Unbefangenheit von Germany’s-Next-Topmodel-Kandidatinnen will unsere Regierung die Welt ein bisschen besser und bunter machen. Und merkt dabei nicht, dass die sie zur Gaudi der ganzen Nation nur Arsch und Titten verscherbelt. Denn mit diesem Statement gibt sie ein gigantisches Doppelversagen zu: Ersten war die Einwanderungspolitik totaler Murks, zweitens die bisherigen Bemühungen um die Entwicklungshilfe.

Warum gibt es also immer noch die komplett unwirksame Geldverschleuderungsmaschinerie Entwicklungshilfe? Und warum, um alles in der Welt, verspricht man den Menschen das Blaue vom Himmel, um sie nach Deutschland zu locken? Warum lässt man sie ein Vermögen, das die meisten Bundesbürger nicht mal so eben locker machen könnten, für Schleuser bezahlen, ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, ihr Leben auf Seelenverkäufern riskieren, nur damit sie hierherkommen, um das Geld abzuholen? Bin ich jetzt total bescheuert, oder hätte man sich dabei nicht einen entscheidenden Schritt sparen können? 

Die schwerstens rechtspopulistische AFD macht nun wieder die Spaßbremse und fordert ein Verbot des Geldtransfers aus Sozialleistungen. Dabei muss sie das gar nicht, denn das Verbot gibt es längst.

Was ich mit dieser öden Geschichte sagen will

Jeder, der schon mal Sozialhilfe bezogen oder im Sozialbereich gearbeitet hat, ist mit dem unabänderlichen Procedere bestens vertraut: Aufgrund von Variablen wie Wohnsituation, Einkommen, Vermögen, Kinderzahl, Gesundheitszustand und anderen Faktoren errechnet der Sozialleistungsträger den „Bedarf“ einer Person. Merken Sie sich dieses Zauberwort, denn es ist wichtig. Die Höhe dieses Bedarfs ist gesetzlich festgelegt. Alles, was darüber hinausgeht, muss gesondert beantragt werden.

Möglicherweise braucht der Leistungsempfänger monatlich einen Mehrbedarf von 40 Euro an Krankenkostenzulage IV (Aufbaukost). Die muss gesondert beantragt werden. Die Behörde lehnt sie oft erst mal ab. Dann kann der Leistungsempfänger oder sein Sozialarbeiter Widerspruch einlegen. Der Fall geht dann vors Sozialgericht. Hat man Glück, wird der Antrag doch noch positiv beschieden. Da der Anspruch nun berechtigt ist, fordert das Sozialamt auf, den Antrag nochmal zu stellen und ein ärztliches Attest beizubringen.

Der Antragsteller quält sich zum Arzt, erhält ein tadelloses Attest mit Stempel und Unterschrift (ganz wichtig!) und schickt selbiges zum Amt. Nach etwa vier bis sechs Wochen kommt dann der Leistungsbescheid, aus dem hervorgeht, dass der Leistungsempfänger für ein halbes Jahr berechtigt ist, eine Sonderzulage von 40 Euro an Krankenkost IV (Aufbaukost) zu erhalten. Die Leistung gilt nur für den angegebenen Zeitraum, nach Ablauf muss der Leistungsempfänger fristgerecht erneut einen Antrag stellen und so weiter und so fort.

Was ich mit dieser öden Geschichte sagen will: Für jeden Sozialhilfeempfänger gibt es einen bestimmten Bedarf, der nicht überschritten werden darf. Die Leistung darf ausschließlich dazu verwendet werden, diesen lebensnotwendigen Bedarf zu decken. Alles darüber hinaus Gehende gehört nicht zum Bedarf. Der Leistungsempfänger darf also kein Geld „übrig“ haben. Aus diesem Grund darf er in der Regel auch keine Schulden aus den Leistungen zurückzahlen. Wenn „Geflüchtete“ nun aus Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz Geld übrig haben, das sie in die teure Heimat schicken können, beziehen sie vom Amt schlicht zuviel Geld, und das Amt wäre somit berechtigt, ihnen die Leistung zu kürzen.

Mit anderen Worten: Die Bundesregierung nickt nicht nur begeistert Sozialbetrug ab, sie ist auch so inkompetent, das nicht einmal zu bemerken. Liebe Schildbürger, warum stellt ihr nicht auch mal in Deutschland einen Asylantrag? Bei uns könnt ihr Euch wirklich noch richtig gute Tipps holen!

Foto: Bildarchiv Pieterman

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Robert Jankowski / 04.07.2018

Unsere eigenen Alten, Siechen und Soze Empfänger werden behandelt, wie Bettler. Aber bei den Migranten (nicht Fluechtlingen!) lässt dieselbe Behörde Fuenfe grade sein. Wer sich danach noch immer wundert, warum die Leute Wut ueber die Ausbeutung ihrerm (!) Sozialkassen empfinden, der kann doch nicht mehr alle Nadeln ander Tanne haben! Delenda GroKo!

Gudrun Meyer / 04.07.2018

Um das (hmm. . . , vielleicht . . .) Trostreiche zuerst zu sagen: es gibt durchaus deutsche Schlauis, die gar nicht so schlecht von ertricksten Leistungen leben. -  Was, Ihnen missfällt, dass Sie die auch noch bereichern müssen, wenngleich weniger als die kulturell bereichernden “Schutzsuchenden”, denen man genug zur Unterstützung ihrer Angehörigen auszahlt, weil D halt das Sozialamt Afrikas und der islamischen Länder ist? - Dann haben Sie nicht genug kapiert: Da wir Deutschen Länder wie etwa Eritrea und Afghanistan kolonial ausgeplündert und diese superleistungsfähigen Gesellschaften damit ruiniert haben - was, haben wir gar nicht? Egal!  Weil wir es irgendwie doch getan haben schulden wir den Eritreern und Afghanen doch wenigstens das, was wir ungerechterweise und auf ihre Kosten heute einnehmen, z.B. aus Arbeit. die diesen unseren Opfern halt unzumutbar ist. Sollte das noch nicht die notwendige ideologische Rechtfertigung dafür liefern, dass wir p.a.  18 Milliarden Steuer-Euronen zwar nicht in die Entwicklung, aber in den Konsum der Verdammten dieser Erde liefern, fahren wir härtere Geschütze auf: Afghanistan, Somalia, Eritrea usw. bis zu den Aliens auf der Erde, an die unsere progressiven Politparalytiker wahrscheinlich auch glauben, haben in ungeheuerlichster Weise unter den Nazis und dem 2. Weltkrieg gelitten. Zwar gab es dort keine Kriegshandlungen, keine Anwesenheit deutscher Truppen ,z.B.  der SS und somit eher nicht deren Folgen, aber wer darauf hinweist, kann selber nur voll nazi sein. Kurz, die muslimischen Kriegs- und besonders Holocaust-Opfer, die sich selbst seit vielen Jahren zunehmend aufdringlich (“geschichtsbewusst”) zu solchen ernannt haben, müssen aus Gründen der alternativen Geschichte und Gegenwart astronomisch hohe Entschädigungen von uns erhalten. Einen Vergleich zwischen Ätzdeutschen, die nur das Lebensnotwendige erhalten und diesen beruflichen Opfern-der-Nazis, kann und darf es nicht geben. Das wäre RÄCHZ. Alles klar?

Peter Volgnandt / 04.07.2018

Hallo Frau Sievers, genau das hab ich mich auch gefragt, als ich diese Meldung in den Medien las: Asylanten überweisen Geld in ihre Herkunftsländer. Welcher deutsche Sozialhilfeempfänger hat denn am Monatsende noch was übrig, um irgendwas an Verwandte im Ausland zu überweisen. Die können doch nicht einmal die Klassenfahrten ihrer Kinder finanzieren. In meinem Bekanntenkreis gibt es Sozialhilfeempfänger, die gehen mit mir nicht in die Kneipe um ein Bier zu trinken, auch wenn ich’s ihnen bezahlen würde. Sie treten aus Vereinen aus, die gerade mal mickrige Jahresbeitrage von 50 € verlangen. Ich frag mich dann, sind die Leistungen für die Asylanten zu üppig oder kommt da noch Kohle durch andere Geschäfte rein?

Ivan de Grisogono / 04.07.2018

Natürlich verdient diese Regierung nicht sich als „deutsche“ Regierung zu nennen. Genau so wenig wie früher kommunistische Regierungen in Osteuropa oder Balkan! Sind EU Politiker noch für Völker Europas da? Man muß es verneinen. Bald wird man sie „Die Regierung“ nennen müßen oder für wache Bürger „Die Verräter“!

Martin Siegemund / 04.07.2018

Einfach nur schön! Eine Super Geschichte richtig gut erzählt. Vielen Dank, Sie haben mir den Tag versüßt. P.S. Noch schöner wäre es, es gäbe keinen Grund so etwas zu berichten. Meine Lösung ist die volle Haftung für Entscheidungsträger.

Ingo Muth / 04.07.2018

Ach wirklich? Vor Jahren wurde berichtet das sich Kurden massenweise Häuser bauten-als Asylanten.Man ermittelte doch fand nichts…Das Geld kam irgendwoher…machen sie das mal als länger hier lebender.

Roland Jungnitsch / 04.07.2018

Ich verweise diesbezüglich mal auf ein paar Sprüche von Grünen Politikern, deren heimliche Parteivorsitzende momentan Bundeskanzlerin ist. Neben ‘Nie wieder Gesamtdeutschland’, ‘Deutschland verrecke’ und ‘Deutsche sind nur Nichtmigranten, sonst nichts’, gibt es da auch noch einen Spruch von einem Herrn Fischer, der sinngemäß sagte: “Das Problem an den Deutschen ist, daß sie so gut wirtschaften können. Aber egal, wem dieses erwirtschaftete Geld zugute kommt, die Deutschen dürfen es auf keinen Fall erhalten!” (den genauen Wortlaut bitte googlen!) Schön, daß wir drüber geredet haben.

Peter Bouha / 04.07.2018

Deutschland - ist ein SchlafAffenland ….in dem einige “Gut und gerne leben”...und andere dafür arbeiten. Es ist sicherlich keine Frage ob das Erwachen kommt - sondern nur wann!

U. Unger / 04.07.2018

Frau Sievers Ihre Geschichten sind nicht öde, sondern für vernünftige Menschen höchst interessant und erfreulich. Danke, dass Sie mithelfen aufzurütteln. Meine persönlichen Erfahrungen mit den Ämtern sind durchweg schlechter, als Sie beschreiben. Daher trete ich wie Sie dafür ein, die 18 Mrd ersatzlos zu streichen, und für die nötigste Hilfe in Hungerregionen und Flüchtlingslagern vor Ort einzusetzen. Da die Flüchtlinge hier ja in Rekordzeit integriert sein werden und somit über ausreichende Erwerbseinkünfte verfügen, dürfte ja nicht soviel weniger auf freiwilliger Basis bei zurückgelassenen Verwandten ankommen. Hier im Land ist jeder reich und zufrieden, außer mir den der Neid zerfrisst! ( Sch.. Ironie)

Dieter Franke / 04.07.2018

Als “Abrundung” des Irrsinns möchte ich auf die Meldung im Focus verweisen, nach der die glorreiche Bundesregierung bei der Weitergabe der Weltbankdaten durch Falschinterpretation der Tausender-Trennpunkte den Zahlenwert um den Faktor Tausend zu gering gemeldet hatte. Ich jedenfalls traue dieser Regierung auch bewusste Absicht zu.

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