Henryk M. Broder / 15.10.2007 / 12:01 / 0 / Seite ausdrucken

Und immer wieder röhrt der Hersh

Seymour Hersh, der berühmte “investigative Journalist”, hat eine sichere Methode entwickelt, sich im Gespräch zu halten. Sie besteht zu einem Drittel aus Spekulation, zu einem Drittel aus Suggestion und zu einem weiteren Drittel aus der Wiederholung des schon Gesagten. It’s more of the same! Wobei er sich vor allem auf das schwache Kurzzeitgedächtnis seiner Kollegen verlassen kann, die morgen schon nicht mehr wissen, was er gestern gesagt hat. Hier ein paar Beispiele:

21. Februar 2005
Plant Bush einen Angriff auf den Iran?
n der Ausgabe der amerikanischen Wochenzeitschrift The New Yorker vom 16. Januar berichtete Investigativjournalist Seymour Hersh, das Pentagon hätte damit begonnen seine Pläne für eine Invasion des Irans auf den neuesten Stand zu bringen. Hersh berichtete, dass ?Strategen im Hauptquartier des US Central Command in Tampa, Florida dazu aufgefordert wurden, die Kriegspläne des Militärs hinsichtlich einer vollen Boden- und Luftoffensive im Iran zu überarbeiten.?
http://zmag.de/artikel/Plant-Bush-einen-Angriff-auf-den-Iran

17 August 2006
Libanon-Feldzug als Test für einen US-Angriff auf Iran?
“Vom Libanon zum Iran?” fragt Starjournalist Hersh im “New Yorker” und behauptet, der Feldzug der Israelis im Libanon sei mit den USA abgestimmt gewesen. Denn die erhofften sich Erkenntnisse für einen möglichen Militärschlag gegen den Iran. Selbst US-Präsident Bush beeilte sich, dem Bericht zu widersprechen.
http://www.tagesschau.de/ausland/meldung100812.html

15. August 2006
Bushs Blaupause für Angriff auf Iran
US-Starjournalist Seymour Hersh hat Indizien dafür zusammengetragen, dass Israel den Bombenkrieg gegen die Hisbollah von langer Hand plante - und die US-Regierung Bescheid wusste. Die Offensive gelte in Washington als Testlauf für einen Iran-Krieg.
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,431774,00.html

21. November 2006
Neue Spekulationen über Angriff auf den Iran
Insider im Regierungsapparat der USA rechnen mit einem Angriff auf den Iran noch während der Amtszeit von Präsident George W. Bush, die Ende 2008 abläuft. Das berichtet der bekannte US-amerikanische Journalist Seymour M. Hersh in der neuen Ausgabe des Magazins “The New Yorker”. Hersh wurde zuletzt im Mai 2004 weltweit bekannt durch seine Enthüllungen über die Folterpraktiken der USA im irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Bereits 1969 hatte er mit der Aufdeckung des Massakers im vietnamesischen Dorf My Lai und mit Artikeln über die chemische Kriegführung der USA Aufsehen gemacht.
http://www.knutmellenthin.de/artikel/aktuell/aktuelle-artikel/neue-spekulationen-ueber-angriff-auf-den-iran-21112006.html

26. Februar 2007
Spekulationen über US-Angriff auf Iran
Über einen möglichen US-Angriff auf Iran wird seit Monaten spekuliert. Nun hat der bekannte amerikanische Enthüllungsjournalist Hersh die Diskussion neu entfacht. Seinen Informationen nach steht im Pentagon bereits eine Planungsgruppe für den Ernstfall bereit.
http://www.tagesschau.de/ausland/meldung55616.html

2. Oktober 2007
Seymour Hersh: USA wollen Revolutionsgarde im Iran angreifen
Washington - Der amerikanische Journalist Seymour Hersh schreibt in der neuen Ausgabe des Magazins “New Yorker”, die Regierung Bush bereite einen Luftangriff auf Kommandostruktur und Kasernen der iranischen Revolutionsgarde Pasdaran vor. Bush und Dick Cheney hätten beschlossen, dafür von einem Angriff auf Atomanlagen abzusehen, sehr zur Beunruhigung Israels. London stehe hinter dem Vorhaben; Paris sei skeptischer, aber nicht völlig ablehnend. London wolle mit dem Angriff die Kaperung seines Kriegsschiffs im Persischen Golf durch den Iran vom Frühjahr wettmachen.
http://www.welt.de/welt_print/article1228958/Seymour_Hersh_USA_wollen_Revolutionsgarde_im_Iran_angreifen.html

Was bei Hersh “hearsay” ist, wird bei den Leuten, die bei ihm abkupfern, zur sicheren Information, weil sie sich auf den “investigativen” Reporter berufen. Wenn es so weiter geht, darf mit dem nächsten US-Angriff auf den Iran in drei bis sechs Monaten gerechnet werden. Seymour ist schon an der Front und berichtet live aus der Gulaschkanone.

Siehe auch:
“Ein Stachel im Fleisch der Mächtigen, einer, der die heißen Eisen anpackt, von My Lai bis Abu Ghraib”
http://www.uni-kassel.de/fb5/frieden/themen/Friedenspreise/blaetter-2007.html

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