Gastautor / 20.05.2011 / 23:13 / 0 / Seite ausdrucken

Und die Antwort ist: 1967

Jens Richter

Barack Obama hat einen kühnen Friedensplan geschmiedet. Es ist nämlich alles ganz einfach:  Israel soll sich hinter seine Grenzen von 1967 verziehen, und alles wird gut. Frieden gibt’s dann in Nahost und die Wiederwahl in Fernwest.

Die gemäßigten Antizionisten begrüßen den Plan zwar, fordern aber weitere Zugeständnisse an die unterdrückten Palästinenser. Dazu gehört die Rückkehr aller Flüchtlinge. Denn die wollen den israelischen Sand zurück. Kein Sand ist so sandig wie der in Israel. Den jordanischen wollen sie nicht.

Die ungemäßigte Hamas stellt sich bockig. Zum einen sollen sich die Juden gefälligst hinter ihre Grenzen von 1944 zurückselbstmorden, zum zweiten lassen sie sich von einem Ami nicht erklären, was Demokratie ist. Griechisch können sie selber, und deshalb wissen sie, wie man das Volk beherrscht.

Ist also 1967 die magische Zahl, die alles richten kann?

Mit Hilfe eines Kalenders kann jeder feststellen, dass im Jahre 1967 Israel tatsächlich innerhalb der Grenzen von 1967 existierte. Und wer erinnert sich nicht an den Friedenstaumel der Araber damals? An die glücklichen Gesichter der Palästinenser?

Ich zum Beispiel. Ich erinnere mich nicht daran. Ich erinnere mich an arabische Armeen, die Israel einkreisten und lebenswichtige Zufahrtswege blockierten. Israel befreite sich aus der wahrhaft existentiellen Zwangslage durch einen präventiven Angriff und gilt seitdem zionistischer Aggressor.

Haben die als Israelkritiker kostümierten Judenhasser mal einen Karl May-Film gesehen? Das sitzt zum Beispiel der gute Old Shatterhand gefesselt, aber noch nicht tot, auf dem Boden. Durch seine Geschicklichkeit im Umgang mit Fesselungen gelingt ihm die Befreiung. Und obwohl er noch gar nicht tot ist, streckt er seine Feinde nieder. Das finden alle toll, und selbst die überzeugten Antizionisten rotzen vor Rührung ins Arafat-Tuch.

Juden dürfen sowas nicht. Juden müssen endlich aus ihrer Geschichte lernen und vor allem müssen sie von den friedlichen Deutschen lernen. Deutsche halten nämlich immer die andere Wange hin, wenn auch nicht die eigene.

Aber das ist ja nichts Neues. So wie 1967 nichts Neues ist.

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