Europa und die Welt wollen partout nicht ticken wie unsere Regierenden. Wenn es so weitergeht, müssen sie um das ganze Land eine Brandmauer errichten, weil alles jenseits von Deutschland rechts ist.
O je, o je. Unser braves Deutschland ist immer mehr umzingelt von Rechten. Österreich hat uns gerade noch gefehlt. Jetzt soll es der Freiheitliche Herbert Kickl im südöstlichen Nachbarland richten. Das bedeutet, dass man uns jetzt kaiserlich-königlich, also k.u k. doppelpopulistisch auf den Leib rückt. Wo doch auch Ungarns Viktor Orban weder Olaf Scholz noch Ursula von der Leyen gehorcht. Uns wird nichts anderes übrig bleiben, als um uns herum eine neue Brandmauer zu bauen. Und gleichzeitig die innere Brandmauer gegen die AfD mit Sandsäcken vor einer drohenden rechten Flut absichern.
Niemand hat zwar die Absicht, eine Mauer zu bauen. Aber wenn, dann richtig. Mit politischem Stacheldraht von Passau über das knapp jenseits der Grenze befindliche Braunau bis nach Lindau. Sollten wir nach 35 Jahren mauerentwöhnt sein, können wir ja Donald Trump fragen, wie man eine schöne Mauer baut.
Aber genügt das? Im Westen lauert Marine Le Pen, die sich im Zweifel mit den linkesten Sozialisten zusammentut, um Emmanuel Macron, unseren netten Nachbarn, das Fürchten zu lehren. Und damit auch uns. Was, wenn Marine in ein paar Jahren ebenso trickreich als Präsidentin im Élysée-Palast Einzug hält? Müssen wir es als anständige Demokraten dann mit einer Vorwärtsverteidigung in westliche Richtung versuchen?
Und was ist mit dem Nordwesten? Was ist mit dem Holländer Dick Schoof? Der ist zwar parteilos, muss aber an den eigentlichen Wahlsieger Geert Wilders berichten. Also auch nach ganz rechts.
Wohin man schaut: Es muss gemauert werden
Und wie sieht's in Schweden aus? Kann man da befreit aufatmen? Es sind ja die Bürgerlichen am Ruder, mit dem Konservativen Ulf Kristersson. Er darf sich als Minderheitsregierung abrackern. Wer aber duldet ihn, hält also das Steuer in der Hand? Junge, Junge. Schon wieder die Rechten. Sie nennen sich Schwedendemokraten und wollen Sweden first.
Aber Dänemark! Da regiert immerhin die Sozialdemokratin Mette Frederiksen. Mit wem? Nicht mehr – wie gewohnt – mit dem Roten Block, sondern mit Blick in die andere Richtung, hin zu den Konservativen und Rechten. Also wirklich.
Mit dem Brandmauerbau im Westen gegen Frankreich können wir immerhin noch ein paar Jahre warten. Aber die Strecke nach Holland bedarf einer sofortigen Absicherung nach rechts. Und in Richtung Skandinavien empfiehlt es sich, schon mal ein paar Brandmauersteine vorrätig zu halten.
Wohin man schaut: Es muss gemauert werden. Als ehemaliger Toskana-Deutscher blicke ich hoffnungsvoll nach Italien. Und wen sehe ich da? Giorgia Meloni. Die ist nicht nur rechts im allgemein üblichen Sinne, sondern sie trägt auch noch den offiziellen journalistischen Titel einer Postfaschistin. Trotzdem muss nach Italien keine Mauer errichtet werden. Es reicht die nach Österreich, um uns vor der postfaschistischen Ansteckungsgefahr zu schützen.
Die Schweiz kann man vergessen
Ja, gibt es denn nirgendwo in der Nachbarschaft eine heile Welt, in die man sich als guter Germane zurückziehen kann?
Tschechien mit dem schönen Prag? Die rechtspopulistische Regierung eines Andrej Babis ist weg. Jetzt macht es Petr Fiala. Der ist wenigstens nur konservativ und nicht rechtspopulistisch. Aber was tut der Mann? Er setzt auf Kohle und Atomkraft und will die Einwanderung stoppen! Ja, will der denn nicht, wie wir, die Welt retten und bunt anmalen?
Was bleibt, ist Polen. Jedenfalls im Moment. Der alte Andrzej Duda, eine Art regierender Johnny Controletti, ist in Rente geschickt worden. Als alter Neuer versucht nun Donald Tusk, wieder mehr Demokratie zu wagen. Aber die PiS, die mehr Diktatur wegen wollte, ist noch nicht erledigt. Eine Flucht nach Polen ist also womöglich keine Dauerlösung.
Die Schweiz kann man vergessen. Die ist schon so angefüllt mit Deutschen, dass die echten Schweizer Hörner kriegen würden, müssten sie noch mehr preußische Töne hören.
Eine rundum prekäre Situation
Werfen wir einen letzten verzweifelten Blick ins Zentrum Europas. Aber was sehen wir da in Brüssel? Giorgia Meloni hat unsere stocksteife Ursula von der Leyen bezirzt. Wird unsere Kommissionschefin von ihr etwa postfaschistisch an der Leine geführt? Die zarte Römerin steht daheim und in Europa für ein erstarktes Italien. Ihre Regierung hat sogar uns Deutschen angeboten, uns wirtschaftlich wieder auf die Beine zu helfen. Aber diese Blasphemie sei nur am Rande erwähnt.
Zurück nach rechts: Sind wir also wirklich nur noch im eigenen Land vor der rechten Ansteckung sicher? Was ist mit der AfD? Die jubelt zwar über Herbert Kickl, der nicht nur mitregieren, sondern als Chef, mit der ÖVP als Juniorpartner, eine FPÖ-Regierung führen soll. Ungefähr so, als würde die AfD mit der CDU als Junior die nächste Regierung bilden.
Hat Alice Weidel seit Kickl diesen Traum? Bundeskanzlerin mit – sagen wir – Söder als Außenminister? Ihr Traum wäre laut Umfragen jedenfalls realistischer als der von Olaf Scholz von einer zweiten Chance und der von Robert Habeck, sich ins Kanzleramt hinein zu plaudern. Bleibt Friedrich Merz als spröde Ein-Mann-Blockade gegen Alice Weidel. Eine rundum prekäre Situation.
Gibt es Schuldige? Natürlich nicht. Unsere linken und bürgerlichen Regierungen haben bekanntlich alles richtig gemacht. Dass so viele Wähler in Europa nach rechts schielen, erscheint angesichts der brillanten Politik unserer demokratischen Mitte ein unerklärliches Phänomen. Es taucht vor unseren Augen auf wie ein politisches Ufo aus der Tiefe des Raums. Woraus folgt, dass es sich bei den Rechten, die uns umzingeln und daheim umgeben, um Außerirdische handeln muss.
Rainer Bonhorst, geboren 1942 in Nürnberg, arbeitete als Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in London und Washington. Von 1994 bis 2009 war er Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen-Zeitung.

@Petra Wilhelmi, dann werd ich bald rübermachen, vorausgesetzt ich muss als Ex-Wessi keinen Soli zahlen, und Berlin bekommt extra eine Mauer mit Todesstreifen rundum, ohne Ausgang,und wird zum islamischen Territorium erklärt , damit das endlich geklärt ist.
Säggsch hab ich drauf, damit schon einige Saupreissn aus der Reserve gelockt…
Der Geisterfahrer, der empört alle anderen für Geisterfahrer hält.
Im Endeffekt wird es so Laufen wie in Galiläa, als die Mauern von Jericho mit Posaunen geflasht wurden ! Die Ex-DDR hat es auch nicht und nie begriffen :o((
Das Polarisieren in Links und Rechts ist von der DDR übernommen worden. Schröder hat damit angefangen. Die Beschimpfung als „Rechts“ ist eine abgekürzte Verleumdung, Und als solche wird sie gebracht. Wer beschimpft, legt damit an den Tag, daß er nichts Wirkliches und Wahres gegen den andern vorzubringen hat; es wird bar jeden Arguments einfach behauptet, der andere sei ein Rechtspopulist, weil man selber nicht imstande ist, eine Antwort vorzubringen. Dazu paßte Schröders „Basta“. „Basta“ sagen nur Leute in Erklärungsnot, am besten noch zu ihren Kindern. Dasselbe gilt für „alternativlos“. „Rechter, “Nazi„, “Basta„, “alternativlos„ – das sind geistige, moralische und philosophische Bankrotterklärungen. Man macht es so, weil einem nichts besseres einfällt. Das ist dann auch gleich der klägliches Versuch, allen anderen das Weiterdenken zu untersagen. “Rechtspopulist„ ist daher ein Injurie und birgt dann auch die Gefahr einer folgenschweren Eskalation. Das wußte auch Wilhelm Bush: “Nenn den Schlingel liederlich, leicht wird er’s verdauen; nenn ihn dumm, dann wird er dich, wenn er kann, verhauen.„ – Das Damals gab es nur die NPD. Rotgrün war wegen seiner Skandale, Affären selbstgerechten Durchmarschpolitik kräftig unter Druck geraten, deshalb wurde die NPD, die im Promille-Bereich dahin dümpelte, für den Untergang des Abendsandes schuldig gesprochen. Wahrscheinlich war die selbst überrascht? “Rechter„, “Nazis„, “Rechtspopulist„, das ist eine Beleidung und also solche wird die von Leuten, die nichts drauf haben, auch verwendet. Warum wohl keiner aus dem Altparteienkartell zu eine Debatte mit der AfD antritt? / Im übrigen sind wir hier nicht im Sozialismus, sondern auf der anderen Seite des Antifaschistischen Schutzwalls, im übersteigerten Kapitalismus.
„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ (Bertolt Brecht)
Wir brauchen eine unüberwindbare Mauer schon deshalb, damit nicht der letzte Krankenpfleger, Elektriker, Dachdecker das Weite sucht. Die Unternehmer sind eh schon weg. Also los, gibt es wenigstens noch ein paar Maurer für die letzte Verteidigungslinie?
Deutschland 1932: Linksterror, Hunger, inkompetente antideutsche Politik, Kriminalität gigantisch, Puff der Welt. Die linken NationalSOZIALISTEN traten an dies zu beenden. Unverständlich das die gewählt wurden, oder? Und : Sie haben geliefert. 1936 Olympiade… Leider wurde noch ne Menge mehr geliefert, aber die Menschen hatten keine Glaskugel und da waren ja noch unsere heutigen „Freunde“. Aber das führt zu weit.