Russland führt Krieg – der Westen redet. Während Moskau strategisch eskaliert, verlieren sich Washington und Europa in Gesprächsgesten. Der Ukrainekrieg zeigt: Wer Putins Strategie nicht erkennt, wird ihn verlieren.
Was sich derzeit in der Ukraine abspielt, sind nicht nur die heftigsten Angriffe seit Kriegsbeginn – es ist der Offenbarungseid westlicher Außenpolitik. Donald Trumps erklärtes Ziel, den Krieg durch diplomatische Verhandlungen zu beenden, rückt in weite Ferne. Eine Realität, die sich weder durch Gesprächsangebote noch durch symbolträchtige Telefonate beschönigen lässt.
Der gegenwärtige Zustand ist Ausdruck einer fundamentalen Inkompatibilität zweier politischer Logiken. Während Donald Trump persönliche Gespräche mit Wladimir Putin vor allem zur Selbstinszenierung nutzt – um der Öffentlichkeit im Nachgang vermeintliche diplomatische Erfolge zu präsentieren –, hat der Kremlchef längst erkannt, dass der direkte Draht zum Anführer der westlichen Allianz strategischen Mehrwert bietet: Er senkt die Schwelle für Konzessionen, verschafft Moskau taktischen Spielraum und liefert einen Vorwand für eine militärische Eskalation.
Dieses asymmetrische Kommunikationsverhältnis mündet in eine gegenseitige Instrumentalisierung. Trump inszeniert die Nähe zu Putin als Beleg seiner weltpolitischen Handlungsfähigkeit – ein Narrativ, das ihm innenpolitisch nützt. Putin hingegen demonstriert Gesprächsbereitschaft, um die Geschlossenheit des Westens zu unterlaufen, Zeit für neue Realitäten auf dem Schlachtfeld zu gewinnen und sich zugleich als moderierender Staatsmann im eigenen Land zu präsentieren.
Diese Doppelstrategie aus militärischer Härte und rhetorischer Milde zeigt sich auch im Inneren. Auf dem Forum der Agentur für strategische Initiativen „Starke Ideen für eine neue Zeit“, wo Persönlichkeiten für ihre Verdienste um die russische Gesellschaft geehrt wurden, würdigte Putin einen Filmemacher, der sich für Menschen mit Behinderungen einsetzt: „Mit Ihrer Kunst erfüllen Sie eine überaus wichtige Aufgabe für die Gesellschaft. Sie wecken in uns das Gefühl der Barmherzigkeit – eine Grundvoraussetzung für eine mündige Gesellschaft. Sie machen jeden von uns ein Stück besser.“ Der Auftritt war mehr als Symbolpolitik – er diente der Inszenierung Putins als moralisch integrierende Figur, kontrastierend zum Bild des aggressiven Kriegsherrn im Westen.
Zugesagte Lieferungen vorläufig gestoppt
Was nach außen verbindlich erscheint, erweist sich inhaltlich als leere Geste. Seit Trumps Rückkehr auf die weltpolitische Bühne haben sich der US-Präsident und Wladimir Putin gleich sechsmal telefonisch ausgetauscht – zuletzt am 3. Juli. Die jeweils über einstündigen Gespräche blieben ohne greifbares Ergebnis. Zwar vermittelte Trump wiederholt den Eindruck, er könne Putin zu einem Waffenstillstand bewegen. Doch aus Sicht des Kremls bot der direkte Draht vor allem taktische Vorteile: Er diente dazu, Erwartungen im Westen zu kanalisieren, Verunsicherung zu säen – und militärisch Fakten zu schaffen, während noch verhandelt wurde.
Nach dem jüngsten Telefonat mit Wladimir Putin zeigte sich Donald Trump erstmals öffentlich ernüchtert. „Ich bin sehr enttäuscht über das Telefonat mit Präsident Putin, weil ich nicht glaube, dass er bereit ist […]. Ich denke nicht, dass er an einem Stopp interessiert ist“, erklärte der US-Präsident. Wie gewohnt nutzte Trump die Gelegenheit für einen Seitenhieb auf seinen Amtsvorgänger: Der Krieg, so sein Mantra, sei ein direktes Ergebnis von Joe Bidens Politik – unter seiner eigenen Führung hätte er gar nicht erst begonnen.
Der Kreml wiederum bezeichnete das Gespräch als offen und konstruktiv. Putin habe zwar erneut Dialogbereitschaft signalisiert, zugleich aber unmissverständlich bekräftigt, dass Russland an seinen Kriegszielen festhalte – darunter die vollständige Kontrolle über die Krim und vier weitere teils besetzte Regionen sowie der Verzicht der Ukraine auf eine NATO-Mitgliedschaft. Forderungen, die für Kiew unannehmbar sind. Auch die Lage im Nahen Osten kam zur Sprache – ebenso wie, weitgehend unbeachtet, wirtschaftliche Interessen in den Bereichen Energie und Raumfahrt.
Überschattet wurde das Gespräch von einem erneuten Kurswechsel im Weißen Haus. Medienberichten zufolge hat Washington mehrere bereits zugesagte Lieferungen – darunter Artilleriemunition und Patriot-Flugabwehrsysteme – vorläufig gestoppt. Donald Trump bemühte sich kurz darauf um Schadensbegrenzung: Die Lieferungen liefen weiter, versicherte er, und verwies auf den hohen Umfang bereits geleisteter Unterstützung. Der republikanische Abgeordnete Michael McCaul forderte unterdessen die sofortige Wiederaufnahme aller Lieferungen – auch als Signal an Moskau, dass die westliche Unterstützung für Kiew nicht zur Disposition steht.
Putins systematische Irreführung
Doch Kritik erklang auch aus anderer Richtung. Herbert McMaster, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Donald Trumps, warnte vor Putins systematischer Irreführung westlicher Entscheidungsträger – und warf dem Ex-Präsidenten anhaltende Naivität im Umgang mit dem Kreml vor. Gegenüber der BBC erklärte McMaster, Putin verfolge eine bewährte Strategie der Täuschung: Er präsentiere sich als Partner im Umgang mit Iran oder China, während er zugleich gezielt Desinformation, hybride Kriegsführung und Lügen einsetze, um Schwäche zu provozieren und geopolitische Tatsachen zu schaffen.
Trumps Bereitschaft, Putins Rhetorik aufzugreifen, sei gefährlich, warnte McMaster – strategische Empathie bedeute nicht Verständnis für den Aggressor, sondern Klarheit über dessen Absichten. Er forderte eine entschlossenere Linie gegenüber Moskau, mehr Waffen für die Ukraine und direkte Gespräche mit ukrainischen Soldaten und Journalisten, um Trump die Realität des Krieges vor Augen zu führen. Putins Stärke, so McMaster, sei vor allem Inszenierung – in Wahrheit reagiere er auf entschlossene Gegenwehr.
Trump ist indes nicht der einzige westliche Staatschef, der das Gespräch mit Wladimir Putin sucht. Nach fast dreijähriger Funkstille telefonierte auch Emmanuel Macron am 1. Juli mit dem Kremlchef – ein außenpolitisch aufgeladener Schritt, der in Frankreich kontrovers diskutiert wird. Der Élysée begründete den Anruf mit der Sorge vor einer nuklearen Eskalation im Nahen Osten.
Gespräch auf „parallelen Planeten“
Vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Israel und Iran sowie der Angriffe auf iranische Atomanlagen durch westliche Verbündete sieht Paris ein diplomatisches Zeitfenster – insbesondere mit Blick auf die Zukunft des Atomabkommens mit Teheran. In diesem Punkt, so das Kalkül, lasse sich mit Moskau ein minimales Maß an Kooperationsbereitschaft ausloten: kein nuklear bewaffneter Iran, aber zivile Nutzung unter internationaler Kontrolle.
Beim Thema Ukraine allerdings verlief das Gespräch erwartungsgemäß ergebnislos. Macron forderte einen sofortigen Waffenstillstand und bekräftigte die territoriale Integrität der Ukraine. Putin hingegen wiederholte die bekannte Formel: Ein Frieden sei nur durch „Beseitigung der Ursachen“ möglich – womit der Kreml implizit die Anerkennung seiner territorialen Eroberungen meint. Französische Medien sprachen anschließend von einem Gespräch auf „parallelen Planeten“.
Auch Wolodymyr Selenskyj suchte das Gespräch mit Donald Trump – es ging um dringend benötigte Luftverteidigungssysteme. Zwar bemühten sich Pentagon und Außenministerium um Schadensbegrenzung und betonten, es handle sich nicht um eine generelle Einstellung der Unterstützung. Doch die Unsicherheit bleibt.
Einer der massivsten Angriffe seit Beginn des Krieges
Wie gravierend eine geschwächte Luftabwehr sein kann, zeigten die jüngsten Angriffe auf Kiew. In der Nacht auf Freitag verübte Russland einen der schwersten Luftschläge seit Monaten. Über mehrere Stunden hinweg griffen russische Streitkräfte mit ballistischen Raketen – darunter dem Hyperschallsystem „Kinschal“ – sowie mit Drohnen an. Mindestens ein Mensch kam ums Leben, 26 wurden verletzt. Die Stadt meldete Einschläge in fast allen Bezirken, Brände sowie Schäden an Wohnhäusern, Krankenhäusern, Schulen und Lagerhallen.
Auch die Bahninfrastruktur war betroffen, Fernzüge mussten umgeleitet werden. Insgesamt registrierte die ukrainische Luftwaffe 539 Drohnen und elf Raketen – einer der massivsten Angriffe seit Beginn des Krieges. Präsident Selenskyj sprach von einem „zynischen und demonstrativen Schlag“ und verwies darauf, dass die ersten Luftalarme zeitgleich mit dem Bekanntwerden des jüngsten Trump–Putin-Gesprächs ausgelöst worden seien – ein Hinweis auf die strategische Kaltschnäuzigkeit des Kremls.
Moskau erklärte, Ziel des Angriffs seien militärisch relevante Einrichtungen gewesen: Drohnenfabriken, ein Militärflugplatz und ein Öldepot. In mehreren Stadtteilen schlugen jedoch Trümmer in Wohngebieten ein; fünf Rettungswagen wurden beschädigt, Fahrzeuge und Häuser standen in Flammen. Im Stadtteil Schulianky lagen die Einschläge nahe dem Gelände des Flughafens – dort soll sich laut russischen Angaben ein US-Patriot-System befunden haben. Einige russische Kanäle erklärten es für zerstört.
In der Ukraine fällt der Zeitpunkt der amerikanischen Zurückhaltung mit dem Beginn der russischen Sommeroffensive im Donbass zusammen – ein Zusammenhang, der in Kiew nicht übersehen wird. Der Kreml wiederum sieht sich bestätigt. „Je weniger Waffen geliefert werden, desto näher rückt das Ende der militärischen Spezialoperation“, erklärte Regierungssprecher Dmitri Peskow.
Kleine, hochmobile Einheiten auf Motorrädern und Quads
Tatsächlich gelang der russischen Armee im Juni an mehreren Frontabschnitten ein signifikanter Geländegewinn. Dabei stand der materielle und personelle Aufwand in einem günstigeren Verhältnis zur eroberten Fläche als bei früheren Offensiven. Nach ukrainischen Angaben wurden seit Beginn des Sommerfeldzugs über 500 Quadratkilometer besetzt – so viel wie in keinem anderen Monat des Jahres. Auffällig ist ein taktischer Paradigmenwechsel: Die Angriffe erfolgen zunehmend durch kleine, hochmobile Einheiten auf Motorrädern und Quads; der Einsatz schwerer Panzertechnik nimmt ab.
Laut dem ukrainischen Analyseprojekt DeepState verlagerte sich der Schwerpunkt zuletzt auf die Abschnitte bei Nowopawliwka, Pokrowsk und Sumy, wo rund drei Viertel der neu besetzten Gebiete liegen. Besonders im Südwesten des Donbass droht eine strukturelle Schwächung der ukrainischen Verteidigung. Russische Truppen drangen bis in die Oblast Dnipropetrowsk vor, nahmen den Grenzort Datschnje ein und näherten sich Nowopawliwka – einem logistischen Schlüsselpunkt.
Während der Generalstab in Kiew größere Verluste dementiert, warnen Militärexperten wie Kostjantyn Maschowez vor einem möglichen operativen Durchbruch. Die Frontlinie südlich des Flusses Wowschtschja sei bereits kollabiert. Auch bei Pokrowsk verschärft sich die Lage durch koordinierte Angriffe aus mehreren Richtungen – teils mit motorisierten Stoßtrupps, teils mit Drohnen. Pokrowsk und Myrnohrad gelten als weitgehend eingekesselt. Rund um Torezk dauern die Kämpfe an. Ein Fall der Stadt würde Russland operative Optionen in Richtung Kramatorsk und Slowjansk eröffnen.
Ukrainische Verluste vergleichbar mit jenen der USA in Vietnam und Korea
Wie es um die Kräfteverhältnisse tatsächlich bestellt ist, bleibt schwer zu beurteilen. Präsident Putin nutzte seine Rede auf dem Petersburger Wirtschaftsforum im Juni, um das Bild einer ukrainischen Armee im Zerfall zu zeichnen. Die Verluste überstiegen mittlerweile die Zahl der eingezogenen Rekruten, so der Kremlchef. Die Einheiten seien nur noch zu 47 Prozent aufgefüllt, Deserteure nähmen stark zu. Die von Kiew durchgeführte „massive und erzwungene Mobilisierung“ reiche nicht mehr aus, um den Aderlass an der Front zu kompensieren.
Sollte es zu keiner Verständigung kommen – etwa auf Basis der Istanbuler Gespräche –, werde sich die Lage weiter zuspitzen, so Putin. Dabei verwies er auf die inzwischen „russischen“ Gebiete Cherson und Saporischschja sowie auf die Krim, deren Status aus Moskauer Sicht „Teil der Verhandlungen“ sein müsse.
Ukrainische Angaben zeichnen ein anderes Bild. Präsident Selenskyj sprach im Februar von 46.000 gefallenen Soldaten und 380.000 Verwundeten. Diese Angabe scheint jedoch untertrieben. Der US-Sicherheitsberater Keith Kellogg verglich die Verluste mit jenen der Vereinigten Staaten in Vietnam und Korea – und kam auf ein Vielfaches. Das Wall Street Journal berichtete im September 2024 von über 80.000 Toten, was Selenskyj später als überhöht zurückwies.
Wie hoch die ukrainischen Verluste auch sein mögen – unbestreitbar ist, dass sich der Krieg längst zu einem strategischen Stresstest westlicher Ordnungsvorstellungen entwickelt hat. Und er droht, diesen Test zu verfehlen. Während Russland mit begrenzten Mitteln operative Fortschritte erzielt und seine politische Zielarchitektur klar definiert hat, wirkt die westliche Reaktion zunehmend erratisch: Trump schwankt zwischen Isolationismus und autoritärem Pragmatismus, Europa tastet sich an Gesprächskanäle heran, ohne über eine konsistente Sicherheitsstrategie zu verfügen.
Hält Russland länger durch als die Solidarität des Westens?
Putins hingegen hat ein klar formuliertes Erfolgskonzept. Es setzt nicht auf den schnellen Durchbruch, sondern auf die Logik des Verschleißes. Seit Juni 2024 verfolgt der Kreml eine Strategie des langsamen Vorrückens, bei der russische Truppen schrittweise Boden gewinnen, während Moskau auf das Nachlassen westlicher Unterstützung spekuliert. Ziel ist es, die Ukraine militärisch, wirtschaftlich und psychologisch zu zermürben – nicht durch Wucht, sondern durch Beharrlichkeit. Die jüngste Aussetzung amerikanischer Waffenlieferungen stützt dieses Kalkül: dass Russland länger durchhält als die Solidarität des Westens.
Der Westen steht vor einer strategischen Entscheidung: Entweder er forciert eine diplomatische Lösung, die faktisch auf territoriale Zugeständnisse der Ukraine hinausläuft – oder er intensiviert seine militärische Unterstützung und verankert sie in einem tragfähigen operativen Gesamtkonzept. Die oft beschworene Formel, Russland dürfe den Krieg nicht gewinnen, genügt nicht mehr. Sie ersetzt keine Strategie – und schafft keine Ordnung.
Hinzu kommt eine fortwirkende strategische Dysbalance: Während der Westen und die Ukraine bislang nicht in der Lage sind, sich auf eine der beiden Optionen – Diplomatie oder militärische Entschlossenheit – zu einigen, beschreitet Russland beide Wege zugleich. In der gegenwärtigen Konstellation führen sie zum selben Ergebnis: Moskau setzt seine Maximalforderungen durch.
Solange der Westen Putins Strategie verkennt, bleibt ein russischer Sieg eine reale – und wachsende – Gefahr.
Dr. Christian Osthold ist Historiker mit dem Schwerpunkt auf der Geschichte Russlands. Seine Monographie über den russisch-tschetschenischen Konflikt ist in der Cambridge University Press rezensiert worden. Seit 2015 ist Osthold vielfach in den Medien aufgetreten.
Wie es jetzt aussieht, gab es von Anfang an nur eine Möglichkeit, diesen Krieg gegen den Aggressor Rußland zu gewinnen… so viele russische Soldaten zu töten, daß sich in der russischen Bevölkerung, bei Verwandten und Bekannten der Toten, verbreitet Widerstand gegen diesen russischen Eroberungskrieg regt. Dies war schon einmal der Fall, damals im russischen Afghanistan-Krieg, als sich die Mütter gefallener Soldaten in Moskau zusammentaten und lautstark protestierten. Ein weiteres „Vorbild“ wären die enormen menschlichen Verluste der USA im Vietnamkrieg, die einen großen Druck der Bevölkerung auf die US-Regierung auslösten, den Krieg endlich zu beenden. Jetzt ist nur die Frage, ob die geschrumpften Mannstärken der erschöpften ukrainischen Verteidigerarmee überhaupt noch ausreichen, selbst mit der üppigsten Waffenausstattung, den offensichtlich leider notwendigen Vernichtungschub zum Nachteil der gegnerischen Truppen zu bewirken. Wenn nicht, bliebe nur noch die Rekrutierung von Söldnern, aber wo findet man die in ausreichender Anzahl, möglichst gut ausgebildet? Und wer finanziert das alles? Das Gerechtigkeitsgefühl jedes anständigen Menschen muß durch die russische Aggression und die russischen Kriegshandlungen gegen Zivilisten und zivile Infrastruktur gestört sein, aber wen motiviert diese Störung dazu, nicht nur mahnende Worte einzubringen, sondern auch klingende Münze? Die Bereitschaft dazu ist in der US-Bevölkerung gering, und Trump orientiert sich daran. Aber auch bei den Europäern sieht es nicht viel besser aus.
Es wäre allmählich an der Zeit, daß sich Herr Osthold statt seiner Kreml-Astrologie mal mit den inneren Zuständen in der Ukraine befaßt. Der weltweit umhudelte Selenskij würde eine überfällige Präsidentenwahl schon lange nicht mehr gewinnen. Er und andere hochrangige Politiker verschieben Gelder und Familienangehörige ins Ausland wie Kriegsminister Umerow gerade nach Florida. Die Rußländische Armee hat zuletzt mehrere TZK-Gebäude, also Requirierungszentren, in der Ostukraine eliminiert, und das nicht durchwegs zum Mißvergnügen der dort ansässigen Bevölkerung. In der AFU häufen sich Fälle des Überlaufens und eilfertiger Kapitulation. Da sie aber wohl immer noch über knapp eine Million Soldaten, wenngleich mit im Gros fragwürdiger Motivation, verfügt (während sich mindestens halb so viele wehrfähige Ukrainer ins Ausland abgesetzt haben), denen aus der Rußl. Föderation eher weniger gegenüberstehen, betreibt die russ. Seite militärisch genau das, was der Westen ihrem Land zugedacht hatte, nämlich den sprichwörtlichen Kochtopf mit dem Frosch schön langsam aufzuheizen. Von Anfang an war klar: die Ukraine kann und wird diesen Krieg nicht gewinnen. Sie wird sich ohne eine Abkehr von ihrer großukrainischen Entrussifizierungspolitik westlichen Hegemonialmächten und deren Investoren nur zum Filetieren darbieten.
@Günter H. Probst … Der Haken an Ihrer Sicht ist, daß die NATO viel stärker als Kriegspartei unterwegs ist, als Rußland. Von 2x Irak über Bosnien, Kosovo, Libyen, Syrien (da hatte Putin endlich mal ab 2015 gegengehalten, sah aber auch weiteren keinen Sinn darin), Mali, Somalia, Türkei-Putsch (2016), Ukraine-Putsch (2014). Die NATO ist also Die Kriegsstaaten-Gemeinschaft. Das sieht der Rest des Planeten genauso, der Westen ist isoliert. Speziell wir, Deutschland, will gerne mit den großen Hunden pinkeln, kann aber das Bein nicht heben. Frankreich & Britannien sind noch mehr pleite als wir. Unsere woke BunteWehr ist völlig unfähig der Armee der Russischen Föderation auch nur eine Woche standzuhalten. Niemand kämpft für Gender, DEI, Masseninvasion & Klima-Lüge. Leute, wie Sie, Herr Pobst, haben nicht verstanden, daß wir uns bereits in einem asymmetrischen Krieg mit dem Orient & Afrika als Aggressoren befinden & unfähig sind, diese Invasion auch nur im geringsten abzuwehren. Ihre pösen Russen brauchen nur zuschauen.
„Mindestens ein Mensch kam ums Leben, 26 wurden verletzt“. Ziemlich teuer, wegen einem Hansel, oder? Da ist ja der Messerstecher Allahs effizienter. Der macht uns das billig&gut;. Da kann der Russe noch was lernen. @Andrea M.: Weil die Russerey scheiße ist. Das wissen nicht nur die Kleinrussen/Ukrainer, sondern auch alle, die bei der ersten Gelegenheit in die NATO geflüchtet sind. Dass das den Großrussen im Kreml wurmt, klar, aber seine Sache. Er könnte sich ja mal um verstärkten Anstand bemühen, oder? Dann wäre er der ideale Partner für den Rest Europas – und täte sich selbst was Gutes.
„Der gegenwärtige Zustand ist Ausdruck einer fundamentalen Inkompatibilität zweier politischer Logiken. Während Donald Trump persönliche Gespräche mit Wladimir Putin vor allem zur Selbstinszenierung nutzt …“
Donald Trump hat mit dem Mittleren Osten, bei dem Putin auch keine vernachlässigbare Rolle spielt, eine strategisch wichtigere Baustelle zu bearbeiten. Die Ukraine ist ein Europäisches Problem, welches die Europäer bereits 2014, allen voran. Mit Gas Gerd und Merkel vergeigt haben und für das diese bisher nicht mal einen Lösungsansatz angedacht haben. Aber Trump soll’s nun richten, zumal ihm Selensky (abhängig von US Waffen und Aufklärung) bereits mehrfach ins Weisse Haus gepinkelt hat? Springt Merz jetzt mit Taurus ein? Natürlich nicht. Schickt Macron die Fremdenlegion? Nein, alle schicken warme Händedrücke und Schulterklopfen bis zum Abgrund nach Kiew, solange Volodymyr dem Donald tapfer die Welt erklären will.
„Solidarität des Westens“, Herr Osthold??? Mit „Westen“ meinen Sie wohl jene Herrschaften diesseits und jenseits Atlantiks, die, fernab vom Schlachtfeld Russland „bis zum letzten Ukrainer“ eine vernichtende Niederlage bereiten wollen. Solidarität ist – um das ausgelutschte Wort „Humanität“ zu vermeiden -- eine sehr menschenfreundliche Regung, die die meisten Menschen auch im Westen für jene Ukrainer empfinden, die von ihrer Obrigkeit, den Schergen der westlichen Kriegsherren auf dem Schlachtfeld sinnlos verheizt werden. Ihr Durchhalteappell, Herr Osthold, ist das Gegenteil von Solidarität!
Die seit längerem schwelende Konfrontation zwischen Rußland und Nato, von dieser – die es so eigentlich garnicht mehr geben sollte – vorangetrieben hat schon jetzt, egal wie das Spiel ausgeht, einen ganz, ganz großen Verlierer: Das ist Deutschland. Wirtschaftlich. Moralisch. Gesellschaftspolitisch. Interessanterweise wird das von den Bürgern in den neuen Bundesländern stärker verspürt. Von der politischen Klasse wird der sich vollziehende Zerfall adressiert, indem er und seine Folgen geleugnet, vom Tisch gewischt werden. Fühlt sich irgendwie an wie eine Art Todeskampf, für den sinnigerweise ein Selensky seine Ukraine anbietet. Den dieser, so heißt es führt für Demokratie und Freiheit. Und gendern. Impfpflicht. Gegen den Klimawandel. Und für offene Grenzen. Parteienverbote. Wehrpflicht. Nichts von alledem scheint ohne Repression besonders zukunftsträchtig zu sein und dürfte irgendwann auch das Ende dieser Art von EU nach sich ziehen.