Das kam unerwartet: Eine kritische 45-Minuten-Reportage über die brutalen Gewalttaten von Migranten wird im öffentlich-rechtlichen Fernsehen gesendet, wo sonst die negativen Folgen der massenhaften illegalen Einwanderung entweder relativiert oder beschwiegen werden.
Da an dieser Stelle gelegentlich und berechtigterweise der allzu regierungsfreundliche Blick der Zwangsgebühren-Sender auf bestimmte brisante Themen gerügt wird, sollte man es auch würdigen, wenn es überraschenderweise einmal anders kommt. In etlichen Medien konnte das interessierte Publikum am Donnerstagmorgen von einer skandalösen Äußerung der Bundessprecherin der Grünen Jugend, Jette Nietzard, lesen. Die Welt berichtete beispielsweise:
„In der ARD-Sendung ‚Klar‘ wurde die Nachwuchspolitikerin auf die Migrationspolitik der vergangenen Jahre angesprochen. Auf die Frage von Moderatorin Julia Ruhs, was Nietzard Eltern oder Angehörigen sagen würde, deren Kinder durch Migranten getötet worden, wich sie aus: ‚Ich finde es dumm, auf die Frage zu antworten.‘
Schließlich antwortete Nietzard doch auf Ruhs Frage: „Was sage ich den Frauen, die letztes Wochenende umgebracht wurden von ihrem eigenen Vater, was sage ich denen? Das ist keine Debatte.“ Natürlich sei es schlimm, wenn Kinder ermordet werden, fuhr die 26-Jährige fort. Dann stellte Nietzard in den Raum: „Aber Kinder werden nicht mehr von afghanischen Attentätern ermordet als von deutschen Vätern.“
Ein Öffnungs-Zeichen?
Das gilt verständlicherweise als berichtenswerter Aufreger, aber überraschend ist solch eine Äußerung von Frau Nietzard eigentlich nicht. In ihrer ideologischen Linientreue ist sie betonhart. Viel überraschender ist die nur als Quelle erwähnte neue 45-Minuten-Sendung "Klar". Es lohnt sich, die ganze Dreiviertelstunde anzusehen, denn die widmet sich dem von öffentlich-rechtlichen Redaktionen sonst gemiedenen Thema „Migration: was falsch läuft“.
Linear wurde Klar am späteren Mittwochabend im NDR gesendet und ist jetzt in der Mediathek und auf YouTube zu sehen. Die Sendung ist eine Koproduktion von NDR und BR. Unklar ist, wie oft das Format eigentlich produziert werden soll. Von Moderatorin Julia Ruhs ist am Ende der Sendung nur zu erfahren, dass dies die erste Folge von Klar war und die nächste bereits in Arbeit ist. Wann sie zu sehen sein wird, darüber lässt Frau Ruhs ihre Zuschauer im Unklaren.
Aufwand haben NDR und BR für die erste „Klar“-Sendung offenbar nicht gescheut, denn immerhin wurden – so sagt der Abspann – sechs Autoren beschäftigt. Das Ergebnis lässt sich sehen. Dass ich kulturell damit fremdle, von Moderatoren als Zuschauer einfach geduzt zu werden, steht auf einem anderen Blatt.
Doch das ist nicht so wichtig. Wichtiger ist die Frage, was es zu bedeuten hat, wenn sich in einem öffentlich-rechtlichen Sender plötzlich eine neue journalistisch-kritische Sendung Fragen widmet, von denen man angesichts des sonstigen Programms annahm, die Kollegen in den Anstalten des öffentlichen Rechts hätten verlernt, diese zu stellen. Ist das nur ein kleines Feigenblatt? Ist das ein Öffnungs-Zeichen? Zeigen ein paar Aufrechte Flagge? Oder deutet sich der Beginn einer Art Zeitenwende im Staatsvertragsfunk an? Gut, Letzteres klingt vielleicht etwas zu optimistisch. Aber Würdigung verdient es. Sehen Sie selbst.
Peter Grimm ist Journalist, Autor von Texten, TV-Dokumentationen und Dokumentarfilmen und Redakteur bei Achgut.com.
Beitragsbild: David Hall CC BY-SA 3.0 via Wikimedia Commons

Sendezeit: Mittwoch, 09. April 2025, 22:00 bis 22:45 Uhr, Donnerstag, 10. April 2025, 01:10 bis 01:55 Uhr. Das sagt eigentlich alles. Wieviele haben die Sendung über die Mediathek gesehen? Wieviele Mittwoch oder Donnerstag?
Ich würde nicht mal sagen „eine Schwalbe macht noch keinen Frühling“. Nein: das ist Sand in die Augen mal aus anderer Richtung. Anno 68 hiess das „Repressive Toleranz“ – Versuch, das bürgerlichen Systems durch vorgetäuschte Toleranz gegen Dissidenz über sein wahres Wesen Illusionen zu verbreiten.
Ja, solche Berichte verdienen es, positiv erwähnt zu werden. Aber das gab es früher auch, man denke an den viel beachteten Beitrag von Güner Balci „Kampf im Klassenzimmer“. Hat sich etwas geändert? Im Gegenteil. Und genau das ist jetzt leider auch zu erwarten.
Dumm geantwortet mit Ansage, du Dummerchen!
Feigenblatt für später. „Wir haben auch Widerstand geleistet!“
Die BR Journalistin und Focus-Kolumnistin Julia Ruhs ist in den letzten Jahren schon mehrfach positiv aufgefallen, als Tagesthemen Kommentatorin, als differenzierte Kritikerin zu den heißen Themen Migration, Corona, der linksgrün-woken Meinungshegemonie der Ampel. Man recherchiere einmal selbst. Dass sie in der ARD ein eigenes Format erhält, kann tatsächlich als kleine Sensation gelten. Ich sah ihre Tage eher als gezählt.
Offensichtlich rechnet man mittlerweile, da die CDU soeben als umfragestärkste Partei überholt wurde, eher mit einem GEZ- als einem AfD-Verbot (was ja auch ab der ersten Regierungsbeteiligung kommen würde!). Insofern gibt es bei diesen Früh-Wendehälsen gar nichts zu würdigen – ganz im Gegenteil: das ist die Steigerung der bisherigen Ekelhaftigkeiten dieser Bande!