Gerd Buurmann / 08.03.2023 / 16:00 / Foto: Pixabay / 14 / Seite ausdrucken

Über Verbote und Waffen

Immer wenn ich höre, dass der Staat etwas über Verbote regeln soll, denke ich an die Waffe, die es braucht, um die Verbote zu exekutieren. 

Jede staatliche Forderung wird durch Gewalt erzwungen. Hinter jedem Gesetz befindet sich die Staatsgewalt. Am logischen Ende jeder staatlichen Verordnung befindet sich eine Waffe. Nur, weil man die Waffe nicht sieht, heißt es nicht, dass es die Waffe nicht gibt.

Bei jedem Gesetz stelle ich mir daher stets die Frage ob ich selbst bereit bin, dafür die Waffe zu ziehen und andere zu zwingen. Ich persönlich kann nämlich einem Staat nur das Recht auf jene Gewalt einräumen, zu der ich im Notfall auch persönlich bereit bin. Unter all den vielen deutschen Gesetzen und Verboten, die es zurzeit gibt, befinden sich viele, bei denen ich nicht bereit bin, dafür einem Menschen die Knarre an den Kopf zu halten.

Ich verstehe nicht, warum ich einen Bürger mit Waffengewalt zwingen soll, wann er seinen Laden zu schließen hat, an welchen Tagen er zu ruhen hat, welche religiösen Steuern er zu entrichten hat, welchen Preis er für seine Waren zu nehmen haben, was er sagen darf, welche Impfungen er nehmen sollte und welche Fernsehsender er zu finanzieren hat. In all diesen Fällen plädiere ich für deutlich mehr staatlichen Pazifismus.

Wenn eine übergewichtige Politikerin die Bürger zu einem gesunden Leben zwingen will

Alle Gesetze werden mit Gewalt exekutiert. Es gibt jedoch viele Menschen, die diese Gewalt einfach leugnen. „Das Ladenschlussgesetz wird doch nicht mit Waffengewalt durchgesetzt“, sagen sie. Natürlich wird es das. Jedes Gesetz wird mit Waffengewalt durchgesetzt. Auch die Grenzen des Landes werden mit Waffengewalt verteidigt, auch wenn es immer wieder Menschen gibt, die schockiert sind, wenn man sie daran erinnert. 

Wer sich nicht an ein Gesetz hält, bekommt am Anfang vielleicht nur ein Bußgeld, aber wenn er sich verweigert, die Strafe zu zahlen, kommt irgendwann ein Mensch mit einer Waffe, der einen letztendlich vor einen Richter führt, welcher ihn in letzter Konsequenz in den Knast stecken kann. Am Ende jeder staatlichen Forderung steht die Waffe.

Besonders grotesk wird es, wenn eine übergewichtige Politikerin glaubt, die Bürger mit Waffengewalt zu einem gesunden Leben zwingen zu dürfen, oder wenn ein reicher Student meint, er habe das Recht, seine privilegierte Ausbildung von Steuern finanzieren zu lassen, die auch die einfache Putzkraft mit Hauptschulabschluss zu zahlen hat. Wenn ich dann sehe, dass viele Universitäten in ehemaligen Schlössern untergebracht sind, schaudert es mich vor der geradezu kaltschnäuzig aristokratischen Überheblichkeit, mit der die Bildungselite sich weigert, die Zeche zu zahlen.

Wofür bist Du bereit, die Waffe zu ziehen?

Bildung ist Macht. Wer die Möglichkeit hat, an einer Universität zu studieren, wird mit besonders effektiven Waffen des Geistes ausgestattet, die eine außergewöhnliche Karriere ermöglichen. Sich diese Bewaffnung von Leuten bezahlen zu lassen, die selbst nicht in der Lage sind, sich dieser Waffen zu bedienen, indem man sie mit der Waffengewalt des Staates zwingt, dieses Privileg zu finanzieren, ist eine Ungeheuerlichkeit, die sich nur dadurch erklären lässt, dass die Existenz der Waffe des Staates verleugnet oder ignoriert wird.

Die Steuer wird jedoch mit der Waffengewalt des Staates eingetrieben, so wie jedes Gesetz und jedes staatliche Verbot mit Waffengewalt exekutiert wird. 

Wofür bist Du also bereit, die Waffe zu ziehen? Für ein Studium ohne Gebühren? Für einen Mindestlohn? Für gendergerechte Sprache? Für ein Kopftuchverbot? Für ARD und ZDF? Für ein Tanzverbot an Karfreitag? Für ein Verbot von Abtreibung? Für einen Impfzwang? Für eine Maskenpflicht? Für ein Löschen von Texten im Internet?

Was immer Du glaubst, per Verbot erzwingen zu dürfen, Du setzt dabei die Knarre des Staates an den Kopf all Deiner Mitbürger.

Foto: Pixabay

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Leserpost

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Gerd Heinzelmann / 08.03.2023

Jede Disziplin kämpft an der Front, wenn der Westen = die NATO an der Front kämpft. Die Ukraine ist kein NATO- Staat. Also kämpft die NATO nicht an der Front. Sehen Sie Newsmax? Haben Sie schon Mal verzweifelte Frauen in Führungspositionen gesehen? Verstehen Sie die Ukraine oder die USA? Merkel und Obama waren für mich niemals ein Kriterium. Kennen Sie unsere Pflicht?

Dr. Günter Crecelius / 08.03.2023

Welche Grenzen dieses Landes werden mit Waffengewalt verteidigt? Ich muß da einiges bezüglich des Gefüges dieses ulkigen Gebildes nicht mitbekommen haben.

Thomas Holzer Österreich / 08.03.2023

Besonders grotesk wird es, wenn eine übergewichtige, völlig ungebildete Person die Untertanen zu einer, behaupteten gesunden Lebensweise zwingen möchte und parallel dazu nach Fachkräften ruft. Dümmer geht’s anscheinend immer, ob dieses Wesen dies auch bemerkt?! Da habe ich so meine Zweifel

S. Andersson / 08.03.2023

Sehr gut. Es wird besser bei der Achse! Ich ziehe die Waffe wenn Kinder misshandelt werden, wenn Menschen Menschen bedrohen, wenn Alte Menschen misshandelt werden, wenn Polit Genossen übergriffig werden, wenn es Schwachsinnige Gesetze & Verordnungen gibt, wenn Unschuldige verfolgt werden, wenn Beamte über die Stränge schlagen und natürlich wenn MSM Medien Fake verbreiten. Auch wenn Menschen die hier leben die Rahmenbedingungen nicht respektieren. Die Waffe ziehe ich auch wenn Gerichte & Juristen sich nicht an die Regeln halten. Die Waffe hole ich noch in weiteren Fällen raus… immer dann wenn ein paar Möchtegerns sich mal wieder zu viel raus nehmen wollen. Es dauert mir oft zu lange, aber besser spät als nie, dabei ist es mir egal ob es der Kaiser von China ist oder sonst wer.

Paul Ehrlich / 08.03.2023

Staat heißt das kälteste aller kalten Ungeheuer. Sagte schon damals ein schlauer Mensch. Wie Recht er doch hat.

Fred Burig / 08.03.2023

Sehr geehrter Herr Buurmann, sie haben bei ihren Beispielen vergessen, die Unterdrückung der legitimen Rechte einer vom Volk gewählten Partei zu erwähnen, indem man sie ihr von höchster Stelle aus, permanent zu verweigern versucht! Nun liegt ihrer Aufzählung bestimmt kein Anspruch auf Vollständigkeit zugrunde. Aber sollte das etwa nur reine Routine sein, weil man sich an diese “Ausgrenzung” bereits schon so sehr “gewöhnt” hat? Die Waffen gegen eine solche Ungerechtigkeit sollten zum Einsatz kommen - und, wenn es sein muss, auch gegen diejenigen, die das zu verhindern versuchen! Nur leider wird, wie zu erwarten ist, dieser “Waffengang” am Willen der derzeit dafür “Zuständigen” scheitern ........ bis es da vielleicht mal zu einer “Zeitenwende” kommt, wie sie “Olaf der Vergessliche” sicher nicht gemeint hat!  MfG

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