Quentin Quencher / 03.08.2016 / 14:00 / 3 / Seite ausdrucken

Über den politischen Charakter des Koran

Der Islam ist eine politische Ideologie. Um das zu verstehen ist es hilfreich, ein bisschen was über den Anfang dieser Religion zu wissen. In einer wirklich sehenswerten Serie, die 2015 auf Arte lief, meint der französische Orientalist Guillaume Dye: „Die Geschichte des Koran ist nur zu verstehen, wenn man berücksichtigt, dass er ein extrem politischer Text ist. Das gilt sowohl für seinen Inhalt als auch auf die Art und Weise wie er eine Verbindung zwischen Gott und seinen Geschöpfen herstellt ...“ Siehe hier.

Als Leseempfehlung dazu: »Islam: Nicht in Mekka und Medina entstanden« von Barbara Köster bei Tichys Einblick. Ihre Darstellungen decken sich mit den Aussagen der meisten der 26 Wissenschaftler aus aller Welt, die in der rund sechsstündigen Arte Doko-Serie zu Wort kommen. Jeder blöde Guido Knopp Film wird tausend mal im TV wiederholt, warum nicht so ein Highlight wie diese Doku-Serie »Jesus und der Islam«? Siehe hier.

Über die blutigen innerislamischen Konflikte berichtet Mohammad Ali Amir-Moezzi: „In den ersten zwei bis drei Jahrhunderten erlebte die Gemeinschaft von Mohammeds Anhängern, die erst später Muslime genannt wurden, mehrere Jahrhunderte der Bürgerkriege. Und in dieser Zeit entstanden die heiligen Schriften des Islam...Die Anfänge des Islam waren also praktisch dreieinhalb Jahrhunderte lang von Bürgerkriegen zwischen Verwandten geprägt, in denen sich Cousins, Brüder und Neffen bekämpften. Solche Gewalttätigkeiten gab es nicht nur im Islam, so etwas geschieht sehr häufig während der Entstehung einer neuen Religion. Charakteristisch für den Islam ist jedoch das Wesen dieser Konflikte. Es handelt sich um regelrechte Bruderkriege die mehrere Jahrhunderte andauerten. Wichtig ist auch, dass genau in dieser Zeit die heiligen Schriften des Islam entstanden, der Qur'an und Hadithe.“

Der Islam ist seinem Charakter nach politisiert, es geht immer um die Macht. Er ist eine Religion des Krieges, wie auch schon Elias Canetti anmerkte.

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andreas hanfeld / 04.08.2016

sehr geehrter herr schenk, das problem ist meines erachtens nicht die übermäßige information über den islam. das problem liegt meines erachtens eher darin, daß  nicht eindeutig über den islam diskutiert wird (das spektrum reicht von religion des friedens bis zu hier von herrn quencher vertretener meinung, daß islam eine gewalttätige politische doktrin ist, entstanden in blutigen und brutalen auseinandersetzungen ). und ein weiteres problem besteht darin, daß dieser eindeutig gewalttätige charakter des islam ( der natürlich nicht unbedingt von jedem muslim ausgelebt werden muß, der aber unzweifelhaft vorhanden ist ) durch “für und wider” diskussionen verwässert wird. leider ist ein beträchtlicher teil der bürger der bundesrepublik ängstlich bemüht, die augen vor dem gewalttätigen charakter dieser sogenannten religion zu verschließen. statt dessen wird lieber autoritätsgläubig den staatlich herausgegebenen beschwichtigungsversuchen glauben geschenkt, die die islamische gewalt als taten von einzelnen, psychisch labilen personen, die noch dazu keine flüchtlinge sind, darstellen. was, bitte, muß denn noch passieren, wenn in großen teilen der bevölkerung ( und in der regierung!) nicht zur kenntnis genommen wird, daß es 30 000 “deutsche” türken der dritten! generation in deutschland gibt, denen das gastland und seine demokratie offensichtlich völlig wurscht sind und die statt dessen extrem lautstark ihrer bewunderung und ihrer hingabe an einen despoten namens erdogan (das türkische volk plädiert mehrheitlich für die todesstrafe?) ausdruck geben? die herrschende staatsdoktrin in der türkei ist derzeit der islam! und offensichtlich nicht in seiner (zweifelhaften) inkarnation als religion des friedens! über den wahren charakter des islam kann gar nicht genug aufklärung betrieben werden! danke, herr quencher!

Dieter Sulzbach / 03.08.2016

Wissen über den Islam sollten wir unbedingt haben! Zumindest der “Souverän”, Sie und ich und alle Verantwortlichen, müssen aufgeklärt sein, um der herrschenden Ignoranz, Verharmlosung und Verfälschung entgegen treten zu können! Offensichtlich gibt es reichlich Propagandisten, die “Religionsfreiheit” rufen und den Satz vom friedlichen Islam so oft wie möglich unter das Volk bringen, die aber ignorieren, daß Religionsfreiheit auch bedeutet, Religion (ungestraft!) abzulehnen und sogar zu verachten. Die Regierung, die herkömmlichen Parteien und die Kirchen machen den Eindruck, vom Wesen des Islam nichts zu wissen oder auch nichts wissen zu wollen. Schon 100 Jahre nach Mohammed waren die Eroberer über Nordafrika und die Iberische Halbinsel nach Frankreich vorgedrungen, und bis zur Reconquista vergingen in Spanien viele Jahrhunderte. Heute wirken die Eroberer mittels DITIB usw., in aller Klarheit unterstützt von Aussagen des türkischen “Sultans”, die am Ziel des Vorgehens keinerlei Zweifel lassen. Seine Entschlossenheit und seine Methoden gerade jetzt sollten eigentlich jedem Verantwortlichen Klarheit verschaffen. Und das Christentum? Darüber hat Sören Kierkegaard um die Mitte des 19. Jahrhunderts schon bittere Worte gefunden: ” ... es existiert gar nicht”. Eine geistige und auch weltlich mit Macht ausgestattete christliche Gegenkraft zum Islam? Eine kulturell begründete und entschlossene Behauptung “unserer” Werte, christlich, abendländisch, aufklärerisch, emanzipatorisch, ... - Hören Sie das höhnische Lachen? Wenn sich jetzt nicht zu den ohnehin Wachen noch etliche hinzugesellen, wird das ziemlich schwierig werden.

Thomas Schenk / 03.08.2016

Alles sehr interessant, aber: Ich sehe das Problem darin, daß wir genötigt werden, uns morgens bis abends mit dem Islam auseinanderzusetzen. Wir werden unsere Kultur nicht retten können, wenn wir uns nur noch mit der „Kultur der anderen“ befassen. Darin sehe ich ein Symptom für den Untergang unserer eigenen! Wir wissen über den Islam bald mehr als über das Christentum. Der Lösung des Konfliktes kommen wir dabei kein Stück näher. Ein Zuviel an Informationen verstellt den Blick für das Wesentliche.

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