Twittersperre: Lieber sterben als einknicken

Vor Kurzem habe ich einen Tweet verfasst, woraufhin mich Twitter sperrte. Erst wenn ich den Post lösche, wird mein Konto wieder sichtbar. Ich würde jedoch lieber sterben, als das zu tun.

Vor Kurzem habe ich einen irritierten Tweet als Reaktion auf eines der jüngsten Ereignisse an der zunehmend aufgeheizten Kulturkampf-Front verfasst, und zwar als Reaktion auf die Entscheidung einer Schauspielerin (eines Schauspielers) namens Ellen (Elliot) Page (Hollywoodstar Ellen Page lebt seit Ende 2020 als Trans-Mann, nennt sich seither Elliot Page und bezeichnet sich als „nonbinär“, Anm. d. Red.). Ich verwende diesen unbeholfenen und unmöglichen Stil der Mehrfachnennung, weil er jetzt offenbar vorgeschrieben ist – und wahrscheinlich mache ich es trotzdem falsch, denn es falsch zu machen, ist der ganze Sinn dieser Vorschriften – aber auch, um damit etwas zu verdeutlichen.

Als Konsequenz wurde ich bei Twitter gesperrt. Ich sage gesperrt, obwohl ich technisch gesehen von der Plattform genommen wurde. Denn die Sperrung wird erst aufgehoben, wenn ich den fraglichen „Hass schürenden“ Tweet lösche, und ich würde lieber sterben, als das zu tun. Hoffentlich wird es nicht so weit kommen, aber wer weiß das schon in diesen zunehmend seltsamen Tagen?

Was habe ich geschrieben, das einen solchen Aufruhr verursacht hat? Und, was noch wichtiger und komplizierter ist: Was genau von dem, was ich geschrieben habe, hat zu dem Verbot geführt hat? Hier ist der fragliche Tweet:

„Wisst ihr noch, als Stolz mal eine Sünde war? Und Ellen Page hat sich einfach nur ihre Brüste von einem kriminellen Arzt abnehmen lassen.“

Daraufhin der Hinweis von Twitter:

„Verstoß gegen unsere Regeln gegen Hass schürendes Verhalten. Du darfst nicht zu Gewalt gegen andere Menschen aufrufen und sie aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, Religionszugehörigkeit, Alter, Behinderung oder schwerer Krankheit bedrohen oder belästigen. Wenn du auf Löschen klickst, bestätigst du, dass dein Tweet gegen die Twitter-Regeln verstoßen hat.

Wenn du der Meinung bist, dass wir einen Fehler gemacht haben, kannst du bei uns eine Beschwerde einreichen. Bitte beachte, dass dein Konto in diesem Fall gesperrt bleibt, während wir deinen Einspruch prüfen.“

Ich betrachte Stolz nicht als Tugend

Nehmen wir das Ganze mal auseinander. Erstens ist es eindeutig der Fall, dass ich mit meinem Schreiben nicht zu Gewalt gegen irgendjemanden „aufgerufen“ oder jemanden „bedroht“ habe. Wenn, dann könnte man mir wohl höchstens die geringere Sünde der „Belästigung“ vorwerfen. Nehmen wir an, dass dies das Verbrechen war, und es sich bei meinem Tweet außerdem um eine Belästigung auf Grundlage der „Geschlechtsidentität“ gehandelt hat. Da Twitter mir nicht den Gefallen getan hat, mein Verbrechen genau zu benennen, müssen wir leider raten, warum es zu der Sperrung gekommen ist – und das ist an und für sich schon ein großes Problem und auch ein Hinweis auf die völlige Nachlässigkeit der Twitter-Organisation in Bezug auf die Angemessenheit ihrer eigenen Zensurmaßnahmen. Ich sollte zumindest genau wissen, was ich falsch gemacht habe, wenn von mir verlangt wird, dass ich „einräume“, dass mein „Tweet gegen die Twitter-Regeln verstoßen hat“.

Welche Regeln denn, ihr H***söhne? Ganz genau? Ganz präzise? Weil diese Details wichtig sind, wenn man mit Anschuldigungen um sich wirft.

Was, von dem, was ich geschrieben habe, könnte also eine Belästigung darstellen? In der Theorie vermutlich einiges. Beginnen wir mit: „Wisst ihr noch, als Stolz mal eine Sünde war?“ Auch wenn es sich dabei lediglich um eine Benennung von Fakten handelt, denn nach den alten Regeln, die sogar noch vor einem Jahrzehnt galten, wurde Stolz als eine Sünde begriffen, die vielleicht schon seit tausenden von Jahren als Kardinalsünde anerkannt war. Selbst die autoritären Moralisten, die heute beispielsweise darauf bestehen, dass wir den Pride-Month, also den „Monat des Stolzes“ (nicht Stunde oder Tag oder Woche, sondern Monat) feiern, und die ihn wortwörtlich PRIDE MONTH statt LGBT+ Month genannt haben, könnten den Stolz als solchen immer noch als inakzeptabel ansehen. Ich betrachte Stolz nicht als Tugend, sondern klassischerweise als Sünde.

Ich sehe sexuelle Orientierung oder sexuelles Verlangen jeglicher Art nicht als etwas an, das man feiern oder auf das man stolz sein sollte, und was ich geschrieben habe war lediglich eine Feststellung. Es ist möglich, dass ich die Gefühle von jemandem verletzt habe, weil ich darauf hingewiesen habe, dass zum Beispiel Stolz, also Hochmut, vor dem Fall kommt, aber das ist mir egal, ich würde es wieder tun. Ich halte es auch für meine Pflicht, diejenigen zu warnen, die dabei sind, in eine Grube zu fallen, und sie darauf hinzuweisen, dass der Weg, auf dem sie sich befinden, schlagartig bergab führt. Aber das war wahrscheinlich NICHT der Grund, warum ich von Twitter verbannt wurde – obwohl ich, wie gesagt, nichts als raten kann.

War Elliot dann nicht immer noch Ellen?

Nächste zu prüfende Passage: „Und Ellen Page ...“ Nun, warum habe ich hier aufgehört? Weil es aller Wahrscheinlichkeit nach dieser scheinbar harmlose Satz war, der den Namen einer bekannten Schauspielerin enthielt (mit dieser Formulierung bin ich schon wieder in Schwierigkeiten), der wahrscheinlich zu meiner Sperre führte. Ich habe jenes verhängnisvolle Verbrechen begangen, das in der entsetzlichen Zensurterminologie der verrückten Aktivisten als „dead naming“ bekannt geworden ist. Dabei handelt es sich um den Akt, jemanden, der „transitiert“ ist (ein weiterer, mir verhasster Jargonausdruck), mit dem Namen und folglich mit dem Geschlecht zu bezeichnen, unter dem jeder ihn vorher kannte – und im Fall von Ellen/Elliot, das Geschlecht, unter dem Millionen von Menschen ihn/sie erkannten und kannten. Ich hätte ihn/sie also Elliot statt Ellen nennen sollen, obwohl ich dann, wie wir noch sehen werden, in den übrigen Sätzen nicht mehr das hätte sagen können, was ich sagen wollte und musste. Nicht, dass ein solches Problem diejenigen stören würde, die sich grundsätzlich gegen meine Rede wenden.

Der nächste Part lautet: „Sie hat sich einfach nur die Brüste entfernen lassen.“ Dieser Teil leidet unter einem sehr ähnlichen Problem. Ich habe das verbotene Pronomen „sie“ verwendet, obwohl Elliot jetzt als „er“ zu betrachten ist. Aber hier stoßen wir, gelinde gesagt, auf ein Rätsel – und zwar nicht nur für mich, obwohl ich deswegen gesperrt wurde. War Elliot/Ellen eine Sie oder ein Er (oder Ellen oder Elliot), als sie oder er oder es (also Elliot oder Ellen, nebenbei bemerkt) sich die Brüste entfernen ließ? Wenn er oder sie ein Er war, warum war dann die Mastektomie notwendig? Und wie könnten diejenigen, denen ich schreibe, verstehen, was ich meine, wenn es „seine“ Brüste wären, die entfernt wurden? Waren es männliche Brüste oder weibliche Brüste, die entfernt wurden? Wenn es männliche Brüste waren, warum wurden sie dann entfernt? Wenn es sich um weibliche Brüste handelte (und sie deshalb so unangenehm geworden waren, dass eine Operation, die normalerweise der Krebsbehandlung vorbehalten ist, moralisch verpflichtend war), war Elliot dann nicht immer noch Ellen und er immer noch sie?

Wie hätte ich diesen Satz auf irgendeine vernünftige Art und Weise schreiben und gleichzeitig meinen Standpunkt verständlich machen können – ohne gegen die Twitter-Regeln gegen sogenanntes „Hass schürendes Verhalten“ zu verstoßen? „Und Elliot Page hatte sich einfach nur die Brüste entfernen lassen?“

Verleitung verwirrter heranwachsender Mädchen

War er damals Elliot? Wann genau? Irgendwann in der Vergangenheit war er definitiv Ellen, das suggerieren zumindest alle seine/ihre Filme. Müssen die alle neu gedreht werden, da sie den verhassten „toten Namen“ verwenden (diese Kategorie „dead name/toter Name“ existiert übrigens gar nicht, außer in den zensorischen und verwirrten Köpfen einer winzigen Fraktion von wahnsinnig narzisstischen und zunehmend gefährlichen Trans-Aktivisten). Ab welchem Zeitpunkt genau wurde es meine Pflicht, meine Terminologie in Bezug auf Elliot/Ellen zu ändern, damit ich mich nicht in „Hass schürendem Verhalten“ übe? Und wie kann ich die Tatsache beschreiben, dass jemandem, der einmal eine Frau war (und in Wirklichkeit immer noch ist), die Brüste abgeschnitten wurden, weil er/sie/es einer bösartigen, schädlichen Modeerscheinung zum Opfer gefallen war, ohne das entsprechende geschlechtsbezogene Pronomen und den echten Namen der realen Person zu verwenden, der dies in Wahrheit angetan wurde (mit ihrer freiwilligen, aber bedauernswerten Zustimmung)?

So war es unmöglich, meinen Followern mitzuteilen, was geschehen war, ohne zwangsläufig mit den unmöglichen und absurden Regeln in Konflikt zu geraten, die jetzt, in den Tagen des degenerierten postmodernen und marxistischen Ethos, hypothetisch die Moral regeln, an die wir uns immer noch halten müssen, egal wie unmöglich es ist – sonst …

Man könnte also einwenden: Ellen/Elliot ist erwachsen (in den Dreißigern) und voll und ganz in der Lage, sich ihre eigene Meinung über solche Dinge zu bilden, und sie kann genauso gut von ihrer linken Position aus zur Hölle fahren, wenn sie das für richtig hält. Und das ist auch gut so – bis zu einem gewissen Grad. Aber ich glaube nicht, dass es lediglich pikiert oder unangebracht ist, darauf hinzuweisen, dass Ellen/Elliot, die eine recht gute Schauspielerin ist, auch ein Vorbild ist, da sie ein Star ist, mit all den Privilegien und, wie wir anmerken sollten, der Verantwortung, die damit einhergeht.

Indem sie dieser Operation zustimmte, sie öffentlich machte und auf der Unantastbarkeit und moralischen Tugendhaftigkeit ihrer neuen teuren, gefährlichen und medizinisch verbesserten Identität bestand (und indem sie sich an der ganzen Identitäts-Scharade beteiligte), hat Ellen/Elliot zweifellos viele arme, verwirrte heranwachsende Mädchen dazu verleitet, die Schuld für ihre aufkommenden pubertären Selbstzweifel, Verwirrung und Unbehagen darauf zu schieben, „im falschen Körper geboren zu sein“ – und zu glauben, dass der mutige, zur Selbsterkenntnis führende und moralisch bewundernswerte Weg die Hormonbehandlung, die Sterilisation, die Unterwerfung unter ein Leben mit teuren medizinischen Komplikationen (die außerdem herrlich profitabel sind) und Elend ist. Und ich bin der festen Überzeugung, dass Ellen/Elliot dafür die moralische Schuld trägt.

Wachstumsindustrie mit einem Umsatz von 300 Millionen Dollar

Und was schließlich im letzten Satz die Formulierung „krimineller Arzt“ betrifft, so muss ich sagen, dass ich diesen Satz ein wenig bereut habe. Der chirurgische Eingriff, der von den Schlächtern, die Elliot/Ellen verstümmelt haben, durchgeführt wurde, war eindeutig legal. War er nun kriminell oder nicht? Waren die Operationen der faschistischen Ärzte, die die medizinischen Experimente der Nazis durchgeführt haben, legal? Ja, nach den Gesetzen der damaligen Zeit. Aber waren sie auch kriminell? Ich überlasse es Ihnen, diese Frage zu beantworten.

Und vielleicht könnte man einwenden: „Was ist mit dem Schaden, der dadurch entsteht, dass man die Menschen, die über ihre Identität verwirrt sind, hypothetisch in ihrer Verwirrung belässt? Sind wir nicht moralisch verpflichtet, einzugreifen?“ Und ich würde sagen: NEIN. Und warum? Nun, erstens „keinen Schaden anrichten“, wie es der Hippokratische Eid (erinnern Sie sich?) fordert. Und zweitens ist es ein historischer Konsens, dass Unterlassungssünden weniger schlimm sind als Begehungssünden. Jemanden mit einer Geschlechtsdysphorie – egal wie berechtigt sie ist (und vielleicht ist sie das in einer winzigen Minderheit von wirklich unglücklichen Fällen) – den Folgen der theoretischen Nichtübereinstimmung von Seele und Körper zu überlassen, ist also ethisch, persönlich, sozial und philosophisch ein geringeres Risiko als die extrem aktiven Eingriffe, die die so genannte „geschlechtsbestätigende“ (ein weiterer mir verhasster Ausdruck) Chirurgie ausmachen.

Ich möchte auch darauf hinweisen, dass die Branche der Trans-Chirurgie heute eine Wachstumsindustrie mit einem Umsatz von 300 Millionen Dollar pro Jahr ist (Expansionsrate: 15 Prozent pro Jahr; prognostizierter Anstieg bis 2027 auf 750 Millionen Dollar pro Jahr). Ein expandierendes Unternehmen in einer Zeit der globalen Unsicherheit! Es ist an der Zeit zu investieren – sowohl in die erforderlichen chirurgischen Fähigkeiten als auch in jede Branche, die mit dieser bösartigen und skrupellosen Modeerscheinung in Verbindung steht, die in erster Linie (wie so oft) die Jugend und die Frauen in die Fänge bekommt. Ist das nicht ein Problem, Intersektionalisten? Nicht, wenn es hart auf hart kommt, oder Ideologie zum Skalpell führt. Ist das nicht ein echtes moralisches Risiko?

Und ich werde diesen Tweet nicht löschen oder „anerkennen“, dass mein Tweet „gegen die Twitter-Regeln verstößt“. Leckt mich, ihr Moralapostel. Wir werden sehen, wer wen cancelt. Und ich denke auch, dass ihr cleveren Leute bei Twitter, die ihr so hart daran arbeitet, die Welt zu verbessern, indem ihr so leichtfertig zensiert (unter dem moralisch überlegenen Deckmantel der „Regulierung von Hass“), keine Ahnung habt, in was für ein verworrenes Netz ihr euch da verstrickt habt. Schon wieder. Schon wieder.

Ich fange wirklich an zu glauben, dass ihr einfach nicht besonders schlau seid.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei Dailywire und auf Jordan B. Petersons YouTube-Kanal.

Foto: Gage Skidmore CC BY-SA 2.0 via Wikimedia Commons

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Leserpost

netiquette:

Regina Lange / 13.07.2022

Ehrlich, die Probleme habe ich nicht. Ich lass Twitter Twitter sein und halte mich fern. Ebenso verfahre ich mit Facebook. Dort herrschen fanatische Undemokraten, die von Meinungsfreiheit nicht viel halten! Ich habs wahrlich nicht nötig mir von Twitter oder Facebookschnüfflern sagen zu lassen, was ich zu denken oder zu schreiben habe und was nicht. Ich bin kein kleines Kind, das zurechtgewiesen werden muss! Das “Schlimmste” was mir passiert ist war vor Jahren eine Sperrung bei WELT, weil ich über den Yücel geschimpft habe! Daraus habe ich sofort meine Konsequenz gezogen und mich dort verabschiedet! Ich lebe auch ohne Twitter, Facebook und WELT ganz gut!

Karl Schmidt / 13.07.2022

Interessanterweise führt das zu der Frage, mit welchem Recht ein anderer Mensch verlangen kann, dass ich ihn so sehen muss, wie er sich selbst?

Klaus-Dieter Weng / 13.07.2022

Wer sich dafür interessiert, was Jordan Peterson über den Krieg in der Ukraine denkt und über gute Englischkenntnisse verfügt, sollte sich auf YouTube anhören, was er dazu zu sagen hat (Russia Vs. Ukraine Or Civil War In The West?). Die Herausgeber von Achgut werden wohl nicht damit einverstanden sein. Dennoch sollte auch dieser Text in Auszügen übersetzt und hier veröffentlicht werden.  Aber ich fürchte, das ist Wunschdenken.

Peter Heuer / 13.07.2022

“Waren die Operationen der faschistischen Ärzte, die die medizinischen Experimente der Nazis durchgeführt haben, legal? Ja, nach den Gesetzen der damaligen Zeit.” Randnotiz, da mir Nazi-Vergleiche jeder Art nur noch auf die Nerven gehen: Mit der Legalität wäre ich mir nicht so sicher. Der DDR Schießbefehl widersprach schließlich formell wohl auch den Gesetzen der DDR. Bevor man so etwas raushaut, um seiner Sache mehr Gewicht zu verleihen, müsste man also mal in die Reichsgesetze jener Zeit hineinlesen. Sonst bleibt es nur ein Bluff.

karl-heinz terpelle / 13.07.2022

Die häufigste Erklärung für die inzwischen inflationären Geschlechtsumwandlungs-Begehren, ist die Behauptung man wurde in einen falschen Körper hineingeboren. Der Wahn dieser Menschen, sie wären in einen “falschen” Körper hinein geboren scheint krankhaft. Der Mensch wird nicht “in einen Körper hinein´” geboren - der Körper mit dem man geboren wird, ist das unabweisliche, unabänderliche Willensprodukt der DNA des jeweiligen Menschen. Es gibt keine “falschen Körper”. Diese Menschen befinden sich nicht im falschen Körper, sie “wähnen” sich in einem solchen. Was unterscheidet die, welche glauben sie seien im falschen Körper geboren, von denen, die glauben sie wären Napoleon oder Caesar, oder sie hätten die Sendung, den Auftrag, Menschen in ihrer Umgebung zu töten?

Ernst Dinkel / 13.07.2022

@Bernhard Büter: “Braucht kein Mensch.” Genau, damit ist alles gesagt.

Ralf Pöhling / 13.07.2022

Hier treffen zwei Dinge aufeinander: Soziale Netzwerke müssen irgendwie zusehen, dass deren Nutzer sich nicht gegenseitig anpöbeln, sondern respektvoll miteinander umgehen, sonst flieht eben die Kundschaft, wenn sie sich auf den Schlips getreten fühlt. Also versucht man, die Kundschaft von vornherein in eine für jeden erdenklichen Kundentypus verträgliche Netiquette einzubinden. Was umso schwieriger wird, je unterschiedlicher die Menschen und Themen sind, die dort aufeinander treffen. Soziale Netzwerke unterscheiden sich diesbezüglich grundlegend von spezialisierten Foren, wo von vornherein nur Menschen aufeinander treffen, die die gleichen Interessen teilen und deswegen nicht derart umfangreich reguliert werden müssen. Dass Soziale Netzwerke dabei viel größer daherkommen, als spezialisierte Foren, macht eine sinnvolle Kontrolle umso schwieriger. Während in Foren oftmals ein Moderator reicht, geht das bei großen Netzwerken nicht mehr und wird deswegen automatisiert, was dann zu Fehlern wegen Fehlinterpretation des Textes durch den Algorithmus führt. Einfach ausgedrückt: Das System ist durch seine gigantische und diverse Nutzerbasis zu komplex für eine zielführende Steuerung und versagt. Jetzt der zweite Punkt: Es fällt schon auf, dass die Anzahl derer, die meinen sie wären im falschen Körper geboren, in letzter Zeit dramatisch zunimmt. Ich gehe davon aus, dass Peterson im letzten Absatz einen überaus wichtigen Punkt getroffen hat. Man kann mit Geschlechtsumwandlungen Geld verdienen. Was umso besser funktioniert, wenn man dafür wirbt. Hier scheint zumindest in den USA der berühmte Glaser am Werk zu sein, der bei Nacht und Nebel in der Stadt umher läuft und Scheiben einwirft, um mehr Scheiben verkaufen zu können. Man kann Menschen auch einreden, dass sie im falschen Körper geboren sind. Beim Thema Abtreibung sehen wir das auch: Das ist ein riesiger Markt. Enthaltsamkeit bringt dem medizinisch-industriellen Komplex eben kein Geld ein. Abtreibungen schon.

Zdenek Wagner / 13.07.2022

Sie haben in jeder Hinsicht Recht und ich ziehe vor Ihrem Postulat, “Nichts zurückziehen, lieber sterben” den nicht vorhandenen Hut. Ich bin vom gleichen Schlag und kann Sie daher verstehen. Selbstverständlich war der Arzt ein Verbrecher, aber wozu Ärzte fähig sind, wenn der Rubel winkt, hat man ja an Michael Jackson gesehen, den sie zum Monster operiert hatten. Die Frage, die sich offenbar niemand stellt, ist doch: wie kommt diese lawinenartige Epidemie von gestörten Menschen zustande, die mit ihrem Geschlecht hadern? Meiner Ansicht nach ist einer der Gründe, wenn nicht sogar DER Hauptgrund, hierfür der Umstand, dass wir nahezu alle Geschlechterrollen abgeschafft haben und somit jedwede Orientierung für junge Menschen, die in der Pubertät eine schwere Zeit durchmachen und dringend lebender Beispiele benötigen, womit ich Menschen, idealerweise die Eltern, meine, die ihnen ihre Männlichkeit / Weiblichkeit vorleben und sich darin wieder finden. Der Psychoanalytiker Dr. Lowen schreibt in einem seiner Bücher, “der Mann sollte ein mäßiges Mannsbild sein (kein Macho!) und die Frau sich in ihrer grazilen Weiblichkeit wohlfühlen, wobei “weiblich” alles andere als schwach bedeutet., sondern im Gegenteil, eine Frau die ihre Weiblichkeit lebt, hat in Wahrheit eine Stärke in sich, vor der die meisten Männer (freiwillig) kapitulieren.  Stattdessen befinden wir uns in einer Abwärtsspirale, die wir selbst angestoßen haben und die uns nun unaufhaltsam mit in die Tiefe reißt - und am Grunde lauert das Chaos, die gesellschaftliche Auflösung! “Die Hölle ist Abwesenheit von Vernunft” sagte mal jemand richtig Schlaues. Stimmt! Ich sehe keine Rettung, keinen Silberstreif am Horizont! Woher sollte der auch kommen?

Paul Siemons / 13.07.2022

Wer a) bei Twitter etwas absondert und b) dann einen langen Text über die nachfolgende Sperrung verfasst, hat die Kontrolle über sein Leben verloren. (Es genügt auch schon a alleine) Wie kann man das tun? Erst recht, wenn jemand wie Peterson, durchaus nicht völlig verblödet ist. Ja ok, wer das dann noch, wie ich hier, kommentiert, ist auch nicht viel besser. Drum mach ich es kurz. Twittern: man kackt wie Waldi oder Hasso wo hin, nur eben mit Wörtern. Tut das wirklich Not?

Marcus Porcius Cato / 13.07.2022

Genitalvrestümmelungen sind nach gegenwärtiger Rechtsauffassung der Gerichte kriminell! Die zweckfremde Verwendung von Mitteln eines Solidarsystems, wie sie in D geplant ist (Krankenkassen sollen die Transmutationen bezahlen) ist eine Veruntreuung. Ich würde an seiner Stelle nichts von dem Tweet zurücknehmen. Das Leben kann auch ohne Twitter sehr schön sein und, wenn Twitter so weiter macht, werden bald alle ohne auskommen. Die Transmutationschirurgie hat durchaus Ähnlichkeiten mit der kürzlich euphorisch legalisierten Euthanasie-Industrie: Skrupelloe Profitgier!

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