In der Türkei scheinen die ethnischen und politischen Konflikte vergessen, wenn es um Israel geht. Da sind die meisten einig in ihrer Feindschaft zum jüdischen Staat. Das wird von der Medien-Propaganda befeuert, auch in einem Sender, der sich speziell an Deutschtürken richtet.
Erdogan hat Netanyahu schon öfters mit Hitler verglichen. Vor rund einem Jahr behauptete er beispielsweise, Netanyahus Regierung habe „Hitler längst übertroffen.“ Erdoğan sprach diesen Satz aus – am Rednerpult des türkischen Parlaments, flankiert vom rhythmischen Applaus seiner Fraktion. Ein paar Sekunden später folgte der nächste Satz: „Hoffentlich teilt er nicht dasselbe Schicksal. Aber er wird sich verantworten müssen.“
Man könnte meinen, es handele sich um einen Ausrutscher, eine rhetorische Entgleisung. Doch in Wahrheit ist es ein weiteres Puzzlestück in einem Klima, das längst Realität geworden ist: Ein Antisemitismus, tief verwurzelt in großen Teilen der türkischen Gesellschaft – nicht angelernt, sondern vererbt, tradiert, kultiviert. Und das nicht nur in Anatolien – sondern auch in Berlin, Duisburg, Mannheim.
Um diesen Hass zu pflegen und zu vermitteln, braucht es keinen Imam, keine Moschee, keine Unterrichtsstunde. Es reicht: Ein Wohnzimmer. Ein Smartphone. Und ein Sender: TRT Deutsch. Der deutschsprachige Ableger des türkischen Staatsrundfunks TRT – finanziert, beaufsichtigt und orchestriert von der Erdoğan-Regierung. Eine klare Feindbildpflege, ein missionarisches Sendungsbewusstsein, ein tiefer Hass auf den Westen – und ganz besonders: auf Israel.
Israel wird dämonisiert, verzerrt, entmenschlicht. Und mitunter werden nicht nur tendenziöse Beiträge, sondern auch offensichtliche Falschmeldungen verbreitet. Eine Kostprobe gefällig? Der Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv steht unversehrt und ist offiziell geschlossen. Aber ein von TRT verbreitetes Video sollte vor ein paar Tagen das aktuelle Treiben auf dem Flughafen zeigen. „Israelis fliehen vor iranischen Angriffen und lassen ihr Gepäck stehen“, heißt es im Video, das Aufnahmen vom 14. Juni zeigen soll. „Am Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv ist Panik ausgebrochen, nachdem iranische Raketenangriffe auf Israel gemeldet wurden. Zahlreiche Menschen versuchten, das Land zu verlassen. Aufnahmen vom Samstag zeigen zurückgelassenes Gepäck im gesamten Terminal, während Passagiere in Eile flohen“, heißt es in der dazugehörigen Beschreibung des Instagram-Posts vom 16. Juni. Doch schon am 13. Juni hatte etwa der Spiegel gemeldet, dass der Flughafen „evakuiert und bis auf Weiteres geschlossen“ worden sei. Ein mittlerweile von TRT gelöschtes Video hatte zudem angebliche Aufnahmen des zerstörten Flughafens gezeigt – mutmaßlich eine KI-Fälschung (auf diesem Instagram-Kanal sind die Aufnahmen noch zu sehen).
Die Kommentarspalten unter den Beiträgen lesen sich wie ein antisemitisches Schulprojekt – nur eben auf Deutsch. So werden etwa iranische Angriffe auf Israel frenetisch bejubelt. Was soll man dazu sagen? Integration auf Türkisch – aber bitte rückwärts. Die Zielgruppe lebt nicht in Ankara, sondern in Neukölln, Marxloh, Köln-Chorweiler (natürlich können auch ein paar Bio-Deutsche darunter sein). Und sie wächst. Ein eindrückliches Beispiel für die tiefverwurzelte Juden- und Israelfeindlichkeit der Türken.
Schneller spinnefeind, als man „islamische Solidarität“ sagen kann
Besonders perfide: Auch die sogenannte „türkische Opposition“ macht Erdogans Anti-Israelkurs mit. Die „Republikanische Volkspartei“ CHP – offiziell sozialdemokratisch – sagt beispielsweise Konzerte jüdischer Künstler, ab. Obwohl diese teilweise türkische Juden sind. Und die „Demokratische Partei der Völker“, die kurdische HDP, solidarisierte sich jüngst lieber mit dem iranischen Regime als mit Israel. Schiiten, Sunniten, Nationalisten, Linke – normalerweise Feinde, doch im Kampf gegen den jüdischen Staat wird Einigkeit zum moralischen Imperativ.
Das Schlimme daran: Die Türkei steht oft Seite an Seite mit Ländern, die sie tief verachten – solange der gemeinsame Nenner „Islam gegen Israel“ lautet. Aber wehe, es käme zum Konflikt mit dem Iran – dann wären sich Schiiten und Sunniten schneller spinnefeind, als man „islamische Solidarität“ sagen kann. Ich kenne das türkische System von innen. Mein Umfeld ist groß, belesen, gut vernetzt. Und doch reicht oft ein einziger Moment – und alles fällt zurück auf diesen einen Satz: „Das kann nur Israel gewesen sein.“
Ich sage nicht, dass alle so denken. Ich sage nur: Ein Großteil der türkischen Muslime in Deutschland – und in der Türkei – sind antisemitisch. Wer in diesem Umfeld für Israel spricht, muss froh sein, wenn er heil nach Hause kommt.
Und TRT Deutsch liefert den ideologischen Hintergrundsound – rund um die Uhr. Israel macht nicht alles richtig. Aber Israel existiert – und will nicht ausgelöscht werden. Dass das schon reicht, um zum Feindbild zu werden, sagt alles.
Ahmet Refii Dener ist Türkei-Kenner, Unternehmensberater, Jugend-Coach aus Unterfranken, der gegen betreutes Denken ist und deshalb bei Achgut.com schreibt. Mehr von ihm finden Sie auf seiner Facebookseite und bei Instagram.

Da ist was dran. Und zwar sehr viel. Im Gegensatz zur Rechten in Europa ist die Rechte in der Türkei nicht wirklich so pro-Israel neurechts, sondern immer noch klassisch antisemitisch-altrechts. Da dampft das alte Feindbild noch alles zusammen. So ähnlich wie das Feindbild Russland bei den Amerikanern. Es gibt in der Türkei am hart nationalen Rand zwar Ausreißer. aber die breite Masse landet da in der Tat schnell bei „Israel ist schuld“. Habe ich sogar in Deutschland beobachtet, um es vorsichtig auszudrücken. Die Annäherung der Türkei an die Araber bzw. an deren Geld in den letzten 2 Jahrzehnten spielt da sicherlich auch eine gewichtige Rolle. Man denke an Katar und die Hamas. Das wäre jetzt erst mal noch keiner Rede wert, wäre die Türkei militärisch und geheimdienstlich nicht der Bigplayer der sie ist, deren MIT ist wirklich extrem gut und zwar auch in Deutschland, nein, sie ist auch noch NATO Mitglied und Stützpunkt für US Atomwaffen. Und da wird und bleibt es wohl auch eine ganze Weile noch spannend, bis sich das gelegt hat. Nicht nur am Rand des Nahen Ostens, sondern auch hier in Deutschland. Die hiesige türkische Gemeinde ist nicht nur die größte außerhalb der Türkei, sie tickt auch noch außergewöhnlich konservativ und pro-Erdogan im Vergleich zur eigentlichen Türkei. Und das hat in Deutschland durchaus Folgen, die man nicht unterschätzen darf. Und wenn man jetzt noch bedenkt, dass der laufende Krieg Iran-Israel wegen der direkten Unterstützung der Amerikaner eskalieren kann, keiner kann Eskalation ja besser als das amerikanische Militär, kann sich das auch hier hier in Deutschland massiv negativ bemerkbar machen. Ich habe davon selbst schon was abbekommen. Ich wiederhole: Der MIT ist extrem gut. Das ist kein Kindergarten, den man unterschätzen sollte. Landet man bei denen auf der Shitlist, gibt das richtig Stress. Und wenn man dann noch die iranischen al-Quds Truppen hier vor Ort dazurechnet, hat das Potential. Mit denen hatte ich nämlich auch schon zu tun.
Erdogan bekommt mal wieder den Oscar als bester Nebendarsteller und einen Sauerlandstern.
Die Türken haben gegenüber den Deutschen wenigstens eine eigene Identität. Den Neid einiger Kommentatoren kann man förmlich rauslesen.
Ich kann das bestätigen mit den gut belesenen Türken die antijüdische Reflexe haben. Bekannte, waren auch hier in der Schweiz und sonstwo auf der Welt, sehr zivilisiert und intelligent, bis das Codewort „Jude“ fiel. Einer sagte mal, es sei ja alles sehr schlimm gewesen mit dem Holocaust aber eine Frage bliebe schon: wieso? Leider habe ich kürzlich mit einem Schweizer ein Gespräch gehabt, über Migration, Islam, den Verfall der schweizer Kultur bis, Sie ahnen es, das Codewort „Jude“ fiel. Er redete sich in Rage, Nethanyahu sei schlimmer als Hitler, 100%, ja es wären 1000 Juden getötet worden, wobei man wisse das auch nicht so genau, wie bei 9/11 auch nicht. Ich habe mich dann verabschiedet weil Logik, Fakten, geschichtliche Argumente verpuffen erfahrungsgemäss. Schade um die Zeit. Dieses Codewort triggert auch hier nicht erst seit gestern, aber je länger desto mehr Menschen. „Die Juden sind ja auch nicht besser. Im Gegenteil“ ist so ein typisch schweizerischer Satz. Der Islam hat auch uns infiziert. Leider.
Zur Ehrenrettung vieler Deutschtürken sei gesagt, dass diese in unserem Wohnblock unbedingt türkischsprachiges Satellitenfernsehen in das Hauskabelnetz einspeisen wollten, denn „TRT sei Müll, das könne man nicht anschauen“.
Und ganz Israel steht hinter Bibi . Da sind Queere und Orthodoxe im Jubel vereint . Hinterwäldler professional überall am Start …
Wie muss sich ein Türke in Deutschland fühlen, der keine Ahnung hat? Ich war erst neulich wieder in Aschaffenburg. Es war traurig und radikal wie Frankfurt es nun mal leider ist. Vielleicht macht der Aschaffenburger HBF ja bald Frankfurt Konkurrenz. Aschaffenburg ist Bayern. Söder ist nicht Bayern. Ist Söder eigentlich schwul? Vielleicht weiß er es ja nicht selber nicht. Kann weg.