Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sollte nicht zu der Einschätzung verleiten, dass in Europa ähnliche Veränderungen anstehen. Die hiesigen Eliten werden ihren Kurs erst recht beibehalten.
Nach der Wiederwahl von Donald Trump verbreitet sich eine Hoffnung unter denjenigen, die Harris’ Niederlage und Trumps Sieg herbeigesehnt haben. Sie verkünden nun freudig: „Endlich ist die Ära des Wokeismus und der Zensur vorbei. Europa, inspiriert vom amerikanischen Beispiel, wird langsam wieder frei atmen können.“ Doch diese Vision klingt weniger nach einer überzeugenden Perspektive als nach einem Märchen.
Anstatt sich zurückzuziehen, werden die autoritären Tendenzen diesseits des Atlantiks wahrscheinlich zunehmen. Der Schatten Trumps bietet den technokratischen Eliten Europas die perfekte Entschuldigung, ihren Würgegriff zu verstärken – natürlich unter dem hehren Vorwand des „Schutzes der Demokratie“. Solche Entwicklungen sind uns nur allzu vertraut. Erinnern wir uns an die großspurigen Prophezeiungen vom Ende des Wokeismus – sei es während der Covid-Pandemie, nach dem Brexit oder Trumps erstem Wahlsieg. Doch Europa bleibt unbeirrt: Jede Krise wird als Gelegenheit genutzt, Zensur und Kontrolle noch entschlossener durchzusetzen.
Die von Trumps Triumph erschütterten europäischen Eliten werden sich in moralischer Überlegenheit sonnen. Wie sonst könnten sie sich einreden, auf der Seite der Engel zu stehen? Indem sie Trumps Amerika als Wüste des Lasters und der Grausamkeit darstellen, werden die europäischen Regierungen ihre „aufgeklärten“ Agenden mit noch größerem Eifer vorantreiben. Und die Meinungsfreiheit? Sie wird unter dem Deckmantel von Maßnahmen gegen die angebliche Bedrohung durch populistische Desinformation und Hate Speech weiter eingeschränkt. Kritiker der grünen Agenda oder der Klimapolitik? Man will sie zum Schweigen bringen, natürlich zum Wohle der Allgemeinheit, damit sich ihre Zweifel nicht als vermeintlicher Nihilismus à la Trump verbreiten.
Die Ironie dabei ist, dass Trumps Kritiker oft genau die autoritären Tendenzen verkörpern, die sie ihm vorwerfen. Wie die Kleriker früherer Zeiten, die Ketzer verbrannten, um die Reinheit der Kirche zu bewahren, sehen es die europäischen Eliten als ihre heilige Pflicht an, ihre Orthodoxien zu sichern – natürlich im Namen der Demokratie. Das Ergebnis ist Demokratie durch einen Zerrspiegel: Die Freiheit wird bewahrt, indem man jede abweichende Stimme irgendwie unterdrückt. Doch ihr Eifer verrät einen ihnen unangenehme Wahrheit: Sie spüren, dass die Geduld der Öffentlichkeit mit ihren selbstgefälligen Erzählungen gefährlich zu erodieren beginnt.
Der Woke-Kreuzzug wird unbeirrt fortgesetzt
Manche behaupten nun sogar: „Die Linke lernt! Sie hat begriffen, dass der Wokeismus ihr teuer zu stehen kommt.“ Dieser naive Optimismus sieht in einem winzigen Riss im Panzerglas der Woke-Doktrin bereits ein Zeichen für den bevorstehenden Zusammenbruch der gesamten Woke-Ideologie oder -Bewegung. Einige linke Stimmen murren, dass Identitätspolitik und Cancel Culture Wähler entfremden könnten. Aber, wie Oscar Wilde bemerkte, ist die Wahrheit selten rein und nie einfach. Die meisten dieser Kritiker – und oft sind es nicht die Unwichtigsten – betrachten den Wokeismus und den Widerstand dagegen als lästige Ablenkung. Sie sind kaum in der Lage, „woke“ zu definieren, und können keine kohärente Alternative dazu formulieren.
Diese kognitive Dissonanz garantiert, dass der Woke-Kreuzzug unbeirrt fortgesetzt wird – verteidigt von jenen, die weder das Wesen noch die Auswüchse dieses Phänomens verstehen. Je lauter die Alarmglocken schrillen, desto verbissener versucht die kulturelle Elite Europas, das Volk zum gewünschten Gehorsam zu ‚erziehen‘. Die Woken sind wie die Bourbonen, sie lernen nichts und vergessen nichts.
Betrachten wir diese heiligen Kühe: die grüne Agenda, den Kampf gegen „Hate Speech“, den Krieg gegen Desinformation. Mit dem Anstrich moralischer Notwendigkeit werden diese Anliegen gegen jede Kritik immunisiert. Wer es wagt, die Klimapolitik oder die ausufernden Löschungen in den Social Media in Frage zu stellen, riskiert, als Ketzer gebrandmarkt zu werden. Trumps Wiederauferstehung dürfte diese Tabus weiter zementieren. Für die europäischen Eliten wird Zensur nicht nur zu einem Kontrollinstrument, sondern zu einem existenziellen Rettungsakt – „um den Planeten zu schützen“, „um den sozialen Zusammenhalt zu bewahren“ und natürlich „um den schleichenden Einfluss des Populismus zu bekämpfen“.
Trumps Triumph ist kein deus ex machina
Hinter solchen Begründungen verbirgt sich ein tiefes Misstrauen gegenüber den Bürgern. Die herrschende Klasse Europas sieht in ihren Wählern einen Haufen klimaleugnender, fremdenfeindlicher Unruhestifter, die von Brüssel nur mit Mühe im Zaum gehalten werden. Ihr Motto könnte also lauten: „Freiheit, aber nicht für euch.“ Die europäischen Eliten haben ihre Identität darauf gegründet, als Gegenbild zu allem zu gelten, was Trump repräsentiert: kosmopolitisch, „progressiv“ und moralisch überlegen. Sein Sieg ist für sie kein Anlass zur Selbstkritik, sondern der Aufruf, ihre eigene Tugendhaftigkeit zu beweisen, indem sie all die „gefährlichen Tendenzen“ ausmerzen, die sie mit seinem Namen und seinen Wählern verbinden.
Der Rückzug der britischen Zeitung Guardian und ihrer Verbündeten von der Plattform X/Twitter ist weniger ein Grund zum Lachen als ein Lehrstück elitärer Selbstisolation. Ihre Flucht verstärkt die Mauern ihrer Echokammer, trennt sie noch weiter von den Sorgen der einfachen Menschen. Von außen können sie X umso effektiver überwachen, während sie sich selbst als Opfer stilisieren, die angeblich mundtot gemacht wurden. Oder noch dreister: Sie behaupten, wo die Zensur sie nicht treffe, existiere sie gar nicht. Und Heuchelei darf auch nicht fehlen. Man schaue nur auf Robert Habeck, den deutschen Vizekanzler, der vor einigen Jahren X verließ – nur um jetzt pathetisch zurückzukehren.
Trumps Triumph, so disruptiv er auch sein mag, ist daher kein deus ex machina, der uns vor uns selbst rettet. Das zu ignorieren wäre sträflich. Was steht auf dem Spiel? Nichts Geringeres als die Summe unserer Freiheiten. Der Kampf für Freiheit und Demokratie bleibt, wie eh und je, ein steiniger Aufstieg, eine Kletterpartie gespickt mit Fallstricken. Dies ist kein Terrain für Naive, sondern für Wachsame, die wissen, dass der Sieg in einer Schlacht den Sieg im Krieg nicht garantiert. Das Schlachtfeld ist bereitet, und die Verteidiger der Demokratie haben noch einen langen Kampf vor sich.
Dieser Beitrag erschien zuerst bei Novo-Argumente.
Andrea Seaman ist Schweizer Autor und Präsident der Free Speech Union Switzerland. Er schreibt u.a. für das britische Magazin „Spiked“.
Wieso Eliten? Auslese der Besten?
Das als Wissen mißbrauchte, feste Glauben verstärkt sich anfangs, je mehr Zweifel daran aufkommen. Wenn dann die steigende Spannung dieses Widerpruches die Menschen zerreißt, sehen die nihilistischen Kommunisten/Linken ihre Gelegenheit, endlich die lang ersehnte Neue Welt für den Neuen Menschen zu erschaffen. Das wird ihnen jedoch nicht gelingen, denn sie können nur zerstören, wiederherstellen jedoch müssen immer wieder die Individualisten/Rechten, weil nur diese dazu fähig sind. Jede Krise birgt auch die Chance, was für das stets zu Ende handelnde Deutschland bedeutet, daß jede Vernichtung auch einen verstärkten Aufbau erzeugt. Allerdings ist noch nicht bewiesen, daß das immer so sein wird. Jedoch scheinen sich die Deutschen darauf zu verlassen.
@Gerhard Hotz : >>Egal, was sich Europa noch für weltfremde Kapriolen leistet, Trump wird uns beistehen (wenn er nicht verrückt ist).<< ## Kindisches Pfeifen im Walde. Ein Land, das uns die kritische Infratruktur wegbombt, das uns zu weiteren Zahlungen ultimativ auffordert und das bereit ist, einen Nuklearkrieg auf deutschen Boden zu führen (natürlich nur begrenzt, weil sie im Größenwahn glauben die ganze Welt tanzt nach ihrer Pfeife) BESCHÜTZT UNS NICHT! Die haben Deutschland und ganz Europa militärisch besetzt. Das ist kein Schutz, wenn sie mit jedem Atemzug deutlich machen, dass sie uns bedenkenlos aufgeben würden. Wer sich gar nicht verteidigen kann, der kann sich nicht verteidigen. Den dazu zu bringen, einen ANGRIFF zu starten oder wenigstens massiv zu unterstützen, das ist die Aufforderung zum Selbstmord. Wenn Deutschland nuklear verstrahlt ist, werden die USA noch nicht einmal Söldner für ihre Besatzungstruppe in DE finden. Die laufen einfach weg, wenn es nachts überall blau leuchtet.
@Gerhard Hotz : >>Egal, was sich Europa noch für weltfremde Kapriolen leistet, Trump wird uns beistehen (wenn er nicht verrückt ist).<< ## Kindisches Pfeifen im Walde. Ein Land, das uns die kritische Infratruktur wegbombt, das uns zu weiteren Zahlungen ultimativ auffordert und das bereit ist, einen Nuklearkrieg auf deutschen Boden zu führen (natürlich nur begrenzt, weil sie im Größenwahn glauben die ganze Welt tanzt nach ihrer Pfeife) BESCHÜTZT UNS NICHT! Die haben Deutschland und ganz Europa militärisch besetzt. Das ist kein Schutz, wenn sie mit jedem Atemzug deutlich machen, dass sie uns bedenkenlos aufgeben würden. Wer sich gar nicht verteidigen kann, der kann sich nicht verteidigen. Den dazu zu bringen, einen ANGRIFF zu starten oder wenigstens massiv zu unterstützen, das ist die Aufforderung zum Selbstmord.
@Franz Klar : >>Wer als Gegenmodell zum Wokeismus Putin und Trump anbetet , ist ein Satansbraten und des Teufels fette Beute …<< ## Dann sind Sie ja endlich in guter Gesellschaft. Ich finde die schlimmer, die systematisch den globalen Atomkrieg vorbereiten, Schritt für Schritt. Vor aller Augen und nachdem sie heute so und morgen so reden. Diese Reptilienhäutigen wünsche ich in die Hölle. Weil es MEIN Leben ist, das sie bedrohen. Das ist nicht mehr die besserwissend-nörgelnde Debatte, ob die Einen oder die Anderen verrückt sind. Das ist ein schwerer Angriff auf unser aller LEBENSRECHT. Und damit wir uns richtig verstehen, wenn es um die Frage geht, ob ich, meine Familie, meine Freunde überleben, die alle mit dem korruptesten Land Europas und seinem letzten Präsidenten – der Krone der Entwicklung – nichts zu tun haben, ist JEDER MEIN FEIND, der unser Lebensrecht bewusst, vorsätzlich und von langer Hand verachtet und aktiv gefährdet. Für diese Leute sind wir alle nur Vieh, das geschlachtet wird, wenn es ihnen nötig erscheint. Und wir haben alles Recht der Welt, solche Leute mit aller Konsequenz zu bekämpfen. Da lassen wir uns nicht von dem einen und nicht von dem anderen TODFEIND instrumentalisieren. Vor allem werden wir uns da nicht von dummem Geschwätz beeinflussen lassen. Wenn dummes Geschwätz keine Wirkung mehr hat, kann man es aufgeben!
„Doch Europa bleibt unbeirrt: Jede Krise wird als Gelegenheit genutzt, Zensur und Kontrolle noch entschlossener durchzusetzen.“ – Das ist eine Tatsache, die wir mit friedlichen Mitteln nie wieder wegbekommen. Es wird alles immer schlimmer werden! --- „Das Schlachtfeld ist bereitet, und die Verteidiger der Demokratie haben noch einen langen Kampf vor sich.“ – Wir Deutschen hatten noch nie eine richtige Demokratie!
Wir Europäer sollten lieber hoffen, dass Trump und die USA uns weiter beschützen. Wir sind ja hilflos. Wenn Trump sich von uns abwendet, was tun wir dann? Wir müssten uns Russland und China anbiedern. Zum Glück für uns hätte das aber auch ernste Folgen für die USA, denn wenn die ostasiatischen US-Vasallen sähen, dass Trump Europa nicht mehr beistehen will, dann würden auch sie Richtung Russland und China kippen und vielleicht Afrika gleich mit. Es entstünde ein riesiger afroeurasischer Block, der den USA eher feindlich gesinnt wäre. Für die USA in ihrer linken oberen Ecke würde es ziemlich einsam. Schlimmer noch: Da die USA längst nicht mehr importunabhängig sind (das waren sie im zweiten Weltkrieg noch) und vieles überhaupt nicht mehr selber produzieren (z.B. Schuhe), wären sie auf Importe aus eben diesem feindlichen Block angewiesen. Wenn man sich noch vorstellt, dass auch in vielen US-Waffen Komponenten stecken, die von dort stammen, dann wird es langsam lustig. Egal, was sich Europa noch für weltfremde Kapriolen leistet, Trump wird uns beistehen (wenn er nicht verrückt ist).