Unsere Regierungs-Weltmeister müssen künftig möglicherweise hilflos zuschauen, wie sich der eine oder andere Unternehmer mit Goethe sagt: Amerika, du hast es besser. Und rüber macht.
Donald Trump, Amerikas deutschstämmiger Präsidentschaftskandidat, hat sich mal wieder einen teuflischen Plan in Richtung Deutschland ausgedacht. Diesmal geht es nicht um den NATO-Beitrag. Viel schlimmer: Er hat deutschen Unternehmen ein Angebot gemacht, das sie kaum ablehnen können.
In einer Wahlkampfrede in Georgia hat er sich ausdrücklich an deutsche Firmen gewandt, vor allem an deutsche Autofirmen, und ihnen ein angenehmes Leben in Amerika versprochen: niedrige Steuern, niedrige Energiekosten, wenig Bürokratie und eine fleißige Belegschaft. Und dazu ein liebevolles Integratiosversprechen: „Ich will, dass deutsche Autokonzerne zu amerikanischen Autokonzernen werden.“
Und dieses Lockangebot richtet sich an einen Wirtschaftsstandort, dessen Regierung die hier ansässigen Firmen mit hohen Steuern, hohen Energiekosten und jeder Menge Bürokratie umgarnt. Da ist es verständlich, dass unsere Regierung den ehemaligen Präsidenten und aktuellen Kandidaten für das Weiße Haus nicht leiden kann. Sie kann Trumps Verlockungen nur als eine bodenlose Gemeinheit empfinden. Wirtschaftsunternehmen das Leben leicht zu machen! Darauf kann auch nur ein Amerikaner kommen.
Donald Trump hat schon vor seiner Wahl im Jahr 2016 ein ähnliches Angebot gemacht. Damals aber hat er nicht speziell auf deutsche Unternehmen abgezielt, sondern auf amerikanische Unternehmen im Ausland. Die hat er mit seinen Lockangeboten heim in die USA geholt. Verbunden allerdings mit einer Peitschen-Androhung: Wer nicht kommt, muss hohe Zölle zahlen. Mit Erfolg: Halb zog er sie, halb sanken sie hin.
Nicht das erste Mal, dass deutsche Großunternehmen nach Amerika auswandern
Die gleiche Peitsche schwingt er jetzt natürlich auch in Richtung deutscher Unternehmen. Wer nicht kommt, muss unter seiner Herrschaft mit teuren Zöllen rechnen. Eine böse Drohung für den angeschlagenen Exportweltmeister.
Was also tun? Auswandern und mit Sack und Pack nach Amerika umsiedeln, wie es in früheren Jahrhunderten Millionen Deutsche getan haben, die sich von der heimischen Politik drangsaliert fühlten? Oder die etwas angestellt haben, wie zum Beispiel die VW-Bosse, denen das nahezu Unmögliche gelungen ist, die deutsche Auto-Ikone in Richtung Straßengraben zu lenken?
Nun gut, es wäre nicht das erste Mal, dass deutsche Großunternehmen nach Amerika auswandern und sich dort trotz ihres Migrationshintergrunds prächtig entwickeln. Im Gegenteil.
Bleiben wir erst einmal bei den Autobauern.
Mercedes Benz produziert schon seit über einem Jahrzehnt in Tuscaloosa, Alabama, und hat dort rund 30.000 Arbeitsplätze geschaffen. Mercedes ist mit Abstand die Nummer eins unter den deutschen Automigranten. Viel älter ist VW in Virginia, hat aber deutlich weniger Mitarbeiter. Da könnte sich angesichts der Wolfsburger Krise ein neuer Migrationsschub lohnen. Deutsche Traditionsamerikaner sind auch die Bayerischen Motorenwerke mit ihrem Werk in Spartanburg, South Carolina.
Amerika boomt im Gegensatz zu Deutschland
Aber die Autobauer sind zwar feine, aber kleine Fische, verglichen mit anderen deutschen Unternehmen, die sich in den USA pudelwohl fühlen. Der heimliche Riese ist die ehemalige Deutsche Post, die als Privatunternehmen längst DHL heißt und in Amerika rund 80.000 Leute beschäftigt. Dicht gefolgt von Siemens mit 70.000 Beschäftigten. Das Unternehmen hat sich schon vor über hundert Jahren – zusammen mit dem deutschen Migrantenstrom – in den USA niedergelassen und ist heute mit mehreren Standorten auf der amerikanischen Landkarte zu finden.
Das gilt noch mehr für den Einzelhandel: Aldi lockt mit dem original deutschen Namen und als Trader Joe's in fast jeder amerikanischen Stadt Millionen Kunden an und beschäftigt zusammen rund 50.000 Amerikaner. Und als Kleinigkeit am Rande: Die amerikanische Bus-Ikone Greyhound rollt neuerdings fest in deutscher Hand: Am Steuer: André Schwämmlein mit seinem Flixbus-Unternehmen.
Aber Donald Trump, der Unersättliche, will noch mehr. Und die deutsche Regierung muss befürchten, dass ihm das auch gelingen könnte. Denn Amerika boomt, im Gegensatz zu Deutschland.
Moment mal. Amerika boomt auch ohne Donald Trump im Weißen Haus? Ja, wie haben die Demokraten unter Joe Biden das denn gemacht? Wie es scheint, sind sie selber eine Art Donald Trump, nur mit guten Manieren. Vergleichsweise niedrige Steuern, günstige Energie, wenig Bürokratie. Könnte es sein, dass das gar keine Spezialität Donald Trumps ist, sondern typisch amerikanisch? Heißt das etwa, dass auch eine Präsidentin Kamala Harris weitere deutsche Unternehmen mit verlockenden Angeboten in die USA holen wird, ohne ständig „America first“ zu sagen?
Das könnte eine bittere Pille für die rotgrüngelbe Regierung und ihre Nachfolgerin werden, wenn Kamala Harris im Weißen Haus die amerikanischen Interessen und Verlockungen genauso pflegt wie der ungeliebte Donald Trump. Wir müssten dann mit unseren gigantischen Energiepreisen und unserer Monsterbürokratie hilflos zuschauen, wie sich der eine oder andere Unternehmer mit Goethe sagt: Amerika, du hast es besser. Und rüber macht.
Rainer Bonhorst, geboren 1942 in Nürnberg, arbeitete als Korrespondent der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) in London und Washington. Von 1994 bis 2009 war er Chefredakteur der Augsburger Allgemeinen-Zeitung.

Ich glaube das ist ein wenig zu viel auf Amerika geheuchelt. Aber was Deutschland betrifft, da braucht es keine großen Versprechungen. Wer sich die preiswerte Energieversorgung ohne zu Murren wegsprengen läßt, stellvetretend in einen Krieg investiert und sogar aktiv teilnimmt, der muß nur einen Hinweis in der Fußnote des Papiers erhalten, wohin seine Wirtschaft abzuwandern hat. Willenlose Lakaien, treueste Vasallen, hirnlose Selbsmörder, das ist Deutschland! Demnächst kommen die Antwortschläge von Putin hier an. Die Regierung wird sich schützend vor die USA stellen …
Wäre ich nicht schon zu alt .. auch ich würde meine Koffer packen. Die USA sind auch aus anderem Grund das Zukunftsland. Sie sind Energietechnisch autark. Sie haben unter allen westlichen Staaten die einzig halbwegs stabile Demographie (ab ca. 2043 sogar wieder ausgeglichen) Sie sind in der Lage sich selbst (und zwar Alleine) zu verteidigen (gegen egal wen auch immer). Haben auf beiden Seiten einen Ozean (man bedenke das Russland beim Überqueren eines nur 25 Meter breiten Flusses ein ganzes Regiment verloren hat .. und für China die 100 Seemeilen bis nach Taiwan zu größten aller möglichen Katastrophen werden könnte) Im Norden und Süden haben sie zwei schluffige völlig von ihnen abhängige Staaten (Kanada als Rohstoffreserve, Mexiko als billige Werkbank/China-Ersatz). Sie haben Platz ohne Ende zum Aufbau neuer Städte und Industrien und das Beste … sie exportieren nur 5% ihres BSP und importieren nur 7,5%. Sich zu isolieren und ihr eigenes Süppchen zu ko0chen ist für die USA kein Problem. Zudem haben sie mit Kanada, Australien, Neuseeland, Südkorea, Japan und England treueste Vasallen (selbige sind unter Trump mächtig zu Kreuze gekrochen um vorteilhafte Handelsverträge zu bekommen .. und sind davon auch zu 100% anhängig) der Rest der Welt kann den USA am Allerwertesten vorbei gehen.
Das muss der Deutschlandzerstörer H-beck doch eigentlich toll finden, wenn die alle abhauen. Dann ist das pöse CO2 in den USA und wir können in Ruhe unter dem Kindergärtner Özdemir den Biohof Deutschland voranbringen.