Wolfram Weimer / 30.01.2020 / 12:00 / Foto: Pixabay / 13 / Seite ausdrucken

Trump und Bloomberg: Das Super Bowl-Duell

Erst war es eine Milliarde Dollar, die Michael Bloomberg in seinen Wahlkampf investieren wollte. Und schon da staunte die Welt – ein Medien-Milliardär mit mehr als 50 Milliarden Dollar Privatvermögen versucht, sich mit Kommunikationsmacht und einem gigantischen Geldsack ins Weiße Haus zu kaufen. Doch nun verdoppelt Bloomberg seinen Einsatz sogar noch: zwei Milliarden Dollar will er jetzt ausgeben, um Donald Trump zu stürzen.

Mehr als 250 Millionen Dollar sind schon in die spektakuläre Medienkampagne des Ex-Bürgermeisters von New York geflossen – mehr als alle anderen Präsidentschaftskandidaten zusammen investierten, so viel wie noch nie in der Geschichte der Demokratie, und jeden Tag werden es mehr. Bloomberg hat ein Team von Hunderten sehr gut bezahlten Mitarbeitern angeheuert, vor allem Kommunikations- und Werbeprofis. Er kauft Werbeminuten im Fernsehen, Radiospots, Podcasts, digitale Kontakte, Videos, Social-Media-Kampagnen, Massenmailings. Es ist ein Jahrhundertgeschäft für Medien und politische Marketingexperten.

Bloombergs Milliardenoffensive macht Donald Trump inzwischen nervös. Immer häufiger twittert der Präsident bösartige und hämische Kommentare zu “Mini Mike”. Der 1,90 Meter große Trump will den 1,73 Meter kleinen Bloomberg als politischen Zwerg lächerlich machen. Doch mit jedem “Mini Mike”-Tweet mehr offenbart Trump, wen er derzeit von seinen Herausforderern am meisten fürchtet. Als Bloomberg nun ankündigte, den teuersten Werbespot der Welt in einer Spielpause des Super Bowls (das Finalspiel der Football-Liga erreicht rund 100 Millionen Zuschauer) am kommenden Sonntag (2.Februar) zu schalten und alleine für diese wenigen Sekunden 11 Millionen Dollar auszugeben, kündigte Trump an, dasselbe zu tun.

“Mini Mike traut sich nicht auf die Bühne der demokratischen Debatte – er ist ein schrecklicher Debattierer und Redner”. So twittert Trump am Freitagmorgen (17.1.2019) kurz nach halb 9. Und weiter: “Wenn er das täte, würde er in den Umfragen noch weiter zurückgehen (wenn das überhaupt möglich ist.)” Eine halbe Stunde später legte Trump, offenbar von der omnipräsenten Bloomberg-Werbung provoziert, nach: “Mini-Mike-Bloomberg-Anzeigen sind absichtlich falsch – ein Eitelkeitsprojekt für ihn, um ins Spiel zu kommen. Doch niemand hat seit vielen Jahren für die USA getan, was ich für die USA getan habe, einschließlich der größten Wirtschaft in der Geschichte, dem Wiederaufbau unseres Militärs, den größten Steuer- und Regulierungskürzungen aller Zeiten.”

“Bloomberg hat Momentum”

Trump könnte Bloomberg ignorieren, denn Bloomberg ist zwar reich, aber 77 Jahre alt und als New Yorker Milliardär im weiten Land nicht sonderlich beliebt. In den Meinungsumfragen liegt Bloomberg derzeit nur auf Platz fünf der demokratischen Vorwahlen, hinter dem Ex-Vizepräsidenten Joe Biden, den altlinken Senatoren Bernie Sanders und Elizabeth Warren sowie dem Newcomer Pete Buttigieg. Doch Trump hat gute Gründe, den reichen Rivalen zu fürchten:

Erstens zeigt Bloombergs Milliardenkampagne Wirkung. Er legt Woche für Woche in den Umfragen zu. “Bloomberg hat Momentum”, sagen die Wahlkampfexperten in Washington. Der beispiellose Werbedruck zeige zusehends Wirkung. Die politische Landschaft werde sich in den kommenden sechs Wochen dadurch verändern, weil Bloomberg die politische Mitte adressiert und nicht wie Sanders oder Warren weit links steht, wo keine Mehrheiten zu finden sind.

Zweitens verfolgt Bloomberg eine clevere Pokerstrategie. Er verzichtet – entgegen allen Traditionen – auf einen Wahlkampf in den ersten vier kleinen Staaten, angefangen in Iowa, wo der Nominierungswettbewerb bereits am 3. Februar beginnt. Bloomberg spekuliert, dass sich bei den Vorwahlen in Iowa, New Hamphire, South Carolina und Nevada noch kein klarer Favorit herauskristallisiert, sondern die vier Konkurrenten abwechselnd vorne liegen. Er will erst dann eingreifen, wenn es sich so richtig lohnt: zum “Super Tuesday” am 3. März, wenn die Demokraten in 14 Staaten gleichzeitig ihre Delegierten für den Nominierungsparteitag im Juli bestimmen, darunter auch so große wie Kalifornien. Diese Staaten flutet er derzeit mit Werbesendungen zu schärferen Waffengesetzen, einer Gesundheitsreform und der “Greenwood Initiative”, einem Plan, eine Million “Black Americans” zu Hausbesitzern zu machen.

Drittens mobilisiert Bloomberg gezielt die Klimaschutzbewegung für seine Kampagne. Er war Sonderbeauftragter des UN-Generalsekretärs für Klimamaßnahmen und engagiert sich in einer Initiative zur Schließung von Kohlekraftwerken. Er macht Werbung für die Klimaschutzkampagne “America’s Pledge” (Amerikas Versprechen) und will ab 2035 nur noch Elektroautos in den USA zulassen. Sein Wahlkampfteam verbreitet zudem die schöne Geschichte des grünen Bürgermeisters, der in seiner Amtszeit 800.000 Bäume in New York hat pflanzen lassen.

Viertens ist Bloombergs selbst erarbeiteter Reichtum in den USA ein starkes Argument für Tatkraft. Laut “Forbes” ist Bloomberg die achtreichste Person des Landes, mit einem Nettovermögen von 53 Milliarden Dollar. Trump steht hingegen nur auf Platz 275, mit einem Nettovermögen von etwas mehr als 3 Milliarden Dollar. Da Trump seinen Reichtum immer wieder als Maßstab für Erfolg in die öffentliche Debatte einbringt, ist der viel (erfolg-)reichere Bloomberg für ihn eine Bedrohung. Bloomberg kann er nicht – wie die anderen Herausforderer – abkanzeln als einen Verlierer und Profipolitiker, der im wahren Leben noch nichts erreicht habe.

Die gleichen Restaurants, Straßen und Clubs

In den USA findet nun das Publikum zusehends Gefallen an dem Duell zweier Männer, die sich in mancher Beziehung ziemlich nahe sind. Beide sind ähnlich alt, stammen aus New York, haben ihr Leben in den gleichen Restaurants, Straßen und Clubs verbracht, beide sind Selfmade-Männer, beide sind in Manhattan Milliardäre geworden. Beide haben nach ihrer geschäftlichen Karriere den Weg in die Politik gefunden. Beide unterhielten jahrelang sogar eine freundschaftliche Beziehung zueinander und trafen sich immer wieder bei Wohltätigkeitsveranstaltungen, Partys und sogar bei einer der Hochzeiten des ehemaligen New Yorker Bürgermeisters Rudy Giuliani.

Bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Golfclub 2007 sagte Trump, es sei “mein wirklich großes Privileg, einen Mann vorzustellen, der meiner Meinung nach einer der großen Bürgermeister ist und als einer der großen Bürgermeister, wenn nicht sogar der größte, in New York City in die Geschichte eingehen wird”. Im Jahr 2013 rühmte Trump Bloomberg als einen “fantastischen Kerl”.

Trump fühlt sich durch die Kandidatur Bloombergs aus dem eigenen Hinterhof angegriffen. Bloomberg war jener Bürgermeister, der New York durch die schwere Zeit nach den Attentaten vom 11. September gebracht und der Stadt ihren Stolz und Behauptungswillen verkörpert hat. Er gilt als großer Patriot, den Trump gerne selber mimt. Er gilt als Law-and-Order-Politiker, was Trump auch gerne sein will. Er ist ein supererfolgreicher Macher, was Trump auch von sich hören will. Dass Bloomberg nicht nur auf dem Bank-, sondern auch auf dem Reputationskonto höhere Summen stehen hat, irritiert den Präsidenten. Bloomberg weiß das und stellt lakonisch fest: Ein respektabler Geschäftsmann sei Trump nie gewesen, sondern nur ein windiger Immobilienspekulant.

Und so münzt er die lebenspraktische wie moralische Überlegenheit in den Spruch um: “Trump war großartig für reiche Leute wie mich – aber ich werde großartig für Sie sein.” Und damit es jeder US-Amerikaner auch erfährt, wird er noch einige 100 Millionen Dollar investieren – in die größte politische Werbekampagne aller Zeiten.

Dieser Beitrag erschien zuerst auf The European.

Sie lesen gern Achgut.com?
Zeigen Sie Ihre Wertschätzung!

via Direktüberweisung
Leserpost

netiquette:

Karla Kuhn / 30.01.2020

Detlef Fiedler, ich stimme Ihnen zu !  Herr Weimer verteilt wahrscheinlich das Fell des Bären gerne, bevor er erschossen wurde.  Letztendlich ist es mir egal, ich mag, wie Trump regiert, wie er als Mensch ist, interessiert mich nicht ! Wir haben in DEUTSCHLAND derart viel Probleme, das Migrationsproblem weitet sich immer mehr aus, es wird mit dem “Klimakrisennotstand” offensichtlich absichtlich zugeschüttet, um von den Folgen, die immer mehr zutage treten abzulenken, daß wir uns nicht noch fremde Probleme ans Bein binden müssen !

Gabriele Klein / 30.01.2020

Diesem Gefecht glaube ich nicht, weder Herr Trump noch Herr Bloomberg streben im Grunde nach diesem Amt . (eine ideale Voraussetzung zur Führungskraft sehe ich hier bei beiden)  Ich entnehme das den Äußerungen bei Beiden in ihrem Werdegang Es macht schlichtweg keinen Sinn für sie, von derart niederen und kindischen Motiven bewegt zu sein. Sie haben im Grunde Besseres zu tun und sind beide keine Berufspolitiker wie bei uns, die sich nur die Taschen füllen und ansonsten Pöstchen hin und herschieben für ihre “Neffen” und “Nichten”. Beide finanzieren sich selbst, somit keine Schachfiguren von geldgebenden Dritten. Das ist ihr Vorteil. Ich vermute eher dass sie die genau gleiche Sorge im Grund umtreibt und es sich nur um ein Scheingefecht handelt Die Demokraten sind keine Demokraten mehr und von Kommunisten unterwandert. Vielleicht brachte dies Bloomberg ins Rennen. Eine Entscheidung zwischen Bloomberg und Trump am Ende wäre das Beste was Amerika passieren kann. Beide wären,  selbst bei unterschiedlichen politischen Akzenten ok und würden für die Sache Arbeiten und nicht für sich wie bei uns. Bei Beiden kann man sowas wie ein Gewissen noch erkennen bei den unseren leider nicht. Natürlich arbeitet Jeder auch im eigenen Interesse. Keiner dürfte an den kommunistischen Ideen eines Sanders oder diversen anderen Knallchargen die sich im Grunde nur durch ihr Amt bereichern interessiert sein. Mich erinnern diese Wahlen an die Eigentümerversammlungen meines kleinen Apartments in einem “Wohnsilo”. Wenn es die korrupte Verwaltung zu dolle treibt sind die die die meisten Anteile haben meist federführend in seiner Absetzung, sofern sie nicht, wenn man Pech hat , den Verwalter bei seinen überteuerten “Neuerungen” beliefern und dadurch für die satten Mietpreise sorgen über die man dann im Bundestag debattiert. Und so ist es da auch beide, Trump und Bloomberg gehören zu den ersten Leittragenden sollte sich ein kleiner Hitler oder “Junger Pionier” profilieren wollen.

Volker Kleinophorst / 30.01.2020

Bloomberg hat “einem Plan, eine Million “Black Americans” zu Hausbesitzern zu machen.” An den letzten genialen Plan, alle Amerikaner zu Hausbesitzern zu machen, kann ich mich noch gut erinnern. Endete mit der Lehmann-Pleite und der Feststellung: Pleite-Banken sind systemrelevant. Für deren Schulden haftet der Bürger. Kapitalismus mit sozialistischen Zügen. Aber Bloomberg wirds nicht, jedenfalls solange noch im ganzen Land abgestimmt wird. Warum er da sein Geld verbrennt? Weiß ich nicht. Weimer wohl auch nicht. Zu den Fieberträumen von Herrn Weimer fällt mir nur ein: Politik - ein Weimermärchen. Erst Ermler, dann Weimer, ist heute Welt-Luftpumpentag bei Achse? (Kleiner Scherz, ich hoffe so was ist noch drin. Mit Verlaub.)

Richard Loewe / 30.01.2020

Bloomberg ist so peinlich, dass ich fast schon Mitleid mit ihm habe. Man sehe sich nur sein Interview mit ABC News an. Er will alle “assault weapons” verbieten, darauf hingewiesen, dass er alle Pistolen verbieten moechte, klaert er die Interviewerin auf, dass Pistolen ja nicht “brbrbrb” machen, weil man ja den Abzug immer wieder betaetigen muesste Die Interviewerin erklaert ihm dann vorsichtig, dass das ja ohnehin verbotene automatischen Waffen sind. Ist ihm alles egal, Mini Mike will was und dann hat auch die Realitaet stillzuhalten. Alle Rechte kommen naemlich von Mini Mike. Der kann 50 Millarden ausgeben, der wird nicht mal 5% der Stimmen in der Vorwahl bekommen.

B. Ollo / 30.01.2020

Ich habe zwar ähnliche Befürchtungen, wie Herr Taterka in den Kommentaren hier, aber ein paar Dinge sollte man vielleicht trotzdem beachten: Bloomberg, als der noch reichere Milliardär von beiden, ist so gar nicht das Ideal, was in linken Kreisen gewünscht ist. Zumal er finanziell auch überhaupt nicht auf Lobbygruppen und Spenden angewiesen ist, wie es Obama und Clinton waren und andere Kandidaten sind. Er ist auf absolut niemanden angewiesen, streng genommen nicht einmal auf die Partei. Er kann sich natürlich im Wahlkampf auf Positionen diverser Lobbygruppen bewegen, er muss es aber nicht. Und vermutlich wird er es auch pragmatisch handhaben. Fluch und Segen für ihn zugleich. Da, wo Bloomberg sich als Law&Order;-Politiker einen Namen machte, hatte es eigentlich immer mit der Einschränkung der individuellen Freiheit in der persönlichen Lebensführung zu tun. Von Allgemeinplätzen der Demokraten, wie Waffenbesitz, abgesehen. Mit idiotischen Verboten Wahlwerbung zu machen hatten wir in Deutschland ja auch bei den Grünen. Siehe Veggie-Day.

S. Salochin / 30.01.2020

Herr Weimer, ihre feuchten Träume vom Scheitern des “dummen, verdammten amerikanischen Schweinehunds” (Woody Allen/Zelig) werden leider nicht wahr werden, so wenig wie die eines pickeligen Pubertierenden über heiße Nächte mit der Schulschönheit. Trump wird wiedergewählt und wer hier nervös wird, heißt nicht Donald, sondern Wolfram. In Ihrer für die Achse allmählich peinlichen Penetranz und Ignoranz haben Sie leider die Gründe nicht verstanden, warum Trump überhaupt Präsident wurde. Es war nicht trotz der Hillary-Kapamgne, sondern wegen ihr, nicht trotz so weitblickender politischer Analysten wie Ihnen, sondern wegen all der Anti-Trumper und Hollywoodys. Jeder Sturm, den die Gegner gegen Trump entfachen, wendet sich gegen sie. Auch darin sind die Amerikaner und die Engländer uns einen großen Schritt voraus, dass sie die Vordergründigkeit der Medien, der Kampagnen und Fake-News eher durchschauen. Bloomberg ist ein ehemaliger aufgeblasener Bürgermeister, der keine neuen Ideen hat, mit den Errungenschaften von Trump auch mit der größten Kampagne gar nicht konkurrieren kann: Niedrigste Arbeitslosenrate, Stockmarket-Rallye mit nahezu 30.000 Punkten, 5000 Dollar(!) gestiegenes Realeinkommen für die amerikanische Durchschnittsfamilie, Vernichtung von ISIS, Tötung von Al-Baghdadi und Soleymani, Rückzug aus Syrien, Anerkennung von Jerusalem als neuer Hauptstadt, Fertigstellung eines Großteil des Walls, Bennennung von 2 Richtern im obersten Gerichtshof, weit über 100 Bundesrichtern, Streichung vonTausenden von Regularien, Sieg im Handelsstreit mit China, neues Handelsabkommen mit Kanada und Mexiko, eine boomende Wirtschaft, medizinische Versorgung der Soldaten (Veterans Choice), Aufbau des Militärs, Gefängnisreform und Ausstieg aus dem Pariser Klimaabkommen(!). Langweilen Sie uns nicht weiter mit ihren Fantasien über den allmächtigen Mini-Mike und träumen Sie lieber weiter von der Schulschönheit.

Stefan Riedel / 30.01.2020

“...Er(Doomberg) gilt als Law-and-Order-Politiker,...”, wohl eher als Oberverbotspolitiker (Coke, Zucker…..). Schauen sich doch einfach nur die Bilder der Trump- Rally und des Umfelds dieser Veranstaltung im durch und durch demokratischen Ostküstenstaat New Jersey an (letzten Dienstag). Da sehen Sie, wer Momentum besitzt:  Präsident Donald J. Trump. Und ” ...einem Plan, eine Million “Black Americans” zu Hausbesitzern zu machen…”. Willkommen bei den Freddie Mac und Fenny May und Lehman Brothers Pleiten. Bei Bill Clinton hieß das ” affordable housing”. Ergebnis bekannt!

Thomas Taterka / 30.01.2020

Ich weiß, daß das hier auf der “Achse” nicht so gern gehört wird,  - aber vielleicht sollte man sich mit drei Gedanken schon mal vorzeitig anfreunden : 1. Merkel wird wiedergewählt. 2. Bloomberg läßt Trump aus der Kurve fliegen. 3. Beide werden glänzend miteinander auskommen. Die ” grünen” Eliten werden sich sozial weiter absetzen ,in beiden Ländern. In den USA wird das gelingen, ohne großen Protest ( siehe Sozial -und Gesundheitspolitik Bloombergs ), in Deutschland ist der Niedergang bereits vorgezeichnet. Aber es wird solange als Fortschritt ( Anpassung an amerikanische Fortschrittlichkeit) medial verkauft werden, wie es überhaupt geht. Die USA werden gestärkt aus diesen Veränderungen hervorgehen, in Deutschland wird Merkel ein Erbe der Zerrüttung hinterlassen von bisher nie gekanntem Ausmaß. Aus den “Vereinigten Staaten von Europa” unter der Führung Deutschlands wird kein Partner oder Konkurrent der USA, - sondern ein weltpolitisch gefährlicher Brandherd der Konfliktvermeidung, eine Art schlafender Vulkan. Die Risse im gesellschaftlichen Gefüge werden unübersehbar werden , Vorboten sehr unfriedlicher Zeiten, über deren endgültige Gestalt sich zu diesem Zeitpunkt allerdings nur mutmaßen läßt.

Klaus Gehle / 30.01.2020

Donald Trump einen Selfmade Milliardär zu nennen halte ich für fragwürdig. Einerseits können den Forbes zahlen, Trump betreffend, nicht viel Bedeutung zugemessen werden, da Trump das Magazin schon bei seinem ersten Eintrag in der Liste manipulierte um sein öffentliches Profil zu steigern und seinen trickbetrügerischen Methoden mehr Nachalt zu verleihen. Der Milliardär-Part ist nicht wirklich belegt, der Selfmade Teil definitiv falsch. Donald Trump hat ein immenses Vermögen geerbt. Sollte man Forbes glauben, hat er dieses vermehrt, aber Selfmade ist davon nicht viel.

Frank Klein / 30.01.2020

Wenn eine Person Trump schlagen kann, dann ist es Bloomberg. Die Trump-Hasser hierzulande sollten sich aber nicht zu früh freuen: Bloomberg ist kein Linkspopulist ohne Rückgrat und Verantwortungsbewusstsein wie Merkel, sondern eine moderate Version eines Trump. Bloomberg wird ebenfalls vor allem amerikanische Interessen vertreten.

Weitere anzeigen Leserbrief schreiben:

Leserbrief schreiben

Leserbriefe können nur am Erscheinungstag des Artikel eingereicht werden. Die Zahl der veröffentlichten Leserzuschriften ist auf 50 pro Artikel begrenzt. An Wochenenden kann es zu Verzögerungen beim Erscheinen von Leserbriefen kommen. Wir bitten um Ihr Verständnis.

Verwandte Themen
Wolfram Weimer / 26.06.2020 / 06:00 / 80

Corona als Kanzlermacher

In der CDU knistert es. Die Kanzlerkandidatur-Frage legt sich wie eine Krimispannung über die Partei. Im Dreikampf und die Merkelnachfolge zwischen Markus Söder, Armin Laschet…/ mehr

Wolfram Weimer / 18.06.2020 / 06:29 / 104

Der Rassist Karl Marx

Die Rassismus-Debatte eskaliert zum Kulturkampf. In Amerika werden Kolumbus-Denkmäler geköpft oder niedergerissen, in England sind Kolonialisten-Statuen zerstört oder in Hafenbecken geworfen worden, in Antwerpen trifft…/ mehr

Wolfram Weimer / 12.06.2020 / 10:00 / 47

Nichts ist unmöglich: AKK als Bundespräsidentin?

„Das ist die größte Wunderheilung seit Lazarus“, frohlocken CDU-Bundestagsabgeordnete über das Comeback ihrer Partei. Die Union wankte zu Jahresbeginn dem Abgrund entgegen, immer tiefer sackten…/ mehr

Wolfram Weimer / 21.05.2020 / 12:00 / 23

Warren Buffet traut dem Braten nicht

Warren Buffetts Barreserven liegen jetzt bei sagenhaften 137 Milliarden Dollar. Das ist so viel wie das Bruttosozialprodukt der 50 ärmsten Staaten der Welt zusammengenommen –…/ mehr

Wolfram Weimer / 07.05.2020 / 06:29 / 105

Anders Tegnell: Der Stachel im Fleisch der Corona-Politik

Schwedens Staatsepidemiologe Anders Tegnell spaltet die Gemüter. Er trägt weder Anzüge noch Medizinerkittel. Er vermeidet jedes Pathos und Wissenschaftlergehabe. Im Strickpullover erklärt er mit lässiger…/ mehr

Wolfram Weimer / 23.04.2020 / 06:10 / 183

Robert Habeck: Die grüne Sonne geht unter

Am 7. März erreichten die Grünen im RTL/n-tv-Trendbarometer noch Zustimmungswerte von 24 Prozent. Monatelang waren sie konstant die zweitstärkste Partei in Deutschland, satte 8 Prozentpunkte betrug der…/ mehr

Wolfram Weimer / 17.04.2020 / 06:17 / 90

China blockiert Recherchen zur Virus-Herkunft

Wie kam das Coronavirus von der Fledermaus auf die Menschen? Der Tiermarkt in Wuhan war es wohl doch nicht. Ein Virus-Forschungslabor nebenan spielt offenbar eine…/ mehr

Wolfram Weimer / 03.04.2020 / 06:25 / 100

Die liberale Corona-Bekämpfung

Die Bewältigung der Corona-Krise ist nicht alternativlos. Während viele Länder Europas – auch Deutschland – auf radikale Massen-Quarantänen mit wochenlangen Ausgangssperren und Kontaktverboten setzen, vertrauen…/ mehr

Unsere Liste der Guten

Ob als Klimaleugner, Klugscheißer oder Betonköpfe tituliert, die Autoren der Achse des Guten lassen sich nicht darin beirren, mit unabhängigem Denken dem Mainstream der Angepassten etwas entgegenzusetzen. Wer macht mit? Hier
Autoren

Unerhört!

Warum senken so viele Menschen die Stimme, wenn sie ihre Meinung sagen? Wo darf in unserer bunten Republik noch bunt gedacht werden? Hier
Achgut.com