Günter Ederer / 20.04.2018 / 06:20 / Foto: kremlin.ru / 32 / Seite ausdrucken

Toxisches Russland (Teil 1)

Die Angst vor einem realen Krieg zwischen den USA und Russland kriecht in das Bewusstsein der Deutschen und löst gefährliche Lähmungen im Denken und Handeln aus. Zunehmend versuchen die Qualitätsnachrichten, ein ausgewogenes Bild zwischen den Westmächten USA, Frankreich und Großbritannien auf der einen und Russland auf der anderen Seite zu verbreiten. Tendenz der Debatte: Da wird mit unbewiesenen Vorwürfen auf beiden Seiten am Rande einer Katastrophe hantiert und gleichzeitig schaukeln wir uns in eine Situation, die noch schlimmer ist als der kalte Krieg oder die Kuba-Krise.

Der Angriff der drei Westmächte auf syrische Einrichtungen zur Lagerung oder Herstellung von Chemiewaffen kann alles mögliche bedeuten, sicher aber keine Herausforderung Russlands oder gar die Verschiebung des militärischen Gewichtes im Syrienkonflikt. Er war für die einen eine Strafaktion, für andere ein symbolischer Akt, um Flagge zu zeigen gegen Chemiewaffen oder um sein Gewissen zu beruhigen, gegen dieses Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch den moralisch verkommenen Diktator Assad doch etwas unternommen zu haben.

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Die Angst vor einem Krieg zwischen Russland und den Westmächten gehört zu den schlimmsten Szenarien, die wir uns nach Jahrzehnten eines Friedens in den meisten Teilen Europas vorstellen können. Aber diese verständliche Angst legt Gedankenstrukturen frei, die jeden Mord, ja jeden Massenmord rechtfertigen, solange man nicht selbst davon betroffen ist. Wobei die Geschichte über Jahrhunderte gezeigt hat, dass dieses „Kopf in den Sand stecken" nie funktioniert hat.

Bei keinem Satz applaudiert das Publikum in den Talkshows so viel, wenn Politiker oder Moderatoren sagen: „Wir müssen die Ursachen der Flüchtlingsströme stoppen". Damit wurden Kopfbilder erzeugt von Entwicklungshelfern, die in bitterarmen Staaten Berufsschulzentren bauen, Brunnen bohren, Schulen eröffnen et cetera. Dass dies in Staaten geschieht, in denen die herrschenden korrupten Cliquen schneller klauen, als die Entwicklungshilfegelder wirken können, dass dort Geburtenraten von bis zu 7 Kindern pro Frau jede zukünftige Wirtschaftsentwicklung zunichte machen, wird natürlich nicht erwähnt, das passt nicht in die Illusionswelt der akuten Flüchtlingskrise, von der Europa gerade betroffen ist.

Fluchtursachen bekämpfen? Aber bitte ohne Waffen...

Dass da aber im Nahen Osten die mörderischen Banden des Islamischen Staates hunderttausende zur Flucht zwangen, dass da in Damaskus die Verbrecherclique Assad ihr eigenes Land in Schutt und Asche legt, wird bei der Ursachenbekämpfung ausgeblendet. Zwar kommen aus dieser Region zurzeit die meisten Flüchtlinge nach Deutschland, aber wir bleiben von Anfang an lieber Zaungast. Wir tun fast gar nichts, um ernsthaft die Ursachen der Flüchtlingsströme zu beseitigen.

Am deutlichsten wird dies seit dem militärischen Eingreifen der Türkei in Syrien sichtbar: Die fällt in die Provinz Afrim in Nordsyrien ein und vertreibt dort Kurden und Jesiden, um Platz zu schaffen für sunnitische Araber. Und was macht die Bundesregierung, was macht der Westen? Die Staaten der NATO schweigen oder stottern so ein bisschen herum. Dieser Verlust an Glaubwürdigkeit ist fast noch schlimmer als die eigentliche Kriegshandlung.

Jeder, der es schafft, aus diesem von den Türken eroberten Gebiet nach Deutschland zu kommen, hat meines Erachtens ein Recht auf Asyl – solange er nicht Kämpfer irgendeiner der vielen islamistischen Gruppen war. Und schon sind wir mittendrin im nahöstlichen Schlammassel, aus dem wir uns so gerne vornehm heraushalten möchten. Wir müssen uns entscheiden, ob wir Überfälle tolerieren und uns mit ein paar Friedensappellen davonstehlen, oder ob wir die laut verkündete Doktrin: „Wir werden die Ursachen der Flüchtlingsströme bekämpfen" auch dort durchsetzen, wo dies nur durch militärisches Eingreifen möglich ist. 

Nun wissen wir alle, dass die Bundeswehr zurzeit eher einer Geisterarmee gleicht als eine militärische Einrichtung, mit der wir irgendjemand erschrecken könnten. Was Deutschland aber gerade im Falle der Türkei anstoßen könnte, wäre eine konsequente Ächtung des Regimes Erdogans mit wirtschaftlichen Sanktionen. Dazu Beispiele: Einreiseverbot der Mitglieder der Erdogan-Partei, Auftrittsverbot von Erdogans AKP-Partei in Deutschland, Abbruch aller Beziehungen zur Religionsbehörde DITIB et cetera. Darüber hinaus ist eine Diskussion nötig, ob ein Staat wie Erdogans Türkei noch Mitglied in der NATO sein kann – es sei denn, die NATO versteht sich ausschließlich als antirussisches Militärbündnis ohne weltanschauliche Grundwerte. 

Je gewalttätiger, je siegreicher

Deutlicher noch als im Verhältnis mit der Türkei muss sich die Bundesregierung entscheiden, wo sie unser Land in der Auseinandersetzung mit Russland positionieren will. Wenn je der Spruch: „Gewalt ist keine Lösung" deutlicher ad absurdum geführt wurde wie zurzeit mit der russischen Einmischung in Syrien, dann gehört dazu mehr als zynische Blindheit oder grenzenlose Menschenverachtung. Rohe Gewalt entscheidet, was in Zukunft aus der Region wird. Das Gemetzel in Syrien dauert mittlerweile mehr als 7 Jahre und ein Ende ist nicht in Sicht. Die Opfer sind die Menschen, die Täter sind Strategen, denen es entweder um ihren regionalen Einfluss geht, wie dem Iran und Russland, oder um die Macht, sein Leben im Luxus weiter genießen zu können, wie dem Assad-Clan. Angeheizt wird das Morden noch von religiösen Eiferern, die jede Hemmung beim Töten verloren haben.

Über Lösungen in der Syrienfrage wird diskutiert, als ob es dort nicht um hunderttausende Tote ginge, um Millionen Vertriebene, um den Einsatz aller nur denkbarer Vernichtungsstrategien, Giftgase eingeschlossen. Und diese Vernichtung von Menschen wirft natürlich die Frage auf, für was die Vereinten Nationen überhaupt noch da sind. Im Kalten Krieg spielten sie die Rolle einer Institution, in der der Ost-West-Gegensatz verbal ausgetragen wurde. Und heute? Ist es nur noch die Blockade zwischen den USA und Russland um eine Vorherrschaft? Aber Vorherrschaft über was?

Russland ist als Staat so unattraktiv, wie ein Staat nur sein kann. Korrupt, ohne Rechtssicherheit, ohne soziale Kompetenz, dafür aber gekennzeichnet von einem Brutalokapitalismus, in dem Multimilliardäre von der Gunst des Neumilliardärs Putin leben. Russland hat auch ein Einwanderungsproblem. Die Geburtenrate ist sehr niedrig und die Bevölkerung schrumpft. Aber niemand mit einer qualifizierten Ausbildung kommt. Die USA sind trotz Trump immer noch ein Magnet, der Millionen Menschen aus aller Welt anzieht, vor allem aus Mittel- und Südamerika. Auch militärisch ist Russland isoliert, hat keine Verbündeten mehr. Im Gegensatz zu den USA. Trotz Trump kann sich Amerika auf seine traditionellen Freunde verlassen, voran Großbritannien, Frankreich und Australien. Im Ernstfall auch auf die Skandinavier und Osteuropäer. Dänen und Niederländer flogen zum Beispiel Angriffe gegen den IS. 

Und wir Deutschen? Wenn die Bundeskanzlerin verkündet, dass sich Deutschland nicht an militärischen Einsätzen gegen das Assadregime beteilige, dann solle sie auch in Zukunft vermeiden, den Satz zu wiederholen: „Wir wollen die Ursachen der Flüchtlingswellen bekämpfen." Und: „Gewalt ist keine Lösung". Die Bekämpfung des mörderischen Assadregims überlässt sie anderen. Und damit hat sie die Unterstützung der meisten Deutschen. Doch während Merkel vielleicht dazu bereit wäre, wieder einige hunderttausend Flüchtlinge aus den zerbombten Städten Syriens aufzunehmen, will das die überwiegende Mehrheit der Deutschen ganz gewiss auch nicht.

Deutschland: Weltmacht für moralische Sprüche

Wir sollten uns erst einmal entspannen, meinte der linke Politiker Jan von Aken in der Talkshow bei Anne Will. „Entspannt" beim Massenschlachten. Zynischer geht es kaum noch. Aber er hat auch einen Vorschlag: Bei dem Einfluss, den Deutschland in Moskau und Washington genießt, sollte es endlich aktiv werden und die beiden Großmächte an den Verhandlungstisch bringen. Da paart sich dann Zynismus mit Größenwahn. Im Nahen Osten bestimmt zurzeit die Gewaltbereitschaft. Das wird international auch anerkannt, selbst von der Bundesregierung. Denn die Erkenntnis aller lautet: Ohne Russland gibt es keine Lösung. Und Russland setzt auf Gewalt. Deutschland ist dagegen Weltmacht für moralische Aufrufe. Die retten aber in Syrien kein einziges Menschenleben.

Die neueste Diskussion über den Einsatz von Giftgas in Syrien durch das Assadregime fällt zusammen mit dem Giftgasanschlag auf den Doppelagenten Sergej Skripal und seine Tochter Julia in Salisbury. Die Sympathie für Geheimdienstagenten hält sich gewöhnlich in Grenzen. Umso verwirrender ist das, was da in einem beschaulichen Städtchen in Südengland passierte. Die Londoner Regierung machte schnell Russland und sogar Präsident Putin persönlich für diese Untat verantwortlich.

28 Staaten haben sich mit Großbritannien solidarisch erklärt und russische Diplomaten ausgewiesen. Das hat faktisch sicherlich nicht viel zu bedeuten, aber es zeigt, wie isoliert Russland mittlerweile ist. Die Ukraine, Moldawien, Albanien, Mazedonien und alle baltischen Staaten fühlen sich von den USA und dem Westen immer noch eher beschützt, als von einer Freundschaft mit Russland. Damit wurde durch die britische Giftgasaffäre deutlich, wie beschädigt das Ansehen Putins ist. Diese diplomatische Niederlage ist sicher wirkungsvoller als mancher wirtschaftlicher Sanktionsbeschluss. 

Parallel zum Krieg in Syrien tobt seither ein Krieg der Worte. Die Beschuldigung Londons, dass Russland verantwortlich sei, trifft Putin und seine Regierung offensichtlich ziemlich unerwartet. Außer bei den unerschütterlichen Russlandverstehern ist der Kreml isoliert. Alle Versuche sich reinzuwaschen und sogar die Schuld auf Großbritannien umzulenken, scheitern, weil Moskau gleichzeitig alle Aufklärungsversuche behindert. Was würde dagegen sprechen, die Internationale Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW mit einem umfangreichen Mandat auszustatten, um im Gebiet, in dem Giftgas eingesetzt worden sein soll, alles untersuchen zu können und auch den Schuldigen benennen zu dürfen? Genau das macht Moskau nicht und kann damit vielleicht die eigene Bevölkerung manipulieren, den größten Teil des Rests der Welt aber nicht.

Die lange Liste russischer Lügen

Die Reaktion Londons und die erstaunliche Solidarität von 28 Staaten wäre sicher nicht so schnell und umfangreich ausgefallen, hätte sich Russland nicht bei seinen dreisten Lügen mehrfach erwischen lassen oder durch sein Verwirrspiel das Misstrauensfass zum Überlaufen gebracht. Deutlicher als bei dem Giftanschlag auf Sergej Skripal und seine Tochter Julia ist die Sachlage beim Attentat auf Alexander Litwinenko mit dem radioaktiven Polonium-Isotop 210. Alle Indizien führen zu den russischen Agenten Andrej Lugowoi und Dimitri Kotun. Sie konnten Großbritannien vor ihrer Verhaftung verlassen und wurden von Russland weder ausgeliefert noch verhört. Im Gegenteil: Andrej Lugowoi sitzt heute im russischen Parlament als Abgeordneter der nationalistischen LDPR und wurde 2015 von Putin mit einem Verdienstorden ausgezeichnet. 

Bei der Annexion der Krim log Putin persönlich so unverblümt, dass selbst seinen internationalen Hofsängern nichts anderes übrig blieb, als von einer Verletzung des Völkerrechts zu reden. Von den „Männern in Grün" erzählte Putin, die Kleidung trugen, die es in jedem Supermarkt zu kaufen gäbe. Als sich diese nicht länger als Soldaten der russischen Armee tarnen ließen, gab er zu, gelogen zu haben – aber es sei eine Notlüge gewesen, um die Menschen auf der Krim in ihr ersehntes Russland zu verhelfen. Mit einer getürkten Wahl ließ er sich das bestätigen.

Ähnlich war es dann in der Ostukraine, wo angeblich Armeeangehörige ihre Waffen mit in den Urlaub genommen hätten und freiwillig den unterdrückten russlandaffinen Ukrainern geholfen hätten, den Angriff der Neofaschisten abzuwehren. Irgendwann fühlte sich Moskau dann stark genug zuzugeben, dass es sich um reguläre russische Einheiten handelte.

Leugnen, Verwirrung stiften, unabhängige Aufklärer behindern, war auch die Taktik, um den Abschuss einer zivilen Boeing der malaysischen Fluggesellschaft MH mit 289 Toten zu vernebeln. Dazu Cyberattacken, Behinderung bei der Aufklärung von früheren Giftgasvorfällen in Syrien und sichtbar verlogener Berichte in den russischen Medien haben Putin und sein Herrschaftssystem immer mehr in die Isolierung getrieben. Und umso mehr er sich eingekreist fühlt, umso mehr giert er nach internationaler Beachtung.

Die Langzeitwirkung von Lügen

So ist er sich auch nicht schade genug, mit einem iranischen Religionsmachthaber (mit der zweithöchsten Hinrichtungszahl der Welt) und einem türkischen Religionspotentaten zu treffen, um dabei gemeinsam ihre nächsten Kriegsfeldzüge zu koordinieren. Eines hat er ja mit dem Türken Erdogan gemeinsam: Beide sind, aus ärmlichen Verhältnissen kommend, zu Milliardären geworden. Bei allem, was der Westen unternimmt, vergisst er offenbar, dass es diesen Potentaten nicht zuletzt um sich selbst und ihren Clan geht. Das trifft auch auf den Syrer Assad zu. 

Diese Lügenkonstrukte werden von den Putinfreunden gerne damit entschuldigt, dass der Westen auch nicht besser sei. Schließlich hätten die USA auch die UNO belogen und gefälschte Dokumente über die angeblichen Massenvernichtungswaffen Saddam Husseins vorgelegt, mit denen sie dann den Krieg gegen den Irak gerechtfertigt hätten. Leider stimmt diese Geschichte. Die Glaubwürdigkeit der USA ist damit nachhaltig erschüttert.

Doch Moskau scheint daraus die falschen Lehren zu ziehen: Statt zu erkennen, wie langfristig Lügen dem Lügner schaden, glaubt der Kreml offenbar, dass sich die Völkergemeinschaft mit solchen Tricks abfindet. Tut sie aber nicht, sondern, wie jetzt Putin erfahren muss, gilt eher das deutsche Sprichwort: „Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, und wenn er auch die Wahrheit spricht.“ Wobei Russland bisher seine Lügen durch weitere Vertuschungen zu tarnen versucht.  

Natürlich wäre es auch sympathischer, wenn der Scharfmacher der Auseinandersetzung, der britische Außenminister Boris Johnson, jetzt, wo er Solidarität einforderte, auch erkannt hätte, dass seine verlogene Brexitkampagne dem Westen sehr geschadet hat. Und natürlich wäre es angenehmer, wenn in Washington nicht ein twitternder Egomane Präsident wäre. Die Achse USA-Frankreich-Großbritannien hat trotzdem wieder einmal gehalten. Das sollte für Putin die eigentliche Lektion sein: Abgesehen von den jeweiligen Machtverhältnissen in Washington, Paris und London: Diese Staaten werden immer zusammenhalten, sollte es zu militärischen Aktionen kommen.

Morgen lesen Sie im zweiten Teil dieses Beitrages: Die Russland-Versteher und ihre Argumente

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Siegfried Ulrich / 20.04.2018

Ich schließe mich Herrn Stefan Töns Kommentar vom 20.04.2018 “Das ich auf der Achse des Guten einmal ein derart einseitiges Russland- bzw. Putin-Bashing lesen müsste, hätte ich nicht erwartet.”  voll an. Das war auch mein erster Gedanke. Ich bin auch überhaupt nicht der Meinung, daß Assad nach jahrelangen Kämpfen um das - vom wem auch immer festungsartig ausgebaute - Douma kurz vor dessen Eroberung chemische Kampfstoffe eingesetzt haben soll. Angesichts der Drohkulisse der “Wertegemeinschaft” ( in anderen Leserbriefen bereits entlarvt…) wäre er ausgesprochen dämlich gewesen. Das Gegenteil hat er längst bewiesen. Vielleicht ist der Beitrag aber auch als Satire gedacht ?  Dann wäre er wiederum stimmig:-) Wir dürfen also gespannt auf den zweiten Teil sein….  

Rüdiger Kuth / 20.04.2018

Zu Syrien empfehle ich mal den Beitrag “Die den Sturm ernten” von Dr. Michael Lüders in der ARD Mediathek. Sehr interessant…

Johann Seibert / 20.04.2018

Herr Ederer, ich hätte nie gedacht, bei der Achse, einen so einseitigen, an der Realität vorbei gehenden Artikel zu lesen. Jeder Mensch, der nicht nur die MSM konsumiert, müßte inzwischen wissen, wer die wahren Drahtzieher der ganzen letzten Kriege und der damit einher gehenden Flüchtlingsströme sind. Ihr Artikel ist entweder naiv, oder grenzenlos ignorant der Wirklichkeit gegenüber. Oder ist er vielleicht satierisch gemeint?

Axel Heidecke / 20.04.2018

Sehr geehrter Herr Ederer Ich habe vor 30 Jahren Ihre Reportagen im Fernsehen gesehen und war begeistert . Jemand der zum Nachdenken anregt . Warum solche Artikel jetzt auf der Achse . Russland ohne Unterstützer ? China ,Indien , halb Südamerika ? Was ist mit Ihnen passiert Die Frage lautet immer ; Wem nützt es und woher kommt das Geld . Auch in der Ukraine ! Nuland !

Ivan de Grisogono / 20.04.2018

@Blumen Richtig beschrieben! Eine Partei haben Sie leider übersehen. Nach seriösen Berichten und für Alle die Politik verfolgen ist offensichtlich, dass die meisten, wenn auch nicht die lautesten, Putin–Versteher aus den SPD Kreisen kommen. Viele „prominente“  Namen fallen sofort ein!

Andreas Marko / 20.04.2018

Geehrter Herr Ederer Mit Bedauern muss ich feststellen, dass die einseitige Beschuldigung Russlands hier in diesem Artikel weder zielführend noch sinnvoll ist. Ich wil hier keineswegs Russland in Schutz nehmen, denn es entspricht der Wahrheit, dass das Land in der Korruption versunken ist und das Land in der Welt nicht wirklich Macht ausüben kann. Dem entgegen muss aber im gleichen Atemzug erwähnt werden, dass Amerika sich zwar als Macht aufspielt, dies aber auch nur unter nichteinhaltung der Menschen- und Völkerrechte erreicht hat. Warum sanktioniert kein Land der Welt Amerika bei einem völkerrechtlichen Vergehen? Die Frage sollte einfach zu beantworten sein. In jedem Land, in dem Amerika eingefallen ist, wurde unter Vorspiegelung falscher Tatsachen die Regierung gestürzt, das Land destabilisiert, eine amerikafreundliche Regierung gestellt und eine amerikanische Zentralbank installiert. Beginnend mit der Zeit nach dem WW2 hat Amerika die Welt bei sich verschuldet und somit unter dem Vorwand der humanitären Hilfe alle in Ihre Abhängigkeit gestürzt. Nach dem drohenden Verfall des Dollar und der Aufhebung der Golddeckung durch Amerika 1971 und den Zwang weltweit Erdöl in Dollar zu bezahlen, wurde wieder Nachfrage nach Dollar geschaffen und die Welt wieder dorthin gebracht, wo sie nach Meinung der Amerikaner hingehört: Unter die Allmacht der Weltpolizei Amerika. Und so lange die Welt in Dollar rechnet und bezahlt, kann ein überschuldetes Land auf Grund der Nachfrage nach seiner Währung weiter bestehen, obwohl es schon lange in Konkurs sein müsste. Berichten Sie bitte Allseitig und nicht einseitig, beschuldigen Sie nicht Russland alleine der Lügen, wenn Amerika noch grössere Lügen auftischt und beteiligen Sie sich nicht an der Verteufelung Russlands. Sie machen sich persönlich mitschuldig an den folgen dieses amerikanischen Spiels. Mit freundlichen Grüssen Andreas Marko

K.H. Münter / 20.04.2018

Was mir in dem Artikel fehlt ist zumindest die Erwähnung wie hemmungslos Staaten wie die USA, England oder Frankreich lügen bzw. in der Vergangenheit schon gelogen haben. Gerade England ist ein Paradebeispiel dafür wenn ich nur daran denke wie oft England schon Verträge gebrochen hat wenn sich daraus ein Nutzen ziehen lassen konnte und das mit meist fadenscheinigen Begründungen. Wer mir leid tut ist z.B. die Bevölkerung in Syrien. Da haben mal wieder welche “geostrategische Interessen” und das Leid der Bevölkerung geht den Drahtziehern am sprichwörtlich Allerwertesten vorbei, sind ja auch viel Tausend Kilometer oder Meilen entfernt davon.

Udo Brozowski / 20.04.2018

In dem Artikel wird zu einseitig die Ursache des Problems bei Putin gesucht. Den Anfang hat aber zweifellos die USA gemacht, die so wie in Tunesien, Lybien und Ägypten eine andere Regieung installieren wollte. Sie hat Oppositionsgruppen militärisch unterstützt, wodurch erst der Krieg anfing. Es geht den USA auch darum, den Einfluss von Russland in der Region   einzuschränken. Bevor die USA in Syrien eingriffen, war es ein friedliches Land. Diktatoren gibt es im Nahen Osten viele, mit denen die USA zusammenarbeiten, solange sie ihre Interessen vertreten. Es ist doch aber logisch, dass Russland einen Verbündeten in so einem Konflikt unterstützt, ebenso der Iran. Nein, es ist wie bei den unnötigen und ungerechten Kriegen gegen den Irak und Afghanistan,  die USA ist für den Krieg in Syrien verantwortlich und für die Instabilität im Nahen Osten.

Christoph Friedrich / 20.04.2018

Rußland setzt auf Gewalt? Falsch, es ist der Westen, der seit Jahren auf Gewalt setzt - siehe Serbien, siehe Majdan, siehe Afghanistan, siehe Libyen, siehe Irak, siehe Syrien. Was Lügen betrifft: Siehe die Brutkastenlüge, siehe die Lüge von den irakischen Massenvernichtungswaffen. Diese westlichen Lügen sind inzwischen offensichtlich. Hinzu kommen die westlichen Lügen wie über den Abschuß der MH17 (die runden Einschußlöcher BEWEISEN, daß die MH17 von einem Kampfflugzeug beschossen wurde) und über angebliche Giftgaseinsätze der syrischen Regierung (die merkwürdigerweise immer dann gemeldet wurden, wenn sie für die syrische Regierung am wenigsten Sinn hatten). Es war die syrische Regierung, die Rußland um Hilfe bat - womit die russischen Truppen die einzigen ausländischen sind, die sich völkerrechtsgemäß dort aufhalten. Und daß weite Teile Syriens in Schutt und Asche liegen, hat seine Ursache darin, daß westlich unterstützte Rebellen, darunter viele fanatische Islamisten, Krieg gegen die syrische Regierung führen. In Sachen Skripal ist bislang nichts erwiesen. Ein Rechtsstaat ist aber nur dann ein Rechtsstaat, wenn er erst aufgrund bewiesener Tatsachen seine Urteile fällt. Der Westen mißachtet das aber aktuell sowohl in Sachen Skripal als auch in Sachen Syrien.

Rüdiger Happ / 20.04.2018

Der (zugegeben gräßliche) Assad soll also weggebombt werden? Um durch wen ersetzt zu werden? Durch noch gräßlichere Islamisten? Weggebombt mit deutscher Waffenhilfe? Und das soll Flüchtlingsströme eindämmen, statt neue auszulösen? Vorkämpfer einer liberalen, westlichen Demokratie gibt’s ja leider dort viel zu wenige, ein westliches Regime ließe sich dort (wie in Afghanistan) nur mit milliardenteurer Dauerintervention des Westens ein paar Jahre lang halten, um dann wahrscheinlich doch dem Druck der Islamisten weichen zu müssen. Der Westen sollte sich aus den orientalischen Kalamitäten weitestgehend raushalten. Die Amis suchen immer “die Guten”, die sie dann unterstützen wollen. Es gibt dort aber keine Guten, nur Üble und etwas weniger Üble. Zuerst stützten die Amis die Mujahedin in Afghanistan, die aber, gefragt, wer ihr Feind sei, gestützt auf US-Waffen brüllten: “Tod den Amerikanern!” (... statt wie gewünscht: “... den Sowjets”). Saddam Hussein wurde erst gestützt (als er gegen den Iran zu Felde zog), dann gestürzt (als er sich gegen Kuweit wandte). Die Türkei sollte raus aus der NATO, das ist richtig. Und die Bundeswehr sollte raus aus den “Weltabenteuern im Dienst”, wie die Jugenderinnerungen Churchills auf deutsch betitelt waren, damals, als GB ein Empire war, um 1900. Das heutige Deutschland ist keins, wir sind nur NATO-Mitglied, d. h., wir müssen angegriffenen NATO-Mitgliedern beistehen, aber das war’s dann auch schon. In Afghanistan, Mali etc. hat die Bundeswehr nichts verloren. Mali ist ein Musterbeispiel dafür, wie es NICHT laufen sollte: “Nur ein paar Dutzend Ausbilder”, hieß es anfangs, und jetzt stecken wir da fest, wie üblich ohne klar definiertes Ziel und Ende. Die Franzosen wollten diesen Sandhaufen namens Französisch-Westafrika doch unbedingt haben, also sollen doch ruhig (koloniale Altlasten ;-) das Chaos aufräumen, nicht wir ...

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