Die Rente ist sicher, das wissen wir ja. Fragt sich nur, für wen und wie lange noch. Aber egal: Bis dahin ist es eh over mit Schland. Insofern kann man dem Vorschlag des sozialdemokratisch orientierten Ökonomen Jens Südekum viel abgewinnen, allerdings nicht unbedingt so, wie er sich das vorstellt.
Er will das starre Renteneintrittsalter (von 2031 an: 67 Jahre) abschaffen. Stattdessen soll der Renteneintritt „an eine Mindestanzahl von Beitragsjahren“ gekoppelt werden. Gute Idee, denn wer direkt nach der Hauptschule in die Rentenkasse einzahlt, kann früher in die Rente gehen. Wer aber, wie viele Akademiker, erst nach einer eher längeren Ausbildungszeit einen Job annimmt, also erst mit 25 oder 30 Jahren ins Arbeitsleben eintritt, müsste bei einer Mindestbeitragszeit von 45 Jahren bis zum 70. oder 75. Geburtstag arbeiten. Prima Strafe für diese Besserverdiener, denkt da manch sozialdemokratischer Umverteiler.
„Die Aussicht, bei der Rente ein Element der Umverteilung einzuführen, lässt sozialdemokratische und andere linke Herzen zweifellos höher schlagen“, meint Hugo Müller-Vogg. Ach geh, man kann den Sozis doch auch mal was gönnen! Nur: Der Rente soll das auch nicht helfen: „Einige Jahre ‚Zwangsarbeit‘ für Akademiker können das Problem der Unterfinanzierung des Rentensystems nicht beseitigen. Denn eine längere Arbeits- und Beitragszeit für eine bestimmte Personengruppe ändert nichts an der demografischen Schieflage: zu wenige Beitragszahler und zu viele Ruheständler.“
Gemein. Denn eigentlich ist das doch eine gute Idee für viele in sitzenden Berufen: Wenn das Hirn noch mitmacht, sollte es kein Problem sein, sich auch nach dem 75. Geburtstag noch intellektuell zu betätigen. Nicht jeder entdeckt als Rentner seine frische Vorliebe für Weltreisen auf Kreuzfahrtschiffen oder für Abenteuerreisen mit dem Camper. Soll man sich also langweilen oder vor dem Fernseher verblöden?
Spätrentner an die Macht!
Jens Südekum gibt den Alten eine Chance: Ran an die Tastaturen! Neben dem schnöden Handwerk an der Universität, im Lektorat eines Verlags, im Anwaltsbüro oder in irgendeiner Redaktionsstube kann man am laufenden Meter Beschwerdebriefe an die öffentlich-rechtlichen Sender, die großen und kleinen Zeitungen und Magazine verfassen, weil sie unaufhörlich gegen die Aufgabe verstoßen, unparteilich zu berichten. Und nicht vergessen: Bitte das Lügenportal Wikipedia korrigieren! Das ist Macht, liebe Spätrentner und ist im Übrigen gesellschaftlich nützlich.
Wer das nicht will – und jetzt komme ich zum wahren Wert des Südekum-Vorschlags –, der wählt schon früh einen anderen Weg. Die Jahre nach der Hauptschule bis zum Abitur sind verlorene Jahre, wie jeder weiß, der bis zum Abitur durchgehalten hat. Viel interessanter ist es, mit dem Geldverdienen schon früh anzufangen – und womöglich früher damit aufzuhören. Das bekäme nebenbei der leidenden Wirtschaft gut, die braucht ja Fachkräfte.
Und man tut zugleich etwas gegen die Akademikerschwemme, also gegen all die Genderforscher und für alles mögliche Beauftragten, Tätigkeiten, die niemand braucht und womit lediglich Staatsabhängigkeit und -hörigkeit gefördert wird. Die Zahl der Auszubildenden nimmt im Vergleich zu den „Studierenden“ seit Jahrzehnten rasant ab: Im Jahr 1950 gab es fast achtmal so viele Lehrlinge wie Studenten, heute gibt es doppelt so viele Studenten wie Lehrlinge. Dass Akademiker stets die besseren Berufs- und Gehaltaussichten haben, ist schon längst zu bezweifeln. Gut, dass der Staat so viele „Beauftragte“ braucht.
Also alles in allem: Nicht nur Sozialdemokraten dürften sich über Südekums Vorschlag freuen. Auch alle anderen, die längst aufgehört haben, auf „Fachkräfte“ aus Syrien und Algerien oder Somalia zu warten. Genial, oder?

Also ich finde es total gemein, da lässt man Hirten ins Land, aber die Politik will Grüne, ruhige Kekse. Kühe kriegen in Dänemark Medikamente, nagut, sollten bekommen, Bauer schlägt Akademiker. Mal ernsthaft wie schlägt sich ein Akademiker – er lässt schlagen. Russland hat das Problem erkannt und löst es, wie vor 120 Jahren. China führt KI ein, zum Überwachen von Bauern oder Akademikern? Was macht ein Akadmiker ohne Subwenntionen? Einfach mal nach China gucken – was kriegt da ein guter voll durch Studierter, das was er verdient, hehe. Hach, Engels erwischt als erstes die Akademiker, mal schauen wo sie diesmal Asyl bekommen? Ideologie schlägt Ingenieur – so ging glaube ich der 2te Weltkrieg los. Ein Land ohne Opferbereitschaft ist ein Gebiet, ein Land ohne Bauern, DDR. Und der Clou – Bauer hat Verwaltung vor Gericht geschlagen, gestern 17.12.25 vor Bundesverwaltungsgericht – Bauer hat Brüssel die kalte Schulter gezeigt, heute 18.12.25. Schachmatt – der Bauer zeigt immer wieder was er kann. Mein Wunsch an den Weihnachtsmann, Bauern liefern allen Linken kein Essen mehr, soll Merz doch seine Armee schicken.
@Peter Zinga: Peter Zinga / 18.12.2025
„… Und ist es gut oder schlecht?!“
Schlecht! Weil es auf einer Baustelle keine 3 Architekten und 5 Bauingenieure auf 4 Handwerker braucht.
Ich schätze Ihre Texte sonst sehr, Frau Stephan, aber diesmal ist mir nicht klar worauf Sie abzielen. Die mit 16, 17, 18 Jahren anfangen zu malochen, sollen am besten also bis 80 buckeln, bis der letzte heile Knochen gebrochen ist … damit die sesselfurzenden Akadingsbumser, die tagein tagaus am Computer emsige Geschäftigkeit simulieren, schön weiterhin mit 56 in den unverdienten Vorruhestand segeln können? Näää. Aus dem Vorschlag „45 Arbeitsjahre für jeden“ lässt sich vielleicht was machen. Ist sicher nicht der Weisheit letzter Schluss, aber lasst uns doch mal sachlich darüber reden.
Komische Diskusion. Ich hab gar kein Schulabschluss und bezieh Bürgergeld. Mir doch egal, wielange mann arbeiten soll. Die Dahme vom Amt ist immer nett zu mir und sagt, ich muß numal ab und zu als Bewerber bei einen Arbeitgeber aufkreuzen. Die nehmen mich ja sowie so nicht. Wollte mich noch nie einer nehmen, nach meinen Eindruck den ich hinterlaß. Ich bin getz 37, arbeite noch nie, undwarum solch ich mir den Kopp verbrechen wegen Rente und so einen Kram? Amt zahlt, die Dahme ist nett und mir gehts so weit gut. die spd finde ich in Ordnung, die sorgen für einen, gruss aus gladbeck mirko
Kleiner Hinweis am Rande: Viele MINT-Akademiker sind durch Hochschulrahmengesetz, Bundesteilzeit- und Befristungsgesetz, Wissenschaftlerzeitvertragsgesetz in die überqualifizierte Arbeitslosigkeit gedrängt worden. Diese Gesetze waren von Rot-Grün, kurz vor den Hartz-Gesetzen. Das ist noch wenig in der Öffentlichkeit bekannt. Aber es ist ein wichtiger Grund für die Standortflucht vieler MINT-Akademiker.
Ach, der Herr Professor der Nebelwand! Warum ist es nur so schwer, den heißen Brei beim Namen zu nennen, um den die verteilungshungrigen Katzen aller politischen Couleur herumschleichen: die Beamtenprivilegien.
Die Durchschnittsrente liegt bei ca. 1500 Euro mtl. und ist vor allem beitragsfinanziert. Die Durchschnittspension liegt bei ca. 3400 Euro mtl. und ist ausschließlich steuerfinanziert. Da unser „Gemeinwesen“ es in besseren Jahren versäumt hat, Rückstellungen für die eigentlich gut berechenbaren Pensionslasten in ausreichender Höhe vorzunehmen, garottieren die Pensionslasten mittlerweile die finanziellen Spielräume der Länderhaushalte. Dazu kommt, dass Beamte wegen der Beschäftigungsgarantie ganz andere Kreditmöglichkeiten haben als normale Angestellte und Arbeiter, so dass sie durchschnittlich 400.000 Euro ansparen können. Verglichen mit Angestellten und Arbeitern, die ca. 200.000 Euro Vermögen ansparen können, ist das gut doppelt so viel. Wenn man das noch weiterdenkt, ist es nicht verwunderlich, dass Beamte signifikant häufiger Immobilien besitzen (62 % Beamte vs., 43 % Angestellte und Arbeiter), was dann auch in der Vermieterquote sichtbar wird (18 % Beamte vs. 8 % Angestellte und Arbeiter) und damit zusätzlich zu ihrer Pension abgesichert sind. Dass es also vorzugsweise Beamte sein werden, die in den Genuss lebenslangen Lernens kommen, statt vor dem Supermarkt und am Busbahnhof Flaschen zu sammeln oder Anzeigenblättchen bei Wind und Wetter auszutragen, ist auch klar. Das ist jedenfalls von meiner Seite keine „Sozialneiddebatte“, sondern einfach der Wunsch, es möge aufrichtig gestritten werden.
Die Idee, den Hauptschüler, bei Zeiten in Lohn und Brot, nehmen wir an Kohlenträger über 45 Jahre lang, dann in Rente zu schicken. Den Studierten, ich will nicht gleich von einem Akademiker sprechen, sein Leben lang ein Sesselfurzer, etwa länger am Ort des Geschehen zu lassen, ist überlegenswert. Geht es um Schadensbegrenzung für die Gesellschaft kehrt sich die Sache schnell um. Man kommt sofort in die verzeifelte Lage des Unternehmers, der sagt ‚die Hälfte meiner Belegschaft ist unfähig und faul, müßte entlassen werden. Ich weiß nur nicht welche’.