Birgit Kelle und ich haben sich vor ein paar Wochen hier auf der Achse mitleidsvoll über den Mann, den Waschlappen, gebeugt und konstatiert, dass er im Konfliktfall ein armes Opfer sein dürfte: wenn er etwa mit Männern aus Kulturen mit einem anderen Verständnis von „Mann“ konfrontiert ist.
Birgit meinte: „Nichts hat pubertierende Jungs früher schneller zu verantwortungsbewussten Männern gemacht als das Austragen von Kriegen. Das war nie schön, aber effizient.“ Ich weiß, was sie meint, aber ich fürchte, bei mir setzt Mitleid ein. Der Spruch: „Lieg du mal erst im Schützengraben, dann wirst du schon sehen“ war bereits im Zeitalter des autoritären Patriarchen nicht gerade hilfreich.
Denn wenig war womöglich elender als die Schützengrabenerfahrung vieler Männer im ersten Weltkrieg. Für Europa war das durchaus neu, dass nicht mehr reguläre Armeen im Feld standen, sondern die Männer der Bürgergesellschaft. Und das Frieren zwischen Kadavern und Ratten im nassen Boden hatte nichts Heldenhaftes, das Warten auf den feindlichen Angriff hieß dauernde Angst. Die einzig positive Erfahrung mochte gewesen sein, dass man das alles überlebt hat. Das dürfte jene abgeklärte Härte befördern, die man Erwachsenwerden nennt. Dass viele Männer nach dem zweiten Weltkrieg wenig zu berichten wussten, hatte manchmal womöglich weniger mit Verdrängung (eigener Schuld) zu tun, als mit dem Wunsch, endlich wieder Privatmensch sein zu dürfen. Verdrängung kann ein Segen sein: man will nicht wieder und wieder in Gedanken durch den Matsch waten, dem Maschinengewehrfeuer entgegen.
Doch reden wir einmal nicht von einem regulären Krieg mit regulären Armeen – sondern von dem, was Enzensberger 1993 den „molekularen Bürgerkrieg“ nannte. Dieser Krieg sickere in die Poren der Gesellschaft ein. Thomas Hartung hat jüngst die Thesen von damals und die von heute, vom kanadischen Kriegsforscher David Betz, zusammengefasst. Der Befund ist ungemütlich. Betz erkennt eine „polare Lagerbildung“ als Ergebnis der erhöhten Angst in der Gesellschaft. Und die gefährlichste Lage sei, wenn einer ethnisch homogenen Gruppe eine wachsende Gruppe von Migranten entgegensteht. Wenn überdies der Staat seine Autorität eingebüßt hat, könnte das bedeuten, „dass Menschen Lösungen jenseits des Rechts suchen“.
Also Straßenkämpfe, demnächst?
Bis dahin molekularer Bürgerkrieg: marodierende Banden, Milizen, Heimwehr. Clan-Strukturen, die dem staatlichen Gewaltmonopol ihre eigenen Regeln entgegensetzen. Oder, wie es Birgit Kelles Rede vom „Krieg“ andeutet, eine Ermannung des deutschen Mannes. Was die Linken können, nämlich sich als gewalttätiger Mob organisieren, werden womöglich über kurz oder lang auch all jene erlernen (müssen), die bislang an das Versprechen eines postnationalen Friedens geglaubt haben. Sie befinden sich spätestens seit 2015 zwischen zwei Feuern: auf der einen Seite die fanatisch brüllende Linke, die sie als Nazis beschimpft, so zuletzt in Gießen – auf der anderen Seite zugewanderte Jungmänner, viele Syrer oder Afghanen, beide an der Spitze der Gewaltkriminalität. Sie halten sich für die Überlegenen und den deutschen Lauch für einen Schlappschwanz. Wer Dankbarkeit erwartet dafür, dass man ihnen ein kommodes Leben stiftet, erntet Hohngelächter.
Die aktuelle Politik der „Unsere Demokratie“-Parteien mit Brandmauer und Delegitimierung der einheimischen Mehrheitsgesellschaft sorgt dafür, dass das System blockiert ist. Dagegen hilft auch kein expandierender Sozialstaat, zumal Deutschland das Geld dafür langsam ausgeht.
Also Straßenkämpfe, demnächst? Betz jedenfalls kommt zu einer zutiefst trostlosen Prognose: „Ich glaube, Europa wird sich entweder selbst auslöschen und durch etwas anderes ersetzt werden, oder es wird eine absolut traumatisierende Periode bis zur Wiederentdeckung seiner selbst erleben.“
Beitragsbild: Krystof Gauthier (France) - Own work, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Noch etwas zu Frau Kelle: Sie hatte hier geschrieben „Selbst kann sie (die Frau) sich und ihre Kinder nicht schützen“. Feministinnen können das genau so gut wie alles andere, von dem sie behaupten, dass sie es können. Anderseits aber, nach dem Grundsatz strikter geschlechterparitätischer Gleichbehandlung, sind jetzt die Frauen dran, an die Kriegsfront geschickt zu werden, und erst wenn so viele Frauen wie Männer dort verreckt sind, ungefähr wie seit 1900, kommen auch wieder Männer dran. Die Feministinnen sollten nicht damit durchkommen, erst überall Teilhabe einzufordern und sich dann zu drücken, wenn die Quoten-Rosinenpickerei an gewisse Grenzen stößt. Um die Kinder zuhause können sich genauso gut Hausmänner kümmern. Männer müssen im Haushalt mitarbeiten, und Frauen müssen zum Ausgleich an die Front.
Ein Grund für Hass und Hetze der Linksextremen gegen die Nationalkonservativen oder die, die Nationalkonservativen für das kleinere Übel halten, neben Sorgen wegen Verlusts der staatlichen Alimentierung, ist die Furcht vor einem härteren Durchgreifen der Polizei. Zum Beispiel zur Durchsetzung des rechtsstaatlichen Vermummungsverbots.
Laut nationalsozialistischer Weltanschauung gab es zur damaligen Zeit nur zwei wertvolle Menschengruppen: Linksradikale und Rechtsradikale. Bürgerliche wurden bestenfalls als menschlich minderbemittelt angesehen. Goebbels war nicht der einzige Nationalsozialist, der gerne seine Verachtung der bürgerlichen Klasse gegenüber zum Ausdruck brachte. Bei Hitler war gar der Fanatiker positiv konnotiert. Gut möglich, dass seine Rangliste der wertvollsten Menschentypen so aussah: Der Fanatiker überragt alle, dann kommt der Radikale und dann kommt nur noch das, was halt so kommt. Während meines Geschichtsstudiums an der Uni habe ich mich auch mit nationalsozialistischen Eliteschulen befasst. Wenn man da mal die Adolf-Hitler-Schulen als Beispiel nimmt, lässt sich Folgendes sagen: Man versuchte, über kurz oder lang die Kinder aus der Arbeiterklasse zu einem Drittel da unterzubringen, aber das Wichtigste Ergebnis, das sich mir erschloss, war Folgendes: Man versuchte, Kinder aus bürgerlichen Familien dort nach Möglichkeit massiv unterrepräsentiert in Erscheinung treten zu lassen. Kurz und prägnant ausgedrückt: Man wollte Bürgerliche eigentlich von zukünftigen Führungspositionen ausschließen, weil der Bürgerliche keine positive weltgestaltende Kraft hat, sondern eigentlich nur sein Bankkonto kennt. Es ist daher – zumindest aus nationalsozialistischer Sicht – unmöglich, dass Bürgerliche sich aufraffen, um etwas gegen das zu tun, was halt nun einmal so vor sich geht. Genauso gut könnte man das Ziel verfolgen, Claudia Roth zu intelligenten Äußerungen zu bewegen. Die Gesellschaft mündet entweder im Kalifat oder es entsteht eine rechtsradikale Bewegung dagegen. Die bürgerliche Klasse hat diesbezüglich keinerlei Substanz. Aus nationalsozialistischer Sicht ist sie schwach und minderwertig und dem Verfall geweiht.
Der Rechtsstaat hat das Gewaltmonopol, und das muss er mit Gewalt gegen gewalttätige Angreifer verteidigen. Wenn nötig, mit Schusswaffengebrauch. Dieser könnte hierzulande für wenig wahrscheinlich gehalten werden, wäre trotzdem das Richtige. Gewalttäter töten. Wenn sie anders nicht zu stoppen sind. Frankreich hat dabei neulich versagt, als es zu Aufständen der kriminellen Migranten nach der Tötung des Nachwuchskriminellem im gelben AMG bei Paris kam. Wenn sie auf die Aufständischen, die zugleich Kriminelle waren, nicht schießen, hat ihr Rechtsstaat versagt. Schusswaffen sind Messerstechern und in Kampfkünsten Trainierten überlegen. Eigentlich einfach. Basiswissen Rechtsstaat.
Boys, only boys. „The first battle will turn them into men“, YT, Panzerlied (Battle of the Bulge with english intro).
„Europa wird sich entweder selbst auslöschen und durch etwas anderes ersetzt werden,“ – Der erwartbar kommende „Blackout“ wird es zeigen.
Bei aller wohlfeilen Empörung über Frau Kelles Statement sollte man nicht allzu gram sein seinem humanen Idealismus etwas Realität beigesellen zu müssen. Man schaue in die gute Natur. Schimpansen führen Vernichtungskriege gegeneinander, Hirsche rennen sich die Köpfe ein, Seeelefanten zerhacken sich den Oberkörper, und auch Löwen, Flusspferde und noch viele andere regeln Macht- und Gebietsansprüche nicht durch Kongresse oder Flaschendrehen. Dem würde auch mein Kater beipflichten, der mit eingerissenen Ohren heimkommt, wenn er mal wieder seinen Samen weitergegeben hat. Das ist eben der Preis fürs Mannsein, würde er sagen. Natürlich könnte ich ihn auch kastrieren lassen. Dann wäre er so ein nett schnurrendes Kuscheltier, ein demütig impotenter Adabei, ein „Homie“ wie ihn die rot grüne Frau erträumt. An der von Frauen favourisierten Sklavenmoral hat sich schon ein Herr Nietzsche weit besser und ausführlicher abgearbeitet.